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Blind Side - Die große Chance

Blind Side - Die große Chance
drama , usa 2009
original
the blind side
regie
john lee hancock
drehbuch
john lee hancock
cast
sandra bullock,
quinton aaron,
tim mcgraw,
jae head,
kathy bates, u.a.
spielzeit
128 Minuten
kinostart
25. März 2010
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Es ist ein fast märchenhafter Erfolg und die größte Comeback-Geschichte des vergangenen amerikanischen Kino-Winters: Sandra Bullock, seit ihrem letzten großen Erfolg "Miss Undercover" aus dem Jahre 2000 auf dem stetigen Karriereabstieg begriffen, der jede Hollywood-Darstellerin rund um das 40. Lebensjahr ergreift, fuhr mit "The Blind Side" ein US-Kasseneinspiel von über 220 Millionen Dollar ein (was ihn angeblich zum erfolgreichsten Film aller Zeiten mit einer Hauptdarstellerin über 40 macht) und bekam auch noch eine Golden Globe-Nominierung spendiert - die für den Oscar dürfte folgen. Und das alles für einen Film, der die märchenhafte Aufstiegsgeschichte des bärig-bulligen Footballspielers Michael Oher erzählt. Wie geht das zusammen, Sandra Bullock und Football?

So geht das: Michael Oher war eines von zwölf Kindern einer Crack-süchtigen Mutter, pendelte während seiner Kindheit zwischen Waisenhäusern, Pflegefamilien und Obdachlosigkeit hin und her und blieb aufgrund mangelnder Umsorgung bis ins Teenageralter auf dem geistigen Entwicklungsniveau eines Kindes hängen. Ein scheinbar hoffnungsloser Fall, aber gesegnet mit einem einmaligen Talent: Obwohl von sehr großer und sehr breiter Statur, verfügte Oher über eine erstaunliche Agilität und Schnelligkeit, eine seltene Kombination, die ihn prädestinierte für die im Football extrem wichtige Position des "Left Tackle". Das ist der Bursche in der Offensivlinie eines Football-Teams, der die titelgebende "blinde Seite" des Quarterbacks beschützt, nachdem der den Ball aufgenommen hat und sich passbereit halb nach rechts dreht - und so nicht mehr sieht, was sich zu seiner linken, in seinem Rücken tut. Ein sowohl flinker als auch bärenstarker "Left Tackle" ist in der Lage, den Quarterback vor allen heranstürmenden Verteidigern zu schützen, die ihm ans Leder wollen.
Dieses besondere Talent von Michael Oher hatte zufällig auch der Football-Coach einer christlichen, fast komplett "weißen" High School in Memphis, Tennessee, entdeckt und dafür gesorgt, dass der Junge auf der Schule aufgenommen wurde. Aufgrund seiner quasi nicht existenten akademischen Leistungen war Oher jedoch nicht spielberechtigt und schien aus der Sackgasse seiner Lebensumstände nicht herauszukommen. Bis zum Auftritt von Leigh Anne Tuohy.
Diese Dame ist ein Paradebeispiel für die ikonenhafte Gestalt der Südstaaten-Schönheit: Als ehemalige Cheerleaderin heiratet sie ihre große Jugend-Liebe, den ehemaligen College-Basketball-Star Sean Tuohy. Der erweist sich als großartiger Geschäftsmann, macht als Eigentümer von Dutzenden von Fast-Food-Restaurants ein Vermögen, und lebt mit seiner Angetrauten und zwei Kindern aus dem Bilderbuch ein absolutes Vorbildleben in der von guten christlichen Werten durchsetzten, besseren Gesellschaft von Memphis. Leigh Anne Tuohy war es nun, die eines Tages auf Michael Oher aufmerksam wurde, den Jungen unter ihre Fittiche nahm und ihm den Weg bahnte zu besseren Schulnoten, den Grundlagen seiner Football-Karriere und einem intakten Familienleben, da die Tuohys Michael schließlich adoptierten.

