Wie treibt man ein vielversprechendes Franchise, das sich völlig überraschend zum Hit entwickelte, in den Ruin? In dem man ihm ein desaströses Sequel folgen lässt, das alles was am Original originell und frisch wirkte in ein schlampiges und größtenteils albernes Konglomerat aus wüsten Klischees, unzufriedenstellenden Effekten und schlichtweg fehlgeleiteter Richtung verwurstet.
"Blade
2" ist als Sequel so mies, dass man sich nicht nur wegen
des
auch hier des öfteren vorhandenen Gelbfilters unangenehm
an
den grotesk missratenen "The Crow - City of Angels" -
einen der schlechtesten Filme der letzten Jahre -
erinnert, ein
Film der sich in Sachen schmuddeliger Gothiclook, perverse
S/M Atmosphäre
und unnötig brutaler Gewalt durchaus mit "Blade 2"
vergleichen lässt. Was alles andere als ein Kompliment
ist.
Wenn ich damals im Spotlight
über Comicverfilmungen angesichts der "Crow"-Serie
bemerkte, das eine Krähe noch keinen Sommer macht, trifft
das
traurigerweise auch auf den schwarzen Schwertschwinger zu.
Angesichts
dieser monumentalen Fehltritte hat man fast das Gefühl,
die
sehr gelungenen Erstlinge, zwei der besten
Comicverfilmungen überhaupt,
wären ein Unfall gewesen. Angesichts dessen, was uns hier
abgeliefert
wird, sollte man höchsteilig einen Pfahl durchs Herz derer
treiben, die eine weitere Fortsetzung planen.
Was also ging schief an der expandierenden Saga um den "Daywalker" Blade (Wesley Snipes) - halb Mensch, halb Vampir - , der sich mit mächtig bösem Schwert und noch mächtig böserem Gesichtsausdruck wieder durch Vampirmeuten metzelt?
Der Fall ist eröffnet:
Beweisstück eins: Das Drehbuch. Verfasst von David Goyer,
der sowohl für den gelungenen Erstling verantwortlich ist
(ein
Versehen?), als auch am genialischen "Dark
City" mitschrieb. Allerdings auch
alleinverantwortlich
ist für "The Crow - City of Angels". Was dann zwar
die vielen Parallelen erklärt bis hin zu einer lachhaften
und
wahrlich traurigen Selbstkopie in der Schlussszene (ist
der Mann
von Peepshowboxen besessen, oder was?), aber auch beweist,
dass
man hier auf den völlig falschen Mann zurückgegriffen
hat. Während Goyers Vorliebe für Gothic - für ihn
offenbar synonym von S/M Look, Leder en masse und
möglichst
viel Perversität und grotesken Bildern - bei z.B. "Dark
City" offensichtlich von den Co-Autoren in Schach gehalten
wurde, hat er hier freie Bahn, und es zeigt sich. Seine
Geschichte,
um eine Allianz zwischen Blade und der Vampirgemeinde
zwecks Bekämpfung
eines wesentlich schlimmeren gemeinsamen Feindes, ist in
der Konzeption
schon ein alter Hut, in ihrer Ausführung noch weitaus
dürftiger.
Da wird Blade nach Rettung seines alten Mentors und
Waffenschmieds
Whistler (Kris Kristofferson) mit dem "Bloodpack"
zusammengeworfen,
als Spezialkampftruppe quasi die GSG-9 der Vampire, und
bekommt
dann mit dessen Mitglied Nyssa, gleichzeitig auch Tochter
von Vampirobermotz
Damaskinos, zwecks größerem dramatischen Effekt auch
noch ein love interest auf den muskulösen Leib
geschrieben.
Natürlich hat Blade dann auch erstmal derbe Probleme mit
seiner
neuen Crew und ihrem erstmaligen Anführer Rheinhart (Ron
Perlman),
bevor er sich dann auf die Jagd nach den "reapers" machen
kann. Angeführt von Nomak (Luke Goss),sind die "reapers"
so eine Art Übervampire, die sowohl Menschen als auch
Vampire
gleichermaßen in ihren Speiseplan aufnehmen. Die üblichen
absehbaren Konflikte innerhalb der Gruppe folgen, direkt
danach
dann ein paar lächerliche plot twists, die aber in ihrer
Simplizität
und Vorhersehbarkeit erstens nur Gähnen auslösen und
zweitens
zu einem Zeitpunkt kommen, an dem man diesen
hoffnungslosen Film
schon lange aufgegeben hat.
