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Domino

Domino
action , usa 2005
original
domino
regie
tony scott
drehbuch
richard kelly
cast
keira knightley,
mickey rourke,
delroy lindo,
edgar ramirez, u.a.
spielzeit
128 Minuten
kinostart
29. Dezember 2005
homepage
bewertung

2 von 10 Augen

So war die Ausgangssituation: Domino Harvey wurde geboren als Tochter des Schauspielers Laurence Harvey (spielte seine berühmteste Rolle neben Frank Sinatra im Politthriller-Klassiker "The Manchurian Candidate") und des Models Pauline Stone. Sie wuchs in der behüteten Nobelwelt von Beverly Hills auf und arbeitete schon in jungen Jahren als Top-Model. Mit 23 jedoch ließ sie die High Society hinter sich und begann eine Karriere als Kopfgeldjägerin, die mit ihren Kollegen flüchtige Schwerverbrecher einfängt. Mit einer Schrotflinte in der Hand eine Tür einzutreten bezeichnete sie einmal als größten Adrenalinkick ihres Lebens.
Regisseur Tony Scott, der solche hervorragenden Action-Reißer wie "Top Gun", "Last Boy Scout", "True Romance", "Staatsfeind Nr. 1" und "Spy Game" inszenierte, lernte Domino vor zwölf Jahren kennen und wollte seitdem einen Film über sie machen. Schließlich gelang ihm das mit einem Drehbuch von Richard Kelly, seines Zeichens Regisseur und Autor des DVD-Kulthits "Donnie Darko". Als Hauptdarstellerin konnte Jung-Superstar Keira Knightley ("Fluch der Karibik", "Kick it like Beckham", "Stolz und Vorurteil") gewonnen werden, unterstützt von einer exquisiten Besetzungsliste, auf der unter anderem Christopher Walken, Lucy Liu, Mena Suvari, Jaqueline Bisset, Macy Gray, Tom Waits, Trash-Talkshow-König Jerry Springer sowie die "Beverly Hills, 90210"-Darsteller Ian Ziering und Brian Austin Green (die letzten drei als sie selbst) in kleinen Rollen auftauchen.

So ist das Ergebnis: "Domino" ist ein Film, bei dem man ernsthaft geneigt ist, den Sachverstand und die korrekte Sinneswahrnehmung des Regisseurs anzuzweifeln. Visueller Overkill ist ein Kriterium, das durch "Domino" völlig neu definiert wird. In über zwei Filmstunden gibt es scheinbar keine ruhende Einstellung, niemals kommt der Film zum stehen, und wenn sich die Kamera nicht bewegt, spielt Tony Scott mit dem breiten Sortiment des Bildeffekte-Computers, verfärbt, verzerrt, überbildet immer dann, wenn die Zuschauer eine Chance zum Durchatmen kriegen könnten. "Domino" ist in Szene gesetzt wie eine einzige, 128 Minuten lange Actionsequenz. Der komplizierte Crime-Plot um einen grausam schief gehenden Kopfgeld-Auftrag, bei dem ein halbes Dutzend Parteien eine wichtige Rolle spielen und alles entsprechend ziemlich verworren ist, ist in diesem Nonstop-Gewitter eines Bilder-Tsunami kaum noch zu begreifen. Und die in ihren Grundzügen vielversprechenden Ansätze für atemberaubende Action-Szenen verlieren sich im Dauer-Stakkato des Filmschnitts vollkommen. Wenn "Domino" bei seiner stark an Tony Scotts Meisterstreich-Showdown aus "True Romance" erinnernden Schluss-Ballerei ankommt, ist man visuell schon so dermaßen überfüttert, dass man nur noch müde gähnen kann.
"Domino" ist ein Film wie auf Koks: Unfähig auch nur eine Sekunde still zu sitzen, immer aktiv, immer in Bewegung, aufgeregt und zappelig. Wenn Domino und ihren Kollegen an einer Stelle Meskalin untergejubelt wird und der ganze Trupp einen Drogentrip durchlebt, versucht sich der Film diesem Sinneserlebnis visuell anzupassen - und sieht dabei eigentlich genau so aus wie die ganze Zeit.

