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Chappie

Chappie
scifi-action , usa/südafrika 2015
original
chappie
regie
neill blomkamp
drehbuch
neill blomkamp, terri tatchell
cast
sharlto copley,
dev patel,
hugh jackman,
sigourney weaver,
ninja & yo-landi visser, u.a.
spielzeit
114 Minuten
kinostart
5. März 2015
homepage
http://www.chappie-film.de
bewertung

4 von 10 Augen

chappie 1Die Polizei-Roboter des Rüstungskonzerns Tetra Vaal verrichten im Johannesburg des Jahres 2016 erfolgreiche Arbeit. Firmenchefin Bradley (Sigourney Weaver) ist zufrieden mit den Kreationen ihres Chefentwicklers Deon (Dev Patel), während sich dessen Kollege Vincent (Hugh Jackman) ins Abseits gedrückt fühlt, gibt es doch für dessen deutlich größere und aggressivere Kampfroboter vorerst keinen Markt mehr. Doch auch der ehrgeizige Deon bringt sich schließlich selbst in Schwierigkeiten, als er einem beschädigten und eigentlich für die Verschrottung vorgesehenen Roboter heimlich einen Programmchip einsetzt, der diesem ein eigenes, menschenähnliches Bewusstsein einpflanzen soll. Das funktioniert zwar, doch gerät Deon mitsamt seiner Schöpfung in die Hände des brutalen Gangsterduos Ninja und Yo-Landi (Ninja und Yo-Landi Visser). Die stehen unter gewaltigem finanziellem Druck und haben daher ganz andere Pläne mit dem außergewöhnlichen Roboter, den sie „Chappie“ taufen. Der verhält sich zunächst zwar wie ein ahnungsloses, schüchternes Kind, lernt dabei aber derart schnell, dass er sich sehr wohl zu einer Gefahr für die Gesellschaft entwickeln könnte.
 

chappie 2Wenn es ein Film aus Südafrika in unsere Kinos schafft und der dazu noch eine internationale Starbesetzung aufweist, dann kann es sich dabei nur um das neue Werk von Neill Blomkamp handeln. Seit der Regisseur vor einigen Jahren mit dem Überraschungserfolg „District 9“ auf der Kino-Weltkarte erschien, haben sich dessen Möglichkeiten vervielfacht und nach dem mittelmäßig erfolgreichen Hollywood-Ausflug „Elysium“ bewegt sich Blomkamp mit „Chappie“ nun wieder in den ihm vertrauten Gefilden von Johannesburg. Auch Stammschauspieler Sharlto Copley ist natürlich wieder dabei und verkörpert hier im bekannten Motion Capture-Verfahren die anders nicht darstellbare Titelfigur. Und überhaupt wirkt das ganze Setting der vor Energie und Gewalt beinahe berstenden Stadt wie eine Rückkehr in die Welt von „District 9“, zumal auch das schlanke Design der Roboter an die damaligen Aliens erinnert und wir es hier erneut auch mit dem Bereich „sozialkritische Science-Fiction“ zu tun haben. Womit die Frage, die sich Filmszene bereits zur Veröffentlichung von „Elysium“ stellte und die darauf abzielt, ob denn Herr Blomkamp auch noch etwas anderes draufhat als recht ähnliche Filme zum gleichen Thema zu machen, vorerst also tatsächlich mit „Nein“ beantwortet werden muss.

chappie 3Wobei man fairerweise einräumen muss, dass „Chappie“ im Vergleich schon einen etwas anderen, spürbar leichteren Ton aufweist – zumindest phasenweise. Der Humor kommt dabei vor allem in der Titelfigur zur Geltung, denn der Widerspruch einer äußerlich eindrucksvollen, sich rasant bewegenden Maschine mit kindlich unbedarft agierender Persönlichkeit sorgt für eine Reihe witziger Momente. Da „Chappie“ hier nun mal von einer Gangstertruppe „aufgezogen“ wird, für die der Begriff „White Trash“ noch eine ziemliche Beschönigung darstellt, ist das Ergebnis halt entsprechend. Und so läuft der Arme dann also mit Goldkettchen behängt durch die Gegend und beschimpft seine Gegenüber mit Vorliebe als „Fuckmother“ (er hat da bei den Vorbildern nicht so ganz genau zugehört). Dieses Elternpärchen der absurden Art geben dann auch zwei südafrikanische Ikonen, die sich bzw. ihre popkulturellen Kunstfiguren einfach selbst  spielen. Das Ehepaar Ninja und Yo-Landi Visser feiert seit einigen Jahren als extrovertierte Raprave-Gruppe „Die Antwoord“ große Bühnenerfolge und gibt sich bei seinen aktuellen You Tube-Videos nicht mehr mit Klickzahlen unterhalb der zweistelligen Millionengrenze zufrieden.