Diese Leigh Anne Tuohy ist es nun, die von Sandra Bullock in "The Blind Side" gespielt wird, und sie ist die klare, die alleinige Heldin dieses Films. Es mag hier an sich um Michael Oher und seinen märchenhaften Aufstieg aus der Gosse zum Football-Helden gehen, aber die Geschichte, die "The Blind Side" erzählt, ist die seiner Schutzheiligen Leigh Anne. Diese aufrichtige, moralische, von christlichen Grundwerten der Nächstenliebe gelenkte Grande Dame von Memphis, die mit ihrem Einsatz und dem unerschütterlichen Zusammenhalt ihrer Familie diesem armen Jungen ein Leben und eine Karriere ermöglichte, die ihm sonst verwehrt geblieben wären.
Es ist eine Geschichte fast zu schön um wahr zu sein, und genau so erzählt sie "The Blind Side" auch. Dies ist ein sehr amerikanischer Film, und die absolut unironische Art und Weise, mit der hier Familienwerte und christliche Moral propagiert werden, lässt erahnen, warum der Film in den USA zu solch einem gigantischen Erfolg wurde. Dies ist der absolute "feel good movie" für die idealistischen Grundwerte der Südstaaten-Aristokratie, von einem komfortabel hohen Ross herunter gepredigt, ein Manifest für unerschütterliche Moral und Nächstenliebe, wo eine gute Tat allein durch das erhabene Gefühl belohnt wird, etwas Gutes getan zu haben. Da meint eine von Leigh Annes High Society-Freundinnen ganz ehrfürchtig zu ihr: "You changed this boy's life!". Und sie antwortet weise lächelnd: "No, he changed mine."
Da ist es dann auch nur konsequent, dass es in diesem Film eigentlich keine echten Probleme gibt. Jeder Konflikt, der sich andeutet, ist schneller wieder aufgelöst als er überhaupt richtig eröffnet ist, und es gibt absolut kein Dilemma, das sich nicht mit einem klärenden Gespräch, einer kurzen, starken Rede oder einer verständnisvollen Geste ganz schnell aus der Welt schaffen lässt.

Man muss "The Blind Side" definitiv zugute halten, dass er in all seiner Betulichkeit und enormen politischen Korrektheit durchaus charmant erzählt ist, pfiffige Dialoge und einige starke Bilder findet für seine Fabel von Aufrichtigkeit und Familienwerten. In dieser Hinsicht ist er ein durchaus gut gemachter Film; Harmlosigkeit, Konfliktfreiheit und das wohlige Gefühl von "Alles wird gut"-Geborgenheit sind hier eben Programm und werden konsequent ausgeführt. Das ist wie gesagt sehr amerikanisch, und das kann man mögen, muss man aber nicht.
Was aber doch ein wenig negativ aufstößt, sind die Untertöne der Erzählung, denen man schon einen latenten Rassismus unterstellen kann. Natürlich ist Michael Oher ein herzensguter und liebenswürdiger Junge, er wird jedoch den ganzen Film hindurch mehr oder weniger wie ein kleines Kind behandelt, das ohne die schützende Hand seiner gutmütigen, weißen Retterin komplett aufgeschmissen wäre. Jeder andere schwarze Charakter in diesem Film wird mindestens unsympathisch wenn nicht gleich als schlichtweg gefährlich dargestellt, so dass dem Ganzen schon eine gewisse "Was würden die armen Schwarzen denn machen, wenn wir guten weißen Christen nicht auf sie aufpassen würden?"-Einstellung unterliegt, wie man sie aus den längst vergangenen Tagen der Südstaaten-Sklaverei-Romantik kennt.

