Die
Ausgangsidee des Films könnte in ihrer absurden Naivität
aus einer Episode der „Twilight Zone“ stammen: Bedingt durch
das Phänomen einer Aureole (eine Leuchterscheinung am nächtlichen
Himmel) wird es dem leicht depressiven New Yorker Cop John Sullivan
(Jim Caviezel) möglich, über ein altes Funkgerät
mit seinem vor dreißig Jahren verstorbenen Vater, dem
Feuerwehrmann Frank Sullivan (Dennis Quaid) zu kommunizieren
und zwar zwei Tage bevor dieser bei einem Einsatz ums Leben
kommen wird. Nach anfänglicher Skepsis überzeugt der
fassungslose Sohn seinen nicht minder verwirrten Vater mittels
der richtigen Vorhersage von Baseball-Ergebnissen, daß
er wirklich aus der „Zukunft“ zu ihm spricht und verhindert
somit Franks Tod bei dem verhängnisvollen Löscheinsatz.
Natürlich
lassen sich weder das Schicksal noch die Zeit so einfach ins
Handwerk pfuschen und Franks Überleben in der Vergangenheit
verändert auch Johns Gegenwart, allerdings ist er der Einzige,
der diese Veränderungen bemerkt. Unter anderem wächst
die Anzahl der Opfer eines Serienkillers, der in den späten
60ern in New York City sein Unwesen getrieben hat, von drei
auf zehn. Entgegen dem bisherigen Verlauf der Dinge befindet
sich in der umgestalteten Gegenwart auch Johns Mutter unter
den Ermordeten. Allerdings bleibt dem geretteten Frank im Jahre
1969 noch eine Woche Zeit, bevor seine Ehefrau dem Killer zum
Opfer fallen wird, und so versucht er mit Hilfe seines Sohnes,
der dreißig Jahre später am Funkgerät sitzt
und natürlich Ort und Zeitpunkt der Morde kennt, den Irren
zur Strecke zu bringen. So konfus die Story auch klingen mag: der Film wurde von Gregory Hoblit (Zwielicht, Dämon) durchgehend stringent inszeniert und der Plot läuft niemals in Gefahr, sich in seiner Komplexität zu verlieren. Obwohl der Serienkiller-Aspekt
der Handlung eher konventionell daherkommt, weiß „Frequency“
durchaus zu überzeugen. Dadurch, daß die beiden Zeitebenen
synchron ablaufen und Gegenwart und Vergangenheit sich in einer
ständigen Wechselwirkung gegenseitig beeinflussen, stellenweise
sogar verschmelzen, entwickelt der Film eine eigenständige
Dynamik, aus der sich auch die Spannung dieses Streifens bezieht.
Franks Handlungen im Jahr 1969 haben automatisch Konsequenzen
für seinen Sohn John, der von einer „Parallelgegenwart“
in die nächste stolpert und sich dabei immer mehr von seinem
früheren Leben entfernt. Ein zweiter großer Pulspunkt des Films ist die Darstellung der Vater-Sohn-Beziehung: da sich die beiden nur über das Funkgerät verständigen können und ein „echter“ Kontakt nicht möglich ist, werden ihre Szenen von einer spürbaren Sehnsucht geprägt. Glücklicherweise gelingt es Hoblit, die emotionalen Szenen des Films frei von übermäßigem Pathos zu inszenieren, was allerdings auch den beiden Hauptdarstellern zu verdanken ist, die sehr routiniert spielen und denen man ihre Figuren abkauft. Die Charakterzeichnung fällt nicht unbedingt vielschichtig aus, trotzdem kommt das Vater-Sohn-Team sehr sympathisch rüber und hat sogar zwei, drei richtig berührende Momente auf der Leinwand. Natürlich ist dieser Film nichts für Logik-Fetischisten und Kausalitäts-Fanatiker. Oftmals wird der Dramaturgie zur Liebe die ein oder andere Ungereimtheit in Kauf genommen, was sich bei der Thematik allerdings auch schwer vermeiden läßt. Wer nach all den nervös-überdrehten Teenie-Horrorfilmen und Special-Effects-Orgien mal wieder das Bedürfnis nach einem Genre-Film verspürt, der zwar unspektakulär inszeniert ist, aber auch nicht auf platte Schock-und-Zuck-Effekte angewiesen ist und dabei noch Protagonisten zu bieten hat, die mehr sind als nur kreischendes Silikon, ist bei „Frequency“ richtig aufgehoben. |
