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Happy-Go-Lucky

Happy-Go-Lucky
komödie , großbritannien 2008
original
happy-go-lucky
regie
mike leigh
drehbuch
mike leigh
cast
eddie marsan,
sally hawkins,
alexis zegeman,
andreas riseborough, u.a.
spielzeit
118 Minuten
kinostart
3. Juli 2008
homepage
bewertung

9 von 10 Augen

 

Es gibt viele unvergessliche Momente in Mike Leighs neustem Film "Happy Go Lucky". Doch die wahrscheinlich denkwürdigsten Augenblicke gelten dem Fahrlehrer Scott (Eddie Marsan), der mit seinen cholerischen Wutanfällen zwar bei seiner Schülerin Poppy (Sally Hawkins) auf taube Ohren stößt, doch dafür dem Kinozuschauer ein ums andere Mal die Lachtränen in die Augen schießen lässt. Vor allem seine Eselsbrücke "En Ra Ha", die seine Fahrschüler immer an den Blick in die Seiten- und den Rückspiegel erinnern soll, ist kultverdächtig.
Doch nicht Scott ist der Hauptdarsteller des Films, sondern seine Schülerin. "Happy Go Lucky" wirft einen kurzen Blick in Paulines Leben, die von allen nur Poppy genannt wird. Sie ist Anfang 30 und lebt mit einer Freundin in einer Wohngemeinschaft in London. Ihr Geld verdient sie als Kindergärtnerin. Ansonsten lebt Poppy - wie es schon der Titel suggeriert - sorgenfrei und fortwährend fröhlich in den Tag hinein. Sie nimmt Fahrstunden, begleitet eine Arbeitskollegin zum Flamenco-Unterricht, macht Männer an und lässt sie genauso schnell wieder abblitzen. Mit ihrer Lebensfreude möchte sie ihre ganze Umwelt anstecken, doch immer wieder stößt Poppy auf Grenzen. Nicht alle wollen sich von ihrer Lebenslust anstecken lassen.

Das neuste Werk des englischen Filmmeisters Mike Leigh hat keinen wirklichen Anfang und auch kein wirkliches Ende. Zudem verweigert er sich fast konsequent der gängigen Dramatisierung. Leigh erzählt keine Geschichte. Er beobachtet ein Leben und den dazugehörenden Alltag. Bescheiden und unaufdringlich wirft er uns schon mit den ersten Einstellungen mitten hinein in Poppys Welt, um sie dann am Ende genauso unauffällig wieder zu verlassen.
Konsequent im Mittelpunkt steht die ständig lächelnde Kindergärtnerin. Und man darf sich sehr tief vor Leigh verbeugen, denn mit Poppy erschafft der Regisseur eine Kinofigur, die es in dieser Art und Weise noch nie zu sehen gab. Poppy ist immer am Lachen, immer leuchten ihre kindlichen Augen. Das erste Mal, dass wir ihr begegnen, wird ihr Fahrrad gestohlen. Als sie aus einem Buchladen kommt und die Stelle betrachtet, wo vor kurzem noch ihr allerliebstes Tretpferd stand, verzieht sie keine Miene und sagt lachend: "Schade. Ich konnte mich nicht mal verabschieden." Das ist mehr als bezeichnend für ihre Lebenseinstellung. Das Leben ist schön und toll. Schlechte Laune, eventuelle Niederlagen oder gar Depressionen sucht man vergebens in ihrem Weltentwurf. Alles ist heiter, unbeschwert und frei von jeglichen Sorgen. Dieser geballten Ladung an positiver Energie kann man sich nur sehr schwer widersetzen und so schlägt Poppy so gut wie jeden Zuschauer in ihren Bann.
Doch ihre Lebensphilosophie - die mit Kurt Tucholskys Spruch "Lerne lachen ohne zu weinen" gut auf den Punkt gebracht werden könnte - kann Poppy nicht jedem aufdrängen. Auch wenn sie meint, dass nur so alle Menschen glücklich werden könnten. Im Fahrlehrer Scott findet sie ihren härtesten Widersacher. Scott ist nahezu ihr komplettes Gegenteil. Zurückhaltend, passiv, verunsichert und meistens schlecht gelaunt kann er mit der extrovertierten Fahrschülerin sehr wenig anfangen. Aus dieser Konfrontation der beiden Figuren erwächst in "Happy Go Lucky" vielleicht die offensichtlichste Form eines Konflikts. Scott kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wieso Poppy alles und jeden in ihr Herz schließen kann und immer nur das Gute in einer Situation erkennt. Durch dubiose Verschwörungstheorien versucht er ihr die Augen für die hässlichen Seiten des Lebens zu öffnen. Vergebens.

