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Goldene Zeiten

Goldene Zeiten
komödie , deutschland 2005
original
regie
peter thorwarth
drehbuch
peter thorwarth, alexander rümelin
cast
wotan wilke möhring,
ralf richter,
dirk benedict,
wolf roth,
ludger pistor, u.a.
spielzeit
129 Minuten
kinostart
26. Januar 2006
homepage
bewertung

3 von 10 Augen

Dies ist der dritte Teil von Peter Thorwaths "Unna-Trilogie". Dass es so eine Trilogie gibt war zwar bis vor kurzem nicht unbedingt bekannt, ist aber eine wunderbare Entschuldigung dafür, noch einmal ins bekannte Milieu mit altbekannten Typen einzutauchen. Es ist aber leider auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass Thorwath bisher noch kein anderes Thema eingefallen ist. Und nach Betrachten von "Goldene Zeiten" reift die Erkenntnis, dass es dafür nun langsam wirklich höchste Zeit ist. Denn der Mann, der das Genre der prolligen Ruhrpottkomödie praktisch erfunden hat, mit dem genialen "Bang Boom Bang" einen echten Kultfilm ablieferte und mit "Was nicht passt, wird passend gemacht" zumindest noch einen unterhaltsamen Nachfolger hinterher schieben konnte, scheint sein Pulver nun bereits verschossen zu haben.

Was nicht an der eigentlich recht viel versprechenden Idee liegt. Die Geschichte vom Möchtegern Event-Manager Ingo (Wotan Wilke Möhring), der sich die Organisation eines Charity-Festes des örtlichen Golfclubs ergaunert und dabei an der eigenen Naivität und der Bösartigkeit seines Umfeldes zu scheitern droht, weckt nämlich durchaus eine freudige Erwartungshaltung. Neben der Lokal-Prominenz, angeführt vom aalglatten und korrupten Clubpräsidenten (Wolf Roth) samt gelangweilter und mehrfach schönheitsoperierter Ehefrau (Birgit Stein) lässt vor allem eine Besetzung aufhorchen: Als Stargast des Events präsentiert Macher Ingo nämlich den etwas heruntergekommenen Hollywoodstar Douglas Burnett, der vom Ruhm einer 20 Jahre alten TV-Serie zehrt. Dargestellt wird Burnett hier von einem gewissen Herrn Dirk Benedict, und der ist im wirklichen Leben was? Genau, ein etwas heruntergekommener Hollywoodstar, der seit 20 Jahren vom Ruhm seiner alten TV-Serie "A-Team" zehrt.
Das hat doch was, möchte man meinen, nur um dann gleich wieder zu korrigieren auf "das hätte was gehabt". Denn das eigenwillige Skript will es, dass sich der angebliche Stargast schon kurz nach der gelungenen Begrüßungszeremonie als von Ingo engagierter Hochstapler entpuppt, dessen Muttersprache nicht Englisch und dessen Haarteil auch nicht echt ist. Dies erfährt zwar zunächst nur der Zuschauer, aber genau dem wird mit dieser Wendung auch komplett der Spaß genommen, einen Dirk Benedict quasi sich selbst spielen zu sehen, denn genau das tut er hier dann eben doch nicht.
Eine seltsame und schwer nachvollziehbare Entscheidung von Mitautor Thorwarth, auf den anderswo dagegen wieder hundert Prozent Verlass ist, nämlich beim Aufmarsch der alten Bekannten aus besseren "Bang Boom Bang"-Zeiten. Von Christian Kahrmann als "Kampmann Jr." über die Mallorca-Ausreißerin Melanie (Alexandra Neldel) bis zum unvermeidlichen Ralf Richter in seiner Paraderolle als Westentaschenpate Harry sind sie alle wieder mit mehr oder weniger kurzen Gastauftritten dabei. Und gerade die Tatsache, dass die paar Szenen mit Ralf Richter für die größten Lacher sorgen, macht schon deutlich, wie müde und lasch der ganze Rest rüberkommt.
Thorwarths Verständnis von "Entwicklung" war es wohl, seine Charaktere diesmal einfach noch ein Stück derber, hinterhältiger und rücksichtsloser zu zeichnen. Das ist ihm fraglos gelungen, nur sind das denn eben auch keine liebenswerten Proleten und Loser mehr. Der Clubpräsident und seine Gattin agieren dabei sowieso jenseits von gut, aber auch Ingos Freundin vögelt natürlich hinterm Rücken mit seinem Chef, der ihn dann trotzdem noch über den Tisch zieht. Waren einem Thorwarths Figuren trotz aller Schlicht- und Derbheit bisher doch noch immer irgendwie sympathisch, so ist das jetzt anscheinend gar nicht mehr gewollt. Wenn dann aber auch die Gags nicht mehr richtig zünden, wird das Ganze leider zeitweilig zur Qual, bis einen das Gefühl beschleicht, hier läuft nicht nur das Unnasche Charity-Event irgendwann unvermeidlich aus dem Ruder, sondern ungewollt noch viel mehr.

Als Erklärung/Entschuldigung für den fehlenden Witz könnte man natürlich anführen, dass Thorwarth uns hier eine ernsthafte und böse Gesellschaftssatire oder gar einen Ausflug ins Drama anbietet. Doch dafür sind seine Charaktere wiederum viel zu überzeichnet und die ganze Handlung einfach zu unglaubwürdig. Sicher kein Fortschritt für ihn und sein Team also, vielmehr eine Art seitlicher Ausfallschritt, in die Sackgasse des unentschlossenen Weder-Noch. "Goldene Zeiten" sind das sicherlich nicht, hoffen wir also erstmal nur ganz bescheiden wieder auf Bessere.

Volker Robrahn

10

also ich habe den film nun zum xten mal gesehen und liebe das böse und die niedertracht des streifens - ein guter spiegel und keine parodie auf unsere "gib mir alles oder ich nehms mir einfach" gesellschaft das eingeleutete ende des kaptalismus wird hier zelebriert. BRAVO ... ich geb ne 10 !!

8

Klasse Film
Die Rezension mit den 3 Augen ist was für die Tonne

9

Ich habe einen super Film gesehen !
Fragt sich nur was der Rezensent gesehen hat.

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