|
|
Die Idee, die der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald
1922 in einer seiner Kurzgeschichten verarbeitet hat, scheint einfach
wie geschaffen fürs Kino: Ein Mann wird im Körper eines
Greises geboren und im Laufe seines Lebens immer jünger, bis
er schließlich als Säugling stirbt. So stark ist die
Unaufhaltsamkeit des menschlichen Alterungsprozesses trotz aller
wissenschaftlichen
Fortschritte als unveränderliche Konstante in unsere Köpfe
eingebrannt, dass die Vorstellung der in der Realität natürlich
unmöglichen Umkehrung dieses Prozesses automatisch eine große
Faszination auf uns ausübt. Auch Hollywood war schon lange
von der Idee fasziniert, diese Verjüngung auf der Leinwand
sichtbar zu machen, doch erst Regisseur David Fincher gelang es,
das Projekt ins Rollen zu bringen.
Der Inhalt ist mit obigem Satz eigentlich schon treffend umrissen,
soll aber der Vollständigkeit halber noch einmal detaillierter
erläutert werden: In New Orleans kommt Benjamin Button 1918
genau an dem Tag zur Welt, an dem der erste Weltkrieg endet. Seine
Mutter stirbt bei der Geburt, sein Vater (Jason Flemyng) setzt das
Kind, entsetzt über dessen abnormes Aussehen, auf den Stufen
eines Altersheims aus. Dort wird der Junge von Queenie (Taraji P.
Henson), der Leiterin des Heimes gefunden, die das Baby trotz seines
greisenhaften Äußeren sofort ins Herz schließt
und bei sich aufnimmt. Benjamin wächst fortan im Altersheim
unter all den anderen Bewohnern auf, von denen er sich kaum zu unterscheiden
scheint. Körperlich gleicht er einem etwa 80-jährigen
Mann, im Geiste ist er jedoch noch ein Kind. Prognostizieren die
Ärzte anfangs noch, er sei in äußerst kritischer
Verfassung und werde bald sterben, stellt sich allmählich doch
heraus, dass es etwas Besonderes mit Benjamin auf sich hat. Er lernt
laufen, wird kräftiger und bald dämmert es auch Queenie,
dass Benjamins körperliche Entwicklung der von anderen Menschen
entgegengesetzt verläuft.
Eines
Tages lernt Benjamin Daisy, die sechsjährige Enkelin einer
der Heimbewohnerinnen kennen. Trotz ihrer äußerlichen
Unterschiede freunden sich die beiden sofort miteinander an, da
Daisy erkennt, dass sich hinter Benjamins Äußeren die
Seele eines Kindes verbirgt. Als Benjamin schließlich das
Greisenalter hinter sich gelassen hat (und nun von Brad Pitt gespielt
wird), beschließt er, das Altersheim zu verlassen und hinaus
in die Welt zu ziehen. Im Laufe seines Lebens lernt er die unterschiedlichsten
Menschen kennen, doch immer wieder zieht es ihn zurück zu Daisy
(Cate Blanchett), die als Balletttänzerin Karriere macht.
Soweit also zur Handlung. Doch worum es in "Benjamin Button"
genau geht, mag für jeden Cineasten erst einmal zweitrangig
sein, schließlich lässt hier allein die Kombination aus
Regisseur und Hauptdarsteller aufhorchen. David Fincher und Brad
Pitt haben zusammen mit "Sieben"
und "Fight Club" Kinogeschichte
geschrieben und die Sehgewohnheiten des Publikums gehörig umgekrempelt.
Da liegt die Messlatte für das dritte gemeinsame Werk doch
verdammt hoch, ja eigentlich: unerreichbar hoch. Ob Fincher nun
diesen Druck gespürt haben mag oder nicht, mit "Benjamin
Button" hat er jedenfalls einen Film gedreht, der auf den ersten
Blick so gar nicht zu seinen bisherigen Werken zu passen scheint.
