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Begegnung des Schicksals

Begegnung des Schicksals
drama , usa 1999
original
random hearts
regie
sydney pollack
drehbuch
kurt luedtke
cast
harrison ford,
kristin scott thomas,
bonnie hunt,
sydney pollack,
peter coyote,
charles dutton, u.a.
spielzeit
123 Minuten
kinostart
23. Dezember 1999
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Dutch (Harrison Ford) und Peyton van Den Broeck (Susanna Thompson) sind glücklich - glaubt zumindest Dutch. Doch wer fragt denn schon ihn?! In der ersten Szene wird er erst eiskalt von seiner Frau verführt, damit sie 'ne Stunde später mit einem anderen Kerl im Flieger nach Miami sitzt - wohl kaum zum Fi..........schen. 'Die nimmt halt mit, was sie kriegen kann', höre ich schon unsere Mütter abfällig sagen, welche sofort mit Peyton tauschen würden. Nur wegen Harrison! Womit auch schon mal die Zielgruppe dieses Films geklärt wäre.

Da sitzt diese Peyton also in diesem Flieger, eingecheckt als die Frau ihres Lovers, und der gute Dutch geht nichtsahnend und souverän wie immer seinem Alltag als 'Sergeant der Internal Affairs' der Polizei von Washington D.C. nach. Filmtechnisch meisterhaft gelöst und wahnsinnig spannungsaufbauend (gääähn) begegnen ihm den ganzen Tag über immer wieder Meldungen von einem Flugzeugabsturz. Hier fängt also das Schicksal an, sich breit zu machen, denn Dutch weiß ja nicht, was wir schon wissen. Aber nicht nur dass er als alter Hase der Police gleich richtig damit umzugehen weiß, was zu tun ist, wenn einem seine Frau abstürzt , nein! Er kann 1 und 1 zusammenzählen und schon bald ist er ihrem Geheimnis auf der Schliche. Ganz so furchtbar wie hier geschildert, ist es dann doch nicht. Aber der erste Abschnitt wurde recht flott abgehandelt, damit es auch endlich zur Sache gehen kann. Die ersten 20 Minuten sind 'nur' der Auslöser für die wahre Geschichte, welche sich dann durch die restlichen 100 Minuten schleppt.

Im ersten Abschnitt schon vorgestellt, geht es auch um die republikanische Kongressabgeordnete Kay Chandler (Kristin Scott Thomas). Was sie in der Handlung zu suchen hat? Ganz einfach: also, ihr Mann Cullen (Peter Coyote), der is' der, der im Flugzeug neben Peyton saß ... dämmert's? Genau, wir haben ein Quartett von 2 mehr oder weniger unabhängigen Paaren, wo der Kreuz-König, die Herz-Dame sticht, während Kreuz-Dame und Herz-König irgendwo untergemischt sind. Um nicht zu metaphorisch zu werden, sei der Erklärung nun genug getan.

Peyton und Cullen sind also tot. Keine Frage, dass dies für den jeweiligen Partner einen schweren Schicksalschlag bedeutet. Doch Dutch ist es, der sich nicht einfach damit abfinden möchte. Fragen nach dem WIE und WARUM des Verhältnisses seiner Frau machen ihm, der schon rein aus beruflichen Gründen die Wahrheit über alles stellt, schwer zu schaffen. Er ist geradezu davon besessen, Licht ins Dunkle zu bringen. Deswegen nimmt er auch Kontakt zu Kay Chandler auf, die bis dato keine Ahnung von den 'Geschäftsterminen' ihres Mannes hatte - oder es irgendwie verdrängt. Und obwohl ihr alles zunächst zuwider erscheint, begeben sich die beiden Betrogenen schlußendlich doch auf gemeinsame Spurensuche, die tiefstemotionale Züge mitsichbringt. Eine Art Irrfahrt der Gefühle ...

Es wäre nicht fair, diesen Film hier runterzubuttern, nur weil seine Thematik nicht unbedingt mit dem durchschnittlichen Alter der filmszene-Leser zu vereinbaren ist. Und doch bleibt er irgendwie nicht mehr als nett. Ein sicherlich angebrachtes Lob ist allerdings den Charakteren entgegenzubringen, da sich hier nicht die Mühe gemacht wurde, Dutch und Kay (als die Betrogenen) perfekt aussehen zu lassen. Sie kommen beide als sehr menschlich rüber. Man kann sich in der Tat vorstellen, daß diese Geschichte wirklich so passiert.

Etwas überladen wirken dagegen die Nebenhandlungen: Dutch als Polizist, und Kay als Kongressabgeordnete. Auf genauere Inhalte muß hier verzichtet werden; nur so viel: alles dreht sich irgendwie um Ehrlichkeit und Lügen. Auch dieser Film ist mal wieder ein Beispiel der Übersetzungskunst, ist doch der Originaltitel 'Random Hearts' treffender als der deutsche. Denn schicksalhaft ist noch nicht einmal die erste Begegnung der beiden Protagonisten. Vielmehr geht es um ihre Gefühle zueinander oder miteinander, ohne genau unterscheiden zu können, was Trauer, Liebe oder Trost ist. Diese Motive wurden übrigens dem gleichnamigen Roman von Warren Adler entnommen.

Wie fast immer spielt Regisseur Pollack auch hier selbst mit. Und so haben wir mit Pollack, Ford und Coyote ein rundum 'knackiges Trio' beieinander. Muß schon sagen, haben sich alle drei richtig gut gehalten - warum hätten sie auch sonst so sexy Frauen an ihrer Seite?! Selten kommt ein Film so gut ohne Jünglinge aus - muß wohl an der Zielgruppe liegen.

 

Sarah Bräuer

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