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Flutsch und weg

Flutsch und weg
animations-komödie , usa/großbritannien 2006
original
flushed away
regie
david bowers, sam fell
drehbuch
dick clement, christopher lloyd
cast
hugh jackman,
kate winslet,
ian mckellen,
andy serkis, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
7. Dezember 2006
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

So mancher dürfte beim ersten Blick auf das Filmplakat etwas verwirrt sein: Die Figuren erinnern ja schon stark an "Wallace & Gromit", sehen aber dann irgendwie doch nicht genauso aus wie die beliebten Knetfiguren aus den Aardman-Studios. Was daran liegt, dass das britische Trickfilmstudio hier zwar seine Hände mit im Spiel, jedoch nicht mehr an der Knetmasse hat. Die dritte Koproduktion mit dem amerikanischen Dreamworks-Studio erlaubt selbstverständlich ein deutlich höheres Budget und da ist die gute alte Handarbeit dann nicht mehr vonnöten. Ob das nun aber eine sinnvolle Entscheidung ist, darf man gerne diskutieren.
So mag das finale Produkt vielleicht noch etwas leichter auf dem stromlinienförmigen US-Markt platziert werden können, andererseits liefen die Käsefreunde und die rennenden Hennen dort ja auch so schon ganz gut und konnten sich zudem eines einzigartigen und unverwechselbaren Stils rühmen. Im Einerlei der mittlerweile fast unüberschaubaren Flut an Animationsfilmen mit sprechenden Tieren droht so doch viel eher die Gefahr, dass "Flutsch und weg" ein Schicksal ereilen könnte, dass er mit seinem Titel so sicher nicht beabsichtigt hat.

Was schade wäre, denn "Flutsch und Weg" liegt qualitativ zwar nicht im absoluten Spitzenfeld des Genres, aber doch immerhin ein Stück über dem Durchschnitt. Wobei man daran zu Beginn noch nicht gleich glauben mag, wird der Zuschauer doch recht unvermittelt mitten in die Welt des schnöseligen Mäuserichs Roddy St. James versetzt. Dieser lebt in einer Art goldenem Käfig mitten in der Villa einer Londoner Upper Class-Familie. Hier steht ihm zwar jede Menge Luxus-Spielzeug zur Verfügung, doch schon die etwas befremdlich-sterile Musical-Nummer zur Eröffnung lässt erahnen, dass unser Freund wohl ganz schön einsam ist. Das ändert sich, als er kurz darauf durch eine Verkettung sehr ungünstig konstruierter Umstände durch die häusliche Sanitäranlage gespült wird.
Die Welt der Kanalisation erweist sich dabei als genauso lebendig wie aufregend, und ganz langsam wird es für den guten Roddy gefährlich und fürs Publikum lustig. In der bunten Unterwelt wimmelt es nur so von schrägen Figuren vor einfallsreich entworfenen Hintergründen, und spätestens wenn die possierlichen Nacktschnecken zum Gesang ansetzten, wird es brüllend komisch. Auf seiner Odyssee trifft Roddy die selbstbewusste Rita, die mit ihrem Boot alle möglichen Aufträge annimmt und dabei unglücklicherweise in das Visier des Gangsters Toad und seiner Helfershelfer geraten ist. Bald hängt der Unglückliche komplett mit drin im Schlamassel und möchte dabei doch eigentlich nur zurück nach Hause.

Dass sich dies im weiteren Verlauf der Geschichte ändern und die vereinsamte Luxusmaus sowohl Gefallen am abenteuerlichen Leben wie auch an seiner kratzbürstigen Begleiterin finden wird, kommt nicht gerade überraschend, und auch den teuflischen Plan, mit dem die Kröte die Macht an sich reißen will, erahnt der geübte Kinogänger bereits sehr früh (sie plant während der Halbzeitpause des Finales der Fußball-WM die unzähligen Toilettengänge der Menschen für eine Überschwemmung zu nutzen). Aber diese Punkte sind ziemlich irrelevant im Verhältnis zum Detailreichtum der Animation, dem Tempo der diversen Verfolgungsjagden und den spritzigen Dialogen.
Die europäische Abteilung der Produktion lässt es sich dabei erfreulicherweise nicht nehmen, eine gehörige Portion sehr britischen Humors einzubauen. Inklusive einiger Anspielungen auf das Verhältnis der Briten zu ihren Lieblingsnachbarn, den Franzosen. Im Gegensatz zu vielen anderen Trickfilmen ist die Auswahl der prominenten Sprecher daher auch weniger willkürlich, und so sorgen Jean Reno als französischer Frosch, Ian McKellen als Gangsterboss und (der zur Zeit im Real- wie im Trickfilm omnipräsente) Hugh Jackman mit feinem Cockney-Akzent für jede Menge Spaß. Ja genau, hinter diesem Lob versteckt sich letztendlich die übliche Empfehlung der Originalfassung.

Insgesamt bietet "Flutsch und Weg" nach etwas schwerfälligem Beginn doch noch rasante und zeitweise auch geistreiche Unterhaltung, die allerdings im klassischen Aardman-Look sicher genauso viel Spaß gemacht hätte. Und bei aller Phantastik der unterirdischen Tierwelt beweist der Film zumindest in einem Punkt einen bemerkenswerten Realismus: Das Finale der WM verliert England im Elfmeterschießen.

Volker Robrahn

10

Ich fand den Film einfach genial. Die Originalfassung war natürlich besser als die deutsche Synchronisation, aber selbst die war nahe dran.
Schon die "Han Solo" Ratte im Eisschrank der Kröte war ein Hit. Oder wie Roddy am Anfang des Filmes das Wolverine Kostüm rausholt...ich hätte mich brezeln können. Jede Menge guter Humor für Erwachsene und auch unsere Kinder haben sich köstlich im Kino amüsiert. Auch die Machart war klasse. Ich hab ihn mir auch sofort auf DVD geholt...

9

Beinahe genial,doch am Ende fehlt irgend etwas.

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