Der Mann, von dem wir bisher dachten, er sei zuständig fürs
Düstere, Pessimistische und in dessen Filmen selten die Sonne
schien, aber dafür umso mehr Regen auf die Straßen prasselte,
dieser Herr Fincher also wagt sich nun an ein episches Drama mit
einer gehörigen Portion Romantik? Ja, das tut er und sichert
sich damit als äußerst willkommenen Nebeneffekt auch
noch die
Aufmerksamkeit
der Filmschaffenden Hollywoods in dem Maße, wie es die weniger
massentauglichen Filme "Sieben" und "Fight Club"
eigentlich auch schon verdient gehabt hätten. Die überraschend
hohe Anzahl von 13 Oscar-Nominierungen für "Benjamin Button"
- unter anderem in den Kategorien Regie, Hauptdarsteller und als
bester Film - entschädigt vielleicht ein bisschen dafür,
dass Finchers Meisterwerke in den 90ern bei den Verleihungen so
kläglich übergangen worden sind.
Aber nicht nur die Grundstimmung des Films ist dieses Mal wie erwähnt
eine andere, sondern auch Finchers Inszenierungsstil. Der ist nämlich
erstaunlich zurückhaltend, konventionell und geradlinig - auch
wiederum verglichen mit früheren Werken, die technische Spielereien
wie eine dank CGI-Unterstützung den Gesetzen der Physik trotzende
Kameraführung zu Finchers Markenzeichen werden ließen.
Bereits in "Zodiac" schien der Regisseur sich von derartigen
Mätzchen weitgehend abzuwenden, und in "Benjamin Button"
kommt zwar auch wieder reichlich der Computer zum Einsatz, doch
dieses Mal hauptsächlich um Brad Pitt nach und nach jünger
aussehen zu lassen, was wirklich fantastisch gelungen ist. Man muss
wohl auf die DVD warten, um herauszufinden, inwieweit Pitts Verjüngung
den Maskenbildnern und inwieweit sie den Tricktechnikern zu verdanken
ist, aber fest steht, dass auf dem Gelingen dieses Effekts die Glaubwürdigkeit
der ganzen Geschichte fußt. Eine solche handwerkliche Perfektion
darf man bei einem Fincher-Film ruhig erwarten und es gibt wie gewohnt
von technischer Seite her überhaupt nichts zu meckern.
Auch die Alterung der anderen Figuren erscheint absolut glaubwürdig,
Kameramann Claudio Miranda liefert wunderschöne Bilder und
vor allem die Set- und Kostümdesigner könnten allein anhand
dieses Films demonstrieren, worin ihr Beruf besteht. Nicht nur die
handelnden Personen wandeln sich hier über die Jahre, sondern
auch die Schauplätze altern über die Jahrzehnte und jede
Epoche wird mit den für sie typischen Mode- und Designelementen
in akribischer Detailarbeit auf die Leinwand gebracht.
Technisch
also in jeder Hinsicht brillant, darf man auch auf erzählerischer
Ebene Großes von "Benjamin Button" erwarten, stammt
das Drehbuch doch von Eric Roth, einem der verlässlichsten
Schreiber Hollywoods, der für "Forrest Gump" auch
schon einen Oscar im Schrank stehen hat. Ähnlichkeiten zwischen
beiden Filmen sind kaum von der Hand zu weisen; ferner erinnert
die Handlung von "Benjamin Button" - ein sympathischer
Sonderling schlägt sich durch die Weltgeschichte und lernt
einen Haufen skurriler Persönlichkeiten kennen - auch an "Big
Fish" oder die großen Romane von John Irving. Roth
scheint Spezialist für Drehbücher zu sein, die die Schicksale
von Einzelpersonen mit Zeitgeschichte und gesellschaftlichen Veränderungen
in Beziehung setzen ("Der gute Hirte"),
was ihm auch hier wieder hervorragend gelingt, auch wenn die Geschichte
sich in der Filmmitte dann doch ein wenig in die Länge zieht.
Kurioserweise erweist sich der zentrale Clou der Geschichte - Benjamins
umgekehrter Alterungsprozess - auf der Handlungsebene als gar kein
so großer und man kann sich zumindest fragen, ob denn der
insgesamt ohne große Überraschungen auskommende Film
mit einer normal alternden Hauptfigur nicht ganz ähnlich funktioniert
hätte. Immerhin scheint sich hier die Verbindung zu früheren
Fincher-Filmen zu finden: Wieder einmal geht es in "Benjamin
Button" um eine Person, der die Kontrolle über das eigene
Leben entzogen ist.