Man kann diesem stilistischen Total-Durchdreher von Tony Scott sicherlich ein klares Konzept unterstellen (was die Sache umso schlimmer macht: das hier ist kein Ausrutscher, es ist volle Absicht). Nach eigenem Bekunden war Scott nicht an einer konventionellen, authentischen Darstellung von Dominos Leben interessiert, das wäre für ihn "solide, aber viel zu geradlinig" gewesen. Stattdessen nahm er Dominos Biografie als Grundlage für einen Film, der mit dem Hinweis "Based on a true story - sort of" ("Basierend auf einer wahren Geschichte - ungefähr") beginnt und es sich offenbar vorgenommen hat, den eingangs erwähnten Adrenalinkick von Domino auf zwei Stunden ausgedehnt auf Zelluloid zu Bahnen. Aber wer kann schon ohne Herzinfarkt einen Adrenalinkick von zwei Stunden überstehen?
"Domino" beginnt schon nach wenigen Minuten durch seine Inszenierung zu nerven, und danach kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln über die vollständige Weigerung von Scott, sein Tempo auch nur für eine Minute zu bremsen, damit der Zuschauer vielleicht auch mal etwas erzählt bekommen kann. "Domino" schaufelt das Grab seiner eigenen Geschichte, weil er sich scheinbar gar nicht für sie interessiert. Die Holzhammer-Erzähl-Methodik, alle Figuren und Orte mit Schrifteinblendungen vorzustellen und Domino die gesamte Handlung aus dem Off und als Flashback erzählen zu lassen, ist da nur konsequent, deswegen aber trotzdem billigstes Handwerk. Wie Scott ernsthaft glauben kann, dass dieser Film ein angenehmes visuelles Erlebnis sein soll, bleibt sein persönliches Geheimnis. Eine MTV-Promi-Clipshow ist dagegen das reinste Rentnerfernsehen.

Was der Ausgangsstoff noch als interessantes Material aufzubieten hatte, wird größtenteils ignoriert. Scott und Kelly nehmen einfach nur die Prämisse "Superreiches Model wird zur Kopfgeld-Jägerin" und basteln daraus einen von der Realität weitestgehend unabhängigen Action-Reißer. Die eigentlich interessante Geschichte - wie Domino überhaupt soweit kam, ihren persönlichen Ausweg aus der verwöhnten Langeweile der High Society ausgerechnet hier zu suchen - ist nicht mehr als eine im Schnellverfahren abgehakte Randnotiz. Es scheint, als wäre Scott fixiert auf eine realitätsferne Illusion vom permanenten Kick als Kopfgeldjäger, eine Illusion, in der Domino Harvey den ultimativen Rausch lebte. Dass es der ganz reale Rausch war, der schließlich zu ihrem Ende führte, lässt der Film keine Sekunde erahnen. Kurz nach Ende der Dreharbeiten kam die echte Domino ums Leben - ertrunken in der Badewanne nach einer Überdosis. Zu diesem Zeitpunkt lief gegen sie ein Gerichtsverfahren wegen Drogenhandels und -besitzes, das sie lebenslang ins Gefängnis hätte bringen können.