Mike Leighs Inszenierung setzt auch in dieser ganz speziellen Konstellation nicht auf übliche Kinodramatik. Der Film nimmt sich die Zeit seinem luftig leichten Rhythmus zu folgen. "Happy Go Lucky" verkommt nie zum bloßen Stückwerk. Nie geht Leigh die Gefahr ein, seinen Film in lose Episoden zerfallen zu lassen. Die Kamera beobachtet ruhig und gelassen die Alltäglichkeiten seiner Protagonistin. In den Mittelpunkt rückt der Regisseur damit eine Generation, die sich zwar überwiegend durch ihren Sinn für Humor und eine gewisse Unbekümmertheit auszeichnet, und trotzdem keine leichtsinnigen und selbstvergessenen Tagträumer produziert.
Was aber "Happy Go Lucky" so unwiderstehlich macht, ist seine präzise, diskrete und zurückhaltende Charakterzeichnung. Denn wir erleben keine Figurenentwicklung im klassischen Sinn. Am Ende haben sich nämlich nur einige Akzente und Nuancen der Protagonisten verschoben. Die Menschen in Leighs Film erscheinen nicht komplett geläutert, sondern nur etwas einsichtiger. Der Weg zu diesen kleinen und nahezu unmerklichen Veränderungen ist aber getragen von einem hinreißend charismatischen Grundton der gesamten Geschichte.

Leigh hat das ultimative "Feel Good Movie" des Jahres gedreht. Außerdem präsentiert er mit seiner Hauptdarstellerin Sally Hawkins, die für ihre stark umjubelte Performance den silbernen Bären als beste Darstellerin auf der diesjährigen Berlinale gewann, eine über alle Maßen talentierte Schauspielerin, von der man sich noch Großes erhoffen kann. Und mit Poppy betritt eine Person die Leinwände, die niemand so schnell vergessen wird. Das sei an dieser Stelle garantiert.

Patrick Wellinski

Habe gestern den Film in der Sneak gesehen und muss mich jetzt doch stark über die rezension wundern: "Zudem verweigert er [der Film] sich fast konsequent der gängigen Dramatisierung. Leigh erzählt keine Geschichte." Das trifft es ziemlich genau. Man könnte es aber auch einfacher sagen: Der Film ist totlangweilig und auch einfach nicht komisch, die Hauptdarstellerin spielt völlig überzogen und die Filmmusik ist schlicht unerträglich.
Unwiderstehlich ist der Film ganz sicher nicht, in der Sneak Preview sind alle zehn Minuten zehn Leute rausgegangen...

3

Ich empfinde den Film auch ganz anders als der Rezensent. Die meisten Szenen sind einfach nur da, aber vermögen einfach nur Unsinn zu vermitteln und haben eigentlich keinen Sinn und bringen auch die Geschichte, die keine ist, weiter. Der Film hat den Anspruch einfach nur zu sein und dabei schon genug zum Nachdenken zu bewegen resp. vereinzelt zu unterhalten, indem er witzig sein will.

Die Hauptprotagonistin nervt, der Film ist langweilig und ich war froh als es vorbei war.

Ganz mieser Film!

8

Es gibt halt doch zu viele Scotts dort draussen, die selbst einen so erfrischenden Film nicht an sich heranlassen. Schade!

Wenn nahezu alle Kritiken überschwänglich positiv ausfallen, sollte man skeptisch werden und seine Erwartungshaltung zwangsminimieren. Genau dann bleibt der Film, was er ist: ein unbeschwertes Kinovergnügen zwischen all den nichtssagenden Sommer-Blockbustern.

9

Also, nachdem hier zwei so schlechte Zuschauerbewertungen stehen, muss ich einfach auch was zu dem Film schreiben:
Happy-Go-Lucky konnte mir ein Dauergrinsen aufs Gesicht zaubern und als der Film nach knapp zwei Stunden zuende war, hätte ich locker noch einmal so viel Zeit dranhängen können, um Poppy in ihrem Leben zuzusehen. Von Langeweile konnte also nie die Rede sein! Bitte nicht abschrecken lassen und reingehen! Es steht und fällt wahrscheinlich damit, ob man Poppy sympathisch findet oder nicht, aber die Person hatte genug Tiefe und vor allem echten Wortwitz, so dass meine Befürchtungen, sie könnte nerven, nie zutrafen. Und das ein oder andere lockere Drüberlächeln könnte man sich für seinen Alltag abschauen. Sally Hawkins spielt ganz große Klasse!

