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I Origins - Im Auge des Ursprungs

I Origins - Im Auge des Ursprungs
mystery-drama , usa 2014
original
i origins
regie
mike cahill
drehbuch
mike cahill
cast
michael pitt,
brit marling,
astrid bergés-frisbey,
steven yeun, u.a.
spielzeit
107 Minuten
kinostart
25. September 2014
homepage
http://www.foxsearchlight.com/iorigins/
bewertung

9 von 10 Augen

i origins 1Der Biologe Dr. Ian Gray (Michael Pitt) studiert bereits seit Jahren die Entwicklung des menschlichen Auges. Zusammen mit seiner neuen Laborpartnerin Karen (Brit Marling) sucht er nach Erkenntnissen, die es möglich machen könnten, einem bisher blinden Lebewesen die Fähigkeit des Sehens zu verleihen – ein wissenschaftlicher Triumph, der nach Auffassung des Agnostikers Gray ein starker Beweis dafür wäre, dass Gott nicht existiert. Doch so trocken und kühl sich Ian Gray in seinem Beruf gibt, so leidenschaftlich stürzt er sich privat in eine Beziehung mit dem jungen Model Sofi (Astrid Bergès-Frisbey). Die Beiden beschließen sogar nach kurzer Zeit zu heiraten, obwohl Sofi sowohl mit Ians religiösen Ansichten, als auch mit seiner wissenschaftlichen Arbeit Ihre Probleme hat. Doch kurz nachdem ihm und Karen bei den Experimenten ein entscheidender Durchbruch gelingt, stellt ein dramatisches Erlebnis Ians Leben auf den Kopf. In seinem Weltbild wird er jedoch erst Jahre später erschüttert werden, als er erkennen muss, dass es eventuell doch Phänomene gibt, die sich mit reiner Wissenschaft nicht erklären lassen.
 

i origins 2Falls diese Inhaltsangabe ein wenig nebulös daherkommt, dann liegt das daran, dass es nun mal tunlichst zu vermeiden gilt, konkret die inhaltliche Wendung zu benennen, die „I Origins“ nach gut der Hälfte seiner Laufzeit nimmt um nicht einen Großteil des Vergnügens an diesem bemerkenswerten Film zu nehmen (wer sich den mal wieder praktisch die komplette Geschichte erzählenden Trailer anschaut, wird übrigens genau diese Erfahrung machen). So bedächtig und langsam sich die Geschichte zunächst entwickelt, so hart ist der später erfolgende, unerwartete Schlag in die Magengrube.

Daher zerfällt der Film auch in zwei recht unterschiedliche Teile, die jedoch beide große Stärken aufweisen. Da ist zu Beginn vor allem die Bildsprache zu nennen, die zarte Farbtönung und die poetischen Momente, die zu faszinieren wissen. So präsentiert etwa die Sequenz, in der Ian die gesuchte Sofi nach der ersten Begegnung endlich wiederfindet, wohl eine der schönsten Kontaktaufnahmen der Filmgeschichte. Überhaupt sind einzelne Bilder und immer wieder auftauchende Symbole von Bedeutung, insbesondere bei diesem Thema natürlich alles was mit dem menschlichen Auge zu tun hat - bei dem man vermuten darf, dass Regisseur Mike Cahill eventuell eine ähnliche Obsession dafür besitzt wie seine Hauptfigur.

i origins 3Es ist dies der zweite Kinofilm von Cahill und wie in seinem Debut „Another Earth“ erschafft er auch diesmal wieder einen Hybrid zwischen wissenschaftlich-philosophischen Gedankenspielen und intensivem Gefühlskino. War es im Erstling eine plötzlich am Himmel auftauchende zweite Erde, welche die Möglichkeit bot lebensentscheidende Fehler zu korrigieren, so sorgt auch dieses Mal etwas rational nicht Erklärbares für eine emotionale Achterbahnfahrt der Hauptfigur.

Mit der Verbindung bzw. Gegenüberstellung von Wissenschaft, Philosophie und Religion scheint Cahill sein großes Thema gefunden zu haben, und die Art wie er dieses anpackt ist höchst faszinierend und aktuell sicher sein Alleinstellungsmerkmal. Das beschert uns dann Fragen wie „ Warum arbeitest Du so hart daran, zu beweisen, dass Gott nicht existiert?“ oder „ Was würdest Du tun, wenn etwas Spirituelles Deine wissenschaftlichen Überzeugungen widerlegt?". Es wird dabei vermutlich nicht wenige geben, die sich bei „I Origins“ etwas langweilen oder zumindest durch die getragene erste halbe Stunde durchquälen müssen, doch ist die folgende Belohnung das allemal wert. Denn was folgt dürfte wiederum kaum jemanden kalt lassen und beweist, dass dieser Filmemacher es durchaus versteht Spannung zu erzeugen und für Momente zu sorgen, die auch den noch erschüttern, der schon viel gesehen hat.

Mit Michael Pitt („Funny Games U.S.“) besitzt der Film dabei einen perfekten Hauptdarsteller, der genau den Anteil Merkwürdigkeit mitbringt, den es für seinen Charakter braucht, ohne diesen aber als kompletten, sozial inkompetenten Nerd anzulegen. Während Astrid Bergès-Frisbey recht wenig Gelegenheit bekommt, dem von ihr verkörperten Typ „exotisches, leicht naives Model“ mehr Profil zu verleihen, entwickelt sich die Figur von Brit Marling (auch schon in „Another Earth“ dabei) dagegen in eine interessantere Richtung, die man zunächst nicht unbedingt erwartet.

i origins 4 Nicht jede Symbolik wird am Ende aufgelöst und im einen oder anderen Fall die Wahrscheinlichkeit des Zufalls ein wenig strapaziert, doch wenn man dies akzeptiert, entfaltet sich beim Betrachten von „I Origins“ ein faszinierendes Spielfeld der Gedanken, dass insbesondere zum Finale hin einen fast hypnotischen Sog entwickelt. Es bleibt dabei abzuwarten, ob auch Mike Cahill letztlich nicht mehr als ein Vertreter des „Terrence Malick-Syndroms" ist und damit ein Regisseur, der zwar sein eines spezielles Thema glänzend beherrscht, aber im Prinzip auch nichts Anderes zu erzählen hat. Noch ist es für solch ein Urteil aber viel zu früh und wir nehmen sein neues Werk erfreut als das zur Kenntnis was es darstellt. Nämlich einen der stärksten und bewegendsten Filme des Jahres.

Volker Robrahn

Ansprechendes Thema, anfangs

5

Ansprechendes Thema, anfangs etwas zu unspiriert umgesetzt, später (ab Indien) besser.
Schauspieler etwas dröge.

Tip: bis nach dem Abspann bleiben, um zu erfahren, warum für diesen Film Bildrechte an J.F. Kennedy, Martin Luther King, Adolf Hitler, Margarete Thatcher u.a. aufgeführt werden.

Nettes Gedankenspiel, dass

6

Nettes Gedankenspiel, dass aber storytechnisch zeitig vorhersehbar ist. Ich fand sogar die erste Hälfte etwas besser, da ich Àstrid Bergès-Frisbey ziemlich cool fand.

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