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Black Swan

Black Swan
psycho-thriller , usa 2010
original
black swan
regie
darren aronofsky
drehbuch
mark heyman
cast
natalie portman,
mila kunis,
vincent cassel,
winona ryder,
barbara hershey, u.a.
spielzeit
107 Minuten
kinostart
20. Januar 2011
homepage
http://www.blackswan-derfilm.de
bewertung

9 von 10 Augen

 

Eine neue Spielzeit steht an im renommierten New Yorker Ballett und es gilt den Hauptpart der geplanten "Schwanensee"-Inszenierung zu besetzen. Zwar macht sich Nina (Natalie Portman) aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihres vorbildlichen Fleißes zu Recht Hoffnungen auf diese Traumrolle, doch wird sie dabei durch die Psychospielchen ihres Regisseurs Thomas Leroy (Vincent Cassel) immer wieder verunsichert und zurückgeworfen. Der hat zwar keinerlei Zweifel an Ninas tänzerischen Fähigkeiten, ist sich aber nicht so sicher, ob die meist etwas zu brave und sachliche junge Frau auch die Ausdruckskraft und Leidenschaft für die dunkle Version ihrer Rolle, den "Schwarzen Schwan" aufbringen kann. Schließlich gibt Leroy ihr den Part, hört aber keineswegs auf sie mit ständigen Bemerkungen über ihre mangelhafte Verführungskunst und sexuelle Ausstrahlung zu kritisieren. Ninas ehrgeizige Mutter (Barbara Hershey), das Schicksal der ausgemusterten Vorgängerin Beth (Winona Ryder) und das Auftauchen der neuen vermeintlichen Rivalin Lily (Mila Kunis) tragen ebenfalls dazu bei, dass sich ihre Stimmung langsam von Verunsicherung in Panik verwandelt. Als an Ninas Körper schließlich auch unerklärliche Verletzungen sichtbar werden, stellt sich die Frage ob die angehende Primaballerina dabei ist, den Bezug zur Realität zu verlieren.

Nachdem er mit "The Wrestler" zu der Form zurück gefunden hatte, die seine frühen Werke uns mal versprochen haben, legt Darren Aronofsky nun überzeugend nach. Sein "Black Swan" ist ein beeindruckendes, perfekt durchkomponiertes Werk, das wie sein Vorgänger von der Leistung eines überragenden Hauptdarstellers geadelt wird. Das ist in diesem Falle natürlich eine Darstellerin mit Namen Natalie Portman, die ihrem ohnehin bereits recht beeindruckenden Schaffen nun als verstörte Schwanenprinzessin die bisherige Krone aufsetzt. Genau wie ihre Filmfigur spielt sich auch Portman hier die Seele aus dem Leib und das sogar fast im wörtlichen Sinne. Dies geschieht allerdings nicht etwa durch penetrantes Overacting, sondern mit der sehr nuancierten Darstellung kleiner Blicke und Gesten sowie einer Verletzlichkeit, welche die Schauspielerin vollständig hinter ihrer Filmfigur verschwinden lässt.
Da der Zuschauer das Geschehen stets aus Ninas Perspektive verfolgt, ist er dabei dann natürlich auch dieser nicht unbedingt immer verlässlichen Quelle ausgesetzt und dazu aufgerufen, sich mit kühlem Verstand selbst einen Reim auf die diversen Vorkommnisse zu machen. Eine fordernde, aber eben auch hochspannende Angelegenheit, bei der das Drehbuch von Mark Heyman aber glücklicherweise nie in Sphären abgleitet, die man dann kaum noch plausibel rechtfertigen oder erklären könnte. Stattdessen bleibt vieles ambivalent, wie das Verhalten der Kollegin Lily (ist sie eine Intrigantin und Konkurrentin oder doch nur eine wohlmeinende Freundin mit guten Absichten?) oder des Regisseurs Leroy (nutzt er seine Position aus um die Frauen sexuell zu benutzen oder dienen diese Aktionen lediglich dazu, sie zu besseren Leistungen anzutreiben?).

Man kann bei "Black Swan" ziemlich offensichtliche Parallelen zum "Wrestler" ziehen, Aronofsky selbst hat seinen Film auch bereits als eine Art weibliches "Spiegelbild" zur zuvor gezeigten rauen Männerwelt beschrieben. Auch hier wird erneut ein nach ganz eigenen und für Außenstehende mitunter absurd anmutenden Regeln funktionierender Mikrokosmos nicht nur gezeigt, sondern förmlich seziert und dabei wird deutlich, dass die am Ende fürs Publikum sichtbare Show wenig mit der täglichen Realität der Beteiligten zu tun hat. Denn die besteht aus unendlichen Wiederholungen der gleichen Schrittfolgen und schmerzhafter körperlicher Arbeit mit geringem Glamourfaktor. Eine Welt, bei der man sich oft genug fragt, warum diese Menschen sich das antun, und doch gleichzeitig erkennt und versteht, dass sich für die darin "Gefangenen" diese Frage schlicht nicht mehr stellt, denn es ist alles woraus sie ihre Existenzberechtigung beziehen.
Ganz tief drin in diesem Ballett von Ehrgeiz und Schmerz stecken auch Ninas Mutter und die jahrelange Star-Ballerina Beth, denen Barbara Hershey und Winona Ryder in nur wenigen Szenen mehr Bedeutung und Charisma verleihen als es im Gegensatz Mila Kunis bei ihrer eher funktional und oberflächlich angelegten Lily gelingt. Aber vielleicht muss das bei einer bewusst offen gelassenen Charakterisierung auch so sein.

