kleine Werbepause
Anzeige

Das Handbuch der Liebe

Das Handbuch der Liebe
tragikomödie , italien 2004
original
manuale d'amore
regie
giovanni veronesi
drehbuch
giovanni veronesi, ugo chiti
cast
sergio rubini,
carlo verdone,
silvio mucino,
luciana littizzetto, u.a.
spielzeit
116 Minuten
kinostart
16. Februar 2006
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Liebesfilme gibt es wie Sand am Meer. Sie erklären dem Zuschauer das Leben, versuchen ein Geheimnis zu lüften, das Besondere zu beschreiben oder die Wahrheit zu finden. Meistens kommen sie am Ende zu der Erkenntnis, das sich Liebe nicht erklären lässt und keinen irdischen Gesetzen unterliegt. Das "Handbuch der Liebe" kommt da mit einem völlig anderen Anspruch auf die Leinwand: Er will die Liebe klassifizieren, zuordnen und in Phasen aufschnippeln. "Unerhört!" schreit da der Romantiker. So was gab's ja noch nie. Und eben darum ist der Film auch sehenswert.

Das "Handbuch der Liebe" hat einen Prolog und vier Kapitel oder Episoden. Rahmen der Handlung ist die Produktion eines Hörbuchs zum Bestseller-Ratgeber "Das Handbuch der Liebe". Die vier Teile des Buches finden sich thematisch in den Episoden wieder. Also aufgepasst:

1. Kapitel: sich verlieben. Die Lektion für Anfänger und Idioten. Tommaso (Silvio Muccino) trifft Giulia (Jasmine Trinca) und gleichsam der Schlag. Wie soll er an diese wunderschöne, selbstbewusste und intelligente Frau bloß rankommen? Er entscheidet sich ohne zu überlegen für die Hartnäckigkeit: Er wartet vor ihrer Haustür, fährt ihr quer durch die Stadt nach und ruft sie ständig an. Für alle Hinweise des leidenden Mitbewohners ist er taub. Doch beim ersten Date scheint sich das Blatt zu wenden.

2. Kapitel: sich auseinander leben. Barbara (Margherita Buy) und Marco (Sergio Rubini) stellen in ihren Ferien fest, dass sie keine gemeinsamen Interessen mehr haben. Ihr Alltag erdrückt die beiden, die Suche nach einem Ausweg scheint nur in Sackgassen zu führen. Ein Knall muss her, der ihre Probleme wegfegt.

3. Kapitel: betrogen werden. Streifenpolizistin Ornella (Luciana Littizzetto), temperamentvoll und selbstbewusst, ist mit ihrem Mann glücklich, gelegentlich aber himmelt sie den hübschen Fernsehmoderator aus der obersten Etage an. Als sie bei einer Schulaufführung ihren Mann beim Knutschen mit einer anderen Frau sieht, flippt sie aus und schmeißt ihn aus der Wohnung. Fortan ist sie die Rächerin im Mantel des Gesetzes: Roms Männer bekommen bei den geringsten Vergehen Strafzettel. Ihr Kollege kann sie nicht mehr bremsen...

4. Kapitel: verlassen werden. Der erfolgreiche Frauenarzt Goffredo (Carlo Verdone) ist von seiner Frau verlassen worden und weiß aus seiner Verzweiflung keinen Ausweg. Er kann nicht loslassen und versucht vergeblich sie zu vergessen. Doch auch sein Leben geht irgendwie weiter...

Statt die Episoden aufeinander zu legen und zu verschachteln, wird jede Geschichte geschlossen erzählt. Der Film geht völlig chronologisch vor und verknüpft die Episoden nur durch eine kurze Szene, in der sich die Protagonisten der einzelnen Themen für einen Moment begegnen. Sie bekommen eine kurze Ahnung davon, wie es dem anderen wohl gehen könnte, und schon geht die Handlung weiter zum nächsten Kapitel im Liebesdrama. Dadurch entsteht trotz der wechselnden Personen eine kontinuierlich aufgebaute Geschichte.
Durch diese Systematisierung des Liebesthemas - die Kapitelüberschriften werden zu Beginn jeder Episode eingeblendet - entsteht eine überraschend vielseitige Geschichte, die unterschiedliche Charaktere und Sichtweisen abwechslungsreich verbindet. Die Stimmung wechselt von tragisch zu komisch, von rührend zu lächerlich. Die Drehbuchautoren haben sich zwar vieler Klischees bedient, dadurch aber findet man sich schneller in die Thematiken ein. Mindestens zwei Kapitel hat jeder schon mal in all ihren Schrecken und Schönheiten durchlebt. Und mit den sympathischen und authentischen Darstellern kann man sofort mitfühlen.

Der Film ist rundum gut gelungen, in Italien war er die Sensation des Frühlings 2005 und hat zwölf Nominierungen für den "italienischen Oscar" Donatello bekommen. Ob die hierzulande völlig unbekannten Darsteller die Zuschauer auch in Deutschland ins Kino locken können, ist allerdings fraglich. Schade eigentlich.

Sandra Hertel

8

leider lief der film sehr spät.inhaltlich und szenisch hat er gezeigt das der mut seine gefühle preiszugeben belohnt werden kann.
die freundschaft in der wg des rollerfahrers hat mir besonders gefallen.
wohin freundschaft u.o. liebe sich entwickeln können ist immer offen,wird jedoch am beispiel des jungen paares für mich sehr klar deutlich.
ein positives beispiel für gegenseitiges vertauen und hingabe.

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
7 + 10 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.