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End of Watch

End of Watch
polizei-thriller , usa 2012
original
end of watch
regie
david ayer
drehbuch
david ayer
cast
jake gyllenhaal,
michael pena,
anna kendrick,
frank grillo,
america ferrera, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
20. Dezember 2012
homepage
http://www.endofwatch.de
bewertung

8 von 10 Augen
End of Watch - Poster

David Ayer hat ein klar definiertes Spezialgebiet. Vor über einem Jahrzehnt landete Ayer als Drehbuchautor einen erstaunlichen Doppelschlag, als er nicht nur das Skript für den ersten (und immer noch besten) Teil der "The Fast and the Furious"-Franchise schrieb, sondern auch mit dem fulminanten Drehbuch zu "Training Day" Denzel Washington die Worte in den Mund legte, die ihm den Oscar als bester Hauptdarsteller einbrachten. End of WatchNach diesem ersten, bemerkenswerten Cop-Thriller legte Ayer in den Folgejahren noch zwei weitere, sehr solide Drehbücher aus dem Polizei-Milieu nach ("S.W.A.T." und "Dark Blue") und etablierte sich damit als ein  genauer Kenner der Lebens- und Erlebniswelt der Gesetzeshüter von Los Angeles. Nun kehrt Ayer als Regisseur und Autor in Personalunion in diese Welt zurück, und liefert mit "End of Watch" seine bisher beste und nachhaltigste Arbeit ab, denn diesen Film wird man sicher nicht so schnell vergessen, wenn man ihn gesehen hat.

Das liegt zuvorderst an seiner ungewöhnlichen Inszenierung und Erzählstruktur. Denn "End of Watch" gebärdet sich wie eine vermeintliche (Selbst-)Dokumentation. Der komplette Film ist mit dynamischer Handkamera aufgenommen, viele Einstellungen dabei scheinbar von den Protagonisten selbst aufgezeichnet - gleich zu Beginn wird etabliert, dass die beiden Polizisten, die hier im Zentrum stehen, sich permanent selbst filmen (wie es auch diverse der weiteren Akteure tun, die im Laufe des Films auftreten), so dass sie immer wieder direkt selbst mit der Kamera interagieren. End of WatchUnd auch die Bilder, die von einer "unsichtbaren", omnipräsenten Kamera eingefangen werden, fügen sich nahtlos in den dokumentarischen Stil ein. Das wirkt zunächst wie ein etwas mühsam aufgesetztes Inszenierungs-Konstrukt und ist erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig, da Ayer und seine Cutterin Dody Dorn (die hier wirklich Schwerstarbeit geleistet hat) in einem sehr rasanten Rhythmus zwischen ihren diversen Kamera-Perspektiven umher schneiden und der Film ständig in schneller Bewegung ist - allzu dicht vor die Leinwand sollte man sich da nicht setzen. Mit zunehmender Laufzeit entfaltet dieser originelle Inszenierungs-Ansatz aber immer mehr seine Wirkung, und wie stets bei einem solchen Kamerastil erhöht dieser Ansatz auch ganz enorm die gefühlte Authentizität des Gesehenen, und das ist absolut essentiell bei diesem Film, der sich auch erzählerisch den Anstrich einer vermeintlichen Alltags-Dokumentation gibt. Auch wenn es eine Dokumentation über zwei Cops ist, deren "Alltag" ganz schön aufregend ausfällt. 

Diese Erzählweise führt dann dazu, dass "End of Watch" sich von gängigen dramaturgischen Strukturen völlig befreit und man hier nie das Gefühl hat, einem gewöhnlichen Hollywood-Film mit typischem Erzählbogen zu folgen (was auch zu dem eindeutigen Pluspunkt führt, dass man sich als Zuschauer niemals sicher ist, was hier wohl als nächstes passieren wird). Über weite Strecken verfolgt man hier nur lose zusammenhängende Episoden aus dem Arbeitsleben der beiden Streifenpolizisten Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Pena), und kann sich während dieser Zeit durchauf öfter mal bei der Frage erwischen: End of WatchHat dieser Film eigentlich auch sowas wie eine zentrale Geschichte? Die hat er sehr wohl, doch das erschließt sich dem Zuschauer erst gegen Ende, wenn sich die losen und bis hierhin scheinbar unverwobenen Elemente der Erzählung zusammenfügen und ein Gesamtbild enthüllen, von dem Taylor und Zavala sich nicht einmal bewusst waren, dass sie sich in dessen Zentrum befinden.

Gerade in dieser Hinsicht reflektiert "End of Watch" sehr konsequent die (beschränkte) Wahrnehmung seiner beiden Protagonisten, denn Taylor und Zavala sind eben Streifenpolizisten, deren Arbeitsalltag aus einer Reihe verschiedenster Einsätze und Notrufe besteht und nie einem größeren Zusammenhang folgt. Dies sind keine Polizisten, die über Tage und Wochen einen konkreten Fall bearbeiten, die einen Mord aufklären oder ein Verbrechersyndikat jagen. Taylor und Zavala machen die einfache Fußsoldaten-Arbeit, den Job in Uniform, der gemacht wird, bevor die ermittelnden Detectives in ihren Anzügen überhaupt die Szenerie betreten. Dementsprechend realisieren die beiden es gar nicht, dass sie im Laufe des Films immer wieder in dasselbe Wespennest stechen, bis die Wespen sich das nicht mehr gefallen lassen wollen.

End of Watch"End of Watch" wird - gerade weil er seinen Zuschauer ganz bewusst nicht durch eine erkennbare Dramaturgie bei der Stange hält - ganz entscheidend von seinen Darstellern getragen. Das gesamte Ensemble leistet hier erstklassige Arbeit beim Bemühen, jede Situation so alltäglich und realistisch wie möglich erscheinen zu lassen. Absolut herausragend sind indes die beiden Hauptakteure Jake Gyllenhaal und Michael Pena, deren Leistung hier gar nicht hoch genug gelobt werden kann. Nicht nur, dass sie hier eine enorme Bodenständigkeit transportieren (vor allem bei Gyllenhaal ein krasser Gegensatz zu den in sich gekehrten, oft ein wenig in ihrer eigenen Welt schwebenden Figuren, die er sonst spielt), gerade in ihrem Zusammenspiel beweisen die beiden eine Chemie und leichtfüßige Harmonie, die aus "End of Watch" einen der überzeugendsten "Buddy movies" seit langem macht. Dieser famosen Interaktion der beiden ist es zu verdanken, dass die besten Szenen des Films seine wenigen statischen Momente sind, in denen die Kamera quasi auf dem Armaturenbrett des Streifenwagens ruht und die beiden Cops bei ihren alltäglich-banalen Konversationen während der Fahrt durch die Stadt beobachtet. In diesen Momenten schwingt sich "End of Watch" von einem ungewöhnlich inszenierten und aufgebauten Polizei-Thriller endgültig auf zu grandios umgesetztem und superb gespieltem Charakterkino.

Und so kann man am Ende von "End of Watch" eigentlich nur ein Urteil sprechen, mit dem man am Anfang des Films nicht gerechnet hätte. Wo man zunächst noch etwas irritiert denkt "Was soll das denn?" und "Wo soll das hin gehen?", ist man am Schluss nur noch enorm beeindruckt von den überraschenden, eigenwilligen und konsequenten Wegen, die David Ayer und seine Crew hier gegangen sind. Hart, schnell, authentisch. Großartig. 

Frank-Michael Helmke

Ich war in der Preview und

7

Ich war in der Preview und muss sagen, der Film hat mich auch beeindruckt. Besonders die Härte und Konsequenz des Films und die schauspielerische Leistung der beiden Protagonisten bleiben noch lange nach dem Film haften.
Es ist kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss, er erfindet nichts neu, aber was er vorrangig tut, ist einen mitzureissen. Zwischendurch war ich so dicht am Geschehen dran, dass ich Raum und Zeit vergessen und mitgefiebert habe. Das passiert nicht allzuoft.
Vorrangig wird dieser Effekt durch die Handkamera erzeugt, man ist dadurch sehr dicht am Geschehen dran. Aber hier sind wir schon bei einem Problem des Films. Da er das Einsetzen einer Handkamera bereits in die Story miteinbaut und intensiv damit spielt, ist es bisweilen sehr anstrengend. Jetzt bin ich im allgemeinen kein Freund der verwackelten Bilder, aber selbst Eingefleischten dürfte dies bald zuviel werden. Irgendwann möchte man auch den Satz im Film "Mach die Kamera aus" nicht mehr hören. Es wirkt auch teilweise so, dass zuviel mit dieser Idee gespielt wird, auf der anderen Seite sind einige Szenen auch konkret betrachtet einfach unlogisch, da man die Handkamera als im Film verwendet nicht mehr wirklich erklären kann. Allerdings nimmt der Film spätestens ab der Hälfte Fahrt auf, und man wird richtig reingesogen, der Einsatz der Handkamera wird auch flüssiger und stört eigentlich kaum noch.
Das Ende ist einfach richtig schön konsequent durchgezogen, immer wieder erfrischend, wenn ein Film seine Idee nicht verrät. Aber das Ende nach dem Ende, also nach dem Showdown, wirkt äusserst bemüht und angeflanscht. Es wirkt so, als ob die Macher irgendwann gemerkt haben, oh, verdammt, wir sind ja am Ende, da muss jetzt noch was hin.
Alles in allem aber auf jeden Fall ein gutes Kinoerlebnis, das gut unterhält und seine Stärken ausspielt.

Ich hatte den Film in der

4

Ich hatte den Film in der sneak preview mit gemischten Gefühlen gesehen: Für "Harte Cops in L.A." muss man schon ein eingefleischter Fan des Amerikanischen Kinos sein, dachte ich zu Anfang bei der Beschreibung des Alltags mittels unscharfer Wackelkamera. Dann hatte mich aber nicht die sehr vorhersagbare Story, sondern Jake Gyllenhaal und Michael Pena in den Film gezogen und immer wieder unterhalten. Die zwei sind so stark, das der Rest dazwischen ganz schwach aussieht. Was mich an dem Filmkonzept sehr stört, ist die offensichtliche Lüge eines Filmstudios in Hollywood, Reales darstellen zu wollen. Das funktioniert hier den ganzen Film lang nicht, zumindest immer wieder nicht. Ein bisschen belogen wollen wir ja werden im Kino, aber hier wird überzogen mit der Wahrheitsbehauptung. Der Film ist im DVD-Format geeignet dank Gyllenhaal und Pena, im Kino will ich nicht verpixeltes, verwackeltes, lichtschwaches Bild einer vermeintlich realen Story sehen, sondern grossartige Bilder, sorry: ein schwaches B-movie.

Großartige Bilder hin oder

7

Großartige Bilder hin oder her - deutlich unterhaltsamer als der schnarlahme, ultrakitschige, reaktionäre Hobbit...

Manchmal hat man das Gefühl

Manchmal hat man das Gefühl die deutschen Synchronfassungen sind absichtlich so schrecklich gehalten damit sich die Leute darüber beschwehren und irgendwann in D nur noch OMUs und OFs zu sehen sind und die Film Industrie die Knete für die Synchro sparen kann...

gehört zur filmkritik nicht

gehört zur filmkritik nicht ein minimum an Inhaltswiedergabe? worum gehts in dem film?

"Diese Erzählweise führt dann

"Diese Erzählweise führt dann dazu, dass "End of Watch" sich von gängigen dramaturgischen Strukturen völlig befreit und man hier nie das Gefühl hat, einem gewöhnlichen Hollywood-Film mit typischem Erzählbogen zu folgen (was auch zu dem eindeutigen Pluspunkt führt, dass man sich als Zuschauer niemals sicher ist, was hier wohl als nächstes passieren wird). Über weite Strecken verfolgt man hier nur lose zusammenhängende Episoden aus dem Arbeitsleben der beiden Streifenpolizisten Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Pena), und kann sich während dieser Zeit durchauf öfter mal bei der Frage erwischen: End of WatchHat dieser Film eigentlich auch sowas wie eine zentrale Geschichte?"

Ein sehr interessanter

8

Ein sehr interessanter Film!
Man weiss nie genau ob man sich nun in einem Videoclip, einer Reality-TV Episode oder einem etwas unkonventionell gemachten Drama dass "auf einer wahren Geschichte" basiert befindet.
Die Geschichte selbst könnte so wohl tatsächlich passiert sein - allerdings ist die Darstellungsweise was Kamera und Ton angeht sehr artifiziell, äusserst geschickt manipulativ gemacht.
Das fängt schon mit der Kameratechnik an - der ganze Film gibt ja vor als "dokumentationsprojekt" der Hauptperson entstanden zu sein, aber zwischendurch vergisst man als Zuschauer dann auch darauf zu achten ob unter dieser Prämisse einige der Kameraeinstellugnen wirklich möglich sind.
Da ist doch mit sehr intelligenten Tricks gearbeitet worden!

Man braucht immer nur Sekundenbruchteile um zu verstehen was gerade passiert - natürlich geht das nicht ohne Clichees ab (e.g. schlecht belichtete Polaroidfotos von Opfern die bei den Verbrechern an die Wand getackert sind)... auch wie "das Reich des Bösen" mit Nachtsicht-Kameras "dokumentiert" wird da haben mir als Zuschauer dann doch einige Facetten und Nuancen gefehlt - da wird der Film dann auf einmal doch fast zum Telespiel in dem die Gut/Böse Aufteilung der Welt halt ganz klar und einfach ist.
Erschiess die Bösewichter doch endlich! :/

Andererseits ist es eine Riesenleistung das Publikum so komplett in die Geschichte hineinzuziehen.
Für Momente erinnert der Film an Actionszenen in Oliver Stone's "Natural Born Killers", nur dass diesmal die Guten wirklich "die Guten" sind.
Andererseits ist die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren relativ spektakulär - wer hätte das Gedacht dass man einem Team von 2 Polizisten so viel menschliche Tiefe abgewinnen kann?
Ich habe jedenfalls die ganze Zeit komplett mitgefühlt.

Der Film gibt einem auf jeden Fall einen neuen Blick auf die Welt der Polizisten von L.A. die ja wohl doch in einer anderen Welt leben als die Deutsche Polizei - nicht zuletzt wegen des grassierenden Waffenbesitzes.

Allerdings kann man das durchaus auch kritisch sehen - was mir an dem Film definitiv gefehlt hat ist die Distanz zu seinem eigenen Weltbild. All dieses Reden von Treue und sich gegenseitig den Rücken freihalten etc...
das könnte man doch alles auch ganz anders sehen... und auch ganz anders darauf reagieren.
In diesem Film allerdings nicht... da ist der ganze Weg vorgegeben, das Publikum hat in diesem Film keine Chance gegen die manipulative Kraft des Filmhandwerks.

Spannend, sicherlich. Aber

6

Spannend, sicherlich. Aber nichts, was nachhaltig beeindruckt. Oder was man nicht schon einmal in ähnlicher Form gesehen hätte. Die Unterhaltungen der beiden Cops sind ziemlich klischeehaft und könnten Wort für Wort aus thematisch ähnlichen Copthrillern stammen: "Colours Farben", "Das Gesetz der Ehre", "Cop Land" und ganz speziell aus dem weitaus originelleren "Training Day". Wie immer geht es um das übliche Standardrepertoire: neue Liebe, Sex und Freundschaft, angereichert mit einer Menge kumpelhafter Sticheleihen und Beleidigungen. Noch abgedroschener laufen die Unterhaltungen der Gangmitglieder ab, die ausser "Fick Dich!" und "Scheisse, Mann!" keinen einzigen zusammenhängenden Satz zustande kriegen. Was bleibt ist die Wackeloptik in diesem Film, die einen wirklich in den Bann zu ziehen vermag. Der Rest entspricht der üblichen Standardkost. Und das absolut unnötige Filmschnipselchen kurz vor Schluß soll wohl dem abgebrühtesten Zuschauer noch ein Tränchen entlocken. Die gute Bewertung kann ich nicht nachvollziehen.

Klar machen Gyllenhaal und

2

Klar machen Gyllenhaal und Pena ihre Sache gut. Sind ja klasse Schauspieler. Aber für das schrottige Drehbuch können sie auch nichts. Klischees ohne Ende(!), völlig übertriebenes Gehabe der beiden und ebenso übertrieben abstruse Einsätze. Wenn das der Alltag der Cops ist, müsste die UN umgehend Blauhelmsoldaten nach L.A. entsenden. Die typischen Kischees zwischen verschiedenen Polizei-Institutionen und total spastische Gangster runden den Käse ab. Im letzten Drittel wird der Film dann sogar ganz gut. Erschien die Partnerschaft der beiden Cops zuvor noch wie ein schlecht gespielter Abklatsch der Bad Boys, wachsen einem die beiden langsam an Herz. Mit einem völlig unoriginellen Ende stürzt der Film dann aber komplett ab.

Ich hab den Film heute

4

Ich hab den Film heute gesehen und ich fand ihn beschissen. Was ist denn daran Thriller einem Polizisten-Duo bei der Arbeit ohne Story zuzuschaun? Hier ein Einsatz, da ein Einsatz und am Ende (war ja von Anfang an klar) stirbt der Mexikaner-Polizist? Ständig Laberei im Polizeiwagen über das Leben aber immer noch ohne Story. Ok, der eine ist verheiratet, der andere wird verheiratet und das war's. Kamera mal von Gyllenhaal geführt, mal vom Regisseur. Dieses Cloverfield-Kamera-Getue rettet auch nichts. Langweilig. Da war Donnie Darko viel besser.

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