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Der schmale Grat

Der schmale Grat
kriegs-drama , usa 1998
original
the thin red line
regie
terrence malick
drehbuch
terrence malick
cast
james caviezel,
adrien brody,
woody harrelson,
john cusack,
nick nolte,
sean penn, u.a.
spielzeit
170 Minuten
kinostart
25. Februar 1999
homepage
bewertung

9 von 10 Augen

Leute, was für ein Film!
Die Handlung sollte mittlerweile geläufig sein: GI´s landen im Zweiten Weltkrieg auf der japanisch besetzten Pazifikinsel Guadalcanar. Landungsboote schaukeln in Richtung Strand - und wo die Ähnlichkeiten mit dem Soldaten James Ryan ansetzen, da hören sie auch schon wieder auf: Denn in dem Moment, wo bei Spielberg das Sperrfeuer losbricht und amerikanische Fetzen fliegen, passiert bei Malick gar nichts. Der paradiesische Strand ist menschenleer, völlig sinnlos hechten die Marines über den Sand und wundern sich. Scheinbar ewig müssen sie nun über die Insel tapern, bis die ersten japanischen Granaten einschlagen: Endlich wieder Krieg. 
Wo die Handlung bei "Saving Private Ryan" der elementare Bestandteil des Films ist, die Darstellung des Gemetzels ansich den Inhalt und die Botschaft ausmacht, da ist sie bei "Der schmale Grat" nur Beiwerk. Die brutal originalgetreue Darstellung des Sterbens fehlt ihm völlig, Malick benutzt den Krieg vielmehr virtuos als Kulisse für präzise Beobachtungen von Menschen und für ihre Philosophie. Dabei ist nicht etwa ein flammender Antikriegsfilm herausgekommen, sondern ein liebevoll gemachter, sehr lyrischer und ruhiger Film, den man von der ersten Minute bis zur letzten gierig aufnimmt. 
Das Geschehen ist unterlegt mit einem sphärischen Klangteppich, der teilweise sogar Dialoge und Schlachtenlärm überlagert. Immer wieder spricht eine nicht zu identifizierende, sonore Stimme aus dem off und philosophiert über das Leben, das Sterben und die Liebe. Und ständig streut Malick metaphorische Beobachtungen von Tieren und Pflanzen ein. Durch diesen ruhigen, schwebenden Charakter des Films wirkt "Der schmale Grat" um so mehr auf den Zuschauer, nicht bedrückender als "Der Soldat James Ryan", sondern einfach anders. 
In der ersten Stunde etwa bist Du verzweifelt bemüht, Gesichter, Namen und Stimmen auseinanderzuhalten. Ein aussichtsloses Unterfangen - denn die Soldaten sind allesamt dreckig und häßlich, einer ähnelt dem anderen. Das ist kein Zufall - Terrence Malick arbeitet die vielleicht einzige Botschaft des Films heraus: Die Menschheit besitzt eine einzige große Seele, wir sind allesamt Gesichter des selben Wesens.  Leute, die Du für wichtig hältst, verschwinden innerhalb von fünf Minuten wieder aus der Handlung, und die Perspektive wechselt immer wieder. 
Der Versuch, die Monologe aus dem off in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen, ist zwecklos: Sie kommen von verschiedenen Personen, befassen sich mit verschiedenen Dingen und driften teilweise ins Unsinnige und Kitschige ab - wie die Gedankengerüste von Menschen halt sind. 

Zu diesem freakigen Charakter des Films, der Beliebigkeit der dahinvegetierenden Charaktere, trägt die Besetzung bei:
Als der grotesk medienscheue Kultregisseur Malick das erste mal nach 1979 wieder eine Produktion plante - übrigens erst seine dritte - stand halb Hollywood Schlange. Die Hauptrollen wurden aber an relative Nobodys verteilt- einzig Sean Penn und John Cusack bekamen solche als bekanntere Schauspieler. Ansonsten glänzen beispielsweise Leute wie James Caviezel und Elias Koteas - schon mal gehört? 
Der ganze Rest begnügte sich bereitwillig mit Neben- und Kleinstrollen: Nick Nolte hat schon mal größere Parts gespielt, John "Pulp Fiction" Travolta tritt etwa zwei Minuten als General auf, Woody "Natural Born Killers" Harrelson hat nach einer Viertelstunde Feierabend, und George "From Dusk till Dawn" Clooney darf vier Sätze sagen (keine sechzig Sekunden). Wobei letzterer auch wirklich nicht länger in den Film gepaßt hätte. 
Trotzdem: die Qualität der Darstellung ist fantastisch - Vor allem Sean Penn und James Caviezel kommen irre rüber, und die Beobachtung der Charaktere gründen tiefer als alles andere, was Hollywood in letzter Zeit hervorgebracht hat.