Die realistische Wirkung seiner Geschichte erzielt Aronofsky dabei erneut durch den Einsatz grobkörniger Bilder und der ja nicht von allen geliebten Handkamera, die aber eben für genau solche Einsätze sinnvoll ist. Der Filmemacher benutzt aber auch noch ganz andere Stilmittel, nämlich die des gemeinen Horrorfilms, und greift dabei sogar gelegentlich frech in die Schublade mit den Zutaten eines trivialen Teenie-Slashers. Wenn sich bei Nina immer wieder neue Wunden am Körper bilden, ein Fußnagel zu blutigen "Igitt"-Effekten führt oder sich eine Schreckensvision der gequälten Frau ganz offensichtlich als Albtraum entpuppt - dann ist das im Grunde auch nichts anderes als das Handwerk des Horrorfilmers, welches aber in dieser "intellektuellen" Umgebung und Verpackung dann den einen oder anderen Arthouse-Besucher ebenfalls leicht verstören oder zumindest doch erschrecken dürfte.
Lobenswert aber, dass all das am Ende nicht bequem in einer offenen und unverbindlichen "Muss jeder für sich selbst interpretieren"- Auflösung kulminiert. Stattdessen wird doch relativ klar, was nun wirklich geschehen ist (und was nicht). Ohne dabei zuviel zu verraten, möchten wir hier die letzte Einstellung zitieren, bei der nach dem Satz "Es war perfekt" donnernder Applaus einsetzt. Denn das gilt so im Großen und Ganzen auch für diesen Film.

Volker Robrahn

9

Grandios düsteres Psycho-Kammerspiel bei dem alle beteiligten vor und hinter der Kamera zur Höchstform auflaufen...schon jetzt einer meiner Filme des Jahres...

10

Black Swan ist Schwanensee.
Wer Schwansee kennt wird hier eine für die Leinwand adaptierte Version erkennen die clever gesponnen ist.

Der gesamte Film ruht auf den Schultern der grandiosen Natalie Portmann die dem Film die nötige Balance gibt um weder in ein lächerliches Horror-Klischee noch in eine überdimensionierte brachiale Psycho-Oper abzudriften.

Wir begleiten Nina (gespielt von Natalie Portmann) eine pferfektionistische bulimische und psychisch instabile Ballerina die als sie die Chance Ihrers Lebens bekommt die Odette/Odile in Schwanensee zu tanzen, langsam einen Psychologischen Zusammenbruch erfährt.

Wie immer bei Aronofsky entfaltet sich sofort eine Spannung der man sich zu keiner Minute entziehen kann, durch den ganzen Film zieht sich ein Gefühl von drohendem Unheil welches sich dann auch langsam herauskristallisiert.

Neben Natalie Portmann ist mir noch Mila Kunis besonders in Erinnerung geblieben, sie spielt eine Rivalin um die Rolle der Odette/Odile und verkörpert perfekt das dämonische, verführende und selbstbewusste Wesen des dunklen Schwans, das Nina am Anfang des Films nicht in sich zu tragen scheint und an dem sie letztlich zerbricht in einem Kampf um Perfektion, Schönheit, Kunst und Selbstverlust und daraus resultierendem Wahnsinn.

Nach all den vielen lauen Remakes und eher durchschnittlichen Filmen des letzten Jahren ist hier wieder Großes Kino enstanden.
Wiedersprechen möchte ich der These das es sich hier um Teenie Slasher Elemente handelt mit denen der Film spielt, das greift nicht.

Es ist ein Psychologisches Drama welches dezente Horrorelemente zur versinnbildlichung nutzt und das auf eine düstere und wirklich beängstigende Art, also maximale Wirkung bei minimalem Einsatz, womit es sich hier um das ganze gegenteil klassischer Teenieslasher Elemente handel.
Der Gore Faktor ist hier wirklich mit einer Lupe zu suchen:)

Auch der Rest des Esembles spielt auf höchstem Niveau , besonders Winona Rider als alternde Primaballerina und Vincent Cassel als Regisseur des Tanz-Esembles.

Ich will hier nicht mit dem letzten Punkt knausern deswegen bekommt dieser Film Genre übergreifende 10 von 10 Punkten von mir.

Nach Requiem for a Dream der beste Aronofsky für mich.

4

Abgesehen von den Darstellerleistungen gibt es wenig "perfektes" an diesem Film. Aronofsky ist herzlich wenig am Ballett selbst interessiert - Kamera und Schnittrythmus verbleiben semi-dokumentarisch in den Tanzszenen, die stets opulente Musikuntermalung und das penetrante Sounddesign bilden dazu einen abstrusen Kontrapunkt, was den Film rein stilistisch auseinanderfallen lässt. Der Bezug zur Hauptfigur bleibt an der Oberfläche, körperlicher Verfall wird ausgiebig in zur Schau gestellt, psychologisches Drama bleibt hingegen rein behauptet, die Charakterentwicklung erschöpft sich in plumpen Schocksequenzen und voyeuristischen Eskapaden.
Natürlich leisten Natalie Portman, Vincent Cassel und (ganz essentiell) Mila Kunis Erstaunliches - herausragende Darstellerleistungen bietet jeder Aronofsky Film. Meistens aber auch die Subtilität einer Dampfwalze.

10

Ich stimme "habsgesehen" in ALLEN Punkten zu!

Metamorphose abgeschlossen!

