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Flashback - mörderische Ferien

Flashback - mörderische Ferien
horror , deutschland 2000
original
regie
michael karen
drehbuch
jimmy sangster, natalie scharf
cast
alexandra neldel,
simone hanselmann,
elke sommer,
valerie niehaus,
xaver hutter, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
6. April 2000
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Nur knapp zwei Monate ist es her, da lief „Anatomie“ an, ein Film, der sich als erster deutscher Teenie-Slasher verstanden fühlen wollte, und deshalb scheiterte, weil immer noch ordentlich bei den amerikanischen Vorbildern abgekupfert wurde, obwohl man gerade das vermeiden wollte. Hier ist nun „Flashback – mörderische Ferien“, der alle typisch deutschen Ansätze beiseite läßt, hemmungslos in sämtlichen amerikanischen Genre-Klischees badet, fröhlich drauflos kopiert, zitiert, und nachmacht, und am Ende komischerweise trotzdem der bessere Film ist.

Der Anfang ist klassisch unoriginell. Ein junges Paar vergnügt sich in einem Zugabteil. Dann geht’s in einen Tunnel, es wird dunkel, und als es wieder hell wird, gehört die Zunge in ihrem Bauchnabel nicht mehr ihrem Freund. Ein Psychopath treibt sich herum, dessen Vorgehensweise im Radio recht lapidar beschrieben wird: „Erst vergewaltigt er seine Opfer, dann zerstückelt er sie. Manchmal auch andersrum.“ Die nächsten Opfer des rücksichtslosen Klingenschwingers sind die Eltern der kleinen Jeanette Fielmann, für die die Begegnung mit dem Killer traumatisch endet: Warum er sie verschont hat, was mit dem Killer geschah, wie die grauenvolle Nacht endete, all dies hat sie verdrängt. Zehn Jahre später sieht Jeanette aus wie Ex-Soap-Star Valerie Niehaus, und ihr behandelnder Arzt glaubt, daß sie weit genug sei, die psychiatrische Anstalt verlassen zu können (in der u.a. auch ein Queen Amidala-Verschnitt einsitzt, die „Episode 1“ eindeutig ein paar mal zu oft gesehen hat). Er vermittelt ihr einen Job als Französisch-Lehrerin für drei verzogene Millionärs-Kinder, die die Sommerferien über büffeln sollen. Doch kaum im Haus der Familie Schröder angekommen, beginnen auch schon die mysteriösen Ereignisse: Erst verschwindet Jeanette’s Gepäck, dann scheint es ein Familiengeheimnis um den Stall zu geben, und so langsam beschleicht die gerade erst auf die Zivilisation losgelassene Aushilfspädagogin das Gefühl, daß der Killer von damals durch die Gegend schleicht. Da hilft auch die ausgelassenste Party als Ablenkung nicht.

Bereits beim Grundplot wird klar, wie sehr sich „Flashback“ an die simplen Strickmuster der amerikanischen Vorbilder hält. Die Heldin mit dem traumatischen Kindheitserlebnis ist nicht weit weg von "Halloween“. Der sichelschwingende Psychopath in Frauenkleidern wirkt wie eine Mischung aus Norman Bates und dem Fischhaken-Killer aus „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, und auch die drei Teenies sind herrlich überecht-klischeebeladen: Die 16jährige Lissy (Simone Hanselmann), die sich nur von Fast Food zu ernähren scheint und alle fünf Minuten einen neuen Freund hat; ihre ein Jahr ältere Schwester Melissa (Alexandra Neldel), die im Kino übers plüschummantelte Handy mit ihrer drei Reihen weiter sitzenden Freundin den Film diskutiert; und schließlich der 18jährige Leon („wie der Profi, nicht Leo, wie das Weichei“), der übliche Bilderbuchaufreißer, der sich in Null komma Nix an die junge Französisch-Virtuosin ranschmeißt. Schon allein die Namen sind so neudeutsch-modern, daß sich die ur-teutonischen Anteile des Films auf das hübsche Alpenpanorama beschränken. Und wo wir schon bei ur-teutonisch sind: Elke Sommer, die die Haushälterin der Schröders spielt, bildet ironischerweise, trotz der größten Erfahrung, den künsterlischen Tiefpunkt des Films. Ihre Leistung als hölzern zu bezeichnen ist fast noch ein Kompliment. Ein echtes Kompliment verdient sich hingegen Valerie Niehaus. In einem Slasher-Film noch so überzeugend glänzen zu können, das verlangt schon so einiges. Mit Alexandra Neldel zusammen der lebende Beweis, daß man aus einer Daily Soap auch als guter Schauspieler hervorgehen kann.

