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Mark Whitacre (Matt Damon) hat beim großen Agrarkonzern
ADM nicht nur bereits eine sehr verantwortungsvolle
Position erreicht,
sondern auch eine weiterhin glänzende Karriere in
Aussicht.
Als ein von Außen eingeschleuster Virus die Produktion
behindert,
berichtet Mark seinen Vorgesetzten von der Erpressung
durch
einen
japanischen Geschäftsmann, der sich bei ihm gemeldet hätte
und mehrere Millionen Dollar fordert. Als die Bosse
daraufhin das
FBI konsultieren und Whitacres Telefon anzapfen, verlagert
sich
die Aufmerksamkeit jedoch bald auf einen ganz anderen
Schwerpunkt:
Der angeblich Erpresste erzählt den Agenten nämlich von
illegalen Preisabsprachen der marktführenden Konzerne und
erklärt
sich bereit, sowohl als Zeuge gegen seine eigene Firma
auszusagen,
als auch selbst die entsprechenden Beweise zu sammeln und
zur Verfügung
zu stellen. Die Herren von FBI sind Feuer und Flamme und
wittern
eine Aufsehen erregende Enthüllung. Viel zu spät beginnen
sie zu erkennen, dass ihr Informant leider weder besonders
zuverlässig,
noch allzu ehrlich im Bezug auf eigene Unregelmäßigkeiten
ist.
Vom gemeinen Mainstream-Kino hat sich Regisseur Steven
Soderbergh
("Erin
Brockovich", "Traffic")
innerlich wohl schon längst verabschiedet und kaschiert
dies
seit einigen Jahren nur noch oberflächlich mit seinen
gelegentlichen
"Ocean's"-Filmen.
Selbst
dort (vor allem in "Ocean's Twelve")
treibt der Oscar-Gewinner aber munter seine
selbstreferentiellen
Scherzchen und konzentriert sich ansonsten auf Kunst- und
Experimentalfilme
wie "Solaris",
"Voll
Frontal" oder den schwerfälligen Zweiteiler "Che".
Werke, bei denen die Zahl der interessierten Zuschauer
sehr überschaubar
bleibt, aber Soderbergh vermittelt nicht wirklich den
Eindruck,
als ob ihm das noch besonders wichtig wäre.
Mit
"Der Informant!" legt er aber nun eine Art "Zwitter"
vor, einen sehr leichten und amüsanten Film, der dann aber
doch wieder viel zu schräg und merkwürdig geraten ist,
um die Erwartungen des auf eine konventionelle
Agentenkomödie
eingestellten Publikums zu erfüllen. Wer also mit der
letzten
kleinen Groteske der Coen-Brüder namens "Burn
after Reading" schon nicht viel anzufangen wusste, der
wird auch mit diesem Film kaum warm werden und sich
stattdessen
öfter mal fragen, was denn das bitte nun alles soll. Denn
mit
einem ernsthaften oder gar spannenden
"Enthüllungsthriller"
haben wir es nur im Ansatz zu tun. Die in Grundzügen wahre
Geschichte des Mark Whitacre wird bei Soderbergh zur Farce
über
einen Mann, der doch eigentlich alles hat und dann damit
beginnt,
aus nicht nachvollziehbaren Gründen Stück für Stück
sein Leben zu zerstören.
Matt Damon hat sichtlich Vergnügen daran, dieser kaum
greifbaren
Figur Gestalt zu verleihen, hat sich für die Rolle ein
gutes
Dutzend Extrakilos angefuttert und dann noch eine Frisur
zugelegt,
die sich im Verlauf als genauso gefälscht herausstellt wie
die seltsamen Erzählungen seines Mark Whitacre, den
offensichtlich
der Geltungsdrang und die Möglichkeit, im Mittelpunkt zu
stehen
dazu bewegt, eine Entwicklung in Gang zu setzen, die bald
nicht
mehr zu stoppen ist. Oder ist es das aufregende Gefühl
sich,
ausgestattet mit Mikrophonen und Geheimkameras, mal wie
ein echter
Agent zu fühlen? Vielleicht aber ja doch die tiefste
innere
Überzeugung, einfach das moralisch Richtige zu tun?
Der
Versuch, aus dem Verhalten dieses Mannes irgendwie schlau
zu werden,
ist definitiv zum Scheitern verurteilt, doch das mindert
in keinster
Weise das Vergnügen, ihm zu zuschauen. Seien es die
dilettantischen
und dennoch erfolgreichen Abhöraktionen oder das
Herumdrucksen
um die langsam zum Vorschein kommenden eigenen
Verfehlungen, bei
denen sich der Möchtegernheld in immer neue Widersprüche
und Lügen verstrickt. Die Soloshow des blendend
aufgelegten
Matt Damon wird dabei elegant begleitet von zwei zwischen
kindlicher
Begeisterung und wachsender Frustration ob des
unzuverlässigen
Spitzels hin- und hergerissenen FBI-Agenten, von denen
insbesondere
der frühere "Enterprise"-Captain Scott Bakula mit
seiner steifen Art und gequälten Miene für viel Freude
sorgt. Aber nichts kommt gegen den entwaffnende Charme und
die Unschuldsmiene
des erneut bei einer dreisten Lüge ertappten Informanten
an,
wenn er zum wiederholten und mit Sicherheit nicht letzten
Male versichert:
"So, das war es jetzt aber endgültig, nun wissen Sie
alles".
Eine richtige Struktur entwickelt die Handlung dabei nicht, verweigert konsequent den Zugang zu ihrer Hauptfigur und verliert sich immer wieder im Anekdotischen. Eine Abweichung von der Form, mit der so eine Story sonst üblicherweise erzählt wird, die man je nach Gusto hoch amüsant und erfrischend oder eben auch als Zumutung und mindere Frechheit empfinden kann. Wer aber schon viel zu viele nach Schema F gestrickte Komödien und Agentenfilme gesehen hat, der wird sich sicher für Ersteres entscheiden und bei Steven Soderberghs neuester Stilübung nicht eben wenig Spaß haben.



Klasse Film. Leider nicht in so vielen Kinos am Start!
Tja, ich könnte vielleicht was Tolles über den Film hier schreiben, nur habe ich den Film erst weitergespult, dann abgebrochen vor lauter Langeweile.
Diesen Filmchen zu sehen ist wirklich Zeitverschwendung !!
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