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Dorfpunks

Dorfpunks
komödie , deutschland 2009
original
regie
lars jessen
drehbuch
norbert eberlein
cast
cecil von renner,
ole fischer,
daniel fischer,
mersiha husagic, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
23. April 2009
homepage
http://www.dorfpunks-derfilm.de
bewertung

4 von 10 Augen
 

"King" Rocko Schamoni trieb schon seit gut zwei Dekaden sein Unwesen in der Hamburger Subkultur, ohne dass der Sänger und Entertainer dabei überregional besonders bekannt geworden wäre. Erst sein autobiografisch gefärbter Roman "Dorfpunks" über die Jugendzeit vor dem Aufbruch in die große Stadt brachte dann schließlich den bis dato größten Erfolg und eine merklich gesteigerte Aufmerksamkeit. Thematisch und auch geografisch bietet sich dabei fast zwangsläufig ein Vergleich mit einer anderen nur notdürftig verfremdeten Autobiografie eines anderen norddeutschen Musikers an. Doch wo "Dorfpunks" als Buch nicht einmal halb so witzig und amüsant war wie "Fleisch ist mein Gemüse", nehmen sich die Verfilmungen nicht viel - denn da präsentiert sich die eine genauso schwachbrüstig wie die andere.

Wir dürfen teilhaben an den harmlosen Eskapaden einiger jugendlicher Punks in einer betulichen Kleinstadt namens Schmalenstedt Mitte der 80er Jahre. In der heterogenen Gruppe gibt es tatsächlich einen ernsthaften Revoluzzer, der seine politischen Statements unters Volk bringen möchte, aber auch den einen oder anderen echten Faulpelz oder reinen Spaßmacher. Als letzterer entpuppt sich der junge Herr mit dem Künstlernamen Rodney Dangerfield (Cecil von Renner), unschwer zu erkennen als das Alter Ego des späteren "Funpunk"-Pioniers Rocko Schamoni. Auf die Gründung einer Band kann man sich als gemeinsamen Nenner innerhalb der Clique gerade noch so einigen, schon beim ersten öffentlichen Auftritt jedoch ist man sich nicht mehr so ganz sicher ob man dem erwartungsvollen Publikum überhaupt etwas vortragen möchte, bewertet das folgende Desaster dann aber schließlich doch als gelungene subversive Aktion. Rodney macht unterdessen brav seine Lehre weiter und schämt sich auch nur ein wenig, als die Freunde das noble Elternhaus seiner neuen Flamme verwüsten und dort auf den Teppich kacken. Bei dem Mädel hat er danach nicht mehr so gute Chancen, aber das ist nicht weiter schlimm, denn eigentlich will er sowieso bald weg und auch nicht mehr in der Band spielen.

Alles 'n büschen banal also, und wenn schon die Handlung eher anekdotenhaft dahin plätschert, ist es ratsam als Ausgleich mit wahlweise subtilem oder brachialem Witz dagegen zuhalten. Oder mit fein gezeichneten Charakteren für die man sich als Zuschauer interessieren kann. Oder es wenigstens in punkto Soundtrack ordentlich krachen zu lassen. All das gelingt "Dorfpunks" aber nur ansatzweise und spätestens wenn das Werk dann nach knappen 90 Minuten (inklusive Abspann) zu Ende ist, kann man sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, als habe man sich hier recht wenig motiviert einer lästigen Pflichtübung entledigt.
Im Ernst, warum bitte so kurz? Warum nicht ein paar Momente einbauen, in denen die recht stereotypen einzelnen Gruppenmitglieder mal etwas mehr ausgeleuchtet werden? Und was soll man mit einer anerzählten Liebesgeschichte anfangen, die nach dem klassischen "Krisenmoment" dann einfach nicht mehr weiter berücksichtigt, sondern komplett abgebrochen wird? Und ist es wirklich ein innovativer und origineller Einfall oder einfach nur preiswerte Bequemlichkeit, bei einem gefährlich verlaufenden nächtlichen Bootsausflug nur eine dunkle Leinwand zu zeigen, auf der absolut nichts zu erkennen ist?

Sind die Hauptfiguren schon recht rudimentär gezimmert, so wird es dann bei Nebencharakteren wie Rodneys Eltern richtig ärgerlich. Die sondern lediglich ihre Handvoll Standardsätze im Bezug auf den missratenen Sohn ab und fragen sich "was der Junge nur hat".
Eine berechtigte Frage, denn das weiß man auch am Ende des Films immer noch nicht so genau. Weder ob es denn einen Grund für sein rotziges Verhalten gegenüber den Erzeugern gibt, noch was außer "Spaß haben" ihn sonst überhaupt antreibt. Womöglich ist da also tatsächlich nicht viel, geben weder die Vorlage noch deren Inspirationsfigur Rocko Schamoni mehr her. Aber dann gibt es eben auch keinen überzeugenden Grund sich das alles anzuschauen, was hier von einem bewusst aus Laiendarstellern zusammengesetzten Ensemble geboten wird.
Die geben sich von allen Beteiligten noch die größte Mühe und mit Cecil von Renner hat man dabei sicher auch den Talentiertesten für die Hauptrolle besetzt. Allerdings nervt der anfangs noch amüsante, betont breit vorgetragene norddeutsche Dialekt der gesamten Gruppe dann irgendwann doch ein wenig, und ohne den gestandenen Profi Axel Prahl in der Gastrolle als kultiger Kneipenwirt gebe es auch wirklich nicht allzu viel zu lachen.

Es ist ja nicht so, dass nun alles völlig misslungen wäre in diesem Film, aber die oben eingeforderten Attribute Witz, starke Charaktere oder eine kraftvolle Inszenierung sind eben nur in so geringen Ansätzen vorhanden, dass diese keinesfalls genügen um ausreichend über die Belanglosigkeit der Haupthandlung hinwegzuhelfen. Fazit: Lohnt sich nicht.

 

 

 

Volker Robrahn

Kenne den Film nicht, fand das Buch aber trotzdem wesentlich interessanter als "Fleisch ist mein Gemüse"

Nach dem Buch war ich heilfroh, dass ich nie Punk gewesen bin.
Es hat mich regelrecht deprimiert wie erbärmlich und sinnfrei Punks zumindest laut den Schilderungen in diesem Buch leben.
Aus diesem Grund werde ich mir einen deutschen Film auf der Grundlage dieses Buches nie und nimmer anschauen. Das kann nix werden. Man kann aus Scheiße kein Gold machen...

3

ich habe das buch gelesen, und war vom film sehr enttäuscht. das abstriche zu machen sind ist klar gewesen, aber das es soo schlimm kommen musste...
am meisten stört dieses permanente szene "anspielen", und dann wird schwupps gewechselt. man kommt oft gar nicht nach bzw. muss sich orientieren, was nun gerade los ist.
auch die charaktere sind unstimmig. axel prahl spielt gut, aber das lokal!! absolut unstimmig die szenen. ne ne, mit 4 sternen ist der noch gut weggekommen.

noch eine kleine anmerkung zur kritik:
der junge heisst nicht rodney dangerfield, sondern roddy dangerblood. erster satz im buch. und es war der hund, der auf den teppich gekackt hat.

Totaler Mist zum davon laufen !

6

Kenne das Buch nicht, ist aber auch egal.Der Film ist kein Meilenstein, aber durchaus kurzweilig, mit diversen lustigen Szenen

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