Zerhackstückelt und begraben durch Scotts Schnittraum-Orgie, sind die Leistungen von Autor und Darstellern fast nicht mehr akkurat zu bewerten, da kaum ein zusammenhängendes Stück kreativer Arbeit übrig geblieben ist. Das Skript von Richard Kelly scheint (angesichts der Vorgabe von Scott, den tatsächlichen Werdegang von Domino schnell abzuhandeln und nur als Sprungbrett für einen rein fiktionalen Action-Reißer zu benutzen) im Ansatz ganz gut zu sein. Er erzählt einen komplexen Krimi-Plot, bemüht sich um Charaktertiefe für seine Hauptfiguren und fügt ein wenig sanfte Mediensatire hinzu. Hätte Scott einen soliden, geradlinigen Film gemacht - mit Kellys ursprünglichem Buch hätte der sogar recht ordentlich werden können.
Von den Darstellern gelingt es einzig Mickey Rourke, den Film unbeschadet zu überstehen. Mit seiner zu Klump gehauenen Visage durchlebt das ehemalige Sexsymbol der 80er derzeit ein Comeback als neue coole Sau vom Dienst (siehe "Sin City") und lässt sich auch hier als Dominos Mentor durch nichts erschüttern. Keira Knightley schlägt sich redlich, sieht allerdings zu jedem Zeitpunkt aus wie als fleischgewordene Rocker-Fantasie verkleidet und kann nie wirklich in ihre Rolle eintauchen - Domino bleibt ein Fremdkörper. Und Christopher Walken passiert es zum vielleicht ersten Mal in seiner Karriere, dass er einen Film mit seinem Auftritt weder veredelt, noch besonders herausragt. Ein Trauerspiel.

Was ein richtig guter Actionfilm mit einer richtig guten Grundstory hätte werden können, erweist sich als Totalkatastrophe, die Tony Scott in voller Verantwortlichkeit mit Hochgeschwindigkeit gegen die Wand fährt. Selten hat ein renommierter Regisseur mit einem einzigen Film so nachhaltig seinen künstlerischen Bankrott erklärt. Vielleicht sollte sich Scott auf seine alten Tage noch mal ein paar Nachhilfestunden von seinem Bruder Ridley geben lassen. Der nun verstorbenen Domino Harvey hat er jedenfalls den schlimmsten Bärendienst eines Vermächtnisses erwiesen: einen Film, den man am besten so schnell wie möglich wieder vergisst.

Frank-Michael Helmke

1

Ein schlapper,wirrer Film ohne Tiefgang,gedreht in kamerabildern die wirken,als wäre der kameramann auf Speed gewesen^^.....ich kann einfach nicht mit hyperkinetischen filmen

4

Dieser Film ist wirklich sehr schlecht in Szene gesetzt es gibt wirre ballerein eine total abgedrehte Story.
Es gab aber auch gute Seiten zB. die schönen Special-Effects aber das waren einfach zuviele. Wenn man dann also aus dem kino rausgeht denkt man sich was hat mir der Film eigentlich gebracht oder man fragt sich was nun mit dem Kind geschieht , manchen Leute mögen solche offenen Enden ( ich zum Beispiel ) aber ein so schlechtes Ende das bietet dann einfach keine Unterhaltung mehr.
Fazit: Viel Special-Effects ( zu viele ), schlechte Story und verwirrende und total schlechte bzw. billig gemachte schiessereien.

8

Für Actionfans die schon Cranc gut fanden werden Domino ganz klar auch gut finden. Die Kamera ist gut in Szene gesetzt auch der stetige wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ( Filmgeschehen und Gefängnis ) ist sehr gut gelungen. Dieser Film ist einfach mal was anderes. Was mir aber nicht so gut gefallen hat war das Keira Knightley diese "Macker-killerinn" gespielt hat das hat ihre Rolle als "Piratenbraut" wohl etwas zerstört.
Aber sonst ein gelungender Mix aus Action und Story.

1

Herr Helmke hat mit seiner Kritik völlig recht. Der Film versucht cool zu sein, ist aber total bescheuert und wird durch den Action-Overkill ermüdend und langweilig.
Solche Filme braucht kein Mensch. Da er nichts erwähnenswertes beinhaltet, an das man sich erinnern müsste, hatte ich ihn nach dem Abspann größtenteils wieder vergessen. Zum Glück.

1

zutreffende bewertung, ein wirklich mieser film.

Also ich mag eigentlich Actionfilme,aber das war der größte Mist,für den ich jemals im Kino Geld gelassen hab!

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