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Dawn of the Dead

Dawn of the Dead
horror-action , usa 2004
original
dawn of the dead
regie
zack snyder
drehbuch
james gunn
cast
sarah polley,
ving rhames,
jake weber,
mekhi pfifer,
michael kelly, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
15. April 2004
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Die Krankenschwester Ana (Sarah Polley) erwacht - und der Alptraum beginnt. Das süße Nachbarmädchen hat gerade ihren Ehemann tot gebissen, der sich in Windeseile in einen rasenden Untoten verwandelt, welcher seine Ehefrau, ähem, zum Fressen gern hat. Panisch flieht Ana. Auf ihrer Flucht sieht sie, dass offenbar die komplette Umgebung von dem merkwürdigen Virus, der Tote zu Untoten auf der Jagd nach Menschenfleisch macht, betroffen ist. Nachdem sie sich einer zusammengewürfelten Gruppe Überlebender - bestehend aus dem einsilbigen Polizisten Kenneth (Ving Rhames), dem besonnenen Verkäufer Michael (Jake Weber) und dem dubiosen Andre (Mekhi Phifer) nebst hochschwangerer Freundin - angeschlossen hat, verschanzen diese sich erst mal in einem großen Einkaufszentrum in der Nähe. Dazu gilt es jedoch erst mal, die dort bereits in Stellung gegangenen Sicherheitsleute unter Leitung des tyrannischen CJ (Michael Kelly) zur Kooperation zu bewegen. Als sich mehr und mehr Überlebende in dem Einkaufszentrum einfinden und mehr und mehr Zombies dasselbe umzingeln, spitzt sich die Lage zu...

