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Denk wie ein Mann!

Denk wie ein Mann!
komödie , usa 2012
original
think like a man!
regie
tim story
drehbuch
keith merryman, david a. newman
cast
meagan good,
regina hall,
kevin hart,
michael ealy,
jerry ferrara, u.a.
spielzeit
120 Minuten
kinostart
30. August 2012
homepage
http://www.denk-wie-ein-mann.de
bewertung

6 von 10 Augen

Es ist mal wieder nicht leicht, das Beziehungsleben. Der einzige der in der Clique von Dominic (Michael Ealy), Jeremy (Jerry Ferrara), Zeke (Romany Malco) und Michael (Terrence Jerkins) aktuell so etwas wie Zufriedenheit demonstriert, denk mann 1ist mit Cedric (Kevin Hart) ausgerechnet derjenige der sich gerade scheiden lassen will. Die anderen sind entweder freiwillige oder ungewollte Singles und verzweifeln stets aufs Neue an den Mysterien des weiblichen Geschlechts. Doch auch selbstbewusste Damen wie Mya (Meagan Good) und Candace (Regina Hall) verstehen die Männerwelt immer weniger und besorgen sich daher Hilfe bei dem Ratgeber „Handle wie eine Frau, aber denk wie ein Mann!“ des charismatischen Durchblickers Steve Harvey. Als jedoch die Männer schließlich ebenfalls das Buch entdecken und so plötzlich schon im Voraus wissen, was die Frauen erwarten, beginnt ein buntes Katz- und Mausspiel, ein hin und her bei den diversen Liebesgeplänkeln mit ungewissem Ausgang.
 

denk mann 2Das klingt jetzt erst einmal nicht so wahnsinnig originell und ist es schlussendlich auch nicht, doch trotzdem hat die Komödie „Denk wie ein Mann!“ auch Einiges für sich. Handelt es sich doch bei dem von Routinier Tim Story ("Barbershop", "Fantastic Four") inszenierten Reigen um eine der ganz wenigen US-Produktionen mit einem fast durchgängig schwarzen Cast, die es auch zu uns ins Kino schaffen. Und das hat schon seinen Grund und seine Berechtigung, denn im Gegensatz etwa zu den in den Staaten ungemein erfolgreichen, aber eben auch sehr stark auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Filmen eines Tyler Perry, behandelt „Denk wie ein Mann“ derart universelle Themen, dass die ethnische Herkunft der Protagonisten dabei im Grunde keine Rolle spielt. Zwar werden die erwarteten Klischees der Geschlechter auf beiden Seiten weitgehend besetzt und erfüllt, doch das ist kaum vermeidbar, wenn man sich an die Verfilmung eines Beziehungs-Ratgebers macht, der von vornherein seine Kapitel in die einzelnen Stereotype „der Frauenheld“, „das Muttersöhnchen“ oder „ der Heiratsverweigerer“ einteilt.

Moment, ein verfilmter Ratgeber zu Beziehungs- und Geschlechterverhalten, war da nicht was? In der Tat läuft fast zeitgleich auch der durchaus ähnlich gestrickte „Was passiert, wenn's passiert ist“ bei uns an und gerade im Vergleich zur eher lieblos runter gespulten Klamotte mit großen Hollywood-Namen kommt die Alternative „Denk wie ein Mann“ dann doch ein ganzes Stück weniger verkrampft und auch schwungvoller daher.

denk mann 3Wer hier allerdings mit der eigentlich ziemlich naheliegenden Aktion rechnet, die geplagte Männerriege würde sich den in diversen TV-Shows recht selbstherrlich auftretenden „Verräter“ und Autor des Frauen-Ratgebers mal so richtig vorknöpfen, sollte wissen, dass dessen Verfasser Steve Harvey sich hier selbst spielt und daher natürlich nicht am Ring durch die Manege ziehen lässt. Dafür lässt sich in dessen Auftritten aber immerhin (jedenfalls mit etwas gutem Willen) eine gewisse Selbstironie erkennen und Harvey vermittelt schon ein wenig den Eindruck, als würde er das alles hier nicht so wahnsinnig ernst nehmen.

Dass die einzelnen Episoden selbst bei denkbar schlechter Ausgangslage dann irgendwie doch zu einem halbwegs versöhnlichen Ende gebracht werden, ist erwartbar und ebenfalls kein Grund sich groß aufzuregen. Selbst wenn auch „Denk wie ein Mann“ letztlich am Reißbrett entstanden sein sollte, so kann der Film immerhin für sich in Anspruch nehmen sich dies nicht allzu sehr anmerken zu lassen und mit einem gut aufgelegten und motivierten Ensemble sowie immer wieder aufflackerndem Dialogwitz für ansprechende Unterhaltung zu sorgen – ohne dabei zu langweilen oder gar zu nerven. Und das ist ja schon was.

Volker Robrahn

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