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Brokedown Palace

Brokedown Palace
justiz-drama , usa 2000
original
regie
jonathan kaplan
drehbuch
adam fields, david arata
cast
claire danes,
kate beckinsale,
bill pullman,
lou diamond phillips, u.a.
spielzeit
101 Minuten
kinostart
8. Juni 2000
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Man liest von diesen Fällen immer mal wieder in der Zeitung: Touristen aus dem Westen dieser Welt, bevorzugt junge Mädchen, werden in einem asiatischen Land wegen Drogenschmuggels verhaftet, beteuern ihre Unschuld, und werden nichtsdestotrotz zu Haftstrafen jenseits allen gesunden Menschenverstandes verurteilt. Frei nach der Devise: „Man kann aus jeder Schlagzeile einen Film machen“ hat sich jetzt auch Hollywood dieses Stoffes angenommen. Das Ergebnis heißt „Brokedown Palace“.

Alice und Darlene sind zwei typische amerikanische Teenager, beste Freundinnen, die soeben den High School-Abschluß gemacht haben. Bevor es auf getrennte Colleges geht, wollen sie noch einen famosen gemeinsamen Urlaub verleben. Und weil Hawaii einfach nicht abgefahren genug ist, fahren sie ohne das Wissen ihrer Eltern nach Thailand. Statt sich an den örtlichen Sehenswürdigkeiten zu erfreuen, schleichen sie sich lieber in ein Luxushotel und versuchen dort, auf fremde Rechnung teure Drinks am Pool zu schlürfen. Als sie fasst ertappt werden, rettet sie ein sympathischer australischer Sonnyboy namens Nick Parks aus der Bredouille. Beide können dem Charme der neuen Bekanntschaft nicht so leicht widerstehen, und als er sie auf ein Wochenende nach Hongkong einlädt, fällt die Entscheidung nicht schwer. Doch dann kommt das böse Erwachen: Als sie am Flughafen den Zoll passieren, wartet schon die Polizei auf sie. In Alice’s Rucksack stecken mehrere Kilo Heroin.

Im Schnellverfahren werden die beiden ungläubigen Teenies zu 33 Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis angekommen, berichten ihnen andere Frauen mit ähnlichem Schicksal von dem in Thailand lebenden amerikanischen Anwalt Hank Greene (Bill Pullman), mit dessen Hilfe die Mädels nun ihre Unschuld beweisen wollen.

„Brokedown Palace“ ist kein sehr überzeugendes Justizdrama, zum einen, weil den Aufklärungsprozessen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, zum anderen, weil es nicht gelingt, auch nur halbwegs Licht in das fremdartige Justizsystem von Thailand zu bringen. Die wahre Stärke des Films liegt in der Darstellung der Freundschaft zwischen Alice und Darlene, und so liegen die Höhepunkte auch im Mittelteil. Als die Mädchen im Gefängnis landen und ihnen nur langsam klar wird, daß ihr ganzes Leben, ihre ganze Zukunft sich von einem Tag auf den anderen in Luft aufgelöst hat. Was folgen muß sind Akte der Verzweiflung, Fluchtversuche, Selbstzerstörung und gegenseitigeVorwürfe, und hier werden große Ansprüche an die schauspielerischen Fähigkeiten gestellt. Vor allem Claire Danes hat keine Schwierigkeiten, diese zu erfüllen: Ein weiteres Mal beweist die ehemalige Julia, daß sie eine der stärksten Mimen ihrer Altersklasse ist, und profitiert dabei auch vom facettenreicheren Charakter: Alice ist von den beiden Mädchen diejenige mit dem armen Elternhaus, mit der dunkleren Vergangenheit und der mangelnden Vertrauensfähigkeit. Kate Beckinsale als Darlene hat ganz einfach viel weniger Konfliktpotential, durch das sie glänzen könnte, und wird daher von Danes ganz locker ausgestochen. Dennoch entwickeln beide zusammen eine starke Überzeugungskraft, die der Film allerdings auch bitter nötig hat.

Denn so sehr einem die beiden auch leid tun, so richtiges Mitgefühl kann man nicht empfinden. Der Anwalt Greene bringt es auf den Punkt, als Alice ein weiteres Mal versichert, daß sie von dem Heroin nichts wußte: „Wenn du lügst, bist du verdammt dumm. Wenn du die Wahrheit sagst, bist du einfach nur dumm.“ So isses. Alice und Darlene, ebenso wie alle Leute, denen das in der Realität passiert, säßen nicht so tief in der Scheiße, wenn sie nicht wahnsinnig leichtgläubig, unvorsichtig, überheblich, ignorant und naiv wären. Daß man sich in Südostasien nicht aufführen kann wie in Kalifornien ist klar. Daß man niemandem vertrauen sollte, den man erst zwei Tage kennt, ist auch klar. Und daß man es merken sollte, wenn der eigene Rucksack auf einmal vier Kilo zuviel wiegt, sollte eigentlich auch klar sein. Denkste. Die beiden lassen sich nach typisch Dumme-Touristen-Manier auf die Schippe nehmen, ausnutzen und verarschen. Und das nicht nur von Nick Parks. Und solange der Zuschauer denkt: „Mann, sind die beiden dämlich!“ anstatt ernsthaftes Mitleid zu Empfinden, kann dieser Film einfach nicht ziehen.

Als besonders störend empfand ich die Aktivitäten des Anwalts, der zwar als echt fähiger Mann hingestellt wird, aber dies ganz offensichtlich nicht ist. Wenn keine der beiden Mädchen den Stoff in den Rucksack gepackt hat, muß es jemand anderes (nicht Nick Parks, der konnte nicht) getan haben. Wer das war, ist mehr als klar. Aber dieser Spur wird überhaupt nicht nachgegangen, obwohl die Unschuld der Mädchen so am leichtesten bewiesen werden könnte.

Zumindest kann man „Brokedown Palace“ nicht vorwerfen, er wäre Standardware. Vor allem, wer ein typisches Justizdrama-Ende erwartet, wird hier eine interessante Überraschung erleben, die den Film und die Beziehung zwischen den Hauptrollen um einiges komplexer macht, als es die meiste Zeit der Fall war. Dank einiger wenig überzeugender Nebenplots, die ebenso unbeholfen eingeführt wie abgeschlossen werden, will sich aber keine vernünftige Erzählung einstellen, so daß man am Ende ein weiteres Mal erkennen muß, daß der gesehene Film wesentlich besser hätte sein können, wenn er seine Akzente an manchen Stellen deutlicher gesetzt hätte. Etwas schade um die wirklich guten Leistungen von Danes und Beckinsale. Aber als gemeinsamer Kinobesuch von zwei besten Freundinnen zum gemeinsam Ausheulen allemal gut geeignet.

 

 
Frank-Michael Helmke

10

ich finde das war mit abstand der beste film den ich jeh gesehen habe ich bin sehr begeistert über die musik die in film vorkommt voll toll der film voll geil!

10

Der Film ist einfach Amok, mein absolter Liblingsfilm.... !

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