Aus dieser eigentlich tragischen Ausgangslage haben Eric Roth und
David Fincher aber keine tieftraurige, pessimistische Erzählung
gemacht, sondern einen Film, in dem sich Komik und Tragik immer
wieder die Hand reichen - von der Rahmenhandlung, in der eine im
Sterben liegende Daisy sich von ihrer Tochter (Julia Ormond) aus
Benjamins Tagebuch vorlesen lässt bis hin zum wirklich witzigsten
Running-Gag eines Films in den letzten Jahren. Die Darsteller überzeugen
dabei alle auf ganzer Linie, was bei Cate Blanchett, deren
Schauspiel
wie gewohnt beeindruckt, keine so große Überraschung
darstellt, bei Brad Pitt aber vielleicht schon eher. Pitt legt die
Gestaltung seiner Figur äußerst subtil und zurückhaltend
an und erlangt gerade dadurch Glaubwürdigkeit; auch auf darstellerischer
Ebene wird hier also großer Wert auf Realismus gelegt und
überladen wirkende Gefühlsausbrüche vermieden, was
dem Film wirklich gut tut.
Tilda Swinton hat eine kleine, aber in Erinnerung bleibende Rolle
als Benjamins Geliebte auf Zeit; davon abgesehen beeindrucken vor
allem Taraji P. Henson als Queenie und die Kinderdarstellerin Elle
Fanning, die Daisy als Sechsjährige spielt und bei der es sich
um die Schwester von Dakota Fanning ("Krieg
der Welten") handelt, in deren Familie das Gen für
die Schauspielbegabung wohl äußerst großzügig
verteilt worden ist.
"Der seltsame Fall des Benjamin Button" bietet also auf allen Ebenen Hollywood-Handwerk auf höchstem Niveau. Dennoch, ein Grenzen sprengendes Werk wie seinerzeit mit "Sieben" oder "Fight Club" ist David Fincher dieses Mal nicht gelungen. Das kann und muss natürlich auch nicht immer wieder der Fall sein, aber es wirkt fast ein bisschen so, als sei dieser Film Finchers bewusste Anlehnung an den Mainstream. Im Gegensatz zu den genannten Vorgängern bietet nämlich "Benjamin Button" nichts, was man nicht schon anderswo gesehen hat (abgesehen vielleicht von Brad Pitts wundersamer Verjüngung) und ist damit sicherlich der bislang massenkonformste und kommerziellste Film des Regisseurs. Das dürfte auch erklären, warum David Fincher dieses Mal die volle Aufmerksamkeit der Academy zuteil wurde. Wollen wir diese Tatsache hier mal zum Anlass nehmen, ihm zum einen viel Erfolg bei der Oscarverleihung zu wünschen, zum anderen aber auch, dass sein nächster Film inhaltlich wieder etwas mehr Kompromisslosigkeit zeigt.


ich widerspreche, der mainstreamigste Film Finchers war Panic Room, ein wirklich hochstilisiertes Garnichts.. bin froh dass er wieder da ist und sich ähnlich wie Danny Boyle immer an was anderem versucht. Diesmal schafft er eben große Gefühle und DAS schafft kein Hollywood-Mainstream mehr heutzutage.. was wurde noch gleichzeitig reviewt? Bride Wars? Genau!
"sieben leben", "der fremde sohn" und jetzt "benjamin button", das multiplex wird wieder anspruchsvoller...schöner trend das...weiter so..
Wunderbarer Film!!!
Absolut empfehlenswertes und kurzweiliges Kinoerlebnis!
optisch ist der film - wie nicht anders zu erwarten - brilliant. leider gelingt es fincher nicht diese brillianz auf die charaktere und die emotionen zu übertragen. sowohl die angesprochenen filme forrest gump als auch big fish sind tiefer und rührender und damit auch gleichsam (ein-)prägender. trotz der länge von 2.5h gelingt es fincher nicht, seine protagonisten mit genug charakter zu füllen, so dass man bereits kurz nach dem film eigentlich gar nicht mehr so genau weiss, warum der film so lange war. viele beziehungen, wie die von button zu seinem leiblichen vater, aber auch die liebe zu cate blanchett sind doch sehr oberflächlich und für meinen geschmack zu uninspiriert erzählt. die masse wirds nicht stören, denn dank der audi-visuellen komponente, den guten darstellern und dem entsprechenden hype, wird man zwangsläufig dazu genötigt, hier ein ein epos zu attestieren.
wer wirklich gute filme sehen will, sollte mal "the wrestler" oder "let right one in" anschauen. hier wird dann auch ganz schnell deutlich, was andere regisseure fincher immer noch vorraus haben.
seit sieben und fight club, ist es fincher nicht mehr gelungen, sein talent unter beweis zu stellen. daran wird auch dieser blockbuster nichts ändern.
so, hab den film jetzt auch gesehen. leider muss ich sagen: kein großes kino :/ der film ging sehr lange, hatte es aber leider zu keinem zeitpunkt geschafft mich mitzureißen. ich muss gestehen, dass ich den film auch stellenweise sehr langweilig und zäh empfand. da die erwartungen groß waren bin ich eher enttäuscht.
mein fazit: zum einmal ansehen ist ok, auf dvd reicht völlig.