Ich hoffe, "Der schmale Grat" kriegt jeden Oscar, für den er nominiert wurde.
In dem Bewußtsein, daß dies wahrscheinlich ein frommer Wunsch bleibt, verabschiedet sich

Rainer Leurs

9

Krieg mal von einer anderen Seite-viele Gedanken usw.
aber es wird doch geschossen und ich find den kampf nicht so schlecht! Die vielen Naturaufnahmen sind doch natuerlich, die soldaten scchauen doch nicht nur auf ihre waffe sondern auch die umgebung! Man sieht keine ,,Rambo`` Soldaten die alles erschießen sondern menschen die am krieg keinen spaß finden und Angst haben.

10

Also liebe Leute,
ich bin mir mittlerweile sicher, dass so ziemlich niemand diesen Film wirklich verstanden hat.
Das Problem an sich ist nicht das Meisterwerk von Terrence Mallik, sondern die pure Dummheit und Ignoranz, die die Besucher im Kino und die Bewerter (?) von dem Film "Der Schmale Grat" hier so von sich geben.
Alles was in diesem Film vermittelt werden soll scheitert gnadenlos an der Unfähgkeit der Zuschauer vielleicht mal drei Stunden das Gehirn zu benutzen.
Man geht halt ins Kino oder macht einen DVD Abend und will einen weiteren, blödsinnigen Krieg sehen, und das auch noch bei den heutigen, brissanten politischen Themen.
Ganz ärgerlich aber ist die Tatsache, dass dieser wundervolle Film andauernd mit dem im gleichen Jahr veröffentlichten Verbrechen "Der Soldat James Ryan" verglichen wird.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Filmen ist so gross, dass man das nicht verwechseln kann( es sei denn man geht ins Kino und siehe oben).
Während Mallik, dem übrigens sämtliche Darsteller bei Ihren Gehalt entgegen gekommen sind, über die tiefsten und sehnsüchtigsten Gefühle der Protagonisten Einblick gewähren lässt, ist Spielberg`s Ryan ein ganz schlechtes Zusammenspiel aus in WILD WEST Manier und America ist Super Propagandablödsinn, den die vernünftigen und Klugen längst erkannt haben.
Zu Spielberg: dieser Mensch macht grundsätzich Filme, nach deren Erwartungen er am meisten einspielen kann. Dabei schreckt MR Spielber selbst vor Geschichtsverdrehung nicht zurück, was er mit dem Film "München" eindrucksvoll bewieß.
Zu Private Ryan: Das dieser erschreckend matte stumpfe Film sooo viel Geld eingespielt hat zeigt, dass weder die Wahrheit noch Bildung auschlagebend sind für diese hohen Erfolgs- und Verkaufszahlen, sondern die mittlerweile allgegenwärtige Unwissenheit und der armselige Drang nach Unterhaltung.
Der schmale Grat dagegen ist frei davon, er zeigt den Menchen im Krieg, seine Erwartungen an das Leben, die Unklarheit über Sieg und Verdammniss sowie die ewige Suche nach dem Sinn.
Eine wunderschöne, fast schon perfekte Harmonie zwischen Film, Kamera , Musik und den Aufnahmen der Landschaft machen dieses Werk zu einen höreren Genuss für alle Menschen, die den Film lieben.
Alle anderen köönen ja weiter Spielberg´s Verbrechen schauen...
Danke an Mallik und diesen tollen Film.

