"Narnia" ist nicht der neue "Herr der Ringe". So, jetzt ist es gesagt. Stattdessen ist der auf dem ersten Teil des vor christlicher Symbolik strotzenden, siebenteiligen Zyklus von Tolkiens Weggefährten C. S. Lewis basierende Film "Der König von Narnia" ein Kinderfilm, aber kein Fantasy-Epos, ein Märchenfilm, aber keine "Passion Christi für Kinder", wie er in den USA zeitweise genannt wurde. Denn obwohl die große Angst vor der Christianisierung Disneys und des Restes der Welt durch diesen Film im weltlichen Europa umging, kann man Entwarnung geben: Die christlichen Elemente wurden dezent reduziert, so dass "Narnia" noch Atheisten-tauglich ist.
Während
der Bombenangriffe auf London während des 2. Weltkrieges
werden
die vier Geschwister Peter (William Moseley), Susan (Anna
Popplewell),
Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley) zu ihrem
Schutz
aufs Land in das alte Haus eines Professors (Jim
Broadbent) geschickt.
Beim Versteckspielen findet Lucy in einem Kleiderschrank
den Zugang
in das geheimnisvolle Land Narnia, in dem schon seit
hundert Jahren
Winter herrscht, weil es von einer bösen Hexe regiert
wird.
Mit Hilfe des Löwen Aslan und einer Reihe an Tiermenschen
(Faunen,
Zentauren etc.) versuchen die Kinder, den Bann zu brechen,
der auf
dem Land liegt.
C.S. Lewis war ebenso wie Tolkien Professor in Oxford,
und beide
trafen sich im gleichen literarischen Club. Der überzeugte
Atheist Lewis wurde unter anderem durch Gespräche mit dem
Katholiken
Tolkien zum christlichen Glauben bekehrt. Waren sie
eigentlich Freunde,
kühlte sich diese Freundschaft schnell ab, als Tolkien
versuchte,
Lewis davon abzubringen, das erste Buch der "Chroniken von
Narnia" zu veröffentlichen (er fand es einen zu wilden
Stilmix mythologischer und religiöser Elemente).
Sind die Bücher in Deutschland nur einer verschwindenden
Menge
von Personen aus ihrer Kindheit bekannt, so gehören die
Titel
in den USA und England zum allgegenwärtigen
Kinderbuch-Repertoire.
Ein solches Buch zu verfilmen, so
dass es als Film massentauglich ist und man nicht nur die
Bibelstundenbesucher
als Zuschauer hat, ist mehr, als man dem Regisseur Andrew
Adamson
("Shrek",
"Shrek
2") zugetraut hätte, da das Missionieren ihm förmlich
im Blut liegt: Seine Eltern waren Missionare in
Papua-Neuguinea.
Hinzu kommt, dass der Film in den USA ganz offensiv mit
einer PR-Kampagne
für die christliche Reche beworben wurde. Dies hatte sich
bei
Mel Gibsons "Passion
Christi"
als höchst effizient herausgestellt, denn Gibson rief und
die
Christen kamen in Scharen.
Doch gleichzeitig schielte man bei Disney natürlich auch
auf
all die Fans von Peter Jacksons Ringe-Trilogie, in der
Hoffnung
eine ähnlich lukrative Franchise ins Rennen schicken zu
können.
Das Resultat: Für den Rest der Welt gab es wiederum eine
andere
PR-Kampagne, mit deutlicher Betonung der Fantasy-Elemente.
Ob die Gratwanderung zwischen christlicher Symbolik (für
das
eine Zielpublikum) und Fantasy (für das andere) gelingen
würde
oder alle Gruppen unzufrieden heimgehen würden, blieb die
Frage.
Adamson schaltete bei den christlichen Aspekten einen Gang
runter.
Zwar gibt es immer noch eine Auferstehung von den Toten,
aber die
breiten Erklärungen des Buches und die spezielle Betonung
dieser
Passage sind weitest gehend weg gefallen. Dafür wurde die
große
Schlacht - ein Aspekt, der im Buch überaus kurz
abgehandelt
wurde - hier in voller Breite ausgerollt.
Denn
was für den guten Christen eher nebensächlich ist, ist
für andere der eigentliche Grund für den Kinobesuch: die
visuellen Effekte. Und die sind überwiegend in Ordnung,
wenn
auch etwas üppig eingesetzt (man hatte ja das Geld, denn
Disney
investierte weit über 100 Mio. Dollar, um dieses Werk zu
verfilmen,
also galt: Klotzen statt Kleckern). Die Kamera ist leider
nur da
wirklich gut, wo sie eins zu eins Kamerafahrten aus Peter
Jacksons
"Ringe"-Filmen kopiert. Pluspunkte für kreative Optik
gibt's also nicht, dafür muss man aber den ausgezeichneten
Schnitt loben, der dem "König von Narnia" einen sehr
schönen Fluss durch die Geschichte gibt. Was allerdings
nur
bedingt hilft, denn dank (unnötiger) Überlänge und
simpler, überraschungsarmer Handlung ist der Film eher auf
der langweiligen Seite des Spektrums anzusiedeln, und die
Action-Sequenzen
sind für stolze 140 Minuten Laufzeit entschieden zu kurz
und
dünn gesät.
Insgesamt erweist sich die Effekte-Qualität als sehr
wechselhaft:
So sehen zum Beispiel die Wölfe sehr echt aus, dafür
wirken
die Biber teilweise wie schlecht ins Bild kopiert. Der
Löwe
Aslan ist schon fast hyperrealistisch, allerdings ist
seine Mähne
viel besser animiert als sein Schwanz, der in einer Szene
aussieht,
als hätte man die letzte Bildbearbeitungsstufe vergessen.
