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Contact High

Contact High
road movie , Öst/d/pol 2009
original
contact high
regie
michael glawogger
drehbuch
michael glawogger
cast
detlev buck,
michael ostrowski,
georg friedrich,
pia hierzegger, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
18. Juni 2009
homepage
http://www.contact-high.de/
bewertung

6 von 10 Augen

 

Es geht um die Tasche des geheimnisvollen Gangsterbosses Carlos. Was drin ist weiß man nicht so genau und irgendwie hat auch niemand so richtig Lust sich um den Job zu kümmern. Der schwule Autohändler Harry (Detlev Buck) schickt seinen zwar nicht besten, aber gerade einzig verfügbaren Mann Schorsch (Georg Friedrich) um die Tasche aus Lodz abzuholen, da der aber zur Zeit keinen Führerschein mehr hat soll seine Bekannte Mao (Pia Hierzegger) die Sache übernehmen. Der gelingt es jedoch ihre beiden Angestellten Max (Michael Ostrowski) und Johann (Raimund Wallisch) in den Zug nach Polen zu setzen, so dass sie sich endlich schlafen legen kann. Da aber in dieser Kette der Unfähigen völlig zurecht keiner dem anderen zutraut die gestellte Aufgabe vernünftig zu erledigen, finden sich unsere Protagonisten irgendwann doch alle nacheinander in der polnischen "Metropole" ein. Was aber auch nicht viel zur Klärung der Angelegenheit beiträgt, denn bald stolpern unsere Helden mal mit, mal ohne Tasche drogenbenebelt durch die osteuropäische Provinz und tanzen mit Hunden, Schweinen und Schwertfischen durch eine Welt der leicht gestörten Wahrnehmung.

Regisseur und Autor Michael Glawogger nimmt die Klassifizierung seines Films bereits höchst selbst im Untertitel zu "Contact High" vor. Mit einem "psychedelischen Roadmovie" haben wir es demnach zu tun und "Contact High" wird man dabei bereits durch den Kontakt mit einer Person, welche sich gerade ein paar Drogen reingezogen hat. Dass so etwas dann einen ziemlich schrägen Film ergibt, der ganz sicher nicht jedermanns Sache ist und dem "Normalpublikum" eher schwer zu vermittelbar sein dürfte, ist eine nahe liegende Erkenntnis.
Aber das genauso kleine wie feine Genre der sinnentleerten Kiffer-Filme hat immerhin seit den seligen Cheech & Chong-Streifen seine Existenzberichtigung und mit Werken wie "Lammbock" wurde bereits bewiesen, dass dies auch hierzulande bestens funktionieren kann. Im Verbund mit österreichischem Schmäh und Lokalkolorit kann man sich so etwas prinzipiell sicher auch ganz lustig vorstellen und auf dieser Klaviatur spielt Glawogger dann auch ausgiebig, was sich vor allem in der erkennbaren Liebe zu seinen Charakteren bezahlt macht. Der mit herrlichem Dialekt, wirrem Haar und seiner latenten Aggression kämpfende Schorsch erweist sich dabei als die gelungenste Figur, dicht gefolgt von Detlev Bucks zwar tuntigem, aber auch äußerst führungsstarkem Harry, in dessen Kfz-Werkstatt sich die gut aussehenden Mechaniker gegenseitig mit Öl einreiben, dass es nur so eine Wonne ist.

Bis all die sympathischen Loser eingeführt und in Position gebracht worden sind braucht es allerdings seine Zeit, und so ist man in der ersten halben Stunde doch noch etwas unschlüssig, was es denn zu halten gilt von dieser zunächst nur mäßig witzigen Sozialstudie der leichteren Art. Doch das ändert sich spätestens mit der Ankunft der Planlosen in Polen, wo sie genauso wenig wie der Zuschauer erahnen können was sie als nächstes erwartet. Das entpuppt sich zumindest fürs Publikum aber als ausgesprochen witzig, denn das pfiffige Drehbuch präsentiert nun fast ohne Pause hanebüchene Verwechslungen, dilettantische Verfolgungsjagden und einen bunten Reigen Einheimischer zwischen den Extremen "zauberhaftes Mädel" und "rachsüchtiger Tankwart".
Dass das Geschehen dabei zunehmend sinnloser wird und man irgendwann nicht mehr zu unterscheiden vermag was sich denn tatsächlich oder nur in der Wahrnehmung einzelner Protagonisten abspielt, gehört natürlich zum Konzept dieses psychedelischen Trips, der folgerichtig irgendwann im Nichts oder eben auf einer rosa Wolke endet. Anhänger einer stringenten Erzählweise und einer klaren Auflösung sämtlicher offener Fragen dürften daher am Ende recht frustriert sein, aber für die ist dieser Film ja auch ganz offensichtlich nicht gemacht. Wem das alles aber auch mal wurscht ist, der hat dann vielleicht fast genauso viel Spaß beim Anschauen dieses harmlosen Vergnügens wie ihn die daran Beteiligten mit Sicherheit beim Dreh gehabt haben.

Volker Robrahn

9

Dieser Film brilliert aufgrund seiner Charaktere, die allesamt davon überzeugt sind, alles zu durchschauen und sowieso viel schlauer als die anderen zu sein. Dass dem nicht so ist, wird dem Publikum recht rasch klar, und aus den unzähligen skurril-absurden Situationen, die daraus entstehen, lebt der Film. Der Humor ist sehr verschroben und wirkt stets aus der Situation heraus - die Charaktere nehmen alle Geschehnisse im Verlauf des Films überaus ernst, nur der Zuseher erkennt, was für eine Farce sich da eigentlich abspielt. Genial beispielsweise, wie Tankpreller Schorsch mit seinem Ford Mustang durch Polen braust, nervös auf den Spuren der Tasche und stets verfolgt vom Tankwart in dessen alten Polski Fiat - und es trotz röhrendem Motor den ganzen Film hindurch nicht schafft, seinen Verfolger abzuhängen.

Eine Auflösung der Fragen, die sich im Handlungsverkauf aufdrängen, darf man nicht erwarten. Man erfährt weder, wer der mysteriöse Auftraggeber Carlos ist, noch, was in der anscheinend so wichtigen Tasche ("the bag") enthalten ist. Aber das ist auch gar nicht nötig - dafür wird man eineinhalb Stunden lang glänzend unterhalten.

1

Der Film ist so was von hohl das ich nach ca.40min.auf die Stoptaste meines DVD Players gedrückt hab!!SCHROTT!!

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