9

Ich habe selten einen solch guten Kriegsfilm gesehen, denn Der Schmale Grad ist anders als die normalen Filme. Es geht hier nicht nur ums sinnlose Gemetzel sondern auch darum was die Soldaten dachten und wie sie es verarbeiteten. Es stimmt schon das er beim ersten sehen schwer zu verstehen ist aber mit jedem weiteren mal gefällt er mir besser. Außerdem ist die Hintergrundmusik während der Schlachten optimal gewählt, da so viel besser vermittelt wird wie grausam, sinnlos und ,,SCHEIßE`` der Krieg ist. Ich muss sagen R. Leurs spricht mir genau aus der Seele.

10

Hab mir grad den Film reingezogen.....Hut ab einfach nur super gemacht....bei dem Film muss ma mitdenken und nicht wie bei anderen filmen zuschauen wie gefühllos Soldaten sich umbringen! Sehr guter Film den man aber meiner Meinung nach öfters schauen muss,um ihn zu vertehen!! Aba das ist sicherlich kein Nachteil!!

10

Dieser Film ist für mich einer der faszinierendsten Werke überhaupt. Alleine die erste Einstellung (das Krokodil) und das letzte Bild (die Pflanze im Wasser) sind Metaphern für Tod und Leben, mit letztlich einem optimistischen Ausblick. Überhaupt handelt der Film nicht von Krieg, sondern vom Leben. Der Krieg ist lediglich ein Vehikel, um andere Botschaften zu transportieren: Z.B. wie dicht Sieger und Besiegte liegen, Vergänglichkeit des Menschen in der Natur, die Irrationalität von Menschen, die Unverwundbarkeit von Liebenden, usw. Diese Langsamkeit ist unglaublich, die Einstellungen auf Gesichter und Natur ungewöhnlich lange. Die Kamera nimmt sich einfach soviel Zeit zum Schauen, wie sie braucht. Für mich einer der philosphischsten Filme, die ich je gesehen habe. Wer diesen Film ebenso hoch einschätzt (eigentlich hat er eine 11 verdient), wird womöglich auch die Filme von Kieslowski mögen. Und was den Zeit und Raum für die Schauspieler angeht, so hat mich "Das Leben der Anderen" an diesen Film erinnert.

10

Während der Soldat James Ryan eher ein Film über ein paar G.I.s, besser gesagt Cowboys die die ganzen grenzdebilen Landser alleine zerlegen ist, zeigt Der Schmale Grad die menschliche Seite des krieges.
Er zeigt wie jeder Soldat wärend des Krieges auf seine eigene Art mit sich kämpfen musste.

Toller Film, wer sagt das der Film langweilig ist, hat einfach die aussage nicht verstanden !!!!

10

Das ist der mit Abstand beste Antikriegsfilm der 90er.

Aber Achtung: Wem das gewisse Stückchen Hirn fehlt, wird es sehr schwierig mit dem Film haben. Es gibt keinen anderen Film bei denen die Angst die Soldaten im Krieg haben so perfekt gezeigt wird. Der Schrecken des Krieges KANN einfach nicht besser dargestellt werden. Die Schauspieler sind auch perfekt und wer sich darüber aufregt das manche nur kurz auftreten und es keinen richtigen Hauptdarsteller gibt so einfach mal sein kleines Hirn einschalten. Im wahren Krieg gibt es auch keinen Hauptdarsteller(außer dem Krieg selbst) und im Krieg ist es völlig egal ob du nun berühmt bist oder nicht. Es kann jeden zu jeder Zeit treffen!
Die Schlachtszenen sind ebenfalls super! Besonderst die erste im hohen Gras gehört mit zu den besten überhaupt. Dazu kommt der schöne Soundtrack und die tollen Landschaftsaufnahmen. Auch die ruhigen Szenen sind super da hier durch die Monologe der Schreken noch verstärkt wird. Und in der Eröffnungszene wird perfekt der Kontrast von der friedlichen Welt zum absoluten Schrecken gesetzt.
Einfach ein geiler Film!

10

um nicht alles 100 mal zu wiederholen schließe ich mich den meisten meiner Vorredner an....

der Film ist einer der besten die ich gesehen habe...

