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Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia

Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia
fantasy-abenteuer , usa 2005
original
the chronicles of narnia: the lion, the witch and the wardrobe
regie
andrew adamson
drehbuch
ann peacock, stephen mcfeely, arthur adamson
cast
tilda swinton,
georgie henley,
william moseley,
skandar keynes,
anna popplewell, u.a.
spielzeit
140 Minuten
kinostart
8. Dezember 2005
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

"Narnia" ist nicht der neue "Herr der Ringe". So, jetzt ist es gesagt. Stattdessen ist der auf dem ersten Teil des vor christlicher Symbolik strotzenden, siebenteiligen Zyklus von Tolkiens Weggefährten C. S. Lewis basierende Film "Der König von Narnia" ein Kinderfilm, aber kein Fantasy-Epos, ein Märchenfilm, aber keine "Passion Christi für Kinder", wie er in den USA zeitweise genannt wurde. Denn obwohl die große Angst vor der Christianisierung Disneys und des Restes der Welt durch diesen Film im weltlichen Europa umging, kann man Entwarnung geben: Die christlichen Elemente wurden dezent reduziert, so dass "Narnia" noch Atheisten-tauglich ist.

Während der Bombenangriffe auf London während des 2. Weltkrieges werden die vier Geschwister Peter (William Moseley), Susan (Anna Popplewell), Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley) zu ihrem Schutz aufs Land in das alte Haus eines Professors (Jim Broadbent) geschickt. Beim Versteckspielen findet Lucy in einem Kleiderschrank den Zugang in das geheimnisvolle Land Narnia, in dem schon seit hundert Jahren Winter herrscht, weil es von einer bösen Hexe regiert wird. Mit Hilfe des Löwen Aslan und einer Reihe an Tiermenschen (Faunen, Zentauren etc.) versuchen die Kinder, den Bann zu brechen, der auf dem Land liegt.

C.S. Lewis war ebenso wie Tolkien Professor in Oxford, und beide trafen sich im gleichen literarischen Club. Der überzeugte Atheist Lewis wurde unter anderem durch Gespräche mit dem Katholiken Tolkien zum christlichen Glauben bekehrt. Waren sie eigentlich Freunde, kühlte sich diese Freundschaft schnell ab, als Tolkien versuchte, Lewis davon abzubringen, das erste Buch der "Chroniken von Narnia" zu veröffentlichen (er fand es einen zu wilden Stilmix mythologischer und religiöser Elemente).
Sind die Bücher in Deutschland nur einer verschwindenden Menge von Personen aus ihrer Kindheit bekannt, so gehören die Titel in den USA und England zum allgegenwärtigen Kinderbuch-Repertoire. Ein solches Buch zu verfilmen, so dass es als Film massentauglich ist und man nicht nur die Bibelstundenbesucher als Zuschauer hat, ist mehr, als man dem Regisseur Andrew Adamson ("Shrek", "Shrek 2") zugetraut hätte, da das Missionieren ihm förmlich im Blut liegt: Seine Eltern waren Missionare in Papua-Neuguinea. Hinzu kommt, dass der Film in den USA ganz offensiv mit einer PR-Kampagne für die christliche Reche beworben wurde. Dies hatte sich bei Mel Gibsons "Passion Christi" als höchst effizient herausgestellt, denn Gibson rief und die Christen kamen in Scharen.
Doch gleichzeitig schielte man bei Disney natürlich auch auf all die Fans von Peter Jacksons Ringe-Trilogie, in der Hoffnung eine ähnlich lukrative Franchise ins Rennen schicken zu können. Das Resultat: Für den Rest der Welt gab es wiederum eine andere PR-Kampagne, mit deutlicher Betonung der Fantasy-Elemente.

Ob die Gratwanderung zwischen christlicher Symbolik (für das eine Zielpublikum) und Fantasy (für das andere) gelingen würde oder alle Gruppen unzufrieden heimgehen würden, blieb die Frage. Adamson schaltete bei den christlichen Aspekten einen Gang runter. Zwar gibt es immer noch eine Auferstehung von den Toten, aber die breiten Erklärungen des Buches und die spezielle Betonung dieser Passage sind weitest gehend weg gefallen. Dafür wurde die große Schlacht - ein Aspekt, der im Buch überaus kurz abgehandelt wurde - hier in voller Breite ausgerollt.
Denn was für den guten Christen eher nebensächlich ist, ist für andere der eigentliche Grund für den Kinobesuch: die visuellen Effekte. Und die sind überwiegend in Ordnung, wenn auch etwas üppig eingesetzt (man hatte ja das Geld, denn Disney investierte weit über 100 Mio. Dollar, um dieses Werk zu verfilmen, also galt: Klotzen statt Kleckern). Die Kamera ist leider nur da wirklich gut, wo sie eins zu eins Kamerafahrten aus Peter Jacksons "Ringe"-Filmen kopiert. Pluspunkte für kreative Optik gibt's also nicht, dafür muss man aber den ausgezeichneten Schnitt loben, der dem "König von Narnia" einen sehr schönen Fluss durch die Geschichte gibt. Was allerdings nur bedingt hilft, denn dank (unnötiger) Überlänge und simpler, überraschungsarmer Handlung ist der Film eher auf der langweiligen Seite des Spektrums anzusiedeln, und die Action-Sequenzen sind für stolze 140 Minuten Laufzeit entschieden zu kurz und dünn gesät.
Insgesamt erweist sich die Effekte-Qualität als sehr wechselhaft: So sehen zum Beispiel die Wölfe sehr echt aus, dafür wirken die Biber teilweise wie schlecht ins Bild kopiert. Der Löwe Aslan ist schon fast hyperrealistisch, allerdings ist seine Mähne viel besser animiert als sein Schwanz, der in einer Szene aussieht, als hätte man die letzte Bildbearbeitungsstufe vergessen. Im Gegensatz zum "Herrn der Ringe" sieht ein Zwerg hier aus, als hätte man ihm einen Bart angeklebt, und der Faun (halb Mensch, halb Ziegenbock) kann trotz CGI kaum überzeugen. Auch der WETA-Workshop, mit dem schon Peter Jackson arbeitete, konnte sein Niveau hier leider nicht ganz halten.

