Das Streben des Animationsfilms richtet sich
seit jeher auf zwei Ziele: Erstens zu zeigen, was "normale"
Filme nicht zeigen können, und zweitens dabei so real wie nur
möglich auszusehen. "Final Fantasy", konzipiert und entwickelt
von Hironobu Sakaguchi auf der Basis seiner gleichnamigen, legendären
Videospiel-Reihe, wird in die Geschichte eingehen als der Film,
der diesem Streben ein Ende setzte.
Über
vier Jahre saßen Hunderte der weltbesten Computer- und Animationskünstler
in Honolulu an der Erzeugung eines Films, der sich kein geringeres
Ziel setzte, als erstmalig fotorealistische menschliche Charaktere
zu erzeugen. Das nun vorliegende Ergebnis ist in seiner Detailtiefe
so atemberaubend, daß es beim ersten Zuschauen nahezu unmöglich
ist, diese Arbeit gebührend zu würdigen. Denn nach nicht einmal
fünf Minuten hat man effektiv vergessen, daß man einen Animationsfilm
sieht. Und wird gleichzeitig gefangen von einem Ideenreichtum,
der nicht nur im Animationsbereich, sondern auch für SciFi-
und Action-Filme Maßstäbe setzt.
Die Handlung spielt im Jahre 2065. Vor 30 Jahren ist ein Asteroid
auf der Erde eingeschlagen und hat außerirdische Phantomwesen
mit sich gebracht, die große Teile der Menschheit ausgelöscht
haben. Die Überlebenden fristen ihr Dasein in hermetisch abgeriegelten
"Barrier Cities", der Rest des Planeten ist verwüstet. Doch
genau in dieser Verwüstung suchen die junge Wissenschaftlerin
Aki Ross und ihr Mentor Dr. Sid nach einzelnen überlebenden
Lebensformen, welche die Ingredienzen für jenes Mittel in sich
tragen, daß die Menschheit vor
der
Auslöschung retten kann, während auf der anderen Seite der rachsüchtige
General Hein mit einer gigantischen Space-Kanone den Mutter-Asteroiden
der Phantome zerstören will - auch wenn dies das Risiko mit
sich bringt, den gesamten Planeten zu pulverisieren. Zwischen
den Fronten stehen Captain Gray Edwards und seine Konsorten
von der Elite-Einheit "Deep Eyes": Militärisch den Befehlen
des Generals verpflichtet, moralisch und emotional aber klar
auf der Seite Akis.
Besagtes Mittel zu beschreiben, daß Aki und Dr. Sid zusammensetzen
wollen, ist nicht ganz einfach, und erfordert einen Ausflug
in die Prinzipien der Gaia-Philosophie, welche das geistige
Zentrum von "Final Fantasy" bildet. "Gaia" ist die Bezeichnung
für jenen Geist, der alle Lebewesen und die Erde miteinander
verbindet, die Einheit aller Existenz. Voraussetzend, daß sich
die Schwingungen dieses Geistes meßbar feststellen lassen und
er sozusagen eine Signatur besitzt, versuchen Aki und Dr. Sid
das Gegenbild der außerirdischen Gaia zusammenzusetzen, um sie
eben dadurch auszulöschen. Klingt kompliziert und nicht ganz
nachvollziehbar,
ist
es auch, trotzdem gelingt es "Final Fantasy" mit Leichtigkeit,
diese Theorie als ein Faktum darzustellen, das man schneller
akzeptiert als verstanden hat.
Ebenso schnell, wie die unglaubliche visuelle Sprengkraft von
"Final Fantasy" seine Zuschauer gefangen nimmt. Selbst wenn
die simpel gestrickten, militaristischen Gut-Böse-Muster der
zwei menschlichen Parteien etwas dünn wirken und bei manch einem
vielleicht der philosophische Hintergrund nicht so einfach rutschen
will, so ist dies letztlich alles Makulatur und nicht das, was
diesen Film zu dem Quantensprung macht, der er unumstritten
ist: Unter der schieren kinetischen Energie, dem Rausch von
Bild und Ton und der absoluten Freiheit der Ideen, die hier
zu beobachten sind, ersticken jegliche Kritikpunkte über flache
Charaktere und nicht leicht zu fassende Handlung. Wenn in der
Nahaufnahme die Hautporen in Aki's Gesicht zu erkennen sind
und ihre Haare in der Schwerelosigkeit zu schweben beginnen;
wenn die Kamera ihre unbeschränkte Bewegungsfreiheit in vollen
Zügen ausnutzt und gleichzeitig jede einzelne Lichtbrechung
bis ins kleinste Detail berücksichtigt und umsetzt; wenn dann
noch eine Rasanz und Geschwindigkeit hinzukommt, wie sie im
Realfilm so gut wie unmöglich zu erreichen ist - dann bricht
"Final Fantasy" wirklich in Regionen vor, die kein Film zuvor
betreten hat, und als Zuschauer empfindet man nur noch Dankbarkeit
dafür, daß man auf diese Reise mitgenommen wird.