10

Ich habe den Film in jungen Jahren oftmals gesehen und war gelangweilt, bis ich ihn mir vor Kurzem nochmals ansah. Ich war schon nach den ersten 5 Minuten zu tiefst gerührt und beschlossen einen Schund wie Saving Private Ryan sofort zu verkaufen. Dieser Film ist keine überzeichnetes und patriotisches Heldenepos, sondern einer der besten Filme den ich je gesehen habe. Er unterteilt nicht in Schwarz und Weiß sondern zeigt, dass es in einem Krieg nur Menschen gibt. Ein Film der mir, eigentlich einen schwer zu Tränen rührbaren Menschnen, schon nach kurzer Zeit das Wasser in die Augen Trieb, ob dieser Schönheit und durch und durch gelungenen Story. Wer einen Film im Stile von Private Ryan sucht soll bloß die Finger von The Thin Red Line lassen, aber wer bereit ist sich auf ein überwältigendes und Packendes Feuerwerk aus Phoesie und Philosophie einzulassen, der muss diesen Film sehen. Ich dene wer diesen Film nicht mag hat ihn nur einfahc nicht verstanden.

MFG Mitchmaker

10

dieser film ist in meinen 10 augen der kompletteste und überzeugendste versuskriegsfilm aller zeiten. terrence mallick hat genau das aufzeigen wollen, was diejenigen die ihn verstehn, gesehen haben. noch dazu wird dieser grandiose film mit erscheinungen einzelner schauspielgrößen abgerundet.

für alle kriegsnarren und US-patrioten aller james ryan oder black hawk down, die übrigens im gegensatz zu mallicks werk vom pentagon in ihrem vorhaben unterstützt werden, bleibt nur eins zu sagen. man kann als fan von bombendonner und soldatenfetzen einem solchen film ohnehin nicht verstehn. denn genau das wird in so einen film zurecht als unnatürlich verschrien.

10

Vor Jahren aufgenommen erst gestern gesehn und hier muß ich meine Begeisterung aussprechen. Realistisch, melancholisch, brutal und mitfühlend. Einfach genial.

10

Als ich den Film zum ersten Mal sah, wusste ich ihn leider noch nicht zu würdeigen, da ich einfach noch zu jung war.
Viele Jahre später kaufte ich mir jedoch die DVD und verfluchte mich selber, es nicht schon früher getan zu haben.
Wer den Film langweilig findet, verteht ihn nur nicht.

1

Hi,
ich hab den Film geschenkt bekommen und ihn erwartungsvoll angeguckt....aber dann war ich doch ziemlich enttäuscht, denn der is echt voll öde... ich hatte nach einer stunde genug von gestellten szenen und verwirrenden schnitten. eine handlung fehlte mir irgendwie auch... ich weiß nich was ihr daran so toll fandet (?)
es ist ein schöner landschaftsfilm aber KEIN kriegsfilm...
...ich hab mir zur entspannung erstmal zwei folgen band of brothers reingezogen und kann sagen: das war besser!!!

10

dieser film gehört zum besten, was die filmlandschaft zu bieten hat. ob kamera, ton, licht, schauspielerische leistung, casting oder thematik. alles ist - ich benütze nicht gerne superlative, aber hier habe keine andere wahl - GENIAL. in diesem film kommen die WESENTLICHEN fragen des lebens zum ausdruck. jeweils werden auf den thematisierten feldern (schatten-licht, leben-tod, egoismus-altruismus, krieg-frieden) die gegensätze herausgeschält. die dazu ausgewählte bühne, ist der krieg, da gerade dort die gegensätze (tod und leben) extrem nahe sind. für mich, der sich gerne mit kulturanalyse auseinandersetzt war viele ein wiedererkennen von philosophischen und psychologischen standpunkte, wobei ich noch nie ein derartig geschlossenes - in sich kohärentes - werk gesehen habe. was mich am meisten erstaunte war die tatsache, dass sich eigentlich keine figur direkt von einer theorie leiten liessen, sondern immer von der vergangenheit heraus, die welt interpretierte. beispiele: witt durch verstorbene grossmutter, tall durch zu späten erfolg in karriere...