9

Eindringliche Charakter- bzw. Fallstudie einer ebenso ehrgeizigen wie unreifen und unsicheren Primaballerina, die an den Anforderungen ihrer ersten großen Rolle zerbricht. Ein dichter, teilweise sehr intensiver Film mit leider ab und an etwas zu dick aufgetragener Symbolik.

Trotzdem, vor allem wegen gelungener Musik- u. Tanzszenen sowie der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Natalie Portman und den durchgängig gut besetzten Nebenrollen sehr sehenswert und voraussichtlich einer der besten Filme dieses Jahr.

9

habe den film zuerst mit originalstimmen gesehen in englischer sprache und war noch einen tick besser und auch gut zu verstehen. dazu hat die musik eine energetisch einnehmende wirkung. als der schlussstrich gezogen war musste ich erstmal richtig durchatmen, das war sensationel mitnehmend...chapeau.miau.geil!!! ein toller streifen den man glatt ein zweites mal sehen kann.fand frau portman schon in vielen streifen stark, neven v/vendetta auch in closer/hautnah und für diese leistung trotz der erotisch-lesbischen szenen (oder grade auch deswegen liebe amis...lach) bitte her mit dem oscar.alles andere wäre ungerecht...fazit: hammer streifen, beeindruckende musik & kostüme & kamera(einstellungen). nur schade, wird wohl bei dem ende wie bei titanic keinen 2.teil geben...ärgerlich :)

10

Kurz: Ganz großes Kino.

5

Ich habe diesem Film lange entgegen gefiebert und war danach enttäuscht. Aronofsky betreibt eindeutig zu viel Effekthascherei. Dabei scheint es ihm mehr um einen Beweis seiner Regiekunst als um das Weitertreiben bzw. Unterstreichen der Story zu gehen. So sind viele der Effekte in letzter Konsequenz lediglich Selbstzweck. Weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen. Gerade bei einer Geschichte um das Verschwimmen der Grenzen von Realität und Halluzination hätte ein dosierteres Einsetzen von Schocksequenzen einen größeren Effekt auf den Zuschauer gehabt (ein gutes Beispiel hierfür ist Francois Ozons "Swimming Pool"). So wird man hier nur selten gepackt und nach einer Weile sitzt man trotz (oder eher wegen) der vielen Schockmomente dann eher genervt im Kinosessel.

Gestört hat mich darüber hinaus, dass Aronofsky hier seine Hauptfigur bei weitem nicht so eindringlich und einfülsam ausleuchtet wie das bei dem wunderbaren "The Wrestler" der Fall war. Auch ist das Ende des Films absolut vorhersehbar...

Achtung *SPOILER*

Bereits in dem Moment, in dem Nina bei einer der Proben erstmals auf der Matte landet, war mir sehr klar, dass sie zum Schluss bei der Premiere auf eben jener Matte sterben wird. Und so kommt es dann schließlich auch!!!

9

Klasse Film - obwohl mein Verhältnis zu Aranofsky gespalten ist.
"Requiem for a Dream" führt seine Zuschauer in ein dichter und dichter, dunkler und dunkler werdendes Netzwerk von ausweglosen, tragischen und traumatisierenden Situationen das mich am Ende in erster Linie existenziell verstört hat - weswegen ich es fast bereue mir den Film angesehen zu haben.
Black Swan ist dagegen offen - letztlich kann man jede einzelne Szene von verschiedenen Seiten betrachten. Alle Figuren sind gut und böse zugleich, und letztlich geschieht das Zusammenfügen dessen was "tatsächlich" passiert ist im Kopf des Zuschauers.

Das führt ganz selbstverständlich dazu daß man den Figuren auf gewisse Weise fern bleibt, auch dem Film als ganzes.
Vielleicht sind die Horror-Effekte etwas überzogen und unnötig, aber der Film als ganzes gibt doch die richtigen Rätsel auf und bleibt über sein Finale hinaus in der Schwebe, so daß man ihn eigentlich nochmal anschauen muß - oder zumindest diskutieren :)

10

Mich hat der Film wider Erwarten umgehauen und gebe ihm aus dem ersten Impuls heraus 10 Punkte. Die Intensität der Story und die Nähe der Kamera zu Portman war grandios. Dafür gehe ich ins Kino. Zuletzt konnte mich nur "Slumdog Millionaire" so faszinieren - dabei bin ich eher der Action/SciFi/Abenteuer-Genre-Fan.
Würde ich tagelang über Symbolik, Klischees etc. mitdisktuieren, würde ich evtl. ein paar Wertungspunkte streichen, aber ich will einfach nicht.

9

Wow. Was ein Film.

Packend von der ersten bis zur letzten Minute. Eine fantastische und rastlose Melange aus Psychogramm, Psychoduell, Wahnvorstellung, Realitätsverschiebung, Leistungsdruck und Selbstfindung. Genial ineinander verschachtelt und in einer hochsensibel komponierten Mischung aufs Milligramm exakt dosiert.

Tolles Ensemble, hervorragendes Casting. Alles überstrahlend aber zweifelsohne Natalie Portman. Selten hat sich eine Schauspielerin auf der Leinwand so dem Zuschauer ausgeliefert.

Kamera, Schnitt, Musik und das hervorragende Sounddesign sind auf den Punkt richtig eingesetzt und treiben in Kombination den Film stetig voran.

Dieser Film lohnt den Gang ins Kino, wo er seine volle Wucht entfalten kann.