10

Mehr Menschen wie Poppy bitte! Der Film ist sauwitzig, warmherzig und intelligent - Chance geben!

8

Ich bin mit keinen großen Erwartungen ins Kino gegangen, aber mit verdammt guter Laune wieder aus dem Kino rausgegangen: ein wunderbarer Gute-Laune-und-Wohlfühl-Film!
Dass der Film keine Geschichte erzählt, wäre mir gar nicht groß aufgefallen, wenn ich es nicht vorher gelesen hätte. Ich fand ihn trotzdem unterhaltsam und kein bisschen langweilig.

Man muss natürlich auch sagen, dass "Happy-Go-Lucky" tendenziell eher ein Film für Frauen (rund um die 30) ist. ;-)

PS: Als ich bei den Rezensionen hier eben gelesen habe, dass sie "Happy-Go-Lucky" in einer Sneak Preview gesehen haben, musste ich echt grinsen. DAS ist wohl nun wirklich kein Film für eine Sneak...

1

Ich fand ihn auch einfach nur langweilig und nervig. Mal ehrlich - wer würde so eine Poppy in seiner Umwelt dauerhaft ertragen können? Eigentlich ging es wohl auch darum, dass sie auch ihre tiefen, sensiblen Seiten hat und sich in andere hineinversetzen kann - aber gerade die Szenen mit den Kindern waren absolut unauthentisch, so leicht kriegt man Kinder nicht mit ein bißchen Gezappel und Spaß überzeugt. Und mich auch nicht.

5

Nanu, Herr Wellinski:

Hat da der Rezensent vielleicht eine persönliche Schwäche für die Hauptdarstellerin entdeckt und dann den Film durch die rosarote Brille gesehen?

In dem Fall Glückwunsch zur frisch entfachten Flamme! Poppy ist ja wirklich recht niedlich anzusehen (abgesehen von ihren Klamotten), und die eine oder andere liebenswerte Eigenschaft hat sie ebenfalls. Aber dieses dauernde High-sein, das kindlich-erfreute Bestaunen auch noch des letzten Hundehaufens in der Straße, der überwiegend flache Gedankenaustausch mit ihren Freundinnen und Kollegen - so richtig abendfüllend ist das alles nicht.

Das Aufeinanderprallen der Welten von Poppy und Fahrlehrer Scott ist zwar schön in Szene gesetzt. Und schön konsequent ist es auch, dass Scott trotz Poppy am Ende nicht aus seiner Wagenburg rauskommt. Aber eine echte Botschaft hat das Mädchen weder uns noch den anderen im Film mitzuteilen, höchstens: "It´s going to be okay".

Das gilt für die enttäuschte Flamenco-Lehrerin genauso wie für den misshandelten Jungen in ihrer Schule, selbst für Scott. Allerdings werden die alle für dieses "okay" entweder viel Glück brauchen - oder aber jemanden, der wirklich etwas für sie tut. Poppy wird das sicher nicht sein: Die giggelt inzwischen weiter durch die Straßen oder freut sich über die leere Stelle, an der einst ihr Fahrrad stand.

"Feel Good"-Movie? Amélie in Paris mochte man gar nicht mehr verlassen, aber ihrer verhinderten Schwester im Geiste Poppy habe ich nach knapp zwei Stunden gerne "see you around" gesagt.

6

@ Al
finde, du bringst das mit am besten auf den punkt. besonders den vergleich mit amélie. dieses erleichterte „see ya around“ hatte ich auch auf den lippen, als es dann vorbei war. habe poppy eher als leichte tortur erfahren und war um jede szene froh, in der mal andere personen den mund aufgemacht haben.

natürlich ist mike leigh sein talent nicht verloren gegangen, schöne charakterzeichnungen sensibel zu inszenieren. deswegen muß man sich ja aber als kinogänger nicht jede dieser figuren für seinen engeren freundeskreis wünschen.

der unter dauerdampf stehende fahrlehrer: wunderbar. da sitzen wirklich ying und yang, nitro und glycerin, in der selben blechhülle und man befürchtet sekündlich die ganz, ganz große detonation.

die performance der flamencotänzerin: wirklich atemberaubend – und dieses kompliment bezieht sich nicht auf das tänzerische, sondern vor allem schauspielerische.

so bietet der film schon viele der qualitäten, welche auch die anderen mike leigh filme auszeichnen und ein kinobesuch lohnt sich durchaus (unbedingt als OmU). man hat den meister aber schon besser gesehen. immer noch absolut herausragend: „all or nothing“. dieser film hat wirklich eine wucht, die seinesgleichen sucht.