10

Leute, besorgt euch die Buchvorlage von James Jones!!! Erschien zuerst als "Der tanzende Elefant" später als "Insel der Verdammten". Habe ich mir vor Kurzem als deutsche Erstausgabe von 1963, für schmales Geld bei Ebay ersteigert. Das Buch ist der beste Antikriegsroman, den ich bis jetzt in meinen Händen hatte.
Zum Film kann ich nur sagen, dass er zu meiner persönlichen Top 5 gehört, selten wurden Tiefgang, Optik, und auch Sound so harmonisch filmisch umgesetzt.

10

Krieg ist nicht nur lautes Getöse, Granateinschläge, Schüsse, Kampf etc.
Der großteil des Krieges besteht aus warten, umhersitzen, seinen Gedanken nachhängen, Briefe schreiben.
Wie sollte es ein Mensch aushalten ständig unter Sperrfeuer, Artilleriefeuer etc. zu liegen? Jeder der schon einmal ein authentische Biographie über einen Kriegsveteranen gelesen hat, wird merken: Krieg ist nicht so wie Hollywood in uns verkaufen will.
Deswegen ist dieser Film sagenhaft gut.
Eine andere, nicht bekannte seite (für viele auch langweilig) wird beschrieben, das alles auch abseits der Kampfhandlungen wie eben Pflanzen, Natur und Tiere. Aber gerade das macht doch auch einen Antikriegsfilm aus?! Den Kontrast zwischen einvernehmlicher Stille und Frieden, dem absolut krassen Gegenteil des Krieges entgegen zu stellen. Und das ist wahrhaftig gelungen!

1

MAn war das langweilig, ey...

10

Der Film ist seiner Konkurrenz dermassen vorraus, er müsste 20 von 10 Augen erhalten! Der Schmale Grat ist der beste Film, der jemals in der westlichen Hemisphäre gedreht wurde. Er ist für viele Zuschauer einfach nicht leicht konsumierbar, weil das Gehirn bereits Hollywood-manipuliert ist und beim Gucken auf Auto-Pilot schaltet. Der Film ist aber auch deswegen seiner Konkurrenz vorraus, weil der Regisseur Terrence Malick ein philosophisches Genie ist. Er verlangt mündige Zuschauer. Wer es erkannt hat, sieht, dass der Film pantheistisch geprägt ist. Es ist bewiesen, dass Menschen von Epoche zu Epoche kollektiv und gesellschaftlich sowie gedanklich je nachdem eine Stufe auf- oder absteigen. Bis die Menschheit dieses absolute "Wir-Gefühl" bekommen, muss eine Katastrophe über die Menschheit herfallen. Das vermittel der Film, den Pantheismus. Alles hat den gleichen Ursprung und somit wird jedes Handeln hinterfragt. Das ist nicht nur ein Anti-Kriegsfilm, das ist lehrreiche Poesie durch Worte, Bilder und Musik verpackt in einem Meisterwerk, was es bis jetzt nicht gab. In dem Film harmoniert alles miteinandet. Die Natur und die Kompositionen scheinen sowas wie lebendige Charaktere, gar Hauptdarsteller zu sein. Terrence Malick hat da so einen genialen Film hingekriegt. Eine Schande, dass dieser Film kaum berücksichtigt wird. Da räumt so ein patriotistischer Schwachsinn wie "Private Ryan" Oscars ab und dieses grandiose Meisterwerk geht leer aus. Aber ich sehe das auch irgendwo positiv. Daran sieht man, dass Malick seiner Zeit vorraus ist. Viele Menschen können so ein Meisterwerk noch nicht verstehen, genauso wie damals früher Aristoteles Philosophie nicht verstanden und es sich nach einer Epoche normalisierte!

Mein größter Respekt an Terrence Malick, den wirklich daran gelegen war ein poetische philosophisches Meisterwerk hinzulegen entgegen dem kommerziellen Hollywoodscheiß. Mit den Mitteln, die er zu Verfügung hatte, hat er den besten Film aller Zeiten hingezaubert. Er wurde weder von der U.S. Army unterstützt, noch stark finanziell. Vieles bezahlte er aus eigener Kasse. Das ist echt wahr. Die U.S. Army wusste bestimmt, dass Malick nicht irgendein patriotischen Scheiß macht. Sean Penn soll auf seine Gage verzichtet haben.

