kleine Werbepause
Anzeige

Ganz normal verliebt

Ganz normal verliebt
tragikomödie , usa 1999
original
the other sister
regie
garry marshall
drehbuch
alexandra rose, blair richwood
cast
juliette lewis,
giovanni ribisi,
diane keaton,
tom skerritt, u.a.
spielzeit
131 Minuten
kinostart
5. August 1999
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Daß auch über geistig Behinderte herzhaft gelacht werden darf, ist eine Tatsache, die man sich nicht nur beim Besuch von "Ganz normal verliebt" hinter die Ohren schreiben sollte. Das Gegenteil zu behaupten,  zeugt weniger von Political Correctness als von schierer Ignoranz, denn - auch Menschen mit einem IQ von weniger als 70 können lustig sein. Sie werden genauso erwachsen wie andere, und sie verlieben sich auch. 

Elizabeth Tate (Diane Keaton), Mutter von drei Töchtern, ist das noch nicht ganz klargeworden. Daß sie ein Kind in ihr pompöses Haus gebiert, das anders ist als andere, damit kann sie sich nicht abfinden. Als Ausweg bleibt nur ein Heim für geistig Behinderte, in das sie ihre dritte Tochter Carla (Juliette Lewis) abschiebt. Jahre später schließlich kehrt Carla als junge Frau zu den Tates zurück, bringt ihren Goldfisch mit, ihren Ehrgeiz, ihren Unabhängigkeitswillen und damit das Leben der Tates durcheinander. Als sie eine eigene Wohnung haben möchte und sich schließlich in den zurückgebliebenen Daniel MacMahon (Giovanni Ribisi) verliebt, ist die Toleranzschwelle ihrer Mutter bei weitem überschritten. Diese Story ist leicht an Doris Lessing´s Novelle "The fifth Child" angelehnt - aber wo bei Lessing eine Familientragödie erzählt wird, entspinnt sich bei "Ganz normal verliebt" eine unglaublich süße Romanze und die Geschichte von Carla, die trotz aller Hindernisse nichts anderes tut, als die normal-normierte Welt für sich zu erobern.

Zu allererst sollte man die grandiosen schauspielerischen Leistungen erwähnen: Neben Juliette Lewis ("From Dusk till Dawn", "California", "Kap der Angst"), die als Carla eine umwerfend süße Figur abgibt, verdient die Figur ihres Freundes Daniel besondere Aufmerksamkeit: Giovanni Ribisi spielt den strunzdummen, aber ehrlichen Stammler so überzeugend, daß man sich ihn nur schwerlich in einer anderen Rolle vorstellen kann. Erst recht nicht als Sanitäter Harlan Wade bei "Saving Private Ryan", als der er vielleicht bei einigen noch in Erinnerung ist. Was Ribisi hier abliefert, ist nicht weniger als oscarreif.
Tom Skerritt ("Aus der Mitte entspringt ein Fluß") spielt auch hier wieder das, was er am besten kann: den verständnisvollen Familienvater. Selbiger steht allerdings unter der Matriarchatsknute seiner Frau Elizabeth, die zwar nicht für die Kohlen, wohl aber für das soziale Ansehen der Familie sorgt. Diane Keaton als Etepetete-Mama hinkt mit ihrer Leistung allerdings den anderen Darstellern um einiges hinterher. 
Alexandra Rose´s Geschichte hätte so einen bezaubernden Film ergeben können, mit feinfühliger Symbolik und charmantem Humor, mit einem guten Regisseur (Garry "Pretty Woman" Marshall), erst recht mit dieser Besetzung, wenn- ja wenn nicht das amerikanische Filmbusiness seinen Tribut gefordert hätte.

Eine schöne Geschichte zu erzählen, das ist auch in Hollywood weiterhin erlaubt. Gut so. Schlecht allerdings, daß das Erzählen einer guten, *kurzen* Geschichte nicht drin ist. Wie so oft in den letzten Jahren, ist auch "The Other Sister" ein viel zu langer Film. 80 oder 90 Minuten hätten es perfekt getan, die angeflanschte Dreiviertelstunde Spielzeit ernährt sich von gänzlich überflüssigen Details, verfranst sich hoffnungslos in unnötigen Nebenhandlungen und ist damit so überflüssig wie ein Loch im Kopf. Umso ärgerlicher, als für die wirklich wesentlichen Probleme keine Zeit mehr bleibt, etwa für die Carlas Entfremdung von Vater Radley. 
Damit passiert "Ganz normal verliebt" das allerschlimmste Filmschicksal: Es zieht sich, und zwar zuweilen ohne Ende. 
Ein weiterer "amerikanischer" Minuspunkt ist der Musik-Score. Die ausgelatschten Streicher gehen schon nach zwei Minuten auf den Zeiger, und die Mischung mit Pop-Songs macht das Grauen komplett. 
 
 Auch, wenn Carla Tate und Daniel MacMahon nichts dafür können, büßt der Film durch diese simplen Unzulänglichkeiten krass an Qualität ein. 
Mehr als fünf Punkte sind nicht drin. 

Rainer Leurs

10

einfach ein super FILM und ich finde überhaupt nicht das er zu lang ist!!!!!!!!!

10

Der Film war einfach nur der Hammer als wir den gesehen haben!!! :)
*neulich an Thanks Giving..." :D

10

Diesen Film fand ich so hammer geil...ich warte jeden Tag darauf das er noch mal im Fernsehn läuft...immer und immer wieder...ich war davon echt begeistert...ich liebe diesen Film <3

10

Wir haben uns den Film gebraucht von der Videothek gekauft - und ich (Dorit) habe vor, ihn mir noch öfters anzuschauen, weil diese offene, klare Darstellung der Charaktere so "erhellt" und fröhlich macht. Sooooooo süß - so offen, so lehrreich! Ich bin dankbar.

Ich bedaure es sehr, dass anscheinend hier nur Frauen die wirkliche Leistung des Films zu würdigen wissen. Es werden feine psychologische Nuancen "'mal ganz nebenbei" dargestellt, wie man es auch bei "anspruchsvollen" Filmen nicht so oft findet - zum Beispiel, als Carla ihrer Mutter sehr klar macht, dass sie bei aller unterstellten Unfähigkeit, zurecht zu kommen (nicht Tennis zu spielen, nicht zu malen, nicht Künstlerin zu sein), sehr wohl fähig ist zu lieben und ein gutes Leben zu leben - was viele trotz höchstem IQ nicht schaffen.

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
16 + 2 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.