Beweisstück zwei: Die Regie. Hier wird's haarig, denn
Guillermo
del Toro ist eigentlich kein schlechter. Mit seinem Debüt
"Cronos"
(1993) schrieb er gelungen den Vampirmythos um und seine
letztjährige
Geistergeschichte
"The Devil's Backbone" wurde ebenso von der Kritik
gefeiert.
Leider liegt zwischen diesen beiden in seiner Heimat
Mexiko gedrehten
Streifen auch "Mimic", sein US-Debüt und eine ziemliche
Gurke. Del Toros Dilemma kann man wohl am besten als "John
Woo-Syndrom" beschreiben, denn der Meister des
Hongkongkinos
fing in den USA auch mit einem Flop an (dem Van
Damme-Vehikel "Hard
Target"), ließ dann eine einfallslose Auftragsarbeit
folgen ("Broken Arrow") und schwang sich erst dann mit
"Face/Off" zu alter Stärke auf. Auch Del Toro braucht
wohl noch einen weiteren Versuch, um auf US-Boden zu
überzeugen,
was immerhin auf die Zukunft hoffen lässt. Man kommt bei
"Blade
2" nicht um den Eindruck herum, dass er schlichtweg der
falsche
Mann für den Job ist. Was insofern ironisch ist, als dass
er
wahrscheinlich ein besserer Regisseur ist als Stephen
Norrington,
der Regisseur des gelungenen ersten Teils. Wo aber
Norrington als
ehemaliger F/X-Experte gar nicht unnötig versuchte, der
Geschichte
große dramatische Tiefe oder Subtilität zu geben, sondern
auf einen pulsierenden Soundtrack, State of the art
Effekte und
visuellen Overkill setzte, ist Del Toros Versuch, eine
düstere
Atmosphäre zu zaubern, fehlgeleitet. Der erste "Blade"
verstand sich als und war auch Popcornkino, das aber vom
feinsten,
und konnte damals - in der Pre-"Matrix"
Ära - noch Maßstäbe in Sachen Coolness und
Überstilisierung
setzen. Überstilisiert wird hier auch, aber an den
falschen
Stellen (siehe Beweisstück eins). Einzig an den bizarren
Sets
lässt sich Del Toros Handschrift teilweise ablesen, nicht
unbedingt
zum Vorteil. Dass er sich nach "Mimic" wieder
hauptsächlich
in Abwasserkanälen herumtreibt ist nicht nur erstaunlich,
sondern
verleiht dem Film auch ein langweiliges, in seiner
konsequent "morbide!
morbide!" schreienden Form ermüdendes Äußeres.
Beweisstück
drei: Die Effekte. Man mag mich ja der Nostalgie
bezichtigen, aber
prothetisches Make-up und mechanische Effekte waren und
sind - wenn
richtig gemacht - noch immer das Beste und Glaubwürdigste.
Nichts gegen die zugegebenermaßen erstaunlichen digitalen
Fortschritte, aber Trickvehikel wie die "Die Mumie"-Filme
haben alle Mühe, nicht in ihrem eigenen CGI-Hintern zu
verschwinden,
während Actionmüll a la "Romeo must die" von
den lächerlich eingeflochtenen Digitaleffekten nicht
profitiert,
sondern nur noch mehr zum Ziel von Hohn und Spott wird.
Das gleiche
Problem zeigt sich in "Blade 2". Die digitalen Effekte
sind jederzeit als solche zu erkennen und zum Beispiel in
diversen
Kampfszenen wenig überzeugend. Die Effekte, die für die
‚reapers' benutzt wurden, sehen in ihrer offensichtlichen
digitalen
Herkunft und Falschheit mit Verlaub eher lächerlich denn
furchteinflößend
aus. Während Offensichtliches aus dem Computer aber in
reinem
Popcornkino wie der "Mumie" oder dem Original-"Blade"
funktioniert, weil selbstironisch angehaucht, ist es in
diesem viel
zu ernsten, übermäßig grimmigen Film fehl am Platze.