Man erwartete das Schlimmste. Ausgerechnet "Dawn of the Dead", George A. Romeros unzerstörbarer Zombieklassiker aus dem Jahr 1979, sollte nun per Remake ins 21. Jahrhundert überführt werden. Die Welle von Remakes, die Horrorklassiker der 1970er Jahre aufmöbeln, wird immer länger - und der Argwohn immer größer. Zum einen, weil man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass man hauptsächlich einen bekannten, zugkräftigen Namen für ein neues, dem jetzigen Geschmack angepasstes Produkt verwenden will - egal, ob dieses nun den Geist der Vorlage einfängt oder gar erweitert. Und zum anderen, weil man Werbe- und Musikvideoregisseuren wie Marcus Nispel ("Texas Chainsaw Massacre") und Zack Snyder einfach nicht wirklich abnimmt, sie täten dies aus einer tiefliegenden Liebe für das Genre. Bei der letzten Remakewelle alter Gruselfilme Mitte der 80er war man sich trotz Qualitätsschwankungen wenigstens sicher, dass die damaligen Regisseure (John Carpenter und "The Thing", David Cronenbergs "Die Fliege", Tobe Hoopers "Invasion vom Mars") ihre Werke als Liebeserklärungen verstanden. Mit der neuen Welle gelackter Hochglanz-Remakes fürs Multiplexpublikum sieht das schon anders aus. Und auch wenn Zack Snyder nicht alle Vorurteile zerstreuen kann - den gelackten Bildern hätte ein wenig mehr Dreckigkeit gut getan; die Ideen des Originals werden verringert, nicht erweitert - trotzdem ist "Dawn of the Dead", Version 2004, größtenteils gut gelungen.
Der Vorspann kratzt gar am Genialen: Da flimmern typisch zuckende, verzerrte Bilder von Nachrichtensendungen, die einen über die plötzlich ausbrechende Seuche informieren, vor einem her und es ertönt - "The Man Comes Around". Der letzte große Song des großen Johnny Cash, in dem der Man in Black in alttestamentarischer Sprache vom jüngsten Tag berichtet. Diese Kombination aus hektisch geschnittenen Szenen und der akustischen, dräuenden Musik wirkt gerade durch die eigentliche Unvereinbarkeit perfekt. Dabei hat "Dawn" schon mit der Sequenz vor dem Vorspann für klare Verhältnisse gesorgt und dem Zuschauer deutlich gemacht, was ihn hier erwartet: Action, Gore-Effekte, noch mehr Action, durchgestylte Bilder. Oh, und Action.
Eine Achterbahnfahrt also, ein Horrorfilm auf Steroiden. Wo Romeros Urzombies aus dem originalen "Dawn of the Dead" gemütlich schlurften, rennen diese hier. Übermächtig stark sind sie auch. Und wer jetzt "28 Days Later" ruft, liegt gar nicht so falsch. Denn mit dem nominellen Vorgänger hat dieses Remake nur noch wenig gemein. Es gibt auch Zombies, klar, dazu einen starken farbigen Helden und ein Einkaufszentrum. Aber da enden dann auch die Gemeinsamkeiten zwischen dem Ur-"Dawn" und der 2004er Auflage. Stattdessen ist in der Tat deutlich, wie sehr Zack Snyders Film von Danny Boyles Überraschungscoup aus dem letzten Jahr beeinflusst ist. Die Neukonzeption der Zombies ist ein Zeichen, bisweilen stiehlt er sogar ganze Einstellungen (etwa in der Parkhaus-Szene). Und während das Innovationslob zwar an Boyle geht, geht der Klau im neuen "Dawn" trotzdem auf. Denn hier sind die Zombies a) furchteinflößend und b) mordsgefährlich. Beides konnte man von den lahmarschigen Grüngesichtern in Romeros Original nämlich nur bedingt behaupten.
Verzücken kann das neue "Dawn" auch durch das Verlassen auf Methoden aus der guten, alten Zeit. Klar, im Gegensatz zum aus heutiger Sicht äußerst rückständigen Original-"Dawn" (damals allerdings ein Meilenstein) sind Make-Up und Spezialeffekte wesentlich ausgefeilter, aber immer noch echte Handarbeit. CGI kommt nur in wenigen Szenen zum Einsatz und fällt dementsprechend nicht negativ auf. Dazu kommt, dass "Dawn" auch in der Abteilung Gore dem Vorgänger gerecht wird. Abgetrennte Körperteile, blutigste Bisse und nach diversen Kopfschüssen fröhlich umherfliegende Zombie-Gehirnmasse erfreuen den Splatter-Fan. Nur auf die aus den Vorgängern bekannten Eingeweide als Hauptgericht wird verzichtet.
Und neben einer guten Dosis schwarzen Humors gibt es als Sahnehäubchen für alle alten Romero-Kenner noch Cameos von den damaligen Helden Ken Foree (Der hier, wie im Original auch, die Tagline "Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück" zum Besten gibt), Scott H. Reiniger und Tom Savini.

