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Das Waisenhaus

Das Waisenhaus
mystery , spanien 2007
original
el orfanato
regie
juan antonio bayona
drehbuch
sergio g. sanchez
cast
belen rueda,
fernando cayo,
roger princep,
geraldine chaplin, u.a.
spielzeit
102 Minuten
kinostart
14. Februar 2008
homepage
http://www.daswaisenhaus.senator.de
bewertung

7 von 10 Augen

Das Haus, das sich Laura (Belen Rueda) und ihr Mann Carlos (Fernando Cayo) als neuen Wohnsitz ausgesucht haben, hat eine besondere Geschichte. Denn genau hier hat Laura ihre Kindheit verbracht, als das gewaltig an einer Steilküste aufragende Gemäuer noch als Waisenhaus fungierte. Jetzt lebt nur ein einziges Kind darin, nämlich Simon, der siebenjährige Adoptivsohn des Paares. So sollte es zumindest sein, doch schenkt man den Erzählungen des Jungen Glauben, dann hat er dort bereits mysteriöse neue "Freunde" gefunden, die aber niemand anders sehen kann als er selbst. Zunächst machen sich die Eltern wegen der anscheinend übersprudelnden Fantasie des Jungen keine allzu großen Sorgen, doch bald schockiert Simon mit Dingen, die er eigentlich gar nicht wissen kann. Er würde nicht alt werden, hätten ihm seine Freunde gesagt und auch, dass Laura überhaupt nicht seine Mutter sei. Beides stimmt, doch wer hat Simon gesagt, dass er HIV-positiv ist? Wer ist der Junge mit der Maske, der auf der Einweihungsparty für Verwirrung und Schrecken sorgt? Es scheint, als lägen die Antworten in der Vergangenheit des alten Hauses und nur Laura ist bereit, diese Tatsache zu akzeptieren und sich dem Übernatürlichen zu stellen.

Wer als junger Debütant mit dem Namen Guillermo Del Toro für seinen Film werben kann, befindet sich derzeit in einer sehr komfortablen Position. Nach dem letztjährigen Trophäenregen und der weltweiten Begeisterung für seinen Film "Pans Labyrinth" steht Del Toro im Zenit seiner Popularität. Doch im Gegensatz zum Kollegen Tarantino "präsentiert" der Spanier hier nicht nur einfach etwas, sondern hat das Erstlingswerk seines langjährigen Freundes Juan Antonio Bayona von Beginn an gefördert und auch weitgehend finanziert. Und siehe da: Schon wieder hagelt es Preise, bei den namhaften Festivals in Toronto und Cannes gab es Auszeichnungen für "El Orfanato".
Kein Wunder, denn dies ist ein Beitrag zum Genre des Gruselfilms, der auch dem etwas empfindlicheren und ästhetisch orientierten Kulturmenschen gefallen kann, weshalb der Begriff "Horror" hier auch viel zu hart und daher unpassend wäre. Denn weit entfernt von der regelmäßig in die Kinos rollenden Flut an typisch amerikanischem Teenager- und Folter-Metzeleien zieht das "Waisenhaus" seine deutlich ruhigeren Kreise und grenzt sich dabei auch von den japanischen Mystery-Thrillern wie dem "Ring" und seinen Folgen deutlich ab. Wenn dann doch mal die eine oder andere Schocksequenz eingebaut wird, kommt diese dafür aber umso plötzlicher und heftiger - Stichwort Autounfall.
Obwohl dabei die Story und ihre einzelnen Versatzstücke allesamt für sich betrachtet nichts wirklich Neues bieten, so werden sie doch sehr kunstvoll arrangiert. "Atmosphäre" heißt das Zauberwort mit dem Bayona das Publikum für seinen Film einnimmt, eine stimmige Collage aus wunderschönen Kulissen, sanften Farben und einer manchmal fast zärtlich anmutenden Kameraführung. Viel zu langsam und gediegen ist diese Inszenierung aus dem alten Europa wahrscheinlich für einen Großteil des gänzlich anders domestizierten jungen Publikums, aber das wollte ja auch schon "Darkness" aus dem gleichen Land nicht sehen und war es selbst schuld.