Beweisstück vier: Die Besetzung. Pluspunkt ist hier ganz
klar
die Rückkehr von Kris Kristofferson als Whistler, der
schon
dem ersten Film emotionales Rückgrat gab. Wesley Snipes
ist
als Blade hier wesentlich selbstsicherer und stilisierter,
muss
aber aufpassen, dass er seinen ikonischen Charakter nicht
mit zuviel
Posing in die Selbstparodie treibt. Seine Liebste Nyssa
ist ein
ganz klarer Schwachpunkt, denn Leonor Varela hat außer
recht
nettem Äußeren nicht viel zu bieten. Für den
Bloodpackleader
mit dem schön teutonischen Namen Rheinhart sind die - nun
ja,
sagen wir mal gewöhnungsbedürftigen - Gesichtszüge
von
Ron
Perlman perfekt, um ihn als hässlichen Deutschen zu
verkaufen.
Apropos: Der so richtig hässliche Deutsche ist Thomas
Kretschmann
als Vampirobermotz Damaskinos, in Nosferatu-Look mit
Glatze und
spitzen Zähnen. Leider ist eben jener Look klischeehaft
und
lächerlich, wie auch Perlmans badass-Posen, aber
was
sollen sie auch machen. Gegen dieses Drehbuch anzuspielen
ist fürwahr
eine Mission Impossible. Als lustiges Detail sei noch
angemerkt,
dass der andere Glatzkopf, Reaper-Anführer Nomak, von Luke
Goss gespielt wird, der in den 80ern mit Zwillingsbruder
Matt als
Platikboyband "Bros" auftrat. Erinnert ihr Euch? When
will I, will I be famous? So auf jeden Fall nicht,
Luke!
Schlussplädoyer: "Blade 2" ist ein Film der nicht nur völlig überzogen brutal ist, sondern auch stümperhaft und dümmlich in nahezu allen Bereichen. Die Geschichte schliddert vom nur Unappetitlichen ins bodenlos Alberne, und spätestens wenn sich Blade und Gegner am Ende mit Suplexen, Elbow Drops und anderen Wrestlingmoves bekämpfen sind wir nicht mehr bei C wie Cool sondern C wie Cheesy, und zwar nicht zu knapp. Eine bodenlose Enttäuschung.
Urteil: Drehbuchautor David Goyer wird dazu verurteilt, seine kindlich-peinlichen Gothic-Ideen nicht mehr in Drehbücher einzubringen und damit Filme zu ruinieren. Regisseur Guillermo Del Toro wird dazu verurteilt, bei seinem nächsten US-Film endlich sein Potential zu nutzen und einen guten Film zu drehen. Die Spezialeffektcrew wird dazu verurteilt, entweder ihren Job besser zu machen oder die alten Hasen aus der Mechanikabteilung ran zu lassen. Die Schauspieler werden weitestgehend freigesprochen, ihre Mitschuld ist geringfügig.
Das hohe Gericht hat gesprochen. Fall "Blade 2" ist abgeschlossen.


ich fand den ersten teil GEIL , den zweiten GEILER und biiiiiiitte schreibt einen neuen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
umso mehr habe ich mich gefeut über Blade II, und noch mehr da der Film ungeschnitten in den Kinos lief. Aber jetzt zu meinem Kommentar. Klar, Blade II ist nicht gerade ein Perfekter Film, er schafft es auch nicht an den ersten Teil heranzukommen, aber hey, dass ist ne Fortzezung, dass soll nicht heißen dass er schlecht ist, die Action wurde verbessert, die Spezial Effekte auch, aber irgendwie gefällt mir der erste
Ich finde beide Teile gut. Nur da sind meiner Meinung nach zu wenige Schocker... fänd's geil mit n bisschen Adrenalinkick :-)
Ansonsten war ich auch überrascht, dass Blades Kumpel (der sich im ersten teil erschossen hat) plötzlich wieder lebte....:-(
LG
weil es an manchen teilen lang weilig war
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