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Carolina

Carolina
drama , usa/d 2003
original
carolina
regie
marleen gorris
drehbuch
katherine fugate
cast
shirley maclaine,
julia stiles,
jennifer coolidge,
allessandro nivola, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
13. Mai 2004
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Carolina (Julia Stiles) ist mit ihren beiden Schwestern bei ihrer Grandma (Shirley MacLaine) aufgewachsen. Ihre Mutter ist tot, ihr Vater ein Säufer. Doch Grandma ist keine liebe alte Omi, die ständig Kuchen backt und den Enkeln sanft übers Haar streicht. Grandma Mirabeau beherrscht den Clan der armen Familie mit eisernem Regiment und unerschütterlichem Selbstbewusstsein. Als junge Frau arbeitet die disziplinierte Carolina bei einer Fernsehproduktion, managt das chaotische Leben ihrer jüngeren Schwestern, rebelliert gegen das Joch ihrer Oma und wohnt neben ihrem besten Freund Albert (Alessandro Nivola). Als sie den attraktiven, reichen Heath (Edward Atterton) kennen lernt, scheint in ihr Leben endlich ein bisschen Glamour einzuziehen ....

Das die niederländische Regisseurin Marleen Gorris das Genre des Dramas beherrscht, bewies sie mir ihrem eindringlichen Streifen "Antonias Welt", für den sie 1996 den Oscar als besten fremdsprachigen Film bekam. Doch für ein Drama ist der Plot von "Carolina" nicht dramatisch genug, als romantische Komödie mit angenehmen Tiefen hätte er funktionieren können - doch dafür fehlen die komischen Elemente und Wendungen. Dies ist besonders schade, weil die Schauspieler allesamt großartig agieren. Jungschauspielerin Julia Stiles, kürzlich im Kino mit "Mona Lisas Lächeln", zeigt in beiden Filmen, dass sie dem Charakterfach durchaus gewachsen ist. US-Legende Shirley MacLaine (sie bekam 1963 eine Oscar-Nominierung für "Irma La Douce" und 1983 die Trophäe für "Zeit der Zärtlichkeit") brilliert als dominante und schrullige Großmutter einmal mehr. Auch Alessandro Nivola (er spielte den durchgeknallten kleinen Bruder von Nicolas Cage in "Face/Off - im Körper des Feindes") ist eine gute Besetzung als männlicher Romantik- und Sympathieträger. Bis auf den etwas blässlichen Edward Atterton zieht sich die gute Besetzung bis in die Nebenrollen der Familie Mirabeau. Ebenfalls positiv: Die vielen Szenen, welche die arme, wenn auch nicht hungernde Familie am Rande der Großstadt vor ihrem Haus zeigen, liefern ein beeindruckend anderes Bild vom Leben in amerikanischen Familien.

Doppelt schade also, dass hier soviel Potential für einen guten Film durch ein blasses Drehbuch einfach nicht genutzt wird. So dümpelt "Carolina" in der Mitte zwischen mauem Drama und temporärer Komödie und hinterlässt nach Ablauf des Abspanns wenig, was nachhallt. Wer nicht ein Fan von einem der Schauspieler ist, kann sich den Kinobesuch eher sparen und diesen Film getrost bei einem netten Videoabend ansehen.

Heide Fuhljahn

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