Fincher ist einer der wenigen Regisseure, der in der Lage ist, sich mit jedem Film zu entwickeln, und neue Wege einzuschlagen. Button ist da ein weiterer Schritt, und kaum bestreitbar einer der besten Filme des Jahres, wenn auch nicht Finchers bestes Werk, aber das hat nichts zu heißen bei jemanden, der Meisterwerke wie Fight Club und Sieben abgedreht hat.
Stimme mit der Bewertung hier absolut überein, schön zu sehen das Fincher auch solch ein Werk stemmen kann, überhaupt so etwas romantisch-poetisches zu drehen, was schon viele andere versucht haben und kläglich gescheitert sind. Fincher hat, und das sollte man beachten, bis heute keinen einzigen schlechten oder nur durchschnittlichen Film abgeliefert, jedoch aber schon einige Klassiker. Was also haben denn andere Regisseure Fincher bitte voraus? Gar nichts. Nimmt man z.B. Sieben als Maßstab, nicht nur den Film an sich, sondern seinen Einfluss auf alle folgenden Filme und seinen Status in der Filmgeschichte, bleiben am Ende ohnehin nur noch einige wenige Regisseure übrig, die sich mit ihm messen können.
hab "Benjamin Button" gestern im Kino gesehen und ich muss wirklich zum Ausdruck bringen, dass meine sehr hohen Erwartungen nochmal deutlich getoppt wurden. zum einen ist es die herzzerreißende Story, eine emotionale Achterbahnfahrt, die immer wieder zwischen witzig und traurig wechselt - zum Ende des Films jedoch nur trautig ist. wer auf emotionale Geschichten wie zB. Forrest Gump steht (parallelen sind bei Benjamin Button durchaus vorhanden), wird hier mehr als eine Träne vergießen. zum anderen ist es die schauspielerische Top-Leistung von Pitt und Blanchett, die die beiden Charaktere sehr gut darstellen. technisch ist "Benjamin Button" sowieso sehr gelungen, da z.B. der Alterungs/Verjüngerungs-Prozess sehr gut umgesetzt wurde. alles im allein ein echtes Kinohighlight.
ich wurde bei Dark Knight, No County for Old Men und vielen anderen gefeierten Filmen der letzten Jahre nicht immer absolut überzeugt und teilweise sogar enttäuscht. hier allerdings nicht. für mich ganz klar einer der besten Filme der letzten Jahre.
Langatmig, zäh und wenig unverhofftes.
zäh, oberflächlich, sinnleer, miserabler soundtrack, fast nur indooraufnahmen oder schlechte Computeranimationen, oberflächliche und unglaubwürdige Figuren, null tempo oder witz,
Der Film würd gern bedeutungsschwanger sein, es reicht aber nur für erkenntnisse wie: nichts ist für immer, oder wir müssen alle einmal gehen bis hin zu die menschen tun was sie tun. na toll :-(
...PS: erzählt mir jetzt bitte nicht ich hätte die tiefgründigen Aussagen über Leben und Tod nicht verstanden.
Fincher-Puristen werden wohl kein gutes Haar an diesem Film lassen. Ich persönlich bevorzuge auch seine düsteren Werke. Aber Benjamin Button war alles andere als eine Enttäuschung. Eine stilsichere Inszienirung mit einem ständigen Wechsel von Komik,Tragik und Romantik. Kein Meisterwerk,
weil er einfach zu sehr in Richtung Oscar stahrt, aber trotzdem Hollywod-Kino der Oberklasse.
Großartiger Film, großartig inszeniert, großartige Schauspieler. Und die letzten 15 Sekunden des Films sind das Schönste,Optimistischste und Herzerwärmendste, was ich seit langer Zeit gesehen habe.
