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Unruhe breitet sich aus im Vatikan, als dort die
Gelehrten
akute Hinweise auf die in der Bibel beschworene Apokalypse
und die
bevorstehende Ankunft des Antichristen zu erkennen meinen.
Von alldem
ahnt aber der ehrgeizige Diplomat Robert Thorne (Liev
Schreiber)
nichts, als er eines Nachts
in
Rom erfährt, dass sein Kind tot zur Welt gekommen ist.
Nicht
zuletzt um seiner Frau Katherine (Julia Stiles) diese
Nachricht
zu ersparen, geht er auf das Angebot eines Geistlichen
ein, dafür
ein anderes Kind anzunehmen, dessen Mutter angeblich bei
der Geburt
gestorben ist. Die Thornes ziehen daher Damien als ihren
Sohn groß
und machen nebenbei Karriere, denn Robert wird bald zum
amerikanischen
Botschafter in London ernannt, nachdem der eigentlich
dafür
vorgesehene Kandidat bei einem grausamen Unfall ums Leben
kommt.
Zum ersten Mal wirklich beunruhigt wird das Paar
allerdings erst
Jahre später, als Damiens Kindermädchen sich spektakulär
das Leben nimmt. Deren Ersatz Mrs. Baylock (Mia Farrow)
ist den
Thornes zwar schon bald nicht ganz geheuer, scheint sich
aber ganz
ausgezeichnet mit ihrem Sohn zu verstehen. Als Katherine
sich jedoch
immer mehr von ihrem Sohn entfremdet und sogar von ihm
bedroht fühlt,
wachsen auch in Robert langsam die Zweifel, ob er damals
in der
Nacht von Rom nicht vielleicht eine falsche Entscheidung
getroffen
hat.
Man darf wohl voraussetzen, dass außer dem
bedauernswerten
Ehepaar so ziemlich jedem klar ist, was sie sich da für
ein
Biest ins Haus geholt haben. Das scheinen alle anderen
nennenswerten
Charaktere im Film jedenfalls sehr wohl zu wissen, und das
ist natürlich
auch den allermeisten Zuschauern von vornherein bekannt.
Denn schließlich
plakatiert nicht nur jede Vorschau oder Werbung für diesen
Film den "Sohn des Teufels", er ist ja nun auch bei weitem
kein wirklich neues Kinothema. Neben den drei
Original-"Omen"-Filmen
aus den 70er und
80er
Jahren, deren nicht weiter erwähnenswerten
TV-Fortsetzungen
und Roman Polanskis Klassiker "Rosemary's
Baby" gab es auch danach immer mal wieder eine neue
Bearbeitung
des Stoffes, zuletzt nahm sich vor rund sechs Jahren die
gar nicht
mal so üble deutsche Produktion "The
Calling" des kleinen Bastards an. Womit wir dann auch
schon
bei der entscheidenden Frage wären, die dem Betrachter bei
dieser Neufassung des allerersten "Omen"-Films
zwangsläufig
in den Sinn kommt, und diese lautet schlicht: Warum und
Wozu?
Diese Frage drängt sich hier in der Tat viel stärker
auf als bei vielen anderen Remakes, die ja nun mal ein
fester Bestandteil
der Kinokultur sind. Mehr oder weniger schlichte alte
Fernsehserien
für die Leinwand aufbereiten? Warum nicht. Noch ältere
Schwarzweißklassiker á la "King Kong" mit
aktuellster Tricktechnik neu präsentieren? Sehr gerne.
Richard
Donners 1976 entstandener Film "Das Omen" bot aber bereits
alles, was diese Neuverfilmung nun auch aufbietet. Nämlich
einen atmosphärisch dichten Gruselthriller mit soliden
Darstellern
(allen voran Gregory Peck in seiner wohl besten
Altersrolle), effektvoll
und mit einigen spektakulär brutalen Horrorszenen
garniert.
Die makabren Tötungsszenarien hatte man dabei bisher so im
Mainstreamkino noch nicht gesehen, sind aber heutzutage
natürlich
Nichts allzu Besonderes mehr. Eine Reihe wie "Final
Destination" hat praktisch gar keine andere
Existenzberechtigung
und diese Spielart dementsprechend perfektioniert. Zudem
präsentiert
man uns die Geschichte des Originalfilms nahezu
unverändert,
auch hier geht das Böse den "modernen" Weg der
Einflussnahme
über die Politik, anstatt einfach plump zu versuchen, die
Weltherrschaft
mit Gewalt an sich zu reißen.
Zahlreiche
Einstellungen werden dabei mehr oder weniger
originalgetreu übernommen,
der Handlungsverlauf bleibt identisch. Der Versuch,
aktuelle Ereignisse
wie die Anschläge aufs World Trade Center oder den Tsunami
in Südost-Asien als Hinweise auf die Erfüllung der
biblischen
Prophezeiung einzubauen, wirkt dabei dann etwas bemüht in
seinem
Bestreben, der Story eine Bedeutung im Hier und Jetzt zu
verschaffen.
Fair gesprochen: Dieser Film ist für sich genommen durchaus gelungen. Nach einem etwas zähen und schwerfälligen Beginn steigern sich Atmosphäre und Spannungskurve deutlich und bieten bis zum Finale gute Unterhaltung. Die Darstellerleistungen sind wie bereits angedeutet grundsolide, und mit der Besetzung von "Rosemary" Mia Farrow als Kindermädchen von der dunklen Seite der Macht ist den Machern natürlich ein fast schon genialer Casting-Coup gelungen. Der vieltalentierte und zuletzt als Regisseur von "Alles ist erleuchtet" angenehm aufgefallene Liev Schreiber gibt dabei eine für eine Hollywood-Produktion eher untypische, kantige Hauptfigur. Seine Darstellung kann man entweder als kühl oder auch als konsequent kopfgesteuert bezeichnen, was das ein oder andere Mal etwas befremdlich wirkt. Julia Stiles agiert blass beziehungsweise funktional, und in den Nebenrollen sehen wir Charakterkopf Pete Postlethwaite in einer typischen Rolle und einen Debütanten namens Seamus Davey-Fitzpatrick, der ganz gut böse gucken kann.
So weit, so gut, alles in allem allemal ein brauchbares Stück Unterhaltungskino und ein Film, den man sich bedenkenlos anschauen kann. Wenn es ihn halt nicht schon gäbe....



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