Obwohl "Narnia" wie erwähnt die religiösen Aspekte der Vorlage etwas herunter gefahren hat, gibt es dafür ein unerwartetes anderes Problem: Während das Buch von C.S. Lewis beschreibt, wie grausam und schockierend der Moment ist, in dem man andere umbringt, ist hier alles fein Disney-haft unblutig. Die große Schlacht schnitt man so schnell, dass man gar nicht erst in die Verlegenheit kam, irgendwelches Blut zeigen zu müssen. All dies führt aber leider dazu, dass den Kindern, die diesen Film sehen, Krieg als etwas Positives gezeigt wird, im Sinne von: Wenn die anderen die Bösen sind, dann darf man sie umbringen. Das Töten ist dann auch ganz leicht. Der amerikanische Präsident wird sich wahrscheinlich an dieser Stelle freuen, europäische Eltern hingegen etwas ungläubig schauen (vor allem, da die kindlichen Helden ihre Waffen vom Weihnachtsmann persönlich geschenkt bekommen).

Da die Buchvorlage zum Film sehr kurz ist (80 Seiten im englischen Original) hatte Adamson genau das gegenteilige Problem von Peter Jackson. Während Jackson kürzen, kürzen und nochmals kürzen musste, musste Adamson das Buch sogar erweitern, um auf ausreichend Filmstoff zu kommen. Dies ist auch am Dialog und an der Einführung neuer Charaktere (z. B. der kleine Fuchs, der den Kindern am Anfang hilft) erkennbar. Diese Einfügungen erweisen sich zum Glück als passend und erscheinen nicht aufgesetzt.
Ein Aspekt, der hingegen weg gelassen wurde, ist die Drogengabe der bösen Hexe an den jungen Edmund. Wird er im Buch süchtig nach "Turkish Delight" (einer puderzuckerbestäubten Süßigkeit) und kann an nichts anderes mehr denken, so wird es im Film überhaupt nicht klar, warum er dauernd danach fragt. Vielleicht war es ja in einem Disney-Film nicht in Ordnung, dass die Bösen Drogen ausgeben, aus dramaturgischen Gründen erscheint diese Kürzung jedenfalls nicht sinnvoll.

Seine Zeichentrick-Erfahrung konnte Regisseur Adamson augenscheinlich nicht ganz hinter sich lassen: Wie in einem Cartoon sind die Figuren sehr einseitig dargestellt, die vier kindlichen Protagonisten bleiben allesamt konturlos und uninteressant. Ob die menschlichen Darsteller es nicht besser konnten (besonders die Kinder, die durchschnittlich nur einen Gesichtsausdruck zeigen) oder einfach schlecht geführt wurden, sei dahingestellt. Doch sogar die großartige Tilda Swinton als böse Hexe kann ihrer Figur kaum Leben einhauchen und wirkt so versteinert wie die Statuen, die sie verzaubert hat. Die Kostümabteilung gehört übrigens verdroschen für den seltsamen Dreadlock-Naturwolle-Schulterpolster-Look von Swinton. Auch die anderen Kostüme wirken besonders in den Kampfszenen merkwürdig kitschig-bunt, wodurch diese märchenhafte Geschichte noch etwas weiter an den Abgrund zur Süßlichkeit rutscht.

"Der König von Narnia" ist zwar eine passable Literaturverfilmung, kann über seine enorme Laufzeit jedoch nie echtes Tempo entwickeln und langweilt entsprechend über weite Strecken. "Narnia" wird vermutlich nicht so ein Knaller werden wie die "Herr der Ringe"-Trilogie. Doch wenn dieser Film erwartungsgemäß gut läuft, werden wir lange etwas davon haben, denn dies war erst der erste von insgesamt sieben Teilen der Geschichte. Und vielleicht wird ja das Disney-Märchen wahr und man kann uns bis zum Jahr 2011 mit Narnia-Filmen zu Weihnachten bombardieren. Davor wird man nicht so einfach fliehen können wie die Kinder im Film: Von Danone-Bechern, Tempotaschentüchern, Happy Meals und anderem leuchtet uns schon die Promotion entgegen...

Margarete Prowe

2

wär dieser film ein zeichentrickfilm gewesen hätte man sich erstens die horenden produktionskosten sparen können und zweitens hätte der zuschauer gedacht: is ja bloß ein zeichentrickfilm, ganz normal dass hier das drehbuch nur nach dem klischee vom familienfilm geschrieben wurde. und man hätte den film nicht so ernst nehmen brauchen.
so aber wirken die ung.7 realen schauspieler dermaßen lächerlich zwischen den sprechenden tieren.
ein totaler klischeefilm in dem alles so extrem übertrieben dargestellt wird dass sich einem die nackenhaare aufstellen!

10

Der absolut genialste Film!!!!!!!!!

4

Der absolut grottigste Film!!!!!

4

Schlechte Story, Schlechte Darsteller, Schlechte Effekte, Schlechte Kostüme, Schlechte Kameraführung, Schlechte Musik, u.v.m was schlecht war.

Kurz: "Ein Schlechter Film."

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