Der mieseste Film des Jahres. Unterirdisch schlecht. Bescheuerte Sozialpädagogen-Nabelschau. Pippi Langstrumpf mit dreißig. Jede sechsminütige „Schaun das Schaf“-Folge hat mehr Handlung und vor allem Dramatik als diese schnurzlangweiligen zwei Stunden über den Egotrip einer vollkommen bescheuerten, zwangsmanischen Kindergärtnerin. Da möchte man am liebsten sein Eintrittsgeld zurückhaben!

4

Was an den Film komödiantisch sein soll, ist mir schleierhaft. Die (gefühlte) Hälfte des Films guckt man in die verbitterte Miene des Fahrlehrers, dessen Probleme bestimmt NICHT LUSTIG sind.
An Poppy's kindlicher Art dagegen hat man sich schon nach den ersten fünf Minuten satt gesehen.
Am Ende lässt der Film den Zuschauer zurück, ohne dass dieser im geringsten schlauer ist. Wird Poppy nach den Erlebnissen im Film weiterhin so unbeschwert durchs Leben hüpfen? Warum hat es so lange mit der Liebe nicht geklappt, und dann auf einmal so einfach - und so belanglos? Wie geht die Sache mit dem misshandelten Jungen weiter?
Hätte Poppy am Ende wenigstens noch ein wenig die Welt verbessern können, man hätte den Film als modernes Märchen durchgehen lassen können. Aber so ist er einfach nur schrecklich banal.

1

Ich muss leider auch sagen dieser Film hatte überhaupt keinen sinn, es waren teilweise einfach nur dämliche stellen dazwischen und niemand im gesamten kino hat diesen film verstanden. sorry aber totaler flop.

3

Wohin ist das Drehbuch zu diesem Film verschwunden?
Es muss so klein und unauffindbar gewesen sein, dass man ohne gedreht hat. Wer sich die DVD versehentlich ausgeliehen hat, darf getrost ab der 40. Minute starten. Vorher gibt es weder Wichtiges, noch Interessantes oder Lustiges zu sehen...

Laber Rhabarber um nix.

Die Hauptdarstellerin ist sympathisch.
Zum Lachen bringt sie einen aber auch nicht.

Ich werde gleich den Rest des Filmes gucken, der scheinbar plötzlich etwas Handlung erhält.
Ich brauchte bisher 3 Pausen...

Enttäuschender Film
Täuschende Rezension

9

Herr Wellinski,

haben sie den Film überhaupt gesehen? oder nur den Trailer? Der Film ist nicht nur gut, sondern auch sehr witzig, menschlich und sehr tiefsinnig. Dieser Film handelt wirklich nicht nur von Scott!! Durch die Protagonistin Poppy werden dem Zuschauer viele unterschiedliche Lebenssituationen verschiedener Charaktere dargestellt. Der Film ist sehr realitätsnah und in vieler Hinsicht gesellschaftskritsch, was Ihnen wahrscheinlich entgangen ist. Die Protagonistin ist nicht nervig, sondern ist sehr sympatisch durch ihre ganz eigene Art. Aber sie ist auch nicht dauergutgelaunt, sondern zeigt auch in der ein oder anderen Situation andere Gefühle. ALSO, bitte gucken Sie sich den Film noch mal an, um ihn wirklich zu verstehen!!!

8

Ja die deutsche Übersetzung lässt mal wieder zu wünschen übrig, guckt ihn im Original. Der Fahrlehrer ist obergeil. Lach...

3

Mein Gesamteindruck wurde oben schon genannt:
Täuschende Rezension, (auch dadurch) enttäuschender Film.

Von einem Wohlfühl-Film keine Spur, eine völlig unrealistische Anhäufung von unglaubwürdigen Charakteren. Alle Probleme von 20 Folgen Lindenstrasse, angerissen und wieder vergessen. Nur wenige entspannte Momente, ansonsten viel Krampf und Fremdschämen.

Ich wüßte niemanden, dem ich den Film empfehlen möchte.

Mein Gott ist das ein bescheuerter Film. Ich vermute , dass den nur Sozialpädagoginnen und Vollöken ertragen können. Die Protagnistin versucht zwanghaft locker zu sein und wirkt dadurch nur absolut blöde.
Ich konnte diesen Film nicht zuende schauen..

1

tut mir leid, aber das war einer der schlechtesten Filme, die ich seit langem gesehen habe.

6

poppy ist grundschullehrerin und keine kindergärtnerin!

1

der film war eine absolute enttäuschung: null handlung, nur irgendso ein grinsendes girlie was alle anderen nervt und nicht aufhört zu grinsen. seeeeehr witzig, wirklich...

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