Der Produktionsort auf Honolulu wurde nicht umsonst gewählt:
Mitten im Pazifik gelegen bildet die hawaiianische Metropole
den Schneidepunkt zwischen Japan und
den
USA, und genau dies lebt auch in "Final Fantasy" auf. Ausgestattet
auf der einen Seite mit einem schmissigen und rasanten Skript
voller knackiger One-Liner, wie es einen gelungenen Action-Film
der Spaßfabrik Hollywood auszeichnet, und auf der anderen Seite
mit den visuellen Traditionen und der kreativen Bandbreite japanischer
Animes ist "Final Fantasy" das perfekte Synergie-Produkt aus
Kunst und Kommerz, Anspruch und Unterhaltung, Vision und Popcorn.
Eine düstere Action-Apokalypse wie einst in "Aliens" kombiniert
mit einem Fantasy-Epos á la "Prinzessin Mononoke". Sollte das
Publikum aufgrund des doppelten Spartenfilm-Charakters (Animation
+ SciFi = jene Kombination, die schon "Titan
A.E." zu Unrecht floppen ließ) trotzdem ausbleiben, so ist
es wirklich selber schuld: Es versäumt den wahrscheinlich wichtigsten,
vor allem aber visuell berauschendsten Film dieses Jahres.
Auch wenn's beim Ansehen schwer fällt: Die Rückbesinnung darauf,
daß alles Gesehene das Produkt einer Animation ist, künstlich
und real nicht existent, ist von Nöten, um der wahren
Meisterleistung
gebührend gerecht zu werden. Wäre "Final Fantasy" als Realfilm
inszeniert worden, es wäre ein guter und sehr unterhaltsamer
Actionfilm entstanden. Doch daß sich dieser Vergleich überhaupt
aufdrängt, ist Beweis genug, wie nah dieses Projekt tatsächlich
der Realität gekommen ist, und wie es sie überflügelt: Einerseits
so echt aussehend, daß der Unterschied zeitweise nicht mehr
zu erkennen ist, weist "Final Fantasy" andererseits den Realfilm
mit der klassischen Waffe der Animation in seine Schranken:
Die Fähigkeit, alles zeigen zu können, was die Fantasie sich
ausmalt. In ihrer triumphalen Zusammenführung von Wirklichkeit
und Imagination ist diese Fantasie wirklich final: Das Kino
stößt mit diesem Film an eine seiner letzten Grenzen. Man hat
nicht häufig das Privileg, Zeuge einer solchen Revolution zu
werden. "Matrix" war die letzte. "Final Fantasy" ist die nächste.
Jetzt heißt es: Auf zu neuen Ufern! Es ist einzig fraglich,
wo sich diese jetzt noch finden lassen.
kleine Werbepause
Final Fantasy - Die Mächte in Dir
Bilder: Copyright Columbia Tristar


Handlung:BESCHEUERT
Charaktere:FLACH
1 Auge für die Computeranimationen.
was ist daran so toll ???? das ist blos Science-Fiction-Trash. Keine guten Effekte, schlechtes Drehbuch. Nicht gut.
Ein super Film über Phantome die zuflucht suchen und nur eine neue welt suchen. Aber auch über ein ungleiches paar.
Es ist schon eine Weile her
Es ist schon eine Weile her dass ich diesen Film gesehen habe, und ich erinnere mich noch genau dass mich er Film in erster Linie dahingehend begeisterte dass eine relativ komplexe Hintergrundgeschichte in die Computeranimation übersetzt wure, dass ich es nicht a'la Avatar in erster Linie um gut/böse Geballere und irgendwelches new-age geschwafele ging, Sondern die Welt in guter Manga-Tradition recht komplex und selbsterklährend angelegt war.
