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Gänsehaut

Gänsehaut
horror-komödie , usa 2015
original
goosebumps
regie
rob letterman
drehbuch
darren lemke, scott alexander
cast
jack black,
dylan minnette,
odeya rush,
ryan lee, u.a.
spielzeit
103 Minuten
kinostart
4. Februar 2016
homepage
http://www.gaensehaut-film.de
bewertung

4 von 10 Augen

gänsehaut 1350 Millionen verkaufte Bücher in 32 Sprachen. Das sind leicht angeberische Zahlen, die einen vermuten lassen, dass es sich bei der „Gänsehaut“-Reihe um ein global präsentes Phänomen von Harry Potter-Ausmaßen handeln muss. Trotzdem dürften viele davon noch nie etwas gehört haben, und auch der Name von Autor R. L. Stine ist deutlich weniger verbreitet als der einer J. K. Rowling (auch wenn beide die Eigenart der zwei abgekürzten Vornamen teilen). Was zum Einen daran liegt, dass es sich bei „Gänsehaut“ nicht um eine dieser viel mediale Wirkung erzielenden Reihen um junge Erwachsene handelt, sondern im Kern eben um eine reine Kinderserie, deren gewaltige Auflagenzahl sich zudem auf viele Einzel- und Ergänzungsbände verteilt. Und diese ziemlich dünnen Büchlein bieten dann auch keine besonders vielschichtigen, immer komplexer werdenden Erzählstränge, sondern anspruchslosen Grusel-Spaß für zwischendurch. Eine immerhin mehrere Jahre laufende TV-Serie übernahm dieses Konzept bereits in den 90er Jahren und lief dementsprechend etwas unter dem Radar einer größeren Öffentlichkeit. Etwas anders sieht das nun bei der Kinoversion aus, denn da klotzt man doch ein wenig mehr, verpflichtete ein bekanntes Gesicht für die Hauptrolle und verfilmte einfach sämtliche einzelnen Bücher auf einmal.
 

gänsehaut 2Und das geht so: Teenager Zach (Dylan Minnette) ist wenig begeistert über den Umzug an den neuen Arbeitsplatz seiner Mutter in der Provinz. Dass diese dann auch noch an der Schule unterrichtet, die er selbst besucht, macht die Akzeptanz bei der Dorfjugend nicht leichter. Einzig mit der hübschen Nachbarstochter Hannah (Odeya Rush) entwickelt Zach schnell ein gutes Verhältnis, obwohl deren mürrischer Vater (Jack Black) dies eifrig zu verhindern sucht. Dass Zack sich nicht an das „Kontaktverbot“ hält, sorgt schon bald für Probleme der unerwarteten Art: Bei einer Expedition in die Wohnräume des grantigen Nachbarn materialisieren sich plötzlich Geschöpfe, die aus einer wilden Horror- und Fantasywelt stammen könnten. Und das tun sie auch, denn Hannahs Vater ist niemand anderes als der berühmte R. L. Stine, Autor der „Gänsehaut“-Romanserie und somit Erfinder unzähliger, meist wenig freundlicher Fabelwesen. Doch dessen vermeintliche Kopfgeburten existieren tatsächlich und Zach hat sie ungewollt befreit. Es ist eine schaurig-schöne Armee aus Riesen, Werwölfen und Kampfzwergen, die sich kurz darauf über die bis dahin ruhige Kleinstadt ergießt.
 