Ein Auge fehlt, welches an Forrest Gump und Big Fish geht, die hier eindeutig Modell gestanden haben.
Dennoch: Ganz großes Kino!!!
SPOILER: (was eigentlich schwer ist in einem Film in dem einfach nichts passiert) Wieso verlässt Benjamin seine Tochter? Er hätte gut noch 10 bis 15 Jahre mt ihr verbringen können - besonders wo er doch von seinem Vater verlassen wurde und das nicht so toll fand. Und wieso läuft er nacher rum wie ein Teenie, könnte sich doch n Bart stehen lassen und die Haare grau färben um seiner Tochter noch eine ganze Zeit ein Vater zu sein. Was hat er mit seinem Leben eigentlich sinnvolles angefangen? Nur das Geld seines Vaters verprasst - Benjamin hat nichts geschaffen, ein bedeutungsloses Leben.
Der Film war einfach nur Müll: Wer schon einmal n Altersheim von innen gesehen hat, weiß, dass das Elternhaus von B.Button ein reiner Witz ist, vor allem zu den Zeiten...von solchem Schwachsinn ist der Film durchsetzt.. egal, will mich erst gar nicht aufregen.
Die vielen unterschiedlichen Kommentare und Meinungen zu diesem Film zeigen das Spektrum, welches dieses Meisterwerk bietet. Nur muss man sich darauf einlassen. Aus meiner Gruppe hat jeder einen anderen Aspekt bewundert, der seinem Sitznachbarn nicht aufgefallen ist. Es gibt so viele Motive, Geschichten, Metaphern - unglaublich. Mir persönlich gefiel der visuelle Aspekt: So viele Szenen, die als Standbilder schon einen immensen Interpretationsspielraum bieten.
Nur 9 von 10, weil im Mittelteil trotz aller Schönheit doch einige Längen in der Handlung auftreten. Trotzdem, der beste Film seit vielen Monaten!
Nein, tut mir echt leid, aber das hat mich nicht nachhaltig beeindruckt. Es ist nicht nur überraschungsarm, sondern zeitweise langweilig. Dieser Film hat durch die originelle Grundidee so viel Potenzial! Genutzt wurde es nicht. Wie der Rezensent schriebt: die Geschichte hätte auch mit dem regulären Alterungsprozess irgendwie funktioniert. Wo die tollen geschichtlichen Bezüge sein sollen, frag ich mich wirklich (außer dem Kriegseinsatz). Brad Pitts „subtile und zurückhaltende Anlage der Rolle“ könnte man auch etwas böse als ausdrucksarm bezeichnen. Seine Reflektion über seine Andersartigkeit erstreckt sich über ein paar wenige Kommentare. Das wirkliche Drama bleibt da erstaunlich versteckt.
@Honk mit SPOLIER
ja, dieses frühe Verlassen der Tochter hat mich auch geärgert. Sein Argument war ja: bevor sie eine Bindung aufbaut... Aber er verlässt ja auch die Frau, die er liebt. Und natürlich hätte sie für zwei „Kinder“ sorgen können. Hat sie ja dann sowieso getan. All deine anderen Kritikpunkte teile ich uneingeschränkt. Ist mit ein Grund, warum der Film so langweilig ist: B.B. macht nichts. Und zwar weniger in Bezug auf Arbeit noch in Bezug auf Erkenntnis. Das Altersheim ist eine Farce. Und der angebliche witzigste Running Gag des Filmjahrzehnts hat bei mir ein einmaliges müdes Lächeln bei der ersten Wiederholung hervorgebracht.
SPOILER Ende
Klar, habe ich auch geheult am Ende, aber ansonsten hat mich dieser Film nicht berührt, sondern ein ratloses Staunen über die grandiosen Kritiken hinterlassen.
was ich auch noch anmerken möchte, ist, dass zb ein forest gump (ähnlicher film von der art und weise her) wirklich deutlich besser ist.