Für das "Waisenhaus" stehen die Chancen im Gefolge von "Pans Labyrinth" nun glücklicherweise etwas besser, obwohl die Ähnlichkeiten zum mehrfachen Oscargewinner eher gering sind. Viel mehr erinnert dieser Film sowohl inhaltlich (eine Mutter kämpft um ihr Kind und muss lernen ein anscheinend unvermeidliches Schicksal zu akzeptieren) als auch mit dem starken Fokus auf die Atmosphäre (dort der graue Häuserblock inmitten der Großstadt, hier das einsame Riesenhaus direkt an der Atlantikküste) an "Dark Water", den ebenfalls leider nicht allzu erfolgreichen Genrebeitrag von Walter Salles. Es scheint also, als hätten die Südländer in diesem Feld ihren ganz eigenen Stil gefunden. Auch im "Waisenhaus" hat man dabei meist eigentlich nicht das Gefühl, als wenn wirklich etwas grundsätzlich "Böses" die Menschen bedrohen würde, und über Allem vielmehr eine Art grundsätzlicher Wärme zu liegen scheint. Das ist zwar das eine oder andere Mal dann tatsächlich etwas zu betulich inszeniert, mindert aber den Genuss der gut durchdachten und konsequent zu Ende erzählten Geschichte nur wenig, die ihr Publikum gerade zum Schluss auch emotional zu packen weiß.
Dazu tragen auch die Darsteller bei, jedenfalls die weiblichen, wie es leicht einschränkend anzumerken gilt. Denn während der Junge und sein Vater blass bleiben und man auf Letzteren auch ganz hätte verzichten können, bräuchte man nicht handlungstechnisch eine mahnende Stimme der Vernunft, glänzen auf der anderen Seite zwei Damen: Belen Rueda als zwischen Verzweiflung und unerschütterlicher Hoffnung stets kämpferisch auftretende Laura, und dazu Geraldine Chaplin in einer kleinen Gastrolle als Medium "Aurora", eine Dame mit wahrhaft magischer Aura. Vor allem bleibt aber der Respekt für den bemerkenswert runden und ziemlich perfekt durchkomponierten Debütfilm eines vielversprechenden Regietalents.

Volker Robrahn

8

Hab den Film gestern im Sneak-Prieview gesehen und war angenehm überrascht. Abgesehen von ein paar kurzweiligen Längen fand ich den Film spannend und fesselnd.

6

nachdem der film in jeder review mit 'the others' verglichen wurde, waren meine erwartungen unheimlich hoch, der film wird diesen erwartungen aber leider keinesfalls gerecht, das er ausser einigen wenigen gänsehautmomenten und schönen kameraeinstellungen recht wenig zu bieten hat...hier wurde eindeutig zuviel potential verschenkt..schade drum.....

6

Eins vorab:Ich mag keine spanischen Filme obwohl ich ein komplett vorurteilsfreier Mensch bin :-)!
In diesen Film bin ich nur reingegangen weil meine weibliche Begleitung darauf gedrängt hat -und ich mir insgeheim feuchtfröhliche Hoffnungen gemacht habe eventuell in gruseligen Szenen ihrem Körper näherzukommen und diesen Kontakt später mit dem Austausch von Körperflüssigkeiten besiegeln zu können!
Lange Rede kurzer Sinn:Das blöde Mannsweib hat sich furchtlos gelangweilt und ewig in der Popcorntüte gestochert und es gab weder Körperkontakt noch Folge-Sauereien...was im nachhinein wahrscheinlich auch gut für mich war.
Zur grossen Überraschung und meinem persönlichen Trost hat mir aber der Film ziemlich gut gefallen und ich kann ihn durchaus an Mystery-Liebhaber wohlwollend und ohne lüsterne Hintergedanken weiter empfehlen.

8

Komme gerade aus der Vorstellung und hatte auch noch auf dem Nachhauseweg (während des dunklen Waldabschnitts) und in der (noch dunkleren) Tiefgarage eine Gänsehaut!
Atmosphärisch sehr dicht, stilvolle Kameraführung und gutes Ende - was will man mehr von 100 Min. Gruselfilm?!
Traut Euch was und laßt Euch von den spanischen Credits nicht abschrecken; ES LOHNT SICH!

@ Lee Cooper

Schön, dass Du Dich zum Schluss dazu entschlossen hast auch etwas über den Film zu schreiben!

