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Dark Water - Dunkles Wasser

Dark Water - Dunkles Wasser
mystery-drama , usa 2005
original
dark water
regie
walter salles
drehbuch
rafael yglesias
cast
jennifer connelly,
john c. reilly,
tim roth,
dougray scott,
pete postlethwaite, u.a.
spielzeit
102 Minuten
kinostart
22. September 2005
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Die Dinge laufen nicht gut für Dahlia Williams (Jennifer Conelly). Die labile Mutter lebt seit kurzem getrennt von ihrem Mann und liegt mit ihm im Streit um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Cecilia. Dahlia ist daher gezwungen, einen schlecht bezahlten Job und eine heruntergekommene Wohnung im New Yorker Stadtteil Roosevelt Island anzunehmen. Nach anfänglichem Protest ist die kleine Cecilia plötzlich regelrecht begeistert vom neuen Domizil, der Grund dafür ist allerdings etwas bedenklich: Ihre anscheinend imaginäre neue Freundin macht die Situation für ihre Mutter nicht gerade leichter, die sich zusätzlich mit einem unfreundlichen Hausmeister und unangenehmen Nachbarn herumschlagen muss. Als aus der Wohnung über ihr auch noch ständig Wasser in die Wohnung tropft und sich das dafür verantwortliche Loch in der Decke irgendwie nicht schließen lässt, wird die Situation zunehmend unerträglich. Der gewiefte Hausmakler Mr. Murray (John C. Reilly) ist Dahlia dabei weniger eine Hilfe als der hilfsbereite Anwalt Platzer (Tim Roth), der sich zunehmend, neben den eigentlichen Scheidungsangelegenheiten, auch um die persönlichen Probleme seiner Klientin kümmert. Irgendwann lassen sich die Ereignisse im Haus jedoch nicht mehr plausibel erklären, und die von einem Kindheitstrauma geprägte Dahlia fürchtet, der Verantwortung für ihre kleine Tochter nicht mehr gerecht werden zu können.

Klingt alles ziemlich nach dem üblichen Standard, und ist doch (fast) alles ganz anders in diesem neuesten Beitrag zur Reihe amerikanischer Adaptionen von erfolgreichen japanischen Gruselfilmen. Der Begriff "Horror" wäre hier absolut unangebracht und selbst mit dem "Grusel" muss man schon vorsichtig sein. Blut gibt es nämlich schon mal gar nicht zu sehen, Action kaum und auch auf die üblichen "Buh!"-Effekte wird weitestgehend verzichtet.
Das dem so ist liegt größtenteils an der Wahl eines Regisseurs, der an solcherlei Mätzchen keinerlei Interesse hat. Denn während man auf dem Plakat eifrig mit dem Slogan "Vom Autor von The Ring" wirbt, ist der Mann auf dem Regiestuhl eigentlich viel interessanter: Walter Salles ist für diesen Film sicher eine sehr ungewöhnliche Wahl, war er doch bisher mit seinen Filmen tief in der Kultur Südamerikas verwurzelt und leistete mit Werken wie "Central Station", "Hinter der Sonne" oder zuletzt den "Reisen des jungen Che" bemerkenswerte Beiträge zum gesellschaftspolitischen Hintergrund und Verständnis dieser Region.
Mit "Dark Water" entfernt sich Salles aber keineswegs völlig von seinen bisherigen Themen, denn viel mehr als um eventuell auftretende Geister geht es auch hier um das Leben innerhalb einer disharmonischen und gestörten Gesellschaft. Fast völlig alleingelassen innerhalb einer kalten und unangenehmen Umgebung versucht sich Dahlia Williams eine kleine Oase der Behaglichkeit einzurichten, doch selbst in ihre kleine Wohnung dringt unaufhaltsam von außen etwas Unangenehmes ein. Die Menschen um sie herum sind dabei nicht wirklich "Böse", verfolgen aber egoistisch ihre eigenen Interessen und wollen eben keinen Stress haben, wie es der knurrige Hausmeister Mr. Veeck offen formuliert und wie es Hausmanager Murray durch sein nur oberflächlich freundliches Verhalten deutlich macht.
Und wie auch soll so etwas wie Wohlfühlatmosphäre aufkommen in einem der wohl deprimierendsten und gleichzeitig großartigsten Film-Settings der letzten Jahre. Der gigantische, in ein ewiges Grau getauchte Häuserblock von "Roosevelts Island" ist als Schauplatz dieser Geschichte über Entfremdung eine so perfekte Wahl, dass man glatt vergisst, dass die japanische Originalstory diesen Ort dafür gar nicht im Sinn hatte. Nur durch den East River und eine Brücke voneinander getrennt, stehen sich hier das glitzernde Manhattan und die abweisende Unterkunft für Immigranten, alte und einsame Menschen bedrückend gegenüber. Eine Kulisse, die so tatsächlich existiert und hier kongenial genutzt und in Szene gesetzt wird.
Salles ist es zudem gelungen, ein bemerkenswertes Darstellerensemble für seinen Film zu versammeln. Wer John C. Reilly, Tim Roth oder das markante Gesicht von Pete Postlethwaite für feine Nebenrollen zur Verfügung hat, darf sich glücklich schätzen. Die perfekt besetzte Jennifer Connelly hat jedoch keine Mühe mit ihrer glaubwürdigen Hauptfigur aus diesem Cast noch herauszuragen.

Die einzigen Probleme dieses durchweg gelungenen Films, der nur ab und zu ein wenig zu sehr in seiner lyrischen Langsamkeit verharrt, liegen dann auch nicht in seiner Qualität begründet. Zum einen ist das die thematische Ähnlichkeit zum amerikanischen "Ring 2", womit man nun auch weiß, woher dessen Regisseur die Idee für seine inhaltlich stark vom japanischen Sequel abweichende Version nahm. Doch wird das Stilmittel "Wasser" hier nun deutlich überzeugender in einer auch wesentlich mehr Sinn machenden Geschichte eingesetzt.
Zum anderen gibt es da noch das, nennen wir es mal "The Village"-Problem. Denn genau wie der letzte Film von M. Night Shyamalan wird eben auch "Dark Water" als reiner Gruselthriller vermarktet, was er trotz seiner übersinnlichen Bestandteile aber einfach nicht ist. Die Enttäuschung beim jungen Publikum, das auf heftiges Erschrecken im Stile von "The Grudge" spekuliert, ist daher vorprogrammiert. Aber behalten wir doch die vielleicht etwas naive Hoffnung, sie mögen bemerken, das ihnen hier eigentlich etwas viel Besseres serviert wird.

Volker Robrahn

1

Absolut langweilig, von meiner Seite aus nicht zu empfehlen, ausser man hat nichts besseres zu tun als Strom zu vergeuden.
Story, Gurseleffekte und Spannung kennt der Film nicht, es ist weder ein Horrorfilm noch irgendwas anderes in der Art.
Der Film ist wirklich absoluter Flop!!!
-(minus)10 von 10 Punkten

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