Ich fand es positiv, dass sehr dramatische Szenen kaum mit großem Soundtrack unterlegt wurden. So blieb der Kitschfaktor auf sehr sparsamen Einsatz. Wenn jemand starb, dann starb er, ohne das ein großes audiovisuelles Gemälde daraus gemacht wurde, wie es bei anderen Filmen sonst der Fall ist. Ich beurteile hingegen auch Brad Pitts auftritt als positiv. Ich würde nicht mal sagen, dass er zurückhaltend war. Er blieb nur auf dem Boden, alles andere hätte der Figur nicht gut getan. Für Menschen, die Schwierigkeiten haben Gefühle und Stimmungen von Gesten und Gesichtern zu lesen, mag sein Auftritt zwar blass sein, aber für diejenigen wäre Tom Cruise vielleicht die idealere Besetzung gewesen (overacting - "wenn es eine Süßigkeit ist, dann muss es nach einer Tonne Zucker schmecken").
@Honk (SPOILRT)
Wäre denn der Film besser gewesen, wenn B.Button ein Kinderdorf gegründet hätte? Was hätte er denn erreichen sollen? Was erreichen andere Menschen? Er kam zur Welt und hat sein Leben gelebt. Er war kein Forest Gump und auch kein Arnold Schwarzenegger. Er trank Alkohol, arbeitete auf einem Boot, ging in den Puff, liebte viele Frauen... Klingt von Anfang an schon nicht vorbildlich. Sein Leben sollte nicht viel anders sein, als das eines anderen Menschen. Mit nur einem Unterschied.
Ich wusste garnicht dass der Mann der Sieben Jahre in Tibet verbracht hat den Namen Benjamin Button trug... ;)
Naja egal. Ich kann auf jeden Fall verstehen wieso viele diesen Film hoch loben, es dutzende Oscar Nominierungen gibt und dass auch Herr Schröter 8 Augen verleiht.
Mir persöhnlich war er zu langweilig und er hat mich auch nichtmal annähernd berührt. Ich habe ständig auf die Uhr geschaut und konnte mich nicht begeistern.
Und was bitte ist so toll an den Kostümen und der Darstellung der verschiedenen Epochen? Wie -Benjamin B- schon geschrieben hat gibt es doch fast nur Idooraufnahmen und nichtmal annähern überzeugende Darstellungen der sich wandelnden Mode und der äußerlichen Umgebung.
Mir kams im Gegenteil eher so vor als würde das von Anfang bis Ende in den 60ern spielen.
Hier wird nur das Leben Benjamin Buttons beschrieben und viel zu selten die Geschichtliche Kulisse zuhilfe genommen.
Die Maskenbildnerei hat mich am meisten beeindruckt. Auch mich hat es ständig beschäftigt wie das gemacht wurde. Auch hier hat Herr Schröter sich leicht vertan:
-Quote-
Als Benjamin schließlich das Greisenalter hinter sich gelassen hat (und nun von Brad Pitt gespielt wird),
-Quote-
Brad Pitt hat doch ständig gespielt...zumindest sein Kopf.
Der Film bewegte und berührte mich kaum,war langweilig,leer und zu langatmig.Die Liebe zwischen Benjamin und Daisy-zu oberflächlich,emotionslos.Zu unglaubwürdig,wie die Liebe von Seiten Daisy's zu Benjamin auf einmal da war...erst nach ihrem Unfall,als sie ihn besuchte?
Zu hochgelobt der Film,andere Filme wie ''Sieben Leben'' waren viel besser!!!
Ich bin vollkommen überwältigt von diesem Meisterwerk.
In keinem anderen Film konnte ich im selben Moment lachen und weinen. Das ist so außergewöhlich schön. Für mich war der Film zu keiner Zeit langeweilig. Die knappen 3 Stunden sind wie im Flug vergangen. Ich freu mich schon auf die Veröffentlichung auf DVD.
Nach gefühlten sechs Stunden verlassen wir das Kino und wissen nicht so recht, was das war. Noch eingelullt von den imposanten Bildern, der wirklich seltsamen Geschichte und den durchaus traurigen aber auch schönen Komponenten will man dem Film irgendwie mögen. Oder ist man etwa reingefallen auf diesen Mix aus Titanic, Forrest Gump, Aviator und Dr. Schiwago, erzählt im Auge des Sturms Katrina, zielgerichtet auf die Oscar-Verleihung? Hat der Film eine eigene Seele?
