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Fiasko

Fiasko
tragikomödie , deutschland/island 2003
original
fiasko
regie
ragnar bragason
drehbuch
ragnar bragason
cast
silja hauksdóttir,
margrét Ákadóttir,
róbert arnfinnsson,
Ólafur darri Ólafsson, u.a.
spielzeit
92 Minuten
kinostart
9. Oktober 2003
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

 

Skurril, eigenbrötlerisch und kauzig seien die Menschen auf Island - der Film "Fiasko" tut alles, damit dieses Vorurteil auch erhalten bleibt. Was ein tragisch-komischer Episodenfilm mit liebeswert-seltsamen Typen sein sollte, ist leider - man kann es nicht anders sagen - ein ziemliches Fiasko geworden.
Februar in Reykjavík, nass, kalt und dunkel. Hier leben Opa Karl (Róbert Arnfinnsson), Tochter Steingerdur (Margrét Ákadóttir) und Enkelin Júlía (Silja Hauksdóttir). Während Karl erst mit den Lippen am Autoschloss festfriert und sich dann in die überspannte und realitätsfremde Helga (Kristbjörk Kjeld, die stellenweise an Norma Desmond aus "Sunset Boulevard" erinnert) verknallt, sagt Júlía ihre Liebhabern Gulli (Ólafur Darri Ólafsson, "101 Reykjavík") und Hilli (Björn Jörundur Fridbjörnsson), dass sie schwanger sei, und Steingerdur trifft ihren Prediger Samúel (Eggert Thorleifsson) in einem Teufelskostüm aus Latex. Alle drei Geschichten sind miteinander verwoben, und man wundert sich später nicht mehr warum auf Island angeblich Trolle, Zwerge und Geister leben - soviel aberwitziges, wie hier passiert.

Was bei "Italienisch für Anfänger" so gut gelang (wie "Fiasko", "Idioten" und "Fucking Åmål" auch von Peter Aalbæk Jensen (co-)produziert), nämlich etwas charmantes und anrührendes hinter dem tragischen und deprimierenden Alltag der Charaktere zu entwickeln, ist hier meist unangenehm und abstoßend für die Zuschauer, traurigerweise besonders dann, wenn es komisch sein soll. Nun ist dieser Film aber auch erst das Debüt von Ragnar Bragason, und die kleine, sturmgepeitschte Insel im Norden, die bis 1944 zu Dänemark gehörte, hat schon etliche Kreativität (wie Björk, "Dancer in the Dark") hervor gebracht. Bleibt die Hoffnung, dass der 1970 geborene Regisseur hier noch übt und später bessere Werke schafft.
Der Film ist daher höchstens eine Empfehlung für den kleineren Kreis von Liebhabern ebensolcher abgedrehter Filme. Wer "Jápon" tatsächlich mochte, müsste diesen Film für den Oscar nominieren wollen.

Heide Fuhljahn

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