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Große Jungs – Forever Young

Große Jungs – Forever Young
komödie , frankreich 2013
original
les gamins
regie
anthony marciano
drehbuch
anthony marciano, max boublil
cast
alain chabat,
max boublil,
sandrine kiberlain,
mélanie berner,
arié elmaleh, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
3. Juli 2014
homepage
http://grossejungs-derfilm.de
bewertung

6 von 10 Augen
grosse jungs

Der junge Musiker Thomas (Max Boublil), der sich mehr schlecht als recht auf Hochzeitsfeiern verdingt, kann zumindest seinen letzten derartigen Auftritt als Erfolg werten, denn er lernt dort Lola (Mélanie Bernier) kennen. Bald ist das junge Paar dabei, eine gemeinsame Zukunft zu planen. Nach der Verlobung der Beiden stellt Lola Thomas auch ihren Eltern vor: Suzanne (Sandrine Kiberlain) bereitet humanitäre Spendenaktionen in Burkina Faso vor, der gerade in Frührente gegangene Gilbert (Alain Chabat) ist genervt und durchlebt grade seine Midlife-Krise. Und so kommt Thomas gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Gilbert die Schnauze voll hat, seine Sachen packt und in eine eigene Wohnung zieht, in der er sich sämtliche Junggesellenwünsche erfüllt. Allerdings haben Thomas und Gilbert einen guten Draht zueinander und so wird Thomas von Gilbert immer mehr in dessen teils alberne, teils wilden Aktionen einbezogen. Zusammen benehmen sich die Beiden zunehmend wie eine Bande großer Kinder...
 

Das ist schließlich auch der Originaltitel dieser französischen Komödie und zeigt zugleich, wie die beiden Protagonisten hier alle erwachsenen Verhaltensweisen über Bord werfen, was ihren jeweiligen Damen natürlich nur bedingt gefällt: Da wird von einem so gar nicht ins Klischee passenden jungen Dealer Marihuana besorgt und wilde Schampusnächte in exclusiven Clubs gefeiert. Letztere sorgen für einen weiteren Plotstrang, denn dort lernt Gilbert Irène kennen, die ihn widerum mit einem Musikproduzenten bekannt macht, der sich für Thomas' Musik interessiert. Daraus machen Regisseur Anthony Marciano und Hauptdarsteller Boublil, der am Drehbuch mitschrieb, einige recht schöne satirische Anmerkungen zum Musikbusiness, etwa wenn der unerträgliche Kinderstar Mimi Zozo (Mélusine Mayence) Thomas' romantisches Liebeslied zum debilen Technoschlager für Kinder umwandelt oder Musikproduzent Carl (Arié Elmaleh) seine „geniale“ Idee in Zeiten von illegalen Downloads hat, welche Zielgruppen noch Platten kaufen und daher gekreuzt werden sollten. Solche Szenen geben diesem durchaus auch mal in den seichten Pfützen der Pubertärkomödien fischenden Films einen akzeptablen humoristischen Nährwert.

Nicht falsch verstehen: die meisten Witze hier sind recht offensichtlich und ziemlich genau das, was man von der Prämisse erwartet. Aber ab und zu überraschen Marciano und seine gut aufgelegten Hauptdarsteller Boublil und Chabat allerdings auch mit subtileren Momenten, was dem Film gut tut. Dazu gehört auch die Szene, in der Thomas und Lola eine Wohnung besichtigen. Diese zeigt allerdings auch, was sich für diese vom Rezensenten im Original gesehenen Komödie als schwierig erweisen könnte, nämlich die Umsetzung von eigentlich nur in Frankreich zu verstehenden Witzen der subtileren Art. Der gesamte Clou der Sequenz liegt darin, dass der Verkäufer wie Patrick Bruel aussieht (weil er natürlich von Patrick Bruel gespielt wird) und Thomas alle Aussagen und Fragen des Verkäufers mit einem Bruel-Songtitel kommentiert. Das dürfte in der deutschen Synchronfassung unmöglich umzusetzen sein und wird dort vermutlich auf einen simplen Schnurrbartwitz hinauslaufen. Ähnlich schwierig wird es mit dem subtilen Witz über „Opa Michel“ und seine Lebensgeschichte gegen Ende des Films, die Übersetzung des wütenden Iraners am Ende dürfte dagegen universell funktionieren.

Es gibt Einiges zu Lachen in „Große Jungs – Forever Young“, was dann letztlich auch über die relative Vorhersehbarkeit der Handlung hinwegtröstet. Ein großer Komödienklassiker ist dieser Debütfilm nicht geworden, aber doch ein leicht überdurchschnittlicher Spaß, dem man bei entsprechendem Wunsch nach relativ seichter humoristischer Unterhaltung durchaus nachkommen kann.

Simon Staake

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