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Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn

Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn
drama , usa 2005
original
proof
regie
john madden
drehbuch
david auburn
cast
gwyneth paltrow,
anthony hopkins,
jake gyllenhaal,
hope davis, u.a.
spielzeit
99 Minuten
kinostart
4. Mai 2006
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Vier Jahre, nachdem Ron Howards "A Beautiful Mind" bei der Oscar-Verleihung mehrere Trophäen abräumte, kommt jetzt ein neuer Film über einen Mathematiker zwischen Genie und Wahnsinn zu uns ins Kino. John Maddens ("Shakespeare in Love") Film konzentriert sich allerdings weniger auf das Genie Robert (Anthony Hopkins), sondern auf seine Tochter Catherine (Gwyneth Paltrow), die sich weigert, sich mit ihrem Vermächtnis auseinander zu setzen. Catherine scheint unter dem Erwartungsdruck, dem sie täglich begegnet, fast zu zerbrechen. Einerseits sehnt sie sich nach Anerkennung, andererseits scheut sie genau davor zurück. Schließlich lässt sie ihre eigene Arbeit bereitwillig liegen, um ihren mittlerweile geistig verwirrten Vater zu pflegen, bis dieser schließlich stirbt. Doch Catherines Erbe besteht nicht nur aus einer außergewöhnlichen Begabung als Mathematikerin: Über ihr hängt der Verdacht, auch die psychische Krankheit des Vaters geerbt zu haben, die ihn fast sein ganzes Leben lang daran hinderte, seine Begabung auszunutzen.

Davon überzeugt ist vor allem Catherines ältere Schwester Claire (Hope Davis, "About Schmidt", "The Weather Man"). Zwar hat sie sich bis zu Roberts Tod wenig um Schwester und Vater gekümmert, jetzt will sie dafür aber alles in die Hand nehmen. Kaum liegt der Vater unter der Erde, hat sie auch schon das Haus verkauft und Therapiestunden für Catherine im fernen New York bestellt. 
Davis brilliert als überkompensierendes Organisationsmonster Claire, das Gefühle wie Nostalgie oder Trauer abhakt wie andere Leute ihren Einkaufszettel. Das Aufeinandertreffen der beiden unterschiedlichen Schwestern ist eigentlich nur eine Nebenhandlung, jedoch liegt in ihr die größte Stärke von Maddens Film. Hier werden dank der Beobachtungsgabe des Drehbuchautors und des Regisseurs Konflikte ausgetragen, die mit viel Leidenschaft und Glaubwürdigkeit dargestellt werden.

Aber zurück zur eigentlichen Handlung: Der Beweis des Titels führt Catherine und Hal (Jake Gyllenhaal, "Brokeback Mountain") zusammen, der als Student und Assistent ihres Vaters fest daran glaubt, noch brauchbare Aufzeichnungen in dessen Notizen entdecken zu können. Dabei kommt ein genialer mathematischer Beweis zum Vorschein, den Catherine geschrieben haben will - doch kann sie dies beweisen? 
Diese Frage stellt Catherines und Hals Romanze auf die Probe, jedoch ist die schüchterne Annäherung der zwei selbsternannten "Geeks" lange nicht so mitreißend wie die innerfamiliären Konflikte. Gyllenhaal spielt lediglich den verständnisvollen Jungen von nebenan, eine Rolle, die sein Talent nicht gerade herausfordert. Höhepunkte des Films sind hingegen die Szenen zwischen Vater und Tochter, in denen die Frage, wie viel Genie und/oder Wahnsinn den beiden nun tatsächlich beschert ist, immer im Raum hängt. Besonders beeindruckend ist Hopkins' Darstellung seiner Figur im verwirrten Zustand: Allein im Schnee kritzelt er in seine Notizbücher und erzählt begeistert von neuen Erkenntnissen, die nichts als Nonsens sind.
Geschickt ist auch Maddens Umgang mit Rückblenden. Als Zuschauer kann man nie ganz sicher sein, ob es sich um eine tatsächliche Episode oder nur eine Fantasievorstellung handelt, was unter anderem den Reiz des Films ausmacht.

"Der Beweis" ist eine nicht immer ganz erfolgreiche Adaption des preisgekrönten Theaterstücks von David Auburn, seine großartigen Schauspieler machen ihn aber dennoch zu einem sehenswerten Film.

Anna Plumeyer

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