Bilder: Copyright New Line Cinema

Die
Ausgangsidee des Films könnte in ihrer absurden Naivität
aus einer Episode der „Twilight Zone“ stammen: Bedingt durch
das Phänomen einer Aureole (eine Leuchterscheinung am nächtlichen
Himmel) wird es dem leicht depressiven New Yorker Cop John Sullivan
(Jim Caviezel) möglich, über ein altes Funkgerät
mit seinem vor dreißig Jahren verstorbenen Vater, dem
Feuerwehrmann Frank Sullivan (Dennis Quaid) zu kommunizieren
und zwar zwei Tage bevor dieser bei einem Einsatz ums Leben
kommen wird. Nach anfänglicher Skepsis überzeugt der
fassungslose Sohn seinen nicht minder verwirrten Vater mittels
der richtigen Vorhersage von Baseball-Ergebnissen, daß
er wirklich aus der „Zukunft“ zu ihm spricht und verhindert
somit Franks Tod bei dem verhängnisvollen Löscheinsatz.
Natürlich
lassen sich weder das Schicksal noch die Zeit so einfach ins
Handwerk pfuschen und Franks Überleben in der Vergangenheit
verändert auch Johns Gegenwart, allerdings ist er der Einzige,
der diese Veränderungen bemerkt. Unter anderem wächst
die Anzahl der Opfer eines Serienkillers, der in den späten
60ern in New York City sein Unwesen getrieben hat, von drei
auf zehn. Entgegen dem bisherigen Verlauf der Dinge befindet
sich in der umgestalteten Gegenwart auch Johns Mutter unter
den Ermordeten. Allerdings bleibt dem geretteten Frank im Jahre
1969 noch eine Woche Zeit, bevor seine Ehefrau dem Killer zum
Opfer fallen wird, und so versucht er mit Hilfe seines Sohnes,
der dreißig Jahre später am Funkgerät sitzt
und natürlich Ort und Zeitpunkt der Morde kennt, den Irren
zur Strecke zu bringen.
Serienkiller-Aspekt
der Handlung eher konventionell daherkommt, weiß „Frequency“
durchaus zu überzeugen. Dadurch, daß die beiden Zeitebenen
synchron ablaufen und Gegenwart und Vergangenheit sich in einer
ständigen Wechselwirkung gegenseitig beeinflussen, stellenweise
sogar verschmelzen, entwickelt der Film eine eigenständige
Dynamik, aus der sich auch die Spannung dieses Streifens bezieht.
Franks Handlungen im Jahr 1969 haben automatisch Konsequenzen
für seinen Sohn John, der von einer „Parallelgegenwart“
in die nächste stolpert und sich dabei immer mehr von seinem
früheren Leben entfernt.
Ja, ein ausgezeichneter Film, der es meisterhaft versteht, die abstrakten Elemente von Zeit und Energie auf faszinierende, spannende Weise zu verbinden! Eine Thematik, die ruhig etwas öfter bearbeitet wrden könnte.
@Miaka: das war nicht sein Bruder, sondern sein bester Freund. Und das Zauberwort "Yahoo" kommt sehr wohl wieder vor: Beim Baseballspiel am Ende des Films sieht man wie der Scheinwerfer der S-Klasse (!!) vom Ball getroffen wird und auf dem Nummernschild steht dick und fett "Yahoo". Er hat also in Yahoo investiert und ordentlich Kohle damit gemacht. Aufpassen...
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