9

Obwohl manche Szenen in meinen Augen in der Form nicht nötig gewesen wären, ist der Film herrausragend. Da hat sich Natalie Portman in einer Rolle präsentiert, an der sie sich wohl ihre ganze weitere Karriere wird messen lassen müssen.

Sehr gut!

6

Der Film war doch leicht traumatisierend. Habe es allerdings erst ein paar Tage später gemerkt, nicht direkt beim Kinobesuch. Einige Szenen sind doch ziemlich heftig, besonders das Schicksal von Beth.

3

Interessant wie Aronofsky-Filme bejubelt werden. In der Tat kann man Parallelen zu "The Wrestler" entdecken. Beide Filme sind grottenlangweilig. Ich habe wenigstens im "Black Swan" bis zum Ende durchgehalten. Aber irgendeinen bezug zu einer der Rollen im Film, konnte ich nicht entwickeln. 3 Punkte, weil sich der Kameramann und Portman wenigstens bemühten.

6

"Hesse" hat weiter oben schon den Eindruck geäußert, dass es Aronofsky um einen Beweis seiner Regiekunst geht. Den Eindruck hatte ich auch. Am stärksten dann, als am Ende das ganze Haus applaudiert und im anwachsenden Jubel Aronofskys Name auf der Leinwand erscheint. Hat da irgendjemand was von "Holzhammer" gesagt?

Klasse Darstellerleistungen hat dieser Film, ohne Frage. Natalie Portman hat mich, wie nicht anders zu erwarten, mit ihrer Darbietung einfach umgehauen. Ich habe die gesamte zweite Filmhälfte über gezittert, und das lag nur teilweise an der niedrigen Temperatur im Kino.

Trotzdem haben mich die Psycho-Horror-Elemente zunehmend genervt. Ihre Auflösung habe ich aufgrund der Filmszene-Rezension von Anfang an geahnt (@Filmszene: Normalerweise kann ich eure Rezensionen genießen und gehe trotzdem ohne Vorerwartungen in einen Film - diesmal habt ihr mit den Klammerfragen zur Ambivalenz etwas zu viel gesagt). Aber das genaue "Wie" der Auflösung fand ich krank. Klar, Nina verletzt sich schwer, wird vielleicht an dieser Verletzung sterben (bleibt ungeklärt), aber diese Verletzung wird als Symbol ihrer Verwandlung dargestellt und erscheint deshalb als Fortentwicklung. Die Botschaft lautet: Sie emanzipiert sich von ihrer Mutter, indem sie ihr altes "Ich" tötet. Und wenn man sich ihr Leben davor ansieht, dann das ist genau das Richtige für sie. Bei den Spuren auf ihrem Rücken weiß man am Ende auch nicht, ob sie vom Kratzen kommen oder ob das an den dort wachsenden Schwanenfedern liegt. Ein Kaputtgehen an ihrer Rolle, wie in "The Wrestler", kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Im Gegenteil, hier erscheint die gesamte "Profi-Welt" unglaublich freundlich und entspannt, und der Druck auf Nina kommt einzig und allein von ihrer Mutter. Das finde ich etwas zu einfach gezeichnet. Zumal die Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter ziemlich halbgar abgekocht wird.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Figur "Nina" selbst. Sie wird ganz offensichtlich seit ihrer Geburt von ihrer Mutter dominiert und unter Druck gesetzt - trotzdem reichen ein Kuss und ein Drogencocktail aus, um sie in die Lage zu versetzen, sich gegen diese aufzulehnen. Und das zu einer Zeit, wo sie wegen ihrer "großen Chance" ohnehin unter enormem Druck steht. Meine Meinung: Dass Nina trotzdem das Publikum in ihren Bann zieht, beweist einzig und allein, was für eine großartige Schauspielerin Natalie Portman ist. Das Drehbuch hat keinerlei Anteil daran.

10 Augen für die Darsteller.
7 Augen für die Regie.
3 Augen für das Drehbuch.

Ach ja:
12.15 / personal note: Der Mann in der U-Bahn kam mir irgendwie bekannt vor.

7

Einer der wenigen Filme bei denen mir die hochwertigen Kommentare auf dieser Seite mehr gefallen als die (gute) Rezension (sorry Filmszene).

Aber zum Film selbst:
Zunächst mal oute ich mich als Gegner der Grobkörnigen Handkamera-Optik. Das wackelige an der Handkamera stört mich noch nicht einmal so sehr. Doch der bewusste und extrem Grobkörnige Look (der jede Amateurkamera bei Stiftung Warentest durchfallen ließe) sorgt schlichtweg für ein dauerhaft unruhiges Bild. Statt eine Nähe zum geschehen zu vermitteln, stößt mich dieses unnatürliche "Seherlebnis" ab und entfremdet mich von Figuren und Geschehen. Das ist zunächst mal mein größter Kritikpunkt.
Der zweite Kritikpunkt wurde schon von einem meiner Vorredner angesprochen: Die zu dick aufgetragene Symbolik. Ich kannte Schwanensee vorher nur dem Namen nach und Gott sei dank ist dieses Ballettstück nun auch schnell erzählt, sodass man ohne Vorwissen in den Film gehen kann und trotzdem den "doppelten" Schwanensee erkennt, den Aronofski hier inszeniert. Leider schießt er manchmal über das Ziel hinaus und bestimmte Elemente wiederholen sich zu oft. Zum Teil kam mir beim sehen der gedankliche Kommentar: "Ja, ist gut. Ich habs ja jetzt kapiert" in den Sinn. Ein Tick weniger wäre mir nur recht gewesen.
Zur schauspielerischen Leistung wurde bereits alles gesagt. Die Oscar-Nominierung geht voll in Ordnung.