Über die ersten 70 Minuten kommt „Flashback“ wie der simpelste Videotheken-Slasher daher. Als halbwegs fachkundiger Zuschauer kann man sogar die Reihenfolge vorhersagen, in der die Nebencharaktere den Löffel abgeben (netter Seiteneffekt: auch Haustiere werden nicht verschont. Schon mal eine Katze im Mixer gesehen?). Aber im Gegensatz zu „Anatomie“ bekommt man hier schnell das Gefühl, daß die Ähnlichkeiten zu den Vorbildern mehr als unvermeidbar sind. Regisseur Michael Karen scheint sich im Genre bestens auszukennen und macht sich einen Heidenspaß daraus, fortlaufend Anspielungen einzubauen. Ein Gale Weathers-Klon von einer Reporterin bekommt sogar die selben Dialogzeilen wie der Prototyp aus „Scream“, das musikalische Hauptthema dieses Klassikers wird an einer Stelle haargenau zitiert, und spätestens, als Lissy fragt, ob schon mal jemand den „Big Kahoona Burger“ probiert hätte, lehnt man sich als Filmfreak mit einem belustigten Grinsen im Kinosessel zurück und läßt sich von diesem Schmarrn bestens unterhalten.

Denn Schmarrn ist es wirklich, wie eben alles aus dieser Kategorie: Vorhersehbare Schock-Effekte und wundervoll dilettantische Splatter-Maskerade lassen schnell den Eindruck entstehen, daß man es hier mit Slasher-Trash vom Feinsten zu tun hat. Was „Flashback“ dann schließlich doch noch von den US-Varianten abhebt, ist ein (für dieses Genre) erstaunlich guter Plot-Turn gegen Ende, der in den ersten Momenten ganz fürchterlich dämlich wirkt, aber sehr schnell an Logik (!!!) gewinnt und dem Film so einen Schluß verpasst, der weitaus intelligenter und einfallsreicher ist, als man es so einem Streifen gemeinhin zutraut.

Insgesamt funktioniert „Flashback“ wie jeder Film seines Genres: Die zartbesaiteten Mädels zucken verschreckt zusammen, während sich die Jungs, gemeinsam mit den etwas filmerfahreneren Twens, bei jedem neuen Gemetzel schlapp lachen. Hohle Charaktere und riesige Logiklöcher gehören da einfach genau so dazu wie die klassischen „Geh nicht die Treppe rauf!/Er ist direkt hinter dir!“-Szenen. „Flashback“ versucht erst gar nicht, seine Wurzeln zu leugnen, und da diese beim Teenie-Slasher nun mal amerikanisch sind, ist dies auch der amerikanischste deutsche Film, den ich je gesehen habe. Macht aber gar nix, denn zu diesem Genre gehört ein gewisser Mangel an Ernsthaftigkeit einfach dazu, und das ist etwas, was den meisten deutschen Filmen einfach abgeht. Kurzweilige Unterhaltung, jede Menge Genre-Zitate und ein überraschend einfallsreiches Ende machen „Flashback“ so nicht nur besser als „Anatomie“, sondern auch besser als alle amerikanischen „Scream“-Ableger. Und wer mit solcher Leichtigkeit seine eigenen Idole hinter sich läßt, dem muß man einfach Respekt zollen. Auch wenn es nur dämlicher Slasher-Trash ist.

Frank-Michael Helmke

10

Ich finde den Film echt gut und recht brutal empfehlenswert

5

Absolut genial wenn man keine zu hohen Ansprüche an den Film hat.
Nach n paar Bier n echter Brüller.
Und falls jemand den Film High Tension kennt wird er an diesem Film auch seinen Spaß haben(is eignetlich genau s gleiche.nur halt deutsch)

10

der film ist super geil ich habe bei dem film nicht einmal weggeguckt weil ich unbedingt sehen wollte was passiert total geil dass war der tollste Horrorfilm den ich jemals gesehen habe...

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