Im
Gegensatz zum "Herrn der Ringe" sieht ein Zwerg hier aus,
als hätte man ihm einen Bart angeklebt, und der Faun (halb
Mensch, halb Ziegenbock) kann trotz CGI kaum überzeugen.
Auch
der WETA-Workshop, mit dem schon Peter Jackson arbeitete,
konnte
sein Niveau hier leider nicht ganz halten.
Obwohl
"Narnia" wie erwähnt die religiösen Aspekte
der Vorlage etwas herunter gefahren hat, gibt es dafür ein
unerwartetes anderes Problem: Während das Buch von C.S.
Lewis
beschreibt, wie grausam und schockierend der Moment ist,
in dem
man andere umbringt, ist hier alles fein Disney-haft
unblutig. Die
große Schlacht schnitt man so schnell, dass man gar nicht
erst in die Verlegenheit kam, irgendwelches Blut zeigen zu
müssen.
All dies führt aber leider dazu, dass den Kindern, die
diesen
Film sehen, Krieg als etwas Positives gezeigt wird, im
Sinne von:
Wenn die anderen die Bösen sind, dann darf man sie
umbringen.
Das Töten ist dann auch ganz leicht. Der amerikanische
Präsident
wird sich wahrscheinlich an dieser Stelle freuen,
europäische
Eltern hingegen etwas ungläubig schauen (vor allem, da die
kindlichen Helden ihre Waffen vom Weihnachtsmann
persönlich
geschenkt bekommen).
Da die Buchvorlage zum Film sehr kurz ist (80 Seiten im
englischen
Original) hatte Adamson genau das gegenteilige Problem von
Peter
Jackson. Während Jackson kürzen, kürzen und nochmals
kürzen musste, musste Adamson das Buch sogar erweitern, um
auf ausreichend Filmstoff zu kommen. Dies ist auch am
Dialog und
an der Einführung neuer Charaktere (z. B. der kleine
Fuchs,
der den Kindern am Anfang hilft) erkennbar. Diese
Einfügungen
erweisen sich zum Glück als passend und erscheinen nicht
aufgesetzt.
Ein Aspekt, der hingegen weg gelassen wurde, ist die
Drogengabe
der bösen Hexe an den jungen Edmund. Wird er im Buch
süchtig
nach "Turkish Delight" (einer puderzuckerbestäubten
Süßigkeit) und kann an nichts anderes mehr denken, so
wird es im Film überhaupt nicht klar, warum er dauernd
danach
fragt. Vielleicht war es ja in einem Disney-Film nicht in
Ordnung,
dass die Bösen Drogen ausgeben, aus dramaturgischen
Gründen
erscheint diese Kürzung jedenfalls nicht sinnvoll.
Seine
Zeichentrick-Erfahrung konnte Regisseur Adamson
augenscheinlich
nicht ganz hinter sich lassen: Wie in einem Cartoon sind
die Figuren
sehr einseitig dargestellt, die vier kindlichen
Protagonisten bleiben
allesamt konturlos und uninteressant. Ob die menschlichen
Darsteller
es nicht besser konnten (besonders die Kinder, die
durchschnittlich
nur einen Gesichtsausdruck zeigen) oder einfach schlecht
geführt
wurden, sei dahingestellt. Doch sogar die großartige Tilda
Swinton als böse Hexe kann ihrer Figur kaum Leben
einhauchen
und wirkt so versteinert wie die Statuen, die sie
verzaubert hat.
Die Kostümabteilung gehört übrigens verdroschen für
den seltsamen Dreadlock-Naturwolle-Schulterpolster-Look
von Swinton.
Auch die anderen Kostüme wirken besonders in den
Kampfszenen
merkwürdig kitschig-bunt, wodurch diese märchenhafte
Geschichte
noch etwas weiter an den Abgrund zur Süßlichkeit rutscht.
"Der König von Narnia" ist zwar eine passable Literaturverfilmung, kann über seine enorme Laufzeit jedoch nie echtes Tempo entwickeln und langweilt entsprechend über weite Strecken. "Narnia" wird vermutlich nicht so ein Knaller werden wie die "Herr der Ringe"-Trilogie. Doch wenn dieser Film erwartungsgemäß gut läuft, werden wir lange etwas davon haben, denn dies war erst der erste von insgesamt sieben Teilen der Geschichte. Und vielleicht wird ja das Disney-Märchen wahr und man kann uns bis zum Jahr 2011 mit Narnia-Filmen zu Weihnachten bombardieren. Davor wird man nicht so einfach fliehen können wie die Kinder im Film: Von Danone-Bechern, Tempotaschentüchern, Happy Meals und anderem leuchtet uns schon die Promotion entgegen...



wär dieser film ein zeichentrickfilm gewesen hätte man sich erstens die horenden produktionskosten sparen können und zweitens hätte der zuschauer gedacht: is ja bloß ein zeichentrickfilm, ganz normal dass hier das drehbuch nur nach dem klischee vom familienfilm geschrieben wurde. und man hätte den film nicht so ernst nehmen brauchen.
so aber wirken die ung.7 realen schauspieler dermaßen lächerlich zwischen den sprechenden tieren.
ein totaler klischeefilm in dem alles so extrem übertrieben dargestellt wird dass sich einem die nackenhaare aufstellen!
Der absolut genialste Film!!!!!!!!!
Der absolut grottigste Film!!!!!
Schlechte Story, Schlechte Darsteller, Schlechte Effekte, Schlechte Kostüme, Schlechte Kameraführung, Schlechte Musik, u.v.m was schlecht war.
Kurz: "Ein Schlechter Film."
Kommentar hinzufügen