In meiner Wertung rangiert "Black Swan" vor "The Wrestler" aber eindeutig hinter Pi, Fountain und Requiem.

Der Einwand zur unnötigen/übermässigen Grobkörnigkeit des Bildes ist berechtigt. Filmkorn ist ein sinnvolles Stilmittel, hier wurde es allerdings (genau wie die Symbolik) überstrapaziert...

4

Im Gegensatz zu "The Wrestler" halte ich "Black Swan" für relativ mißlungen, was bei all der Lobhudelei im Vorfeld evtl. auch auf meine zu hohen Erwartungen zurückzuführen ist, welche der schwarze Schwan leider nicht erfüllen konnte.

Es wird hier insgesamt zu dick aufgetragen: Die laute Musik, die sichtlich bemühten Schauspieler, das ganze Getöse und Gerumpele und die bedeutungsschwangere Symbolik nerven einfach nur. Ich habe den Film als relativ nervtötend empfunden und war froh als er dann zu Ende war.

Aber das scheint bei den überschwänglichen Kritiken hier und anderswo wohl reine Geschmacksache zu sein. Dann stehe ich halt allein auf weiter Flur und finde "Black Swan" als Einziger so richtig schön doof. Mir auch egal ;) !

8

Kann mich den vorwiegend positiven Kritiken hier nur anschliessen.
Was ich hier zu sehen bekam war eine grossartig inszenierte Studie über die komplexität der menschlichen Psyche und wie leicht zerbrechliche sie auchist. Natalie Portman schafft es das meisterlich zu transportieren.
Mehr wollte "Black Swan" auch gar nich sein, als das.

Viele Kinogänger hatten hier wohl einen Balettfilm erwartet :-(

9

Mich hat der Film wirklich mitgerissen, spätestens ab der Hälfte waren meine Nerven permanent zum Zerreißen gespannt, Natalie Portman spielt wahnsinnig intensiv und glaubwürdig.
Die blutigen Szenen hätten von mir aus gerne etwas milder ausfallen dürfen, mein Herz macht das so langsam nicht mehr mit. :)

Was mich noch interessiert: Was meint ihr mit der zu dick aufgetragenen Symbolik? Ich achte auf sowas immer kaum, würde aber gerne wissen, was ihr meint! Danke.

5

Ich habe wohl etwas anderes gesehen als die meisten Anwesenden hier.
Die Hohe Bewertung und der große Trubel um den Film haben mich ins Kino gelockt aber gelohnt hat sich der Besuch nicht wirklich.
Kann man sich irgendwann auf DVD ausleihen und anschauen aber das war es auch. Ich betone "AUSLEIHEN" den Film zu kaufen ist es nicht wert!

10

@Britta: Tut mir ehrlich leid für dich.

Ich selbst schließe mich Eddie an: Meine Nerven waren froh, als sie sich nach dem Film wieder entspannen konnten. Der Film nahm mich völlig gefangen. Allein die raffinierten Sound-Effekte: herrlich!

Zur Kritik von John Neumeier im Hamburger Abendblatt - "Die ganze Ballettwelt wird als eine Welt von Kranken dargestellt" - kann ich nur sagen: Wer ernsthaft erwartet, in "Black Swan" einen realistischen Blick hinter die Kulissen des Balletts zu bekommen, ist buchstäblich im falschen Film.

6

@Eddie: Endgültig beweisen kann ich dir die Symbolik nicht. Es liegt ja in der Natur eines Symbols, nicht das zu vermitteln, was es eigentlich ist. Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose – ob du noch etwas Anderes darin erkennst, bleibt immer dir überlassen.

Auf jeden Fall werden Aronofsky-Filme interessanter, wenn man sich auf symbolischer Ebene mit ihnen beschäftigt. Wer immer beim Gezeigten bleibt, wird sich am Ende von "Pi" fragen, wie Max nach der Nummer mit der Bohrmaschine ganz entspannt auf einer Parkbank sitzen kann. Wer die Bohrmaschine genauer ansieht und den Bohrkopf als Symbol begreift, wird darin einen Sinn erkennen. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei "Black Swan".

***** MASSIVE SPOILER VORAUS *****

Hier geht es um Veränderung. Wenn du dich veränderst, dann bedeutet das, dass du nachher anders bist als vorher. Das, was du vorher warst, ist vergangen und kommt nie wieder. Symbolisch wird das gern mit dem Tod gleichgesetzt – ganz eindeutig z.B. in "Gegen die Wand", wo der Psychologe Cahit erklärt, wenn er sein Leben beenden wolle solle er das doch tun, aber er brauche sich deshalb doch nicht (wirklich) umbringen. Je symbolischer es wird, desto weniger eindeutig ist das Ganze. Aber natürlich kann man sich bei "Avatar" schon fragen, warum Jake am Anfang in einem querschnittsgelähmten Körper steckt, den er sterben lässt, um bei den Tomtoms einen gesunden Körper zu erlangen.

In "Black Swan" gibt es zwei Symbolebenen. Zunächst mal steht in der Schwanensee-Geschichte der weiße Schwan für Reinheit und Unschuld, und in letzter Konsequenz für Körperlosigkeit. Der Körper wird dabei als unrein und sündig empfunden. Der weiße Schwan findet im Tod seine Freiheit, weil dieser ihn vom Fluch seines Körpers befreit. Der schwarze Schwan steht für Körperlichkeit, Sinnlichkeit, Triebhaftigkeit. Er kann den Prinz verführen, weil aus Sicht der Geschichte die Liebe nicht so sehr durch das Herz, sondern vor allem durch die Hose geht. Ob man sich diese Sicht zu Eigen macht, muss jeder für sich selbst entscheiden (Link: http://www.funktionales-handeln.de).