Die Kulissen und Bilder sind zweifelsohne handwerklich erstklassig. Die Atmosphäre stimmt und die Liebe zum Detail erkennbar. Die Alterung bzw. Verjüngung aller Figuren kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Natürlich nicht immer perfekt, aber im Rahmen dieses "Märchens" auch nicht notwendig. Die Geschichte beginnt rührend, komisch und interessant. Nach und nach mehren sich aber Szenen, die zwar wunderschön sind, aber nur bedeutungsschwanger bleiben. Vieles wirkt klug und weise, ist jedoch in Wirklichkeit völlig sinnlos und teilweise grauenhaft kitschig (z.B. der Brief von Benjamin an seine Tochter Caroline). Und viele Neben-Geschichten werden erzählt, haben aber mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun (z.B. die Szenerie rund um Daisys Unfall). Zentraler Kritikpunkt ist die Beziehung zwischen Benjamin und Daisy. Obwohl man weiß, dass es hier um eine Liebesgeschichte geht, sieht und fühlt man sie über den ganzen Film nicht. Was fehlt, ist dieses unsichtbare Band, die frühe Beziehung zwischen den Beiden, wie es z.B. bei Forrest Gump der Fall war. Und Benjamin Button, die wohl interessanteste Figur der letzten Jahre, bleibt bis zum Schluss rätselhaft. Und gerade das ist meiner Meinung der allergrößte Fehler des Films. Die charakterliche Entwicklung wäre so interessant gewesen. Benjamin ist nicht nur aber ist den ganzen Film über gesetzt, kühl und unbegreifbar. Schade.
Mein Fazit: Da ich gerade in melancholischer Stimmung bin, ziehe ich mir die positiven Aspekte des Films heraus, sehe über die ganzen phrasenhaften Weisheiten und vergebenen Chancen bzgl. der Charaktere hinweg und habe eine schön traurige Gute-Nacht-Geschichte. An einem anderen Tag hätte ich Fincher für diese angweiligen Oscar-Kompatibilität verlucht. Wobei er den Goldenen ja endlich mal verdient hat...
Und vielleicht kann mir ja noch jemand erklären, was es bloß mit dem Uhrmacher und seiner Uhr auf sich hatte? Und kann es sein, dass sich die Musik sehr stark an "Der mit dem Wolf tanzt" anlehnte? Warum hat Elizabeth Abbot nun doch noch den Ärmelkanal durchquert und warum wurde mehrmals erwähnt, dass ihr Mann Spion sei? Warum bekommen Tilda Swinton und auch Julia Ormond so wenig Rollen?
Ich würd den Film nicht nochmal sehen wollen
Hatte ebenfalls mehr erwartet. Irgendwie alles wie "schon mal gesehen". Außerdem viel zu viele Computeranimationen.
Ein guter Film aber bei weitem kein Meisterwerk.
Ich kann meinen eigenen Eindruck aus den Kommentaren meiner Vorredner zusammensuchen:
Optisch sehr schön, schauspielerisch nicht überwältigend aber auf hohem Niveau und inhaltlich fehlt -im Vergleich zu den (mit Recht) oftmals herangezogenen Filmen "Forrest Gump" und "Big Fish"- der Funke, der zum Zuschauer überspringen sollte. Alles in allem kommt ein unterhaltsamer Film heraus, der mich persönlich aber nie auf der emotionalen Ebene erreichen konnte.
Wirklich Grandios ist allerdings der in der Rezension angesprochene Running-Gag. Immer wieder schön platziert und unfassbar komisch in seiner Idee und Präsentation.
Ich bin ebenfalls der Meinung das dieses im voraus schon als Meisterwerk gepriesene Stück Film meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Und! ich bin nicht einmal mit viel Erwartungen herangegangen. Ich habe mir vorher gedacht: "Da muss doch was faul sein!"
Und da war eine ganze menge faul!
Zum einen war ich gespannt ob Brad Pitt mich in dieser Rolle überzeugen kann nur gibt er leider sein Talent zusammen mit Cate Blanchet an die Nebendarsteller ab(insbesondere Julia Ormond).
Kaum Witz und eine kaum vorhandene Dramaturgie. Jedenfalls für mich ohne nennenswerte Höhen und Tiefen.
Die Ausstattung ist natürlich der Bonus-Punkt schlechthin für diesen Film aber mir als überzeugendes oder originelles Drama einfach zu fad.
Schade, dass David Fincher nicht mit Benjamin Button tauschen kann. Dann wären die ersten seiner Filme quasi sein Alterswerk und er würde sich mit jedem weiteren Film der Jugend nähern - und dabei immer aufmüpfiger, innovativer und interessanter werden. Leider läuft hier aber alles seinen normalen Gang und der führt scheinbar gerade bei den 'großen' Talenten oftmals in die Bedeutungslosigkeit (siehe F.F. Coppolla und viele andere mehr). Manchmal dreht sich dann plötzlich noch was (z.B. R. Altman mit 'Short Cuts'), manchmal auch nicht.
