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"A
match made in heaven" sagt man in Amerika sprichwörtlich
über ein Paar, das sich perfekt ergänzt. Solch ein Paar
hat sich jetzt mit "Bad Lieutenant" gefunden, und
tatsächlich
passen Werner Herzog und Nicolas Cage so gut zusammen,
dass man
im Nachhinein bedauert, dass sie nicht schon vor Jahren
zueinander
gefunden haben. Auf der einen Seite der legendäre deutsche
Autorenfilmer mit seiner Vorliebe für obsessive, extreme,
manische
Männerfiguren - nicht von ungefähr entsprangen Herzogs
beste und berühmteste Filme seiner von Extremen
gezeichneten
Zusammenarbeit mit dem ultimativen Enfant terrible Klaus
Kinski
(siehe dazu unsere Gold-Besprechung
von "Aguirre" und "Fitzcarraldo") - auf
der anderen Seite der exzessive Schauspieler, der immer
dann am
meisten beeindruckt, wenn er sich in seine Rolle richtig
hineinsteigern,
gezielt "over the top" gehen kann.
Tatsächlich erinnert der Nicolas Cage in "Bad Lieutenant"
auf aufregende Weise an den Nicolas Cage Mitte bis Ende
der 90er,
als er in Filmen wie Barbet Schroders "Kiss of Death",
Martin Scorseses "Bringing out the
Dead" und vor allem in seiner Oscar-gekrönten
Paraderolle
in Mike Figgis' "Leaving Las Vegas" mit der Intensität
seines Spiels das Publikum elektrisierte und zu einem der
größten
Stars der Filmwelt aufstieg. Nach Jahren teils ziemlich
sinnentleerter
Hollywood-Mainstream-Produktionen bekommt Cage mit Terence
McDonagh,
dem titelgebenden "schlechten Polizisten" hier, endlich
wieder eine Rolle, die so stark, schillernd und intensiv
ist, dass
sie mit Recht einen ganzen Film für sich allein
beansprucht.
Tatsächlich
ist die Handlung hier eher Nebensache, denn es geht Herzog
offensichtlich
weniger um die Geschichte als die Atmosphäre, die er
erzeugen
will, und das Portrait