gänsehaut 3Da die kurzen und recht simpel gestrickten „Gänsehaut“-Bücher jedes für sich genommen nicht als Vorlage für einen abendfüllenden Film taugen und es wenig Sinn gemacht hätte, trotzdem irgendeine Geschichte auszuwählen und künstlich zu strecken, ging man dieses Problem auf Produzentenseite durchaus einfallsreich an, indem man sich einfach dazu entschied den Romanautor Stine samt seines umfangreichen Werkes selbst zum Kern der Handlung zu machen. Der hat im realen Leben zwar wenig äußerliche oder charakterliche Ähnlichkeit mit der hier von Jack Black entworfenen, ziemlich cartoonhaften Figur. Doch für den Film war offenbar eine etwas schrillere Variante erforderlich, und immerhin kann man Darsteller Jack Black eine erkennbare Spielfreude daran nicht absprechen. Black ist daher auch ganz klar das Zentrum des Films, obwohl es zunächst noch den Anschein hat, als würde man sich auf die romantische Beziehung zwischen Hannah und Zach fokussieren.

gänsehaut 4Da dies in der ersten Hälfte auch tatsächlich der Fall ist, ist diese doch arg zäh geraten, denn die angerissenen typischen Teenager-Problemchen können kaum für anhaltendes Interesse sorgen und so dauert es seine Zeit bis der Film schließlich Fahrt aufnimmt. Was es dann zu sehen gibt, ist eine routinierte, aber alles in Allem eben auch nicht mehr als durchschnittliche Arbeit, vor allem was den von der Mitte der Laufzeit an dominierenden Special Effects-Bereich angeht. Der 3D-Einsatz ist dabei dann praktisch unabdingbar, um überhaupt ausreichend Leben in die Bude zu bringen und die Monsterarmee eindrucksvoll in Szene zu setzen. Abgesehen von ein paar wenigen netten Einfällen, wie dem unvollendet im Wald vor sich hin rottenden Vergnügungspark, der nichtsdestotrotz einen gewissen Zauber ausstrahlt, ist der Rest ein reinrassiges, schnell vorbeirasendes Spaß- und Actionspektakel.

Welches dann bis zum absehbaren Finale vor sich hin funktioniert, ohne dass es dabei aufgrund der kindgerechten Ausrichtung so richtig spannend oder gar böse werden darf. Der Mehrwert für den erwachsenen Zuschauer fällt daher entsprechend gering aus und so wirklich witzig ist das Ganze eigentlich auch für die Kleinen nur selten. Dafür aber auch nie irgendwie schlimm, sondern eben schlicht harmlos und nett. Aber wie soll sich da dann bitte die „Gänsehaut“ einstellen?

Volker Robrahn

Nach so einer Rezension bin

Nach so einer Rezension bin ich erst recht gespannt auf den Film (in Neugierde, ob der Film wirklich nur solala ist).

Schade, dass sich die meisten

6

Schade, dass sich die meisten Kritiker nicht mehr an ihre Kindheit erinnern können.

Ich bin mit einem extremen Langzeitgedächtnis "geseget" (leider ist es oft ein Fluch)
und ich kann mich auch tatsächlich in die Gefühle meiner Kindheit zurück versetzen,
wenn ich es brauche.
Mit 12 wäre ich total begeistert aus dem Kino gekommen, mit weniger hätte ich mich
sogar gegruselt. Ok, die heutigen Generationen eher nicht.
Übrigens, als Anekdote, in meiner Zeit sah man in jedem zweiten Werbespot nackte Brüste, aber Zombiefilme kamen auf den Index. Heute regen sich alle beim kleinesten
Nippelblitzer auf, aber 12jährige unterhalten sich auf dem Pausenhof über "the walking Death"...
Der Film baut sich nach Schema F auf, spult seine Witze und die Story vorhersehbar ab, aber er langweilt einen nicht. Jack Black macht seinen Job wie immer und die anderen Nebendarsteller sind gut gewählt und machen das, was sie sollen.

Klar, mit 20+ ist man in dem Film recht falsch, es sei denn, man mag einfach diese Art
Film bzw. diese Geschichten.
An sich ist der Film aber stimmig und hat mich selbst besser unterhalten als der allseits überschätzte und gehypte "Mad Max" der eindeutig weniger Story und noch üblere Logiklöcher hat als dieser Film hier.

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