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Ein Mordsteam

Ein Mordsteam
krimi-komödie , frankreich 2012
original
de l'autre coté du périph
regie
david charhon
drehbuch
remy four, julien war
cast
omar sy,
laurent laffite,
sabrina ouazini,
lionel abelanski, u.a.
spielzeit
94 Minuten
kinostart
21. März 2013
homepage
http://www.einmordsteam.senator.de
bewertung

4 von 10 Augen

mt 1„Die neue Komödie mit Omar Sy“ kündigt uns das Filmplakat an und bei wem es da nicht sofort „klick“ macht, dem hilft dann der Zusatz „…nach „Ziemlich beste Freunde“ auf die Sprünge. Der phänomenale Erfolg des letztgenannten Films ist es natürlich der dafür sorgt, dass diese französische Cop-Komödie nun auch wie selbstverständlich den Weg auf deutsche Leinwände findet. Hinter „Ein Mordsteam“ verbirgt sich allerdings nicht mehr als ein eher unterdurchschnittliches und sehr klassisches (um nicht zu sagen „antiquiertes“) Buddy-Movie, welches nur mäßig unterhält und das man daher wirklich nicht gesehen haben muss. 

Er ist der smarteste und erfolgreichste Cop der Pariser Vorstadt. Oder zumindest wäre er das gern, doch meist enden die Undercover-Einsätze des selbstbewussten Ousmane (Omar Sy) entweder ergebnislos oder gar im kompletten Desaster. Als eines Tages die Leiche der Gemahlin eines prominenten Industriellen in seinem Bezirk entdeckt wird, wittert Ousmane zwar sofort die Verbindung zu einem Fall an dem er selbst seit längerem arbeitet, doch obwohl er damit durchaus Recht hat, will der mit dem Fall beauftragte Kollege Francois (Lautent Laffite) von seiner Mithilfe zunächst nichts wissen. Doch mit einigen Tricks und seiner Hartnäckigkeit gelingt es Ousmane schließlich doch auch offiziell mit der Sache beauftragt zu werden. Und so müssen sich die beiden ungleichen Ermittler also miteinander arrangieren, sollen hier nicht gleich zwei vielversprechende Laufbahnen den Bach runtergehen.

mt 2Unkonventioneller, schwarzer Vorstadtbulle trifft auf gelackten Großstadtermittler - man muss nicht allzu sehr in der Filmgeschichte bewandert sein um hier das große Vorbild auch schon mehrere Meilen gegen den Wind wittern zu können. Und weil dieses so offensichtlich ist, klingelt das Handy des Eddie Murphy-Verschnitts dann auch gleich mit der bekannten „Axel F.“-Melodie. Allerdings ist das hier vom Niveau und den Witzen her deutlich mehr „Beverly Hills Cop 3“ statt 1, sprich: die Luft ist schon von vornherein ziemlich raus aus der Geschichte. Denn man kann praktisch im Minutentakt vorhersagen, wie sich das Verhältnis zwischen Großmaul und Schnösel wohl entwickeln wird, bis Beide sich natürlich irgendwann gegenseitig Respekt und Sympathie zeugen.

Die auf diesem vorgegebenen Pfad eingestreuten Gags in einem ansonsten durchaus ernsten und harten Kriminalfall zünden jedoch nur selten und kommen in der Mehrzahl doch ziemlich platt daher. Mitunter ist das dreiste Auftreten von Ousmane aber nicht nur unglaubwürdig überzogen, sondern schlicht zum Fremdschämen, wenn der etwa seine Sprüche und Witzchen auch dann nicht lassen kann, während man gerade jemandem den Tod seiner Ehefrau mitteilen muss.

mt 3Wenig überzeugend auch der nicht mehr als angedeutete Versuch, hier nebenbei noch ein wenig Gesellschaftskritik im Hinblick auf die soziale Situation in den Pariser Vorstadtvierteln einzubauen, nach dem Motto „Ihr Stadtbewohner habt doch eh keine Ahnung wie es hier zugeht“. Zudem agieren beide Hauptfiguren über weite Strecken ausgesprochen unsympathisch, denn neben unserem Sprücheklopfer gibt sich auch Francois zunächst als karrieregeiler Widerling, der seine Freundin nach dem schnellen Sex auch gerne mal voller Missachtung zur Seite stößt.

Immerhin ändert sich das Verhalten der beiden Mordsteam-Mitglieder dann aber im Verlauf, wie sich auch der gesamte Film nach einer ziemlich grässlichen ersten halben Stunde langsam fängt und in etwas genießbarere Bahnen einbiegt. So richtig interessant, spannend oder lustig wird es allerdings auch dann nicht und die Handlungsfäden diverser Nebenfiguren, wie zum Beispiel der um Ousmanes potentielles Love Interest Yasmine (Sabrina Ouazani) versandet sogar vollständig im Nichts. Zu den stärkeren Momenten gehören dagegen die diversen Anspielungen auf weitere Kinovorbilder wie etwa Belmondos „Der Profi“, von dessen Vorzügen Francois seinen Partner als Gegenentwurf zu einem Axel Foley zu überzeugen versucht.

Es ist eher nicht zu erwarten, dass ein Omar Sy nun hierzulande eine dauerhafte Karriere als Publikumsliebling hinlegen kann, dafür war der Riesenerfolg „Ziemlich beste Freunde“ dann doch zu einmalig und speziell und beruhte auch auf mehreren glücklich zusammengekommenen Faktoren. Eine gewisse Ausstrahlung kann man dem Mimen zwar nicht absprechen, doch um auch uninspirierte Durchschnittsware wie dieses „Mordsteam“ zum Blockbuster zu machen, dürfte das dann doch nicht ausreichen.

Volker Robrahn

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