Hoffen wir auf ersteres. Denn "Benjamin Button" ist einfach enttäuschend, gemessen an modernen Klassikern wie "Sieben" oder "Fight Club". Das sind Filme, in denen man bei jedem erneuten sehen den Einfallsreichtum und den Mut des Filmemachers bewundert. "BB" ist hingegen ein 'Einmalfilm'. Man schaut ihn sich an, wird gut unterhalten, aber muss ihn kein zweites Mal mehr sehen.
Das ist verblüffend, denn von der Grundidee und deren erzählerischen Möglichkeiten her, hätte das ein Parade-Fincher werden können. Ungewöhnlich, ein bischen bizarr, mit verschiedenen Texten und Sub-Texten. Was ist es geworden: eine nett erzählte Geschichte, die in der ersten Hälfte kaum überzeugt und in der zweiten - als die beiden Hauptprotagonisten sich im Alter annähern - immerhin als Melodrama funktioner. Die erste Hälfte: alles sehr nett, aber eben auch nicht mehr. Dabei ist BB doch ein zweiter 'Elefantenmensch': hässlich, gegen alle Ewartungen der Gesellschaft verstoßend, 'unvorstellbar', ein Monster. Aber was passiert: er wohnt fröhlich in einem Altersheim, die Bewohner mögen ihn, die Prostituierten können nicht genug von ihm bekommen, als Seemann schlägt er sich ordentlich... eigentlich ein völlig normales Leben. Und entsprechend langatmig ist dann auch die erzählte Geschichte. Die Seefahrt, der Krieg, Russland, eine Affäre - alles läuft ab, ohne dass es eine Bedeutung hat. Und der Ton dieser Erzählung ist der leicht-lockere Hollywood-Mainstream, bei dem man ein bischen staunt, ein bischen lacht, ein bischen Bedeutung mitbekommt.
Erst in der zweiten Hälfte wird es interessanter, wenn BB selbst Vater wird - hier stellen sich dann wirklich spannende Fragen. Filmisch gelöst werden sie aber auch nur standardisiert. Und die alles rahmende Meta-Erzählung im Krankenhaus beim Hurrican Kathrina: einfach überflüssig. Sie bricht den chronologischen Fluss der Erzählung ständig auf, ohne etwas beizutragen.
Ach, wäre der David doch bloß wie der Benjamin...
Uberbewertet
Vielleicht bin ich gefühlskalt oder neige zu Extremen, aber habe keinen einzigen traurigen oder glücklichen "Gänsehaut-Moment" im Film erlebt. Nur "Och, schade" oder "Oh, das freut mich"-Momente.
und mal wieder gilt: weitgehende tiefgründige Kritik von filmszene.de aber größtenteils völlig sinnentleerte Kommentare ....
fader gehts nicht
was sollen diese oscars? haben die was anderes gesehen? hat sich die krise aufs gehirn der juroren geschlagen?
so einen schwachsinn habe ich schon lange nicht gesehen
jede teletubbies-folge hat mehr zu sagen
teilweise hatte ich etwas probleme mit der logik, ausserdem hätte man die "alterung" von brad pitt(in manchen abschnitten) etwas besser schminken oder auch überarbeiten können. stellenweise etwas langatmig.
mein fazit: alles in allem schöner film aber eine stunde weniger hätte auch gereicht.
ach ja das wichtigste hatte ich vergessen: ich hatte erhebliche probleme die (alte dame) im krankenhaus zu verstehen. das war nicht wirklich verbraucherfreundlich.
Schöner und qualitativ sehr gut gemachter Film über das Leben eines Menschen mit einer mysteriösen Krankheit. Sehr gut gespielt. Cate Blanchett sieht im Film (In ihren jungen Jahren natürlich!) verdammt gut aus! Der Film plätschert nur so dahin und nimmt einen einfach mit. Kann ich nur empfehlen.
endlos langweilig
Wundervoller langsam erzählter Film. Viele schöne Bilder und eine Geschichte die mich berührt hat. Ab und zu hat er mich an Forrest Gump erinnert. Ich kann ihn nur empfehlen.
Kommentar hinzufügen