Und Sandra Bullock? Die macht ihre Sache hier in der Tat ziemlich gut, wobei man allerdings einschränkend sagen muss, dass dies zum einen natürlich eine der so rar gesäten, absoluten Traumrollen für Hollywood-Damen jenseits der 40 ist, frau hier also kaum etwas falsch machen kann, und man zum anderen gerade in den großen Szenen, die prädestiniert für die Oscar-Clip-Show sind, sich kaum des Eindrucks erwehren kann, dass hier auch noch mehr drin gewesen wäre. Wenn man sich vorstellt, was eine Julia Roberts oder eine Teri Hatcher aus dieser Rolle hätten machen können - da wirkt Frau Bullock doch nicht so richtig beeindruckend.
Zum Golden Globe hat es trotzdem schon gereicht, ob auch noch der Oscar folgen wird, das kann ihr nach dem fabulösen Einspiel von "The Blind Side" ziemlich egal sein. Sandra Bullock hat wieder einen Marktwert. Und die anständigen, christlichen Südstaatler einen neuen Kultfilm. God bless America.

Frank-Michael Helmke

Sich so einen Film als Europäer anzuschauen, muss schon ne ziemliche Leistung sein. Man muss wohl kein Genie sein, um vorauszusagen, dass dieser Film jenseits von Amerika absolut Niemanden interessieren wird.
Football und christliche Moralvorstellungen sind nicht gerade die Themen, mit denen man hierzulande locken kann.

8

Gebe meinem Vorredner durchaus recht, habe den Film im Original gesehen und fand ihn sehr gut, was aber auch daran liegen kann dass ich selbst Football Fan bin.

Die GEschichte passt dennoch sehr gut, gerade weil die Football Szenen nicht gerade überhand nehmen und Frau Bullock eine sehenswerte Leistung abliefert...

Für mich absolut empfehlenswert: 8 Augen!

der satz mit Teri Hatcher ist ein schlechter witz oder?!

die kann definitiv NICHT schauspielern..

ja, was hätte wohl die große teri hatcher aus dieser rolle gemacht?! dieser satz kann nur schwanzgesteuerten ursprungs entspringen und nicht einmal dann ist er nachvollziehbar geschweige denn entschuldbar!
who the fuck is teri hatcher? obwohl...in spy kids war sie wirklich gut...
helmke go home!

8

Der Film wirkt sehr künstlich, man weiß genau dass das was jetzt gerade passiert, deshalb passiert um zu berühren. Das funktioniert allerdings sehr gut. Der Film ist somit sehr rührend, unangenehm kitschig ist er aber nicht.

Ich war letztendlich überrascht wie gut er mir gefallen hat. USA-Kenner muss man kaum und Football-Fan überhaupt nicht sein.

"Zum Golden Globe hat es trotzdem schon gereicht, ob auch noch der Oscar folgen wird, das kann ihr nach dem fabulösen Einspiel von "The Blind Side" ziemlich egal sein."

WANN wurde die Kritik geschrieben ? oO

Könnte es sein, das die schon was älter ist. ;-)

8

Blinde Side. Ist wirklich ein schönes Feel God Movie. Allerdings wer den versucht hat als Sozialkritisches Drama zu verkaufen hat schlicht keine Ahnung von Filmen. Dazu geht in dem Film alles zu glatt und zu Kitschig, es hätte erheblich mehr Laufzeit gebraucht oder eine andere Herangehensweise. Um der Große Oskar Film zu sein war er dann auch zu Holprig Inszeniert. Einiges ging dann doch zu schnell. Sandra Bullock hat aber wirklich gut gespielt und es wird nicht langweilig. Alles in allem echt sehenswert.

9

Also bitte!

Ich gebe ja zu, dass der Film rein thematisch schon einfach nicht fürs deutsche Kino geeignet ist, aber ihm nur 6/10 Punkte zu geben, finde ich ehrlich gesagt ziemlich hart.

Sandra Bullock zeigt eine beeindruckende Leistung und wenn ich mir allein schon Julia Roberts oder Teri Hatcher in der Rolle vorstelle, kommt bei mir die Vermutung auf, dass der Autor der Kritik (a) den Film nicht in Vollbesitz seiner geistigen Kräfte geschaut hat oder (b) der Film einfach unfassbar schlecht synchronisiert wurde und deshalb Sandra Bullocks Leistung nicht richtig gewürdigt werden kann.

