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Grasgeflüster

Grasgeflüster
komödie , großbritannien 2000
original
saving grace
regie
nigel cole
drehbuch
mark crowdy, craig ferguson
cast
brenda blethyn,
craig ferguson,
tcheky karyo,
martin clunes, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
17. August 2000
homepage
bewertung

8 von 10 Augen
Der Begriff „britische Komödie“ ist in den letzten Jahren schon fast zu einem Gütesiegel geworden. Auch in unseren Landen erfreut sich dieses spezielle Genre großer Beliebtheit. Zu Recht, denn den Briten gelingt es einfach immer wieder, mit wenig Aufwand und geringen finanziellen Mitteln bezaubernde Filme zu produzieren. Auch „Grasgeflüster“ reiht sich nahtlos hinter seine Vorgänger “Ganz oder gar nicht“, „Brassed off“ oder „Lang lebe Ned Devine“ ein.

In dem kleinen  Fischerdorf  Whitby an der englischen Küste steht eine Beerdigung an. Der Ehemann von Grace (Brenda Blethyn) hat sich aus einem Flugzeug gestürzt, und auch wenn die Dorfbewohner vermuten, er habe sicherlich nur nach der Toilette gesucht, stellt sich bald das tatsächliche Motiv für den Selbstmord heraus: Grace sitzt auf einem riesigen Berg Schulden, ihr Mann hatte ein Vermögen in windige Geschäfte investiert und selbst die eigene Villa ist bereits verpfändet. Daß der Göttergatte noch dazu jahrelang Sex nur mit seiner Geliebten hatte, überrascht die immer zorniger werdende Witwe schon fast nicht mehr. Grace versucht verzweifelt, Würde zu bewahren, und als sie auch noch Ihren jungen Gärtner Matthew (Craig Ferguson) entlassen muß, scheint sich auf einmal ein Ausweg aus dem Dilemma aufzutun. Denn Matthew bittet Grace als Entschädigung darum, sich um seine Pflanzen zu kümmern, die einfach nicht richtig wachsen wollen. Es handelt sich dabei allerdings um zarte Marihuanapflänzchen, doch Grace fegt Ihre moralischen Bedenken schnell beiseite, schmeißt ihre Orchideen aus dem Gewächshaus und rechnet schon mal hoch, wieviel von dem Zeugs man wohl züchten müßte, um alle Schulden zu begleichen. Um genügend Licht für die Pflanzen zu erzeugen, leuchtet das Gewächshaus nachts bald wie ein Raumschiff, doch die Dorfbewohner findens lustig und versammeln sich zum allnächtlichen Freudenfeuer, zumal der Dorfarzt sowieso der größte Drogenkonsument der Gemeinde ist und der örtliche Sergeant viel lieber Wilderer jagt. Nur Matthews schwangere Freundin Nicky (Valerie Edmond) macht Schwierigkeiten, da sie befürchtet, daß der Vater ihres Kindes wohl schon allzu bald im Knast landen wird ... 

Eines vorweg: Jegliche Bedenken in der Hinsicht, ob dieses nicht vielleicht ein Drogen verherrlichender Film ist, sollte man sofort beiseite schieben, wenn man auch nur ein bißchen Spaß an diesem Werk haben möchte. Denn das ist er zweifellos. Das ganze Dorf zieht sich im Laufe der Geschichte Marihuana rein, aus spießigen alten Damen werden kichernde Gänse und wenn Grace in einem Moment höchster Frustration nach ihrem ersten Joint verlangt, geht es ihr anschließend richtig gut. Und gut geht es auch dem Zuschauer, denn an „Grasgeflüster“ stimmt so ziemlich alles. Die Story sorgt schon von ihrer Konstruktion her automatisch für zahlreiche Gags, und die Charaktere stammen aus der Kiste „schrullig aber liebenswert“, auch dies ein nicht untypisches Merkmal britischer Komödien. Wobei es Brenda Blethyn (Oscar-nominiert für „Lügen und Geheimnisse“) ganz hervorragend gelingt, ihre Figur der Grace eine glaubwürdige Entwicklung durchmachen zu lassen. Aus einer betrogenen und gedemütigten Frau von fünfzig Jahren wird eine selbstbewußte Person, die ihr Schicksal in die Hände nimmt. Die Nebenfiguren haben oft nur wenige Sätze, von denen aber nahezu jeder ein Lacher ist. Es brillieren in wertneutraler Reihenfolge: Martin Clunes als ständig bekiffter Arzt („Im Sachen am Leben erhalten bin ich wirklich nicht gut“), Bill Bailey als spießiger Kleindealer („Ich kann ihn nicht beschatten, ich muß meine Tochter vom Flötenunterricht abholen und außerdem haben wir Monopolyabend. Regionalmeisterschaft“) sowie unser aller Lieblingsfranzose Tcheky Karyo („Der Patriot“, „Nikita“) als warmherziger Drogenboß. Dazu kommen zahlreiche Kleinstrollen, die schon bei Erscheinen für Schmunzeln sorgen (Kommentar aus dem Kinoraum: „Wo holen die bloß immer diese Gesichter her?“). 
Abgerundet wird das Ganze durch hübsche Landschafts- und Küstenaufnahmen, die das Leben in der Provinz von Whitby gar nicht mal so unattraktiv erscheinen lassen.

Auch wenn der Twist am Schluß des Films dann doch etwas konstruiert und unbefriedigend wirkt, ist „Grasgeflüster“ trotzdem eine rundum gelungene Komödie, die auch den Publikumspreis beim „Sundance Filmfestival“ gewann und wieder einmal „the best of british filmmaking“ repräsentiert. Darauf einen tiefen Zug
Volker Robrahn

10

ein herrlicher film für einen entspannten abend daheim. eine schlichte, simple komödie, die durchaus den ein oder anderen lacher hervorbringt, vor allem aber durch die bezaubernde hauptdarstellerin entfaltet der film seine volle wirkung. grace & ihr gärtner überzeugen schauspielerisch, und sicherlich wollte der regisseur keine herausragenden ansprüche erfüllen; die zielsetzung zur gemütlichen unterhaltung hat er allemal bewältigt.

zudem ist die musikalische untermalung absolut gelungen. 7,5/10 sehe ich daher als völlig ok an - inkl. einer weitermepfehlung guten gewissens!

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