An alle die den Film scheiße finden: Ja, ich weiß heutzutage ist es echt schwer sich mal ins Kino zu setzen und zuzuhören, weil alle 5 Minuten Special Effects erscheinen und irgendwo eine Superbombe explodiert. Wer sich jedoch auf die elementare Sachen der Kunst einlässt und Poesie in sich wirken lässt, der wird dieses MEisterwerk zu schätzen wissen.

10

Ich kann mich nur größtenteils meinen Vorredner hier anschließen. Der schmale Grat ist ein Meisterwerk, welches in seiner eigenen Dimension schwebt, die unerreichbar zu sein scheint. Wie eine Dimension, von der der Mensch mehr wissen will, aber aufgrund ihrer Komplexität schwer zu verstehen ist. Eine Dimension, die im Menschen Etwas hervorrufen kann, von dem er gar nicht wusste, dass dieses "Etwas" in seinem Inneren überhaupt existiert. Die elementare Frage des Sinn des Lebens - kann sie überhaupt beantwortet werden; muss sie überhaupt beantwortet werden? Welche Antwort befriedigt den Menschen am Meisten? Ist es eventuell eine Religion? Das Christentum oder der Islam? Befriedigt das den Menschen ausreichend sein Handeln auf Erden zu begründen und somit seine eigene Sinnesexistenz? Wer entscheidet, dass es darauf eine Antwort geben muss? Liegt es überhaupt in der Intelligenz des Menschen einer Antwort auf dieser Frage würdig zu sein?

Die Komplexität mit welcher Malick versucht diese Fragen dem Zuschauern aufzuwerfen, ist unvergleichlich atemberaubend und auch deswegen schwer für den Menschen zu verstehen. Dabei verwendet Malick dennoch nur uns bekannte Sachen und stellt eine pantheistische Verbindung her. Ist die Natur uns denn so fremd? Ist sie nicht ein Spiegelbild unseres Handelns oder ist sie uns so fremd geworden in Zeiten des Kapitalismus und des Konsumzeitalters, dass wir gar nicht merken, dass die Natur uns jeden Tag das Grauen zeigt, welches wir Menschen uns gegenseitig und anderen Lebewesen tagtäglich antun? Sind wir nicht alle aus dem gleichen Samen entsprungen?

Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt den Menschen seit man zurück denken kann. Man sucht Antworten. Das Geniale an diesem Film ist, dass Malick darauf keine Antwort bietet, weil es schlichtweg die Wahrheit ist! Ich denke, dass ist für Viele das Unbefriedigende. Für mich jedoch ist es die pure Wahrheit. Geben wir unseren Leben erst dann einen Sinn, wenn wir irgendwelche Motive heranziehen, tausende Kilometer über das Meer fahren und auf einer Insel gegen einen Feind kämpfen, den wir nie sahen oder kennenlernen durften; mit dem wir uns nie unterhielten oder ein Tee tranken. Gibt das unserem Leben einen Sinn? Malick lässt die Frage unbeantwortet; er will keinen Propheten oder "Gott" spielen und die Antwort den Zuschauern in den Schoss legen. Es liegt am Zuschauer selbst inwieweit er einen Sinn darin sieht. Filme wie "Saving Private Ryan" geben dem Gemetzel einen Sinn, in dem eine amerikanische Flagge einblendet und das Motiv "Freiheit" nennt. Aber was nützt dem Menschen jede Freiheit, wenn alles sowieso vergänglich ist. Malick setzt in seinem Film elementare Kontraste, die Einem im Herzen liegen bleiben. Es gibt so viel Schönes um uns herum und wir verstehen es als Menschen dennoch nicht dies zu teilen. Wir kämpfen darum!

Der Film hat mich in einen Bann gezogen, der mich bis heute nicht loslässt. Meine Lebenseinstellung hat sich seit dem verändert. Bereits die ersten 10 Minuten sind so ungewöhnlich für den Hollywoodkonsumer, aber dennoch so schön, quasi die Ruhe vor dem Sturm. Diese ersten 10 Minuten zeigen uns wie man das Leben schätzen kann. Man ist keine Marionette von irgendwelchen Befehlshabern. Es gibt in dieser Welt kein Geld, keine Marktwirtschaft. Es gibt nur Menschen, die sich alles teilen und für unsere Verhältnisse ein "Buschleben" führen. Es ist tatsächlich die andere Welt von der Witt sprach. Wieso diese ganzen Grausamkeiten? Was unterscheidet uns so sehr davon, dass wir gegeneinander kämpfen müssen? Ich ein Amerikaner und du ein Japaner? Ist das der Grund?

