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Cry_Wolf

Cry_Wolf
horror , usa 2005
original
cry_wolf
regie
jeff wadlow
drehbuch
jeff wadlow, beau bauman
cast
jon bon jovi,
jared padalecki,
julian morris,
lindy booth,
jane beard, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
8. Dezember 2005
homepage
bewertung

3 von 10 Augen

 

Wenn man versucht, etwas hip und trendy zu machen, um einem von Musikvideos, Special Effects und Computerspielen verwöhnten Publikum zu gefallen, kann dies ganz schnell in die Hose gehen. Und genau dies ist bei "Cry_Wolf" passiert. Statt hip und trendy ist dieser Teenie-Slasher-Streifen zum Gähnen langweilig. Dabei hätte aus diesem Machwerk über die sprichwörtlichen Folgen des Lügens (Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…) durchaus etwas Spannendes werden können.

Der junge Brite Owen (Julian Morris) ist aus diversen Schulen geflogen und kommt nun an die Westlake Academy, eine College-vorbereitende Prep School in den USA, an der gerade der Mord eines Mädchens aus der Gegend für Aufregung sorgt. Dort landet er in einer coolen Clique verwöhnter Kids, die sich nachts in der Kapelle treffen, um ein Spiel zu spielen, in dem es darum geht, wer am besten lügen kann. Da dies auf Dauer den gelangweilten Teenies nicht ausreicht, beschließen die intelligente Dodger (Lindy Booth) und Owen, einen Serienmörder namens "Der Wolf" ins Leben zu rufen, der angeblich den Mord im Dorf verübt hat und es nun auf ihre Mitschüler abgesehen hat. Doch die Situation gerät schnell außer Kontrolle, als der fiktive Wolf plötzlich lebendig wird und beginnt, böse Nachrichten an Owen zu schreiben.

Als Gewinner des Chrysler Million Dollar Film Festivals konnte der Neuling Jeff Wadlow mit einer Million Dollar für seinen ersten Spielfilm beweisen, wozu er fähig ist. Dies ist ihm nicht gelungen. Wadlow selbst weist fleißig darauf hin, dass das Budget für diesen Horrorfilm winzig war, wenn man all die teuren Sets etc. zusammen rechnet, doch ist dies leider keine Ausrede dafür, dass hier von der Geschichte über die Figuren bis zur Umsetzung alles sauer aufstößt. Ganz abgesehen davon, dass die größten Klassiker des Slasher-Horrors mit Budgets entstanden, die einen Bruchteil von einer Million ausmachten ("Halloween" oder "Freitag der 13." zum Beispiel).

Der größte Haken an "Cry_Wolf" ist seine Spannungslosigkeit. Ein Mörder mit orangefarbener Skimütze, der slapstickartig über alles stolpert, was ihm in den Weg kommt, ist leider kein bisschen gruselig. Trotz der einsam gelegenen Privatschule mag sich keine bedrohliche Atmosphäre aufbauen. Die Nebenfiguren sind so klischeehaft langweilig (jeder darf genau eine Charaktereigenschaft haben), dass es nicht wirklich interessiert, was mit ihnen passiert. Hinzu kommt, dass der AOL Instant Messenger als bevorzugtes Kommunikationsmittel häufiger im Bild zu sein scheint, als alle Nebendarsteller zusammengerechnet, was nach kurzer Zeit sehr zu nerven beginnt. Auch die schauspielerischen Leistungen liegen im unteren Durchschnittsbereich, nur Lindy Booth (bekannt aus "Dawn of the Dead") kann die arrogant-intelligente Dodger annehmbar umsetzen. Ansonsten kann man sich in einer Nebenrolle immerhin Jon Bon Jovi als lockeren Lehrer ansehen.
Die Kamera ist durchaus modern, aber dies lenkt leider nicht vom Einsatz gängiger Klischees (Huch, auf der Halloween-Party sind ja alle verkleidet wie der Killer!) und der offensichtlichen Einfallslosigkeit ab. Da will man zum Beispiel noch ein wenig die Todsünden in den erfundenen Ritualmord einbringen, doch ist dieses nur ein sinnfreier Abklatsch von "Sieben".

"Cry_Wolf" ist leider weder gruselig wie die alten Klassiker des Slasher-Films, noch amüsant wie die ironischen Revivalreißer á la "Scream", und bietet wenig, was einen wach halten kann. Wäre der Film wenigstens richtig trashig geworden, so hätte man sich immerhin daran erfreuen können. Doch so ist "Cry_Wolf" vor lauter Coolness völlig uncool geworden.

Margarete Prowe

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