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Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft

Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft
biografie , frankreich 2009
original
coco avant chanel
regie
anne fontaine
drehbuch
anne fontaine, camille fontaine
cast
audrey tautou,
benoit poelvoorde,
allesandro nivola,
emanuelle devos,
marie gillain, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
13. August 2009
homepage
http://www.cocochanel-derfilm.de
bewertung

7 von 10 Augen

Hach, die gute Audrey Tautou hat es ja nicht einfach. Acht Jahre ist es nun her, dass sie als "Amelie" die Herzen von Kinogängern auf der ganzen Welt verzauberte, und immer noch hat man sie nur als die Tagträumerin aus Paris in Erinnerung, und jedesmal, wenn man sie in einer anderen Rolle sieht, vergleicht man sie doch wieder mit der Paraderolle. Dabei hat Tautou in Filmen wie "Wahnsinnig verliebt", "Liebe um jeden Preis" und "Zusammen ist man weniger allein" ja durchaus bewiesen, dass sie auch anders als nur niedlich kann.
Vielleicht wird es ja mit diesem Film was mit dem Imagewechsel, denn als burschikose und immer ernste Gabrielle "Coco" Chanel hat sie nicht viel mit Amelie Poulain gemeinsam. Wie der Originaltitel schon sagt, handelt es sich bei dieser Biographie allerdings nur um einen Teilabschnitt des Lebens der legendären Designerin, nämlich dem vor ihrer Berühmtheit als erste Frau im Modebusiness und als eine der stilistisch einflussreichsten Designer. Coco Chanels von Männermode inspirierte und spartanische, oft monochrome Kostüme revolutionierten die Idee, wie frau sich zu kleiden hatte. Aber vor all dem steht ja noch ihre schwere Kinder- und Jugendzeit und die oft unglücklichen Jahre bis zum Durchbruch.

All das bringt uns nun "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft", der damit beginnt, dass die junge Gabrielle und ihre Schwester von ihrem Vater in einem Waisenhaus abgeliefert werden und ihn nie wieder sehen. Von dort springt der Film dann fünfzehn Jahre vorwärts, zu Coco und ihrer Schwester Adrienne (Marie Gillain), die sich ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht als Näherinnen verdienen und sich abends mit frivolen Chansons in Spelunken ein Zubrot verdienen. Dort lernen sie auch Abend für Abend amüsierfreudige Offiziere kennen. Während sich Adrienne von einem aristokratischen Offizier Liebe und Ehe versprechen lässt, hat es der Lebemann Etienne Balsan (Benoît Poelvoorde) mit Gabrielle schon schwieriger. Die lässt sich nicht auf eine billig zu haltende Mätresse reduzieren, ist aber bald doch gezwungen, auf Balsans Anwesen unterzukommen. Dort lernt sie allerdings auch bald Balsans Freund Arthur "Boy" Capel (Allessandro Nicola) kennen...und lieben.

Der Trend 2009 geht zu Coco Chanel. Und damit meinen wir nicht die Haute Couture oder das zu tragende Parfüm dieser Saison, sondern durchaus cineastisch. Denn neben dieser Coco Chanel-Biographie wurde im Heimatland Frankreich nur wenige Wochen später in Cannes die nächste Chanel-Biographie, Jan Kounens "Coco Chanel & Igor Stravinski" präsentiert, die bei uns wohl irgendwann 2010 (vielleicht) auf den Leinwänden zu sehen sein wird und quasi direkt an diesen Film anschließt. Dieser erste Streich macht es dem inhaltlichen Nachfolger gar nicht so einfach, denn Anne Fontaines Film stellt einen gelungenen Einblick in den Werdegang der Coco Chanel dar, bevor diese die Coco Chanel wurde.
Der bei weitem interessanteste und auch überzeugend umgesetzte Aspekt ist dabei tatsächlich, wie aus Gabrielle Chanel "Coco" Chanel wurde und wo sie sich die Inspiration zu ihren damals völlig neuartigen Kreationen holte. Klar, die Männergeschichten mit dem von Benoit Poelvoorde genial gespielten Balsan - der sich als heimliches emotionales Zentrum des Films erweist - und dem von Allessandro Nivola charmant dargestellten Boy Capel stehen im Vordergrund. Aber genau so wichtig sind die Szenen in der Normandie, wo Coco sich von den zum ersten Mal gesehenen Fischern dort den Maritimlook ihrer späteren Kreationen abschaut; wie sie in einem schlichten schwarzen Kleid ohne Korsett - damals natürlich ein Ding der Unmöglichkeit - auf einer Party allen wie Weihnachtsbäume behängten feinen Damen die Schau stiehlt oder aber sich von den an Capel geliebten Hemden zu ihrer distinktiv maskulinen Damenmode inspirieren lässt. Geschickt auch, dass der Film immer die Balance bewahrt und Chanel nicht populistisch als Wonder Woman ihrer Zeit präsentiert. Sie mag Generationen von nachfolgenden Frauen vom Korsettzwang befreit haben, aus dem Korsett der Konventionen aber hat sich auch Coco Chanel nicht immer befreien können.

Die emotionalen Liebes- und Leidensgeschichten rund um Coco Chanel sind etwas weniger neuartig als ihre Mode, hier geht es doch zu, wie man es in Filmen zu der Epoche schon öfters gesehen hat. Fast fühlt man sich gar in die jovialen Gesellschaftsdramen eines Theodor Fontane - oder dem Lande entsprechend eher Victor Hugo - zurückversetzt, so sehr wimmelt es hier von Grisetten und Kokotten, von Liebeleien und Vernunftehen, von Landpartien und Kostümfesten. Das ist immer wunderbar ansehbar, wenn auch nicht immer innovativ, aber was soll man auch machen: unglückliche Liebe über die Stände hinweg ist eben ein so klassisches und mittlerweile abgegrastes Thema, dass ein leichtes Deja Vu wohl unvermeidlich ist.
Die Schauwerte sind hier zumindest wie zu erwarten hoch, die Handlung durchaus mit kleineren Storyhäkchen (aber auch nur Häkchen) versehen und die Schauspieler mit Tautou an der Spitze überzeugend bei der Sache. Genug Gründe also, diesen interessanten Film über eine interessante Frau nicht nur Chanelfanatikern oder angehenden Modedesignern zu empfehlen, sondern jedem, dem der Sinn nach intelligent gemachter, klassischer Kinounterhaltung steht.

Simon Staake

9

Ich fand den Film einfach nur schön. Ich glaub ich werd ihn nochmal anschauen.

7

Kaum zu glauben, aber der Film wurde eben vom Westschweizer Fernsehen gesendet (französisch ). Der Film ist nicht schlecht wen man sich in dieser Zeit zurück versetzen kan als Coco Chanel ein Idol war . Sehr guten Schaupieler, der Film ist ein mus für Mode Fan !!

8

Ich fand den Film schön.
Vor allem wenn man bedenkt das ich in letzter Zeit nur Filme angeschaut habe die sehr viele schnelle Schnitte und Action Sczenen haben.

Die Bilder waren sehr harmonische und die Farben einfach klasse. Der Film hat mich richtig melanchonisch gemacht.

Ich fand nur das Ende etwas enttäuschend.

Blackmail

8

der film ist empfehlenswert und die kritik trifft es sehr gut...

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