7

der film ist wirklich spannend, und freunde von psychofilmen werden auf ihre kosten kommen.
jedoch stellt sich mir eine frage, wie kann es sein das john rambo in der 18er fassung gekürzt gezeigt wird, und das waisenhaus ab 12!!!!!! ist. wenn ich mir die, achtung spoiler: zerfetzte alte frau anschaue,spoiler ende. frage ich mich was die leute bei der fsk sich an drogen reinziehen. anders ist das nicht mehr zu erklären. zumal rambo nicht auf die psyche geht. sorry das mußte mal gesagt werden.

ach ja .....@ ak
hast du kopp nichts besseres beizutragen als über andere schreiber zu lästern?

10

Hab den Film ebenfalls in der Sneak gesehen und auch darauf gehofft das dieser Film dort kommt.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Von vorne bis hinten spannend, sehr gut durchdacht und an mehreren Stellen tatsächlich Gänsehautpotential (nicht nur im Horrorsinne gemeint) was diesen Film meiner Meinung nach für 10 von 10 Punkten prädestiniert hat.
Sehr gute Story, sehr gute Drehorte,gute schauspielerische Leistungen, sehr gute Effekte und kein billiger Horrorramsch aller "Plötzliches-Geräusch-jetzt-alle-mal-zucken".
Man merkt, dass dieser Film vom gleichen Macher wie "Pan's Laybyrinth" ist, was die Technik des Films angeht. Und die war auch schon bei Pan's Labyrinth genial.
Einige im Kino waren jedoch absolut nicht so begeistert von dem Film wie ich. Vielleicht weil sie einen anderen Film in der Sneak erwartet haben oder der Film sie einfach nicht angesprochen hat. 8 von 10 Personen aus meiner Bekanntschaft hat er auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich kann ihn daher nur weiterempfehlen.

9

habe den film gestern abend gesehen, ohne vorher wissen worums ging - war sehr positiv überrascht; eindrucksvolle hauptdarstellerin, spannendes script, dass auch (vl. gewollt?) einige fragen offen lässt - haben mit freunden danach noch ca. 2h diskutiert, was wirklich passiert ist. also, was kann man von einem film sonst noch erwarten?

9

keine volle punktzahl von mir, weil es halt doch nicht 100 %ig originell ist, aber ein wunderbarer film. peter pans geschichte, ein haus in dem es spuckt, ein kleiner junge, der geister sieht und ein familiendrama mit einer botschaft - es wird viel geboten.

das mit der gänsehaut kann ich bestätigen: im dunkeln holt der film dich ein, da nach dem ende fragen offen bleiben. frage mich jetzt, wie "the others" im vergleich abschneidet, da ich den noch nicht gesehen habe.

jeodch verdächtige ich kidman und generell hollywood einer bestimmten fantasielosigkeit: der trailer dazu spricht mich mal gar nicht an.

7

@ Lee Cooper

Andreas?

7

wirklich überaschend guter "gruselfilm".
fand ich im übrigen auch besser, als den immer wieder hochgelobten "pans labyrinth", wobei beide filme ja nicht zu vergleichen sind.

na jedenfalls schöner film...nur das ende fand ich etwas blöde.
++

8

Sehr gut gemachter Grusel-Film. Endlich mal was aus Europa, was sehenswert und spannend (Jaaa, der Film hat eine SPANNUNGSKURVE!!!) ist.

5

Nichts besonderes und vorhersehbar.The Others war um Klassen besser

8

Ganz starker Film, keine Frage, musste ihn mir aber zwei mal ansehen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Weitgehend zu verstehen, denn eine Frage bleibt offen:

SPOILER AN
Wie genau starb denn der Junge? OK, die Eisenträger haben die Tür verbarrikadiert, aber hätte er sich nicht akustisch bemerkbar machen können, wenn er noch lebend eingeschlossen wurde? Oder brach er sich durch Treppensturz das Genick? Wozu aber dann der (mehrfache) Hinweis auf die verbarrikadierte Tür? Hat jemand 'n Tipp für mich?
Spoiler AUS

Parallelen zu "The others" sind nicht zu übersehen, insgesamt finde ich aber "das Waisenhaus" glaubwürdiger, wenn mann diesen Begriff für diese Art von Filmen überhaupt verwenden will...

Fazit: Geiler Film, der aber viel Aufmerksamkeit verlangt.

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