Nach so vielen schönen Sachen, gibt es da überhaupt noch was zu meckern? Ja gibt es, denn einige Kleinigkeiten sorgen dafür, dass "Dawn" 2004 zwar ein guter, aber kein großartiger Streifen ist. Leider verzichtete man nämlich fast komplett auf die sozialkritischen Kommentare Romeros. Gut, dessen Gleichsetzung von Zombie und Shopper im Original-"Dawn" ist als brillante Metapher sowieso nicht zu überbieten, aber ohne irgendeinen sozialkritischen bzw. politischen Kontext bleibt die Neuauflage doch etwas zahm. "Dawn" 2004 will nur unterhalten, nicht mehr. Was zwar in Ordnung geht, aber eben auch keinen Klassikerstatus sichert. Und wenn man sich die Verhältnisse weltweit und in den USA speziell anschaut, ist es ist ja nicht so, als wären sozialkritischer oder politischer Subtext heutzutage obsolet.
Etwas unglücklich ist auch die Entscheidung, das Personal gegenüber dem Original-"Dawn" deutlich aufzustocken. Waren es damals ganze vier Leute, so tummeln sich hier beizeiten über ein Dutzend Menschen im Einkaufszentrum. Und dadurch fällt bei kurzen 95 Minuten Laufzeit Charakterentwicklung so gut wie aus. Schlimmer noch: Manche Figuren sind dermaßen überflüssig, dass sie gar nicht richtig vorgestellt werden. Was zwar in sofern in Ordnung geht, als das sie sowieso eher früher als später tot sind, aber dann hätte man sie eigentlich auch ganz weglassen können. Einzig der großmäulige, sarkastische Steve (Ty Burrell) ist eine Bereicherung für die Achtergruppe vom Anfang.
Immerhin erledigen die Darsteller hier weitestgehend einen mehr als soliden Job. Die zartgliedrige Independent-Elfe Sarah Polley ("Das Reich und die Herrlichkeit") kann als starke Frau überzeugen, Jake Weber ("The Cell") gibt einen äußerst sympathischen "Normalo", der sich zum Held mausert. Ving Rhames ("Out of Sight", "Pulp Fiction") spielt wie (fast) immer den brummeligen badass mit Herz, und das natürlich auch gut. Und Michael Kelly überzeugt als anfangs herrschsüchtiges Redneck-Raubein CJ. Einzig Mekhi Phifer ("8 Mile") hat es unglücklich getroffen. Von allen Hauptdarstellern hat er die wenigste Leinwandzeit, und der Subplot um seine hochschwangere Freundin - potentiell einer der Höhepunkte des Films - wird weitestgehend verschenkt.
Und dann bleibt da noch die Weitererzählung nach dem Schluss (sprich: während des Abspanns). Hier zeigt sich nochmals, wie sehr Zeitgeist und Zynismus manchmal ein Klotz am Bein sind. Denn nach einer eigentlich perfekten Schlusseinstellung (die zudem dem Geist des Original-"Dawn" entspricht), erzählt Snyder die Geschichte mittels "Blair Witch Kamera" noch ein Stück weiter. Das ist erstens überflüssig (zielt aber auf den typischen Schock zum Abschluss, "nur" ein offenes Ende reicht ja heutzutage nicht mehr) und zweitens hochgradig zynisch (und widerspricht damit sowohl dem Ton des Originals als auch dieses Films). Sicherlich ist das Empfinden über diesen Nachschlag Geschmackssache. Trotzdem: Das ist wie mit Bonustracks auf eigentlichen Lieblings-CDs. Bisweilen (zer-)stören sie unnötig die Atmosphäre des Vorhergehenden und hätten gerne fern bleiben dürfen.

Wirft man zum Abschluss das Gute und das Schlechte (genauer: das nichterfüllte Potential) in die Waagschale, überwiegt das Gute immer noch deutlich. Kleineren Einwänden zum Trotz ist "Dawn of the Dead - Die Nacht der Zombies" wesentlich besser als befürchtet und erwartet. Ein geradliniger Film, der keine Denkmalsschändung begeht, richtig Spaß macht und gut unterhält. Nicht mehr, nicht weniger. Aufgabe akzeptabel erfüllt, Herr Snyder. Jetzt dürfen Sie versuchen, aus "Day of the Dead" einen guten Film zu machen. Und die apokalyptischen Schlussworte überlassen wir dann nochmals unserem Johnny, möge er in Frieden ruhen:

"Voices callin', voices cryin'
some are born and some are dying
It's Alpha's and Omega's Kingdom Come"

Amen. Nur die Zombies schlurfen und rennen unerbittlich weiter...

Simon Staake

10

Was habt ihr für probleme mit dem Abspann. Ich fand ihn irgendwie noch lustig. Auch während dem film gabes diesen schwarzen Humor, der mir gefiel. nicht einfach ein düsterer zobiefilm und soo. Auch spass voralem der Abspann. Als sie auf der Insel angekommen sind. Die musik rockte dort einfach und passte auch dazu

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