In der Haupthandlung ist Nina zu Beginn der weiße Schwan. Sie steht unter der Fuchtel ihrer Mutter, ihr Raum gleicht einem Kinderzimmer, ihr Spiegelbild ist in viele Einzelteile zerlegt ("Teile und Herrsche", vgl. Foto oben), und sie quält ihren Körper. Aber unter der Oberfläche wartet der schwarze Schwan darauf, aus diesem Gefängnis auszubrechen.

Zunächst erscheint er in der Gestalt der Lily. (Lies mal den "Lilith"-Artikel in der Wikipedia). Das liegt daran, dass Nina zunächst ein vollkommener weißer Schwan ist, so dass sie den schwarzen Schwan nicht als sich selbst erkennt, sondern auf jemand anderen projiziert. Deshalb folgt Lily Nina aus der Bar und behauptet am anderen Morgen, gar nicht mitgegangen zu sein. Sie ist tatsächlich in der Bar geblieben - denn alles, was Nina nach Verlassen der Bar erlebt hat, war ein, ehrm, Austausch zwischen ihren beiden Persönlichkeiten; des weißen und des schwarzen Schwans.

Im Laufe der Handlung wird Nina immer mehr zum schwarzen Schwan, und damit immer mehr wie Lily. Lily und Nina sind Spiegelbilder, also perfekte Verneinungen füreinander, und deshalb liefern sie sich ihre finale Auseinandersetzung auch vor einem Spiegel. Weil Nina an dieser Stelle erkennt, dass sie selbst diejenige ist, die mit allen Mitteln und um jeden Preis die Hauptrolle spielen will, nimmt sie den weißen Schwan in sich nunmehr als eine Fremde wahr, d.h. der weiße Schwan wird zu Lily. Sie tötet den weißen Schwan und wird zum schwarzen Schwan, der durch seine Triebhaftigkeit das ganze Haus in Extase spielt. Wie oben schon jemand geschrieben hat: Metamorphose abgeschlossen.

Was nervt ist, dass manche Symbole sehr oft wiederholt werden, während andere Elemente viel zu kurz kommen. Die ganzen düsteren Sequenzen beschreiben letztlich alle die unterbewussten Angriffe des schwarzen Schwans auf den weißen und haben inhaltlich außer einem „Buh!“-Effekt wenig zu bieten. Das finde ich ausgesprochen schade. Gerade aus der Auseinandersetzung mit der Mutter hätte man mehr machen können, wenn man ihr mehr Beachtung geschenkt hätte (vgl. z.B. "Das Fest").

Was ich krank finde ist, dass sich Ninas Entwicklung aufgrund der Spiegelbildsymbolik auf ein reines Entweder-Oder zwischen gutem Opfer und bösem Täter reduziert. Die Möglichkeit einer Alternative wird dabei ausgeschlossen. Der Film lässt keinen Zweifel daran, dass Nina nur der Weg zur vollkommenen Triebhaftigkeit bleibt, wenn sie zur Perfektion gelangen will. Dabei wird "Perfektion" auf den Übergang vom weißen zum schwarzen Schwan reduziert. Nina spielt perfekt, weil der weiße Schwan noch im Sterben liegt, während der schwarze Schwan schon seinen Durchbruch feiert. Sobald der weiße Schwan aus ihr verschwunden ist, und sie die vollkommene Triebhaftigkeit erlangt hat, wartet auf sie das Schicksal ihrer Vorgängerin.

Vielleicht ist es im Showgeschäft tatsächlich manchmal so, dass Aufstieg mit Selbstzerstörung einhergeht. Kurz nach dem Verlassen des Films fiel mir das Schicksal von Michael Jackson ein. Aber ich finde es krank, dem dann als Alternative nur das totale Mittelmaß gegenüber zu stellen, so dass die Selbstzerstörung als Aufstieg aus der Bedeutungslosigkeit erscheint. Wenn ich mir die bisherige Karriere von Natalie Portman ansehe, dann habe ich nicht den Eindruck, als hätte sie einen ausgeprägten Hang zu Tätertum und Triebhaftigkeit. Sie hat in Harvard studiert, ist seit ihrem achten Lebensjahr Vegetarierin und macht trotzdem gute Filme. Es muss also auch anders gehen.

@frankenfurter

***SPOILER***

Danke für diese ausführlichen und interessanten Ausführungen.
Insbesondere bei dem Mutter-Tochter-Konflikt stimme ich dir zu, der hätte gerne noch etwas mehr Raum einnehmen dürfen, ich fand zB die "Kuchenszene" sehr spannend, sie wurde aber leider viel zu schnell abgehandelt (und dass "Das Fest" mich ziemlich umgehauen hat, kann ich nicht bestreiten, wobei ich merke, dass ich den gerne mal wieder sehen würde).
Ansonsten empfinde ich deine Kritikpunkte aber als nicht so störend. Die Entweder-Oder-Entwicklung Ninas mag nicht den Möglichkeiten entsprechen, die das Leben tatsächlich bereithält, das finde ich aber nicht schlimm, denn genau aus diesen Extremen hat der Film für mich seine starke Spannung erzeugt. Ich sehe auch nicht, dass Selbstzerstörung hier als einzige Möglichkeit zum Erreichen von Erfolg dargestellt wird und das ist sicher auch nicht das, was Ninas Regisseur erreichen will, wenn er sie ständig provoziert. Ich muss gerade an "Club der toten Dichter" denken, bei dem Neil ja auch eine tragische Entscheidung trifft, die so nicht von Mr. Keating beabsichtigt war, ähnlich scheint Nina hier auf Thomas Provokationen zu reagieren.
Vielleicht will Black Swan also weniger ein Entweder-Oder proklamieren, sondern plädiert GERADE für die Grautöne dazwischen.

