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Durchgeknallt

Durchgeknallt
drama , usa 1999
original
girl, interrupted
regie
james mangold
drehbuch
james mangold, anna hamilton phelan, lisa loomer
cast
winona ryder,
angelina jolie,
clea duvall,
jared leto,
whoopi goldberg,
vanessa redgrave, u.a.
spielzeit
127 Minuten
kinostart
15. Juni 2001
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Das könnte jedem passieren - könnte das jedem passieren?
So oder so ähnlich lautet die Kernaussage von "Girl, Interrupted", der Verfilmung von Susanna Kaysens gleichnamigem autobiographischen Roman. Kaysen erzählt von zwei Jahren, die sie in einer Nervenheilanstalt zubringen mußte: Susanna macht als Teenager eine schwierige Phase durch, landet schließlich bei einen halbherzigen Selbstmordversuch und wird postwendend von ihren Eltern in die Klapsmühle gesteckt. Gerade die noble Gesellschaft der späten 60er Jahre in Neuengland duldet keine andersartigen Menschen.

Susannas Symptome sind vage und wenig dramatisch, ebenso die Diagnose: Das "Borderline-Syndrom" sei es, an dem sie leide. Konfrontiert mit der neuartigen Umgebung und mit einigen wirklich "durchgeknallten" Patienten, findet sie sich schließlich mit der Situation ab - Freundschaften entstehen, das Sanatorium wird ein wenig zum vertrauten Zuhause. Schließlich muß Susanna sich Gedanken machen, wie sie wieder zum normalen Leben zurückfinden kann. Dafür muß sie sich allerdings erst aus den Bindungen zu Mitpatientinnen lösen, die auf ihre Art inspirierend wirken: Allen voran ist Lisa zu nennen, eine knallharte Rebellin, die mit der Fassade des Soziopathen die eigene Verletztheit zu verdecken sucht.

"Durchgeknallt" ist im Grunde weniger ein Film als ein Bild: Da die Vorlage, Kaysens tagebuchartiger Roman (in Deutschland unter dem Namen "Seelensprung" erschienen), ihre Stärken vor allem in der Schilderung des Krankenhauslebens hat, gilt dies auch für die Verfilmung. Handlung, Entwicklung, eine Pointe gar, sind nur spärlich gesät bzw. nicht vorhanden. Was bleibt, ist - wie im "Wizard of Oz" - die Geschichte eines Mädchens, das aus einer merkwürdigen Welt zurück nach Hause möchte und noch nicht ganz weiß, wie.

Winona Ryder ist eine erstklassige Besetzung für die Figur der Susanna, spielt sie derartig glaubwürdig, daß man meint, den irritierten Teenager zu verstehen. Obwohl genau das natürlich nicht möglich ist, den Susanna versteht sich ja selber kaum. Vielleicht ein Aspekt, der diese unglaubliche Leistung möglich machte: Winona Ryder hat vor einigen Jahren ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, wie die von ihr gespielte Figur. Sie ließ sich als 20jährige selbst in ein Sanatorium einweisen, weil sie an Angstzuständen litt. Wie dem auch sei - auf dezente Art und Weise bringt Winona Ryder diesen Charakter rüber, braucht nicht viele Gesten und Worte, sondern nur einen Blick aus diesen tiefschwarzen Augen. Ganz anders Angelina Jolie ("Der Knochenjäger") als Lisa: Zwar kommt sie eindrucksvoll daher und mit der Gewalt einer passablen Naturkatastrophe, doch leider bleiben gerade bei ihr die leisen Töne ein bißchen auf der Strecke. Jolie wirkt im Gegensatz zu ihrer Kollegin immer ein bißchen penetrant, schade eigentlich.

Daß es auch anders geht, zeigen die jungen Nebendarstellerinnen in den Rollen der anderen Insassen im Frauentrakt. Elisabeth Moss glänzt als Sensibelchen mit einer Biographie, die genauso gräßlich ist wie ihr vernarbtes Gesicht, ebenso stark ist Clea DuVall als notorische Lügnerin Georgina. Und natürlich vor allem Brittany Murphy als Daisy mit den vergammelten Hühnern unter dem Bett: Volltreffer, ausnahmslos. Routinierte Profis wie Whoopi Goldberg und Vanessa Redgrave bleiben schmückendes Beiwerk.

Trotz allem jedoch ist "Durchgeknallt" kein wirklich großer Film. Denn obwohl er als Charakterstudie, als bedrückende und zeitweise urkomische kleine Geschichte seine eigene Existenzberechtigung hätte, spürt man eines ganz genau: Regisseur und Autor James Mangold will wesentlich mehr. So muß der schöne und irgendwo geheimnisvolle Stoff für so manche Parabel und Gesellschaftskritik herhalten. Da wäre etwa die Natur von Susannas Geisteszustand - was die Ursache ihrer Probleme waren, und ob sie denn nun wirklich "durchgeknallt" ist, oder nicht, bleibt im Dunkeln. Und warum auch nicht. Sehr stressig allerdings ist der ständige Versuch, über diesen Kanal Sozialkritik zu transportieren.

"Verrückheit wird gemessen daran, wie sehr wir uns dem unterordnen, was die Gesellschaft von uns erwartet, wie sehr wir bereit sind, uns auf die Regeln einzulassen", äußert sich Regisseur Mangold mäßig originell zum Thema, löffelt eine schon allzuoft aufgewärmte Suppe und bezeugt damit seinen uninspirierten Umgang mit dem Stoff.

Schade eigentlich. Doch ansonsten ist "Durchgeknallt" ein gelungener, liebevoll gemachter Film, der sich viel Zeit läßt und von seinen großartigen Schauspielern lebt.

Rainer Leurs

10

wow! also es ist schon etwas länger her als ich den film gesehen hab aber ich weiß noch ads ich sehr faszieniert war^^ es ist einfach...toll! ich weiß nciht ich kanns nciht beschreiben aber solche heul filme sind einfach unglaublich bewegend und toll und ich fühl mich irgednwie dadurch vertanden...(?) ! ^^

9

Fand den Anfang verwirrendt,man wusste nicht ganz wo die Darteller sind in der Phantaie oder in der Wirklichkeit.
Dann wurde der Film aber noch sehr gut.

so ne scheiße hab ich schon lange nicht mehr gesehen...
und dann auch noch in der schule... :-(

10

Bin begeistert gewesen von Anfang bis Ende. Auch beim Abspann und danach wird man nicht wirklich vom Gesehenem entlassen. Ohne irgendeinem Bezug zum Thema ist Fernsehen ein besserer Zeitvertreib!!!

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