Natürlich ist es ein Film seiner Zeit und man tastet dauernd das Bild nach anzeichen dafür ab, dass es sich um eine Computeranimation handelt (sehr gutes Schaumaterial zum Thema "uncanny valley" in dieser Hinsicht übrigens) - so einige Computerspiel-Zwischensequenzen haben diesen Film inzwischen überholt was die reine visuelle Qualität angeht.
Trotzdem ein gewisses Vergnügen das zu sehen - man würde sich wünschen dass es mehr Filme gibt in denen eine komplexe aber intuitive Fantasy-Backstory so gut mit aufwändiger Filmherstellung verbunden wird so wie hier.
Gute Beispiele: Akira, Prinzessin Mononoke
Schlechte Beispiele: Matrix Reloaded/Revolutions, Avatar
Werde ihn mir bestimmt bei Gelegenheit nochmal anschauen.
So, hab es mir doch nochmal
So, hab es mir doch nochmal reingezogen. Ist doch interessant wie sehr der Film inzwischen gealtert ist. Inzwischen ist wie z.B. im neuen "Tim und Struppi" Film zu sehen halt doch (spätestens über die Pixar Filme) eine ganz neue Verbindung zwischen Technik und kreativität beim Filmemachen entstanden. "The Ghosts Within" ist inzwischen doch unheimlich gealtert da wir inzwischen doch schon ganz anderes gewohnt sind, und der Vergleich mit Myasaki (Prinzessing Mononoke) ist jetzt doch etwas weit hergeholt, dafür ist handlungsmäßig doch zu oft "Malen nach Zahlen" veranstaltet worden, man kann eigentlich in jedem Augenblick vorhersehen was als nächstes passiert.
Der Film wikt allerdings stets so als ob er in jedem Augenblick dem Zuschauer den Joystick in die Hand drücken wollte... definitiv wie eine auf Spielfilmlänge ausgedehnte Zwischensquenz eben.
Trotzdem ist die Essenz der Computerspielwelten dieser Zeit in dem Film aufgehoben.
Aber einige Sequenzen sind immernoch toll spektakulär, und es bleibt sicherlich für die Zeit eine grosse Leistung, die vielleicht ähnlich wie Tron mal später wieder aufgrund ihrer Imperfektionen und Seltsamheiten gemocht werden wird... manchmal leuchtet eben doch etwas fast menschliches in den animierten Filmfiguren auf... aber eben nur manchmal.
Die Musik ist übrigens interessant, klingt oft wie amerikanische Spielfilmklassiker aus den 50-60er Jahren,
Verzeihung... habe meinen
Verzeihung... habe meinen Beitrag nochmal umgeschrieben wegen der vielen "doch"s. :|
So, jetzt habe ich mir den Film nochmal reingezogen. Es ist doch interessant wie sehr der Film inzwischen gealtert ist!
Inzwischen ist wie z.B. im neuen "Tim und Struppi" Film zu sehen (spätestens über die Pixar Filme) eine ganz neue Verbindung zwischen Technik und kreativität beim Filmemachen entstanden und wir erwarten unzwischen wesentlich mehr als "The spirits within" liefert.
Der Vergleich mit Myasaki (Prinzessing Mononoke) scheint beim erneut sehen auch etwas weit hergeholt, dafür scheint die Handlung zu ofte der Strategie "Malen nach Zahlen" zu folgen - man kann eigentlich in jedem Augenblick vorhersehen was als nächstes passiert.
Amüsant zu sehen wie der Film an vielen Stellen so wirkt als ob er gleich dem Zuschauer den Joystick in die Hand drücken wollte... wie eine auf Spielfilmlänge gedehnte Zwischensequenz eben - die aber eben doch die Essenz der Computerspielwelten um die Jahrtausendwende ganz gut wiedergibt.
Einige Sequenzen sind immernoch sehr schön und spektakulär anzusehen, und es bleibt sicherlich als Meilenstein in der Filmgeschichte stehen, der vielleicht ähnlich wie Tron mal später wieder aufgrund ihrer Imperfektionen und Seltsamheiten gemocht werden wird... manchmal leuchtet eben doch etwas fast menschliches in den animierten Filmfiguren auf... aber eben nur manchmal.
Die Musik war ebenfalls interessant, es klingt sehr oft wie amerikanische Spielfilmklassiker aus den 50-60er Jahren. Da hat sich evenfalls mit Hans Zimmer und und Konsorten einiges getan in der Zwischenzeit.
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