chappie 4Da haben sich also zwei von Südafrikas erfolgreichsten Exportartikeln zusammengetan, weil sie einfach gerne mal gemeinsam arbeiten wollten, und zugegeben: Es sind vor allem die Szenen mit Chappie und dem durchgeknallten, maximal tätowierten Visser-Pärchen, die für den meisten Spaß sorgen. Wie schon bei „District 9“ versucht Regisseur Blomkamp allerdings auch mit „Chappie“ aus einer ursprünglichen Kurzfilm-Idee einen abendfüllenden Film zu machen, doch dies gelingt diesmal deutlich weniger gut. Denn die gesamte Rahmenhandlung strotzt nur so vor Logiklöchern und unglaubwürdigen Drehbucheinfällen. Da wird der naive Deon erst brutal entführt und bleibt nur deshalb vorerst am Leben, weil er seinen Roboter für die Kleinkriminellen abrichten soll – kurz darauf lässt man ihn aber ganz entspannt nach Hause fahren und selbst entscheiden, ob er überhaupt zurückkommt. Nur um dem nach seinem Geschmack viel zu netten „Chappie“ eine Lektion in Sachen Überlebenskampf zu erteilen, setzt der fiese Ninja ihn anschließend in einer Gegend aus, in der dieser beinahe komplett zerstört wird – und gibt seinen wertvollsten Trumpf somit einfach aus der Hand. Und um die kritische Bevölkerung und Polizeiführung angesichts der kriminellen Taten des einen Roboters zu besänftigen, entscheidet sich der Konzern stattdessen mit einer angsteinflößenden Kampfmaschine einzugreifen, die ihren Zielobjekten am liebsten die Körperteile auseinanderreißt – was eventuell keine soo clevere Idee ist.

chappie 5Da ergibt leider nur wenig Sinn und wirkt fast wie eine Alibiveranstaltung, weshalb dann auch die großen Namen Weaver und Jackman in ihren wenigen Auftritten kaum Gelegenheit haben, sich in Szene zu setzen. Die Geschichte ist als kritische Utopie nicht ernstzunehmen, als echte Sozialsatire auf der anderen Seite aber auch zu unentschlossen. In dieser Hinsicht funktionierte der letztjährige „Robocop“ da doch ein ganzes Stück besser. So bleibt für „Chappie“ auf der Habenseite letztlich nur die computertechnisch ausgezeichnet umgesetzte Hauptfigur sowie deren Unterhaltungswert. Den gesamten Rest hätte man sich besser schenken können.   

Volker Robrahn

Es graust mir schon vor

Es graust mir schon vor seinem neuen Aliens....

warum darf dieser zu echter Unterhaltung nicht fähige
ewige Schwarzseher einen Alien-Film machen ?

Ich kann mir schon die Story vorstellen. Ein Alien Schiff
stürzt in die Slums von Südafrika und dort werden dann
Alien-Südafrikaner Hybriden erschaffen die sich durch die
Reichenviertel metzeln.

Selten so eine schlechte

9

Selten so eine schlechte Rezension gelesen. Nur Vergleiche mit früheren Filmen, aber nichts über das, was der Film aussagt über Manipulation und Lügen, Erziehung und Erwartung, Leben und Tod und die Gesellschaft in einer möglichen Roboterwelt. Es ist ein Film, über den man auch danach noch philosophieren und sinnieren kann. Gut, dass ich mir dieses Rezension nicht vorher durchgelesen habe. Es wäre mir ein actionreicher, humorvoller und nachdenklicher Film entgangen.

Kann mein Vorgänger nur

9

Kann mein Vorgänger nur zustimmen, alles im allen ein sehr guter Film !