Sie spielt die Rolle jedenfalls äußerst überzeugend (auch wenn ich sie nur an Platz 3 der Oscar-Nominees gesehen habe) und gibt dem Film den gewissen Charme, der ihn von den typischen Klischee "Vom-Tellerwäscher-Zum-Millionär" Filmen abhebt.

Die Football-Szenen sind ebenfalls klasse inszeniert, auch wenn dem deutschen Kinogänger dafür wahrscheinlich das Verständnis fehlt (nicht umsonst ist "Any Given Sunday" hier kein richtiger Erfolg geworden).

Eigentlich hätte ich dem Film seine wohlverdienten 8 Punkte gegeben, aber aus Protest gegen die zu schlecht ausgefallene Kritik gibts von mir nen Extra-Punkt.

10

Der Film war einfach wunderschön <3 Vom Anfang, bis zum Ende hin :D

7

Hmm also ich habe mir den Trailer angeguckt im Kino und wollte da unbedingt rein..
Ich bin ein sehr sensibler Mensch und weine auch im Kino bei jeder Kleinigkeit los ;)
Deswegen wollte ich auch darein, weil ich dachte, dass der mich sehr berühren wird.
Die Schauspieler sind toll und die Geschichte ebenfalls, allerdings waren die wichtigsten/schönsten Szenen im Trailer drin und deswegen hat mich dieser Film nicht so sehr berührt.
Man wusste schon, wie es ausgehen wird und ich habe für meine Verhältnisse echt wenig geweint ;(
Allerdings ist es faszinierend, wenn man bedenkt, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht. Es macht nachdenklich, find ich!

10

Ein super top Film. Obwohl ich nicht weinen musste. Dabei bin ich so nah am Wasser gebaut, hmmmm..... Der Film ist von den Darstellern glänzend gespielt. Sandra Bullock in so einer (Snob-)Rolle zu sehen, top!! Da ich Football-Fan bin, hat mich die Handlung mehr interessiert, als wohl Leutchens, denen das wurscht ist. Ich werde ihn mir noch einige mal "antun" und auf jedenfall weiter empfehlen.

10

Dieser Film hat mich tief berührt, vor allem wenn ich bedenke, dass dieser Film auf einer wahren Geschichte aufgebaut ist... (Vor allem die Bilder, die beim Abspann gezeigt werden lassen mich nicht mehr los...)
Ich persönlich habe durch den Film tatsächlich etwas gelernt, denn Vorurteile, Rassismus und Armut sind auch in Deutschland Thema und nicht nur in den USA... Darüber sollten viele Menschen einmal nachdenken...
Auch ich bin kein Football-Versteher, aber trotzdem fand ich diesen Film sehr gut! Und meiner Meinung nach hat Sandra Bullock den Oscar für diese Rolle absolut verdient!

2

Wie dieser Film zu diesen Wertungen und zu einem Oskar kommt ist mir schlicht schleierhaft, ich musste diese pathetische Schleimbrühe von einem Film in der Mitte abwürgen, weil ich es nicht mehr ausgehalten haben.
Wie Frau Bullock sich auf bemühende Art zur Wochenend-Sozialkritikerin emporstilisieiert, ist absolut abstossend. Der kläglich misslungene Versuch, die bürgerliche Mittelschicht Amerikas des Rassismus anzuklagen, ist unter umgekehrten Vorzeichen selbst rassistisch. Dies weil er nur schwarz und weiss mahlt:
Auf der einen Seite das dümmliche, aber talentierte Negerlein, auf der anderen Seite die wirtschaftlich saturierte, pseudoengagierte Hausfrau, die dem armen Negerlein auf die Sprünge hilft. So im Sinne man kann es sich ja leisten das zurückgebliebene Riesenbaby mit dem Hausfrauen-SUV zum Basketballspiel zu karren, man hatte ja eh nicht anderes vor, ausser Einkaufen vielleicht.

Gott was für ein Dreck.

9

Habe den Film nun endlich auf BluRay gesehen und muss sagen,dass er wirklich sehr gut ist.Viel Besser als ich erhofft habe!!
Also unbedingt kaufen oder leihen!Ohne Altersbeschränkung für jeden zu empfehlen!

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