Ehrlich gesagt fehlen mir eigentlich die Worte um nur ansatzweise dem Film gerecht zu werden. Ich habe mein bestes versucht. Die Art und Weise wie Malick einen Antikriegsfilm erschaffen hat, in dem er quasi das ganze Leben auf den Kopf stellt sowie hinterfragt, ist atemberaubend schön und bisher unerreicht. Der schmale Grat ist in der Tat, der wohl beste und intelligenteste Film, der jemals gedreht wurde. Der Film ruft alleine durch seine Bilder, die wir jeden Tag sehen, wenn wir vor die Tür gehen, einen Parzifismus der Seinesgleichen sucht. Der Film ist Frieden und das zeigt er uns jede Minute, auch dann, wenn er uns in ein Gefecht zwischen Japaner und Amerikaner wirft, so plädiert der Pantheismus im Film immer für den Frieden! Danke Malick!

Ich wollte noch erwähnen, dass zu meinem Erstaunen eine Szene nicht beschrieben wurde. Gleich am Anfang errinert sich Witt daran wie seine Mutter sterbend im Bett lag. Diese Szene macht quasi den ganzen Film aus und unser ganzes Leben. Sie verläuft ohne eine Art von Dialog, Monolog oder Konversation. Nur Geräusche und Bilder bestimmen das Szenario. Witts Mutter liegt sterbend im Bett, streckt sich jedoch und will ihre Hand einem Mädchen reichen, als würde sie nach dem "Leben" greifen. Man hört die Geräusche von Vögeln, die in einem Käfig eingesperrt umherfliegen. Die Kamera zeigt diese Vögel kurz. Dann hört man Witts Herzschlag und das Mädchen tastet Witts Herz ab und lehnt ihr Ohr samt Kopf an sein Herz. Die Kamera wendet sich auf eine Uhr, die im Raum ist und man hört letztendlich diese ticken. Das Szenario ist zu ende.

Ich denke rund 95% der Zuschauer haben mit dieser Szene nichts anfangen können. Jedoch bin ich immer noch zutiefst berührt wie Malick nur durch Bilder und Geräusche es geschafft hat das ganze Leben im Kontrast darzustellen. Jeder Zuschauer intepretiert natürlich die Kontraste individuell für sich. Das wollte Malick auch so. Das Leben ist individuell. Es gibt kein allgemeines Muster für das Leben. Jeder Mensch sieht es in sich anders.
Wenn ich diese Szene immer sehe, komme ich vom Staunen nicht raus: Die Mutter, die weiß, dass sie sterben will greift ein letztes Mal nach "Leben". Die Vögel im Kontrast dazu im Käfig. Über das Leben hat man nicht zu entscheiden. Das Leben ist gefangen wie in einem Käfig. Wer bestimmt, dass man stirbt? Witts Herzschlag signalisiert das Leben, im Kontrast dazu zeigt der Uhrenschlag, dass das Leben vergänglich ist wie eine Batterie. Es kommt auf die Batterie an wie lange das Leben noch schlägt.

Diese Szene ist nicht nur einfach genial. Das Wort um diese Szene auch annähernd beschreiben zu können, schwebt in einer anderen Dimension.

MfG

10

einfach nur genial! der beste kriegsfilm aller zeiten (zusammen mit black hawk down)!

10

Kann mich da nur anschließen, zusammen mit BHD der beste Antikriegsfilm, noch vor Private Ryan!

Die deutsche Synchro ist gut, aber ich empfehle den Film im Original anzusehen! Schauspieler überzeugen, Soundtrack ist hinreissend, leider erhielt er keine Unterstützung vom US-Militär, wie zB Private Ryan (der erfolgreichere Film von beiden, was mich stutzig macht) einfach weil er die US-Armee nicht besonders gut darstehen lässt.

Sehr guter Film!!

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