Ich bin auch der Meinung,

8

Ich bin auch der Meinung, dass diese Rezension dem Film in keinster Weise gerecht wird, verstehe diese schlechte Rezension nicht. Ja, es stimmt, die angesprochenen Logik-Löcher sind vorhanden. Aber ich fand den Film sehr unterhaltsam, einfallsreich, sogar mit überraschenden Wendungen. Würde den Film jederzeit weiter empfehlen

Einer der schlechtesten Filme

2

Einer der schlechtesten Filme des Sci-Fi-Genres, den ich kenne. Wenn nicht die hochwertige Produktion und die wirklich gelungene Darstellung der Scout-Roboter wäre, dann ginge dieses Machwerk vielleicht als B-Movie durch und man könnte über die hanebüchene Story einfach hinwegsehen. Aber das scheint ja alles ernst gemeint zu sein....

Was anfängt wie eine Mischung aus "Robocop" und "Nummer 5 lebt", mit der vertrauten Optik aus District 9, das schlingert bald darauf völlig unbegreiflich auf einen total unglaubwürdigen, im Mittelteil zusätzlich langweiligen, am Ende aber extrem brutalen Schmarren zu.

Nichts von dem, was uns der Film verlangt zu glauben ist auch nur im entferntesten nachvollziehbar. Da ist diese merkwürdige Firma, geleitet von einer einzigen Person, deren genialer Programmierer und offensichtlicher Schöpfer des einzig wichtigen Produktes, keine Möglichkeit hat in seinem Labor einen Test an einer seiner Maschinen durchzuführen. Zusätzlich arbeitet dort noch eine Art Großwildjäger, ein ex-Miltär, der den großen Polizeiroboter aus Robocop nachgebaut hat. Niemand will das Ding, es läßt sich nicht verkaufen, aber der Typ darf trotzdem machen, was er will.

Nummer 5, hier heißt er Chappie, spricht und handelt wie ein Kind und damit wir Zuschauer auch genügend Mitgefühl für ihn entwickeln, muß er pausenlos mit seinen Antennen wackeln, zwei Schutzbügel am Kopf bewegen und einen als Leuchtband dargestellten Mund animieren (!). Natürlich fehlen auch Augen nicht, eigentlich eine Art Bildschirm, mit dem er aber anscheinend sehen kann. Wer jetzt immer noch nicht die Hand vor die Stirn hält und entnervt mit den Augen rollt, der findet auch innen beleuchtete Helme an Raumanzügen sinnvoll.

Naja, so geht das halt die ganze Zeit weiter, gegen Ende werden noch auf brutalste Weise Köpfe abgerissen, das Bewußtsein eines Menschen auf einen USB-Stick gespeichert und problemlos in eine Maschine übertragen und so weiter. Kaum auszuhalten...

Wer den Kern der Story im Original sehen möchte, dem empfehle ich "Nummer 5 lebt" anzuschauen. Der hat wenigstens Charme, ist dazu noch lustig und tatsächlich familientauglich. Chappie dagegen kann man nur schnellstmöglich vergessen.

Lanz

Ufff... nach 40 Minuten hab

2

Ufff... nach 40 Minuten hab ich es nicht mehr ausgehalten. Ein lustig sprechender Roboter (mit dieser fürchterlichen deutschen Synchronstimme), dem allerhand lustige Dinge beigebracht werden. Eine lustig angezogene Yo-Landi, die alle 5 Minuten noch lustigere Kleidungsaccessoires aus ihren Mülltonnen zaubert - ihrem Roboterbalg aber einen Vortrag über innere Werte hält. Hugh Jackman mit einem solch lustigen Haarschnitt, dass ich ihn als Wolverine nie wieder ernst nehmen kann. Und der lustige Programmier-Inder, dessen Haushalt von lauter lustigen Robotern geführt wird. Alles in allem einfach zuviel des grenzdebilen Schwachsinns, der vielleicht Dreijährige länger beeindrucken mag. Wenn aber gegen Ende wirklich wie oben erwähnt "Köpfe rollen" sollten, dürfte auch diese Zielgruppe enttäuscht sein. Da fallen die wirklich bemerkenswert dämlichen Logiklöcher gar nicht mehr ins Gewicht. Deshalb landet die frisch gekaufte BlueRay jetzt direkt in meinem Shredder. Da kann sie noch so oft quieken: "Bitte, bitte nicht! Bluhrräi hat auch Gefühle - Bieb-bieb!"

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