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Bowling for Columbine

Bowling for Columbine
dokumentation , usa 2002
original
regie
michael moore
drehbuch
michael moore
cast
michael moore,
matt stone,
charlton heston,
marilyn manson, u.a.
spielzeit
122 Minuten
kinostart
21. November 2002
homepage
bewertung

9 von 10 Augen
Eine einfache Rechenaufgabe steht im Zentrum von "Bowling for Columbine": addiert man die durchschnittliche Anzahl an Morden durch Waffengewalt pro Jahr in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Japan und Australien, erhält man eine Zahl von knapp über 1000. In den USA allein sterben alljährlich mehr als 11.000 Menschen durch Gewehr- und Pistolenkugeln. Als Erklärung für 
In dieser Bank gibt's zur 
Kontoeröffnung ein Gewehr ...
diese erschreckende Zahl haben viele Gruppen sehr viele einfache Antworten parat, und es ist das Verdienst einer so großartigen Dokumentation wie "Bowling for Columbine", dass sie all diese einfachen Antworten systematisch dekonstruiert und den Waffenwahn der Amerikaner als das hinstellt, was er ist: Ein Wahnwitz mit langer Geschichte, am Leben erhalten von einer Gesellschaft, die von Angst regiert wird, ohne zu wissen, wovor sie sich eigentlich fürchtet. Kurz: Ein Problem, das genauso schwer zu lösen wie zu erklären ist.

Michael Moore, der kreative Kopf hinter "Bowling for Columbine", ist so etwas wie der Popstar in der wenig beachteten Doku-Szene. Seit er in seinem Erstling "Roger & me" von 1989 dem Vorsitzenden von General Motors auf den Pelz zu rücken versuchte, damit dieser sich für die Schließung des traditionsreichen Werkes in Flint, Michigan und die dadurch resultierende Verwahrlosung der gesamten Stadt verantworte, hat Moore einen eigenen Stil geprägt, der das seltene Kunststück fertig bringt, eine Dokumentation auch als Unterhaltungsfilm funktionieren zu lassen. Mit einer geschickten Interviewtechnik und seiner aufgesetzten treudoofen Scheulosigkeit schafft es der stets in Schlabberlook mit Baseball-Mütze auftretende Moore, seinen Gegenübern Statements von entlarvender Lächerlichkeit zu entlocken und die traurige Absurdität einer Situation so einzufangen, dass man wirklich nur noch darüber lachen kann. Gleich zu Beginn von "Bowling for Columbine" z.B. stolziert Moore in eine Bank, in der jeder Kunde zur Kontoeröffnung ein Gewehr geschenkt bekommt. Die Kugeln dafür kauft er anschließend bei einem Friseur. Das ist ebenso absurd komisch, wie es leider wahr ist.
... die Kugeln dafür kriegt man 
nebenan, beim Friseur.
Kongenial in dieser Hinsicht auch das Herzstück von "Bowling for Columbine", ein rasanter, durchgeknallter Trickfilm irgendwo zwischen "South Park" und "Es war einmal der Mensch", ebenso brüllend komisch wie in seiner treffenden Analyse nachdenklich stimmend, der in knackiger Kürze Moores eigene These darstellt: die überdeutliche Bereitschaft der Amerikaner, zur Waffe zu greifen, liegt begründet in einer langen Geschichte von Angst, Angst vor einem vermeidlichen Feind, der zunehmend identitätsloser wird, weil er eigentlich gar nicht mehr da ist. Dass sich die meisten der 250 Millionen Handfeuerwaffen in Amerika in weißen Vorort-Haushalten befinden, wo die Einwohner ihre Türen dreimal abschließen, obwohl es in ihrer Gegend fast keine Kriminalität gibt, passt da voll ins Bild. Dass die Führer dieser Nation außerdem jeden Konflikt auf der Welt mit Waffen zu lösen versuchen (eine Tatsache, die Moore mit einer kurzen und fürchterlich deprimierenden Montage zu Louis Armstrongs "What a wonderful world" illustriert), zeigt, dass diese Neigung nach wie vor ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Dass die tatsächliche Mordrate in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren zwar um 20% gesunken ist, die Berichterstattung darüber in den Medien aber um 600% zunahm, zeigt auch, wie systematisch diese Angst weiter geschürt wird. 
Michael Moore (rechts) mit "South Park"-
Miterfinder Matt Stone.
Das titelgebende Massaker an der Columbine High School in Littleton, Colorado, bei dem am 20. April 1999 zwei amoklaufende Jugendliche zwölf ihrer Mitschüler und einen Lehrer erschossen, wird als Ereignis selbst nur kurz behandelt, dient jedoch als Stein des Anstoßes für viele Recherchen und Aktionen Moores, von denen eine sogar ein kleines bisschen Hoffnung hervorbringt: Mit zwei Opfern aus Littleton, die - querschnittsgelähmt bzw. bewegungsbehindert - in ihren Körpern immer noch inoperable Kugeln aus den Waffen der Amokläufer mit sich herumtragen, fuhr Moore zum Hauptquartier des amerikanischen Supermarkt-Riesen Kmart, in dessen Läden die Kugeln gekauft wurden, um sie symbolisch zurückzugeben. Zuerst ernten sie nur das übliche ausweichende PR-Blabla, aber als sie am nächsten Tag mit Begleitung von einigen TV-Teams zurückkehren, verkündet die Kmart-Leitung, dass binnen drei Monaten sämtliche Munition aus ihren Filialen im ganzen Land verschwinden wird. Von einem solchen Erfolg ehrlich überrascht, ist für einen Moment selbst der eloquente Michael Moore sprachlos. 
Moore und seine neue Flinte.
Ein echter Amerikaner.
Ein Hoffnungsschimmer, der freilich nicht lange glühen mag, denn der anschließende Besuch bei Hollywood-Legende Charlton Heston, Vorsitzender der National Rifles Association (NRA), der amerikanischen Waffen-Lobby, fällt mehr als vernichtend aus: Wie alle Waffennarren im ganzen Land betet der alte Haudegen mit den markigen Sprüchen die übliche Litanei von in der Verfassung verbrieften Rechten freier Bürger herunter, um anschließend jeden weiteren Kommentar zu verweigern, als das Gespräch auf die Konsequenzen dieser ach so wichtigen Freiheiten kommt.