Hallo Eddie,
ganz sicher will Ninas Regisseur Thomas nicht ihre Selbstzerstörung erreichen. Aber er weiß, dass ihr Weg sie dorthin führen wird, und er nimmt das billigend in Kauf. Das zeigt sich deutlich in der Nebenhandlung um Ninas Vorgängerin Beth. Thomas sagt zu Nina, er sei sich ziemlich sicher, dass Beth sich aus eigenem Antrieb vor ein Auto geworfen habe. Als Begründung gibt er an, Beth sei vollkommen impulsiv. Genau das mache sie zu einer herausragenden Tänzerin, manchmal sogar zu einer perfekten, und gleichzeitig eben auch so "damn destructive".
Beth prophezeit Nina, dass Thomas sie eines Tages ebenfalls "Little Princess" nennen werde, und das tut er dann auch, als Nina ihren Weg zur Impulsivität gefunden hat. Nina hat nun die Position von Beth eingenommen. Nimm dann noch die Ansprache von Thomas hinzu, als er Beths Abschied von der Bühne verkündet, und du weißt, was in ein paar Jahren mit Nina passieren wird, inklusive Autounfall - und dass Thomas das alles schon kennt, weil er es mit Beth bereits erlebt hat, und dass er es achselzuckend bedauert, ohne dass es ihn wirklich interessiert.
Und hier sind wir dann an dem Punkt, wo die grundlegende Eigenschaft aller Symbolik greift - nämlich, dass sie gleichzeitig ist und auch nicht-ist, und dabei alle Alternativen ausschließt. Ich sehe, dass Selbstzerstörung hier als einziger Weg zur Perfektion dargestellt wird. Du siehst das-nicht, okay, aber was siehst du Anderes? Wenn der Film für dich seine Spannung aus seinen Extremen erzeugt, warum vermutest du dann, dass er gerade für die Grautöne dazwischen plädiert?
Die Kuchenszene war übrigens auch für mich ein Highlight in der Nebenhandlung um Mutter und Tochter!

2

Blöder Tanzfim!
Kommt nicht im geringsten an Dirty Dancing ran.

JENNY, danke :D

You made my day.

Hi Frankenfurter,

ich glaube nicht das Aronofsky Selbstzerstörung als einzigen Weg der Perfektion aufzeigen will,
es ist die überwindung von gesellschaftlichen Normen und das begreifen und zurücklassen des sozialisierten Selbst das Künstler bestreiten um ihrer Kunstform Größe zu verleihen.
Das muss nicht per se immer destruktiv sein, da hast du vollkommen Recht,
doch im Fall Black Swans ist der destruktive Weg der den er für seine Erzählung gewählt hat, weil es am Ende doch spannender ist für den Kinogänger als auch für den Filmschaffenden so einer Entwicklung zu folgen, als einer Geschichte eines mit sich selbst im friedlichen Einklang befindlichen Künstlers der seine innere Balance gefunden hat:)

Zb. der Wrestler war ja im grunde am Ende seiner psychischen und physischen Fahnenstange oder Wrestlestange, wie auch immer:)

Passend zum Wresteln an sich war die Symbolik sehr grell, bunt und irgenwie tragisch, prollig und kaputt.

Bei Black Swan ist zb. die Farbgebung blass und die Symbolik streckenweise überzeichnet und düster, was bei näherer Betrachtung auch zum Ballet passt, in der perfekt erscheinenden Leichtigkeit an der Oberfläche liegt immer die gewissheit der Vergänglichkeit und der physischen Auszehrung darunter.

Ballet an sich ist eine überzeichnete,überdramatische physische Kunst/Erzählform einer Geschichte.
Reines Ballet verfügt innherhalb seines nonverbalen Ausdrucks nur über Physis und Visualität und natürlich Musik, Aronofsky greift diese Aspekte lediglich gekonnt auf und setzt sie mit den handwerklichen Mitteln des Regisseurs um und erzeugt dadurch Spannung.

Letztlich wie jedes Kunstwerk legt Black Swan gar nicht unbedingt einen Anspruch auf Wahrheit.

Grüße

10

Gestern abend gesehen und von der Wucht erschlagen. Schon lange nicht mehr einen so verstörenden Film gesehen. Drehbuch, Dialoge, Verdichtung der Handlung - genial. Ganz klar ein Meisterwerk mit einer unglaublich aufspielenden Portman. Bei Winona musste ich zweimal hinschauen...wow....Vincent spielte gewohnt grandios und die Kamerabilder sind mit Abstand das Beste in diesem noch jungen Kinojahr...Portman ist der Oscar hunderprozentig sicher, absolut hundertprozentig...Was für eine geniale Leistung und wie schön die Frau ist, kann man auch sehen....

@Jenny: Wie kann man "Black Swan" mit "Dirty Dancing" vergleichen?? Das ist ja so als würde man die "Sesamstrasse" über einen Kamm scheren mit "A Nightmare On Elm Street" ;) ...

