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Der verbotene Schlüssel - Skeleton Key

Der verbotene Schlüssel - Skeleton Key
horror , usa 2005
original
the skeleton key
regie
iain softley
drehbuch
ehren kruger
cast
kate hudson,
gena rowlands,
peter sarsgaard,
john hurt, u.a.
spielzeit
104 Minuten
kinostart
18. August 2005
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

 

Frustriert von der Gleichgültigkeit ihrer Kollegen im Sterbehospiz tauscht die idealistische Caroline (Kate Hudson) ihren Arbeitsplatz gegen eine neue Herausforderung ein. In einer etwas heruntergekommenen Villa, mitten in den Sümpfen von Louisiana, beginnt sie mit der Pflege des alten Ben (John Hurt), der nach einem Schlaganfall fast vollständig gelähmt ist und auch nicht mehr sprechen kann. Dabei hat sie mit dem anfänglichen Widerstand von Bens Frau Violet (Gena Rowlands) zu kämpfen, die sich nur schwer mit der Anwesenheit der aus New Jersey stammenden jungen Frau anfreunden kann. Trotzdem übereicht sie der Pflegerin einen Generalschlüssel, der Caroline bald auch in eine mysteriöse Kammer führt, in der sich nicht nur die Spiegel befinden, die im Haus ansonsten überall penibel entfernt wurden. Sie entdeckt dort auch Aufzeichnungen und Gegenstände, die auf Schwarze Magie hinweisen und auf eine furchtbare Geschichte, die sich vor langer Zeit in diesem Haus zugetragen haben muss. Auch Ben und Violet verbergen offenbar einige Geheimnisse, und in ihrem Bemühen zu helfen gerät Caroline bald selbst in größte Gefahr.

Originellerweise geht es einmal nicht um Voodoo in diesem im Umfeld der dafür berüchtigten Stadt New Orleans angesiedelten Thriller. Denn das ist schließlich eine "Religion", wie wir belehrt werden, während die hier praktizierte Kunst des "Hoodoo" sich mit wesentlich weltlicheren Dingen beschäftigt. Mit Magie, die ganz gezielt zum egoistischen Vorteil desjenigen eingesetzt wird, der sich ihrer bedient. Bis sich der Film zu diesem Thema vorgearbeitet hat, braucht es allerdings seine Zeit.
Denn nach einem stimmigen Beginn, der die Traurigkeit und die Sehnsucht der Protagonistin Caroline recht schön verdeutlicht, wird der Betrachter erstmal ein gutes halbes Stündchen mit den üblichen Versatzstücken des routiniert abgehangenen Gruselfilms abgespeist. Türenklappern, Stromausfall und reißerische Soundeffekte sorgen zunächst für das Gefühl, wieder in einem der schon zigmal gesehenen Langweiler zu sitzen, deren eigentliche Handlung nur mühsam für neunzig Minuten reicht und die sich in Ermangelung von Splatter- und Goreeffekten halt nicht anders zu helfen wissen.
Dass diese Spielchen auch "Der verbotene Schlüssel" betreibt, ist schade und vor allem überflüssig, denn das hätte der Film gar nicht nötig. Die sich langsam herausschälende Story ist nämlich interessant und raffiniert genug, um ihr Publikum auch ohne diesen Mummenschanz bei der Stange halten zu können. Da hätte man ruhig der Geschichte von "Ring"-Autor Ehren Kruger ein wenig mehr vertrauen können, zumal sie auch noch von einer Riege überdurchschnittlicher Darsteller unterstützt wird.
Kate Hudson gibt ein überzeugendes Portrait der so grundsympathisch wie verantwortungsvoll agierenden Caroline, und für die beiden älteren Herrschaften des Filmes hat man sich gar zwei gestandene Charaktermimen gegönnt. Während Gena Rowlands' undurchsichtige Violet dabei einen recht großen Part einnimmt, muss der gute John Hurt ein wahres Kunststück vollbringen: Als nahezu bewegungs- und sprechunfähiger Ben bleiben ihm fast nur die Ausdrücke seines Gesichts und vor allem der Augen, um der Figur trotzdem einen Charakter zu verleihen - eine bemerkenswerte Leistung.

"Der verbotene Schlüssel" trägt zwar einen unsinnigen Titel (denn es ist Caroline, Genre untypisch, eben gerade NICHT verboten, alle Türen im Haus auch zu öffnen), kann aber ansonsten eine Menge für sich verbuchen, um seine aktuellen Artverwandten - wie den mittelmäßigen "The Grudge" und den misslungenen "Hide and Seek" - ein gutes Stück hinter sich zu lassen. Neben den erstklassigen Schauspielern nämlich eine raffiniert konstruierte Story, die sich mit fortlaufender Dauer steigert und vom Zuschauer auch ein wenig Aufmerksamkeit verlangt, wenn er an der Schlusspointe seine Freude haben will.
Wobei die letzten 15 Minuten sowieso eine wahres Vergnügen sind, wenn sich nämlich der fiese Plan der Bösewichte auch in der praktischen Umsetzung als so raffiniert erweist, dass ein Happy End nicht von vornherein garantiert werden kann. Das entschädigt dann doch locker für den schwerfälligen Beginn. Aber um die gute Caroline muss man sich wirklich Sorgen machen…

Volker Robrahn

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