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Es
geht um die Tasche des geheimnisvollen Gangsterbosses Carlos. Was
drin ist weiß man nicht so genau und irgendwie hat auch niemand
so richtig Lust sich um den Job zu kümmern. Der schwule Autohändler
Harry (Detlev Buck) schickt seinen zwar nicht besten, aber gerade
einzig verfügbaren Mann Schorsch (Georg Friedrich) um die Tasche
aus Lodz abzuholen, da der aber zur Zeit keinen Führerschein
mehr hat soll seine Bekannte Mao (Pia Hierzegger) die Sache übernehmen.
Der gelingt es jedoch ihre beiden Angestellten Max (Michael Ostrowski)
und Johann (Raimund Wallisch) in den Zug nach Polen zu setzen, so
dass sie sich endlich schlafen legen kann. Da aber in dieser Kette
der Unfähigen völlig zurecht keiner dem anderen zutraut
die gestellte Aufgabe vernünftig zu erledigen, finden sich
unsere Protagonisten irgendwann doch alle nacheinander in der polnischen
"Metropole" ein. Was aber auch nicht viel zur Klärung
der Angelegenheit beiträgt, denn bald stolpern unsere Helden
mal mit, mal ohne Tasche drogenbenebelt durch die osteuropäische
Provinz und tanzen mit Hunden, Schweinen und Schwertfischen durch
eine Welt der leicht gestörten Wahrnehmung.
Regisseur und Autor Michael Glawogger nimmt die Klassifizierung
seines Films bereits höchst selbst im Untertitel zu "Contact
High" vor. Mit einem "psychedelischen Roadmovie"
haben wir es demnach zu tun und "Contact High" wird man
dabei bereits durch den Kontakt mit einer Person, welche sich gerade
ein paar Drogen reingezogen hat. Dass so etwas dann einen ziemlich
schrägen Film ergibt, der ganz sicher nicht jedermanns Sache
ist und dem "Normalpublikum" eher schwer zu vermittelbar
sein dürfte, ist eine nahe liegende Erkenntnis.
Aber
das genauso kleine wie feine Genre der sinnentleerten Kiffer-Filme
hat immerhin seit den seligen Cheech & Chong-Streifen seine
Existenzberichtigung und mit Werken wie "Lammbock"
wurde bereits bewiesen, dass dies auch hierzulande bestens funktionieren
kann. Im Verbund mit österreichischem Schmäh und Lokalkolorit
kann man sich so etwas prinzipiell sicher auch ganz lustig vorstellen
und auf dieser Klaviatur spielt Glawogger dann auch ausgiebig, was
sich vor allem in der erkennbaren Liebe zu seinen Charakteren bezahlt
macht. Der mit herrlichem Dialekt, wirrem Haar und seiner latenten
Aggression kämpfende Schorsch erweist sich dabei als die gelungenste
Figur, dicht gefolgt von Detlev Bucks zwar tuntigem, aber auch äußerst
führungsstarkem Harry, in dessen Kfz-Werkstatt sich die gut
aussehenden Mechaniker gegenseitig mit Öl einreiben, dass es
nur so eine Wonne ist.
Bis all die sympathischen Loser eingeführt und in Position
gebracht worden sind braucht es allerdings seine Zeit, und so ist
man in der ersten halben Stunde doch noch etwas unschlüssig,
was es denn zu halten gilt von dieser zunächst nur mäßig
witzigen Sozialstudie der leichteren Art. Doch das ändert sich
spätestens mit der Ankunft der Planlosen
in
Polen, wo sie genauso wenig wie der Zuschauer erahnen können
was sie als nächstes erwartet. Das entpuppt sich zumindest
fürs Publikum aber als ausgesprochen witzig, denn das pfiffige
Drehbuch präsentiert nun fast ohne Pause hanebüchene Verwechslungen,
dilettantische Verfolgungsjagden und einen bunten Reigen Einheimischer
zwischen den Extremen "zauberhaftes Mädel" und "rachsüchtiger
Tankwart".
Dass das Geschehen dabei zunehmend sinnloser wird und man irgendwann
nicht mehr zu unterscheiden vermag was sich denn tatsächlich
oder nur in der Wahrnehmung einzelner Protagonisten abspielt, gehört
natürlich zum Konzept dieses psychedelischen Trips, der folgerichtig
irgendwann im Nichts oder eben auf einer rosa Wolke endet. Anhänger
einer stringenten Erzählweise und einer klaren Auflösung
sämtlicher offener Fragen dürften daher am Ende recht
frustriert sein, aber für die ist dieser Film ja auch ganz
offensichtlich nicht gemacht. Wem das alles aber auch mal wurscht
ist, der hat dann vielleicht fast genauso viel Spaß beim Anschauen
dieses harmlosen Vergnügens wie ihn die daran Beteiligten mit
Sicherheit beim Dreh gehabt haben.


Dieser Film brilliert aufgrund seiner Charaktere, die allesamt davon überzeugt sind, alles zu durchschauen und sowieso viel schlauer als die anderen zu sein. Dass dem nicht so ist, wird dem Publikum recht rasch klar, und aus den unzähligen skurril-absurden Situationen, die daraus entstehen, lebt der Film. Der Humor ist sehr verschroben und wirkt stets aus der Situation heraus - die Charaktere nehmen alle Geschehnisse im Verlauf des Films überaus ernst, nur der Zuseher erkennt, was für eine Farce sich da eigentlich abspielt. Genial beispielsweise, wie Tankpreller Schorsch mit seinem Ford Mustang durch Polen braust, nervös auf den Spuren der Tasche und stets verfolgt vom Tankwart in dessen alten Polski Fiat - und es trotz röhrendem Motor den ganzen Film hindurch nicht schafft, seinen Verfolger abzuhängen.
Eine Auflösung der Fragen, die sich im Handlungsverkauf aufdrängen, darf man nicht erwarten. Man erfährt weder, wer der mysteriöse Auftraggeber Carlos ist, noch, was in der anscheinend so wichtigen Tasche ("the bag") enthalten ist. Aber das ist auch gar nicht nötig - dafür wird man eineinhalb Stunden lang glänzend unterhalten.
Der Film ist so was von hohl das ich nach ca.40min.auf die Stoptaste meines DVD Players gedrückt hab!!SCHROTT!!
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