7

Ich habe einen anderen Einwand:
Die Erzählweise mit ihren deftigen, teilweise überdrehte Symbolen (es ist ja Ninas Binnenblick, die ist so, siehe ihre Kinderzimmerausstattung!) hat mir in ihrer Art gut gefallen, Portman fand ich seit "Leon" zum ersten mal wieder überzeugend, da differenziert und mit einem Hauch von Herbheit... was mich stört, ist das vorhersehbar-Klischeehafte der Geschichte selbst, die Ballett genauso mit allen Stereoptypen erzählt, die Lieschen Müller schon immer zu kennen glaubte: die ehrgeizige Mutter, der Neid der Mädels, der gestrenge, aber erfolgreich formende drill inspector, Schneewittchens böse Stiefmutter (die alte Diva), das "Über sich hinaus wachsen" der Heldin unter Druck und am Ende der Triumph, der vielleicht der letzte sein könnte ... usw.
Andere Elemente waren dagegen völlig ausgeblendet: Wie geht's eigentlich den nur als Staffage vorhandenen Jungs von der Truppe (oder liegt deren Statistenexistenz daran, dass man aus Gründen sexueller Orientierung sowieso "Luft" füereinander ist)?.
Ich finde im direkten Vergeich den "Wrestler" durchaus existenzieller und interessanter, weil der ja gerade an der Diskrepanz zwischen der Welt im Ring und der da draussen (als Rabenvater und schlechter Lover) scheitert (vergl. hierzu auch "Hurtlocker"): Er hat den Erfolg schon hinter sich, ein Olymp ist gar nicht mehr erreichbar, nur noch eine stilgerechte Selbstzerstörung.
Ich hätte mir bei Black Swan einfach ein paar wirklich verstörende Kontraindikationen gewünscht, dass also nicht alles genau so kommt, wie man sich's eh schon dachte. Hätte sie z.B. ihren großen Auftritt tatsächlich verschlafen oder vergeigt, wäre das spannend gewesen. So ist das ganze letztlich doch das "klassische", leicht eingedunkelte Ballettmärchen, wie wir es alle erwarten durften - wenn auch durchaus gut gespielt und interessant erzählt.

5

Natalie Portman ist Weltklasse und hübsch anzusehen aber der Film !!!!!
Na Ja ...Geht so ...bissel überbewertet von einigen sogenannten *Meisterwerk-Kennern*

4

Ohne die dämlichen infantilen Gruseleffekte hätte das vielleicht was werden können.
Wirklich gruslig war eigentlich nur die Mutter.
Gute Story, super Besetzung- keine Frage.
Doch ansonsten eben auch nur Kino.

1

Was für ein absoluter Scheißfilm!

Es war ja abzusehen, daß Aronofsky, der mit "Pi" einen der besten Filme aller Zeiten gedreht hat und dann mit jedem Film immer schlechter wurde irgendwann im Keller ankommt.

Aber mit billigsten, sich ständig wiederholenden Schockeffekten (plötzliche Fratze im Bild+schriller Sound) wie bei depperten Youtube-Videos?

Mit billigstem Bodyhorror (schlechte Computereffekte und billig zurechtgefummelte Maskenbildnerei)?

Und das alles ohne irgendeinen tieferen Sinn (wenn man von dem gebetsmühlenartig erzählten Plot absieht - und der wird nicht etwa per Off-Kommentar reingeschummelt, sondern durch die Darsteller -aaaaargh!). Ein bißchen mit Holzhammersymbolik nachgeklopft - fertig.

Das Bild hatte eine unglaublich schlechte Qualität (hat da jemand seine Super 8-Kamera vom Dachboden geholt?).

Und die pompöse Musik nervt irgendwann nur noch.

Und es wird sehr unangenehm von tatsächlich guten Filmen wie Mulholland Drive, Jacob's Ladder oder Fight Club zusammengeklaut (Trink das Original!).

Da kann die sehr gute Schauspielerei auch nichts mehr retten - ein Film, der einfach nur wütend macht! Geld zurück!

Herzliche Gratulation an Natalie Portman für den wohlverdienten Oscar!

4

keine ahnung, warum alle auf diesen film abfahren u warum es für die hauptrolle einen oscar gab? filme, wie dieser, gab es schon etliche male, allerdings ohne solch einem erfolg.

Black Swan ist So-tun-als-ob-es-ein-guter-Film-ist-dennoch-Oscar-prämiert-typisch.

Pina ist der beste Tanzfilm des Jahres, ach was, seit langem! In brillanter Optik! Dramatisch wegen der echten Trauer der Tänzer über Pinas Tod. Nicht So-tun-als-ob sondern Tanz-ist-Lebenskunst. Sensationeller Film: Pina!

5

Hmmm, was gibt es dazu zu sagen? Portman ist eigentlich über jeden Zweifel erhaben, aber viel mehr als ängstliches/verstörtes Gucken findet nicht statt. Jede Figur in diesem Film scheint irgendwie geistig gestört zu sein. Schauspielerisch ist das alles okay, aber das Drehbuch lässt es nicht zu, dass man eine emotionale Bindung mit den Figuren eingehen könnte. Irgendwie leblos und zugleich lieblos destruktiv. Das mag genau so gewollt sein, aber das ist schlicht nicht meine Welt. The Wrestler dagegen hat mich auf allen Ebenen gepackt und überzeugt weil einfach echter und ungekünstelt umgesetzt.

8

Nicht perfekt. Aber geil!

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