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Deine, meine und unsere

Deine, meine und unsere
familien-komödie , usa 2005
original
yours, mine and ours
regie
raja gosnell
drehbuch
ron burch, david kidd
cast
dennis quaid,
rene russo,
rip torn,
linda hunt, u.a.
spielzeit
88 Minuten
kinostart
27. April 2006
homepage
bewertung

3 von 10 Augen

 

In Hollywood tasten emsige Bienchen täglich Berge an Drehbüchern auf ihre Blockbusterfähigkeiten ab. Kaum Verlockung besteht bei komplexen oder sperrigen Filmthemen. Doch es gibt Stoffe, die glückliches Summen im Bienenschwarm verursachen. Dafür hat dieses Flüssiggold allerdings die Angewohnheit, klebrig zu sein. "Deine, meine und unsere" ist purer, süßer Klebstoff. Von Kritikern verrissen, hat er in den USA dennoch schon mehr als sein Budget wieder eingespielt und startet jetzt auf dem europäischen Festland.

Frank Beardsley (Dennis Quaid, "Der Flug des Phoenix", "The Day after Tomorrow") erzieht seine acht Kinder mit militärischer Disziplin. Die ebenfalls verwitwete Helen North (Rene Russo, "The Thomas Crown Affair", "Lethal Weapon 4") erzieht ihre zehn Kinder (darunter ein paar adoptierte Benetton-Quotenkinder ethnischer Herkunft) mit antiautoritärem Hippie-Charme zwischen buntem Chaos und Haustieren. Als beide sich auf ihrer Highschool-Reunion wieder treffen, wird angebändelt und kurz danach geheiratet. Doch die Kinderschar kann den Haufen des jeweilig neuen Elternteils nicht ausstehen, so dass Zoff vorprogrammiert ist. Also beschließen die 18 Nachkommen, ihre Eltern gemeinsam auseinander zu bringen.

Die Hollywood-verführerische Klebrigkeit ergibt sich aus den Zutaten für diese puderzuckerige Familienkomödie:
1. Der Stoff ist ein Remake eines finanziell äußerst erfolgreichen Films aus dem Jahre 1968 (mit Lucille Ball und Henry Fonda).
2. Es gibt darin Unmengen an süßen Kindern.
3. Es laufen dauernd possierliche Tierchen herum.
4. Ein ganz ähnlicher Film ("Im Dutzend billiger", auch ein Remake mit süßen Kindern usw.) war im Vorjahr ein Riesenkassenschlager.

Man kann den Humor von "Deine, meine und unsere" ebenso einfach zusammenfassen:
1. In jeder Szene sollte das Schwein der Familie durchs Bild laufen (auch in der Schule).
2. In jeder Szene sollte Dennis Quaid in einen Farbeimer treten (o. ä., Hauptsache bunt und schleimig)
3. In jeder Szene sollte das Haus verwüstet werden (z. B. Parties, Farbschlachten, Schwein)

Das Machwerk von Regisseur Raja Gosnell ("Big Mamas Haus", "Scooby-Doo 1+2") ist gezeichnet von absoluter Vorhersehbarkeit, vollkommener Eindimensionalität aller Figuren und den genannten Slapstickwiederholungen der nervigsten Sorte (Allergiewarnung: Überangebot an Farbtöpfen und Schweinen). Es wird also alles getan, damit der Zuschauer sich berieseln lassen kann, ohne auch nur einmal nachdenken zu müssen. Moment, das ist nicht ganz wahr, denn es gibt einen Augenblick, in denen selbst das faulste Zuschauerhirn sich regt und darüber verwirrt ist, warum die multiplen Eltern sich beim ersten Treffen nach Jahrzehnten spontan zur Heirat entschließen.

Trotzdem gibt es Bereiche, in denen dieser Film punkten kann. Linda Hunt ("Im Zeichen der Libelle", "Ein Jahr in der Hölle") ist großartig in ihrer Rolle des seltsamen Kindermädchens, und zwischen Russo und Quaid stimmt die Chemie eindeutig. Auch die Kinder sind nicht schlecht, doch sieht man einfach zu wenig von ihnen, um sie alle auseinander halten zu können. Das Setdesign ist wunderbar, besonders die Szenen im Hippiehaus der Familie North spielen sich vor einer herrlich bunten Kulisse ab. Die Kamera ist ebenfalls ansprechend, dank des Kameramannes Theo van de Sande ("Blade").

Trotzdem ist "Deine, meine und unsere" ein billiger Film, der trotz seines Budgets von 45 Mio. Dollar, nicht wirklich viel vorweisen kann. Man kann nur hoffen, dass Hollywood sich nicht dazu verleiten lässt "Deine, meine und unsere" vs. "Im Dutzend billiger No. X" zu machen. Aber bei soviel süßer Kuscheligkeit würde wahrscheinlich sogar den Bienchen der Appetit vergehen.

Margarete Prowe

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