"Bowling for Columbine" ist ein Film, in dem man oft herzlich lachen kann, und den man doch nachdenklich und tief betroffen verlässt. Das ist die besondere, wenn nicht einmalige Leistung von Michael Moore, dessen Widerlegung der zahlreichen einfachen Antworten man nur widerspruchslos zustimmen kann: Die hohe Mordrate in den USA ist nicht die Schuld von Heavy Metal Musik, nicht von Videospielen, nicht von ethnischer Vielfalt, nicht von einer gewalttätigen Geschichte, nicht von der einfachen Verfügbarkeit von Waffen, und auch nicht von Bowling (die Columbine-Amokläufer waren am Morgen ihrer Tat noch mit einem Sportkurs auf der Bowlingbahn gewesen). Sie ist die Schuld einer Gesellschaft, die seit jeher nur eine Reaktion auf Bedrohung jeglicher Art kannte: den gekrümmten Finger am Abzug. 
Es gibt eine positive Erkenntnis, die "Bowling for Columbine" geben kann: Dass es eine Handvoll Amerikaner gibt, die begriffen haben, dass in ihrem Land etwas grundlegend falsch läuft. Leider ist es wirklich nicht mehr als eine Handvoll.

Frank-Michael Helmke

10

ich fand denn film sehr intressant und spannen denn habt ihr sehr cool auf gezeiochnet

9

Ein sehr guter Film der nur leider wieder zeigt was das Volk für eine sehr große Angst hat, wenn es sich nur mit Waffen verständigen kann.

10

Ein sehr guter dokumantar film
Was ich noch sagen wollte
"Fuck Bush"

10

Am Anfang dachte ich es würde so ein langweiliger dokumentar Film werden aber so schlimm war es gar nicht!
Ganz im Gegenteil -> Der Film war echt der hammer! heheh Ich schwör ;)
Aber trotzdem lohnt es sich nicht ins Kino zu gehen. Ist nur ein Tipp von mir!
Sieht euch lieber Bollywood Filme an.
Die sind wenigstens romatischer aber nicht real....... hehehhehe
Off yaaaa Wieso bin ich keine Inderin 
Bye bye kiss kiss

P.S: IHR KÖNNT MICH GERNE ANSCHREIBEN!!!

10

der film ziegt endlich mal was so los is in amerika uebrigens der amoklauf wa wohl echt schlimm haette nie gedacht das das ein mensch tun kann

10

Dieser Film ist sehr interessant und sehr leerreich

10

wow, der film hat mich echt geschockt.
Er ist super. Empfehle ich jedem ihn anzuschauen.

Beschäftigt man sich erst mal

4

Beschäftigt man sich erst mal genauer mit den Hintergründen des Films und der Arbeitsweise Michael Moores, wird schnell klar, dass der Film nicht ganz astrein ist. Moore zeichnet kein extaktes Abbild der Realität, sondern (wie ers selbst zugibt) eine subjektive Darstellung Amerikas. Er schneidet sein Filmmaterial so zusammen, dass es seine Argumentation untersützt und lässt die Gegenseite nicht zu Wort kommen, bzw. schlecht dastehen.
Aber insgesamt ist Micheal Moore eben ein Meister seines Fachs und thematisiert ein wichtiges Problem in den USA. Zur eigenen Meinungsbildung ist der Film Pflicht!

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