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Ein verlockendes Spiel

Ein verlockendes Spiel
sport-komödie , usa 2008
original
leatherheads
regie
george clooney
drehbuch
duncan brantley, rick reilly
cast
george clooney,
renee zellweger,
john krasinski,
jonathan pryce, u.a.
spielzeit
114 Minuten
kinostart
5. Juni 2008
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Natürlich ist der deutsche Titel wieder mal schrecklich und wird auch wie in diesen Fällen üblich von uns von hier an mit Nichtachtung bestraft, aber zumindest kann man das Dilemma des deutschen Verleihs nachvollziehen: Eine Screwball-Komödie über die Anfänge des professionellen American Football, das ist trotz der Topstars George Clooney und Renee Zellweger eine Herausforderung, dies dem deutschen Publikum schmackhaft zu machen. Die US-spezifische Komödienform und der Sport selbst sagen den meisten Deutschen wenig bis gar nichts. Also flugs alle Anflüge von Sport aus dem Plakat entfernt, dem ganzen einen komplett generischen und nichtssagenden Titel verpasst, der gerade noch so zum Thema passt, und fertig ist der Verkauf als RomCom. Natürlich wird es sowohl romantisch als auch komisch, aber faktisch ist "Leatherheads" trotzdem eben eine uramerikanische Sportkomödie, die sich auch noch mit dem direkt hinter Baseball zweitamerikanischsten aller Sportarten beschäftigt. Und das ausgesprochen unterhaltsam, was aber den Vermarktungschancen trotzdem nicht helfen wird.

Die titelgebenden Lederköpfe, das sind Spieler von American Football in den 1920er Jahren. Der Name bezieht sich auf die ledernen Schutzkappen (Helm wäre schon zuviel gesagt), mit denen die Spieler ausgestattet sind. Was auch schon so gut wie alles an professioneller Ausstattung ist, besonders wenn man wie Jimmy "Dodge" Connolly (George Clooney) für die Duluth Bulldogs antritt. Deren Budget reicht gerade mal für einen einzigen Football, und wenn der abhanden kommt, muss das Spiel abgebrochen werden. Während Connolly und Konsorten sich also mehr schlecht als recht durch den belächelten Beruf des Profifootballspielers schlagen, feiert der Sport seine Erfolge in den amerikanischen Universitäten. American Football ist College-Sport - da sind sich alle einig. Und der größte Erfolgsgarant ist der junge Carter Rutherford (John Krasinski), als Held aus dem Krieg zurückgekehrt, dessen unnachahmliche Touchdownläufe ein Riesenpublikum begeistern. Während Connollys Team auf Äckern vor fast leeren Tribünen auftritt, werden Collegefootballer in Riesenstadien gefeiert, aber ihre Sportkarriere endet mit dem Uniabschluss. Also hat Connolly eine waghalsige Idee, um sein Team vor dem Bankrott zu retten: Rutherford soll für die Duluth Bulldogs antreten und das Publikum für Profifootball begeistern. In Gefahr gebracht wird dieser Plan allerdings von der Reporterin Lexie Littleton (Renee Zellweger), die für ihre Zeitung Rutherfords Heldentaten aus dem Krieg als Lügen enttarnen und Rutherford diskreditieren soll. Und dann wird es natürlich besonders schwierig, als sich sowohl Dodge als auch Carter in die schlagfertige Lexie vergucken....

Donnollys Team sind die Duluth Bulldogs, aber man könnte genau so gut von "Dodges Eleven" sprechen, so offensichtlich orientiert sich Clooneys neueste Regiearbeit an seiner alten Gauner-Franchise. Unterhaltung um jeden Preis galt da wie hier, was die gleichen Konsequenzen hat, positive wie negative. Positiv: Man wird hier herrlich unterhalten, keine Frage. Ausstattung, Kulissen, Musik: alles erlesen. Die Schauspieler sind alle mit viel Spaß und Einsatz dabei. Der Schmunzelfaktor ist konstant hoch. Aber, und hier kommen wir zum verhältnismäßig kleinen Negativanteil: abseits der Unterhaltungs- und Charmeoffensive hat "Leatherheads" nicht wahnsinnig viel zu bieten. Die simple Story ist weder wirklich neu noch wahnsinnig originell, einzig das Setting hat man so noch nicht gesehen. Plotüberraschungen halten sich in übersichtlichen Grenzen. Und dramatische Tiefe fehlt, von einigen nicht konsequent zu Ende geführten Statements zum Verhältnis von Sport und Geschäft, fast vollständig.
Das ist alles zu verkraften, sehr gut sogar, angesichts der angenehmen und kurzweiligen Zeit, die man mit den Lederköpfen verbringt und der puren Nettigkeit die alle und alles hier verströmen. Einzig in Hinsicht auf Clooneys bisherige Regiekarriere ist man ein wenig enttäuscht. "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind" und "Good Night, And Good Luck" konnte man nicht viel vorwerfen, und erst recht nicht mangelnde Ambitionen. Dagegen wirkt "Leatherheads" freilich wie nicht mehr als eine nette Fingerübung, aber ein Mal sollte das sicherlich drin sein. Da Clooneys Lieblingsprojekt, das er fast 15 Jahre mit sich rumschleppte, zudem in den USA böse floppte und sowohl vom Publikum verschmäht als von der Kritik verrissen wurde, wird Clooney von ähnlichen Ausflügen wohl auch erst mal absehen.

Hervorgehoben werden muss gerade angesichts der Vermarktung nochmals die wirklich hervorragende Chemie zwischen Clooney und Zellweger. Clooney wirkt ja sowieso wie aus der klassischen Hollywood-Ara versehentlich ins 21. Jahrhundert gebeamt, und Zellwegers typisch selbstbewusste Art passt perfekt zu den geschliffenen und im Stakkatotempo vorgetragenen Dialogen, mit denen sich die beiden necken. Dagegen kommt Krasinski nicht an, auch weil seine Rolle verhältnismäßig undankbar ist. Dafür hat er die vielleicht lustigste Szene des ganzen Films, wenn man in einem Flashback erfährt, was sich während seiner Heldentat im Krieg wirklich zugetragen hat. Und die Combo Clooney - Zellweger würde man wie gesagt gerne noch öfter zusammen sehen.
Für Filme wie "Leatherheads" gilt das mit einer Einschränkung: Ein wenig mehr Substanz darf es beim nächsten Mal dann schon sein, Herr Clooney. Aber das Ledermützchen steht ihnen natürlich trotzdem ausgezeichnet.

Simon Staake

Der Mann heisst Krasinski. Nicht Krasniki(oben) oder Krasnicki(letzter Absatz).

2

kann das review nicht nachvollziehen.
für mich ist der film ein absolutes no go !

langweiliger und unlustiger kann ein film kaum sein und zellweger
sieht einfach dermaßen häßlich aus (ihr kleiner roter mund in dem dicken weißen gesicht erinnert mich an ein ventil bei einem wasserball), daß wirklich überhaupt kein lichtblick über bleibt.
was sich clooney dabei gedacht hat, ist mir ein rätsel.
und wenn man ehrlich ist, waren seine vorherigen filme zwar nicht so dämlich wie dieser, aber dafür auch stinklangweilig.
indie hype hin oder her.
der solls besser lassen. hab mich echt geärgert über den euro fürs ausleihen. :-((

6

Der Film ist o.k., mehr aber auch nicht. Für einen kurzweiligen DVD-Abend aber durchaus geeignet, was vor allem an George Clooney liegt, der mich mit seinen verständnislosen Blicken manchmal an Leslie Nielsen erinnert. Gut gemachte Sport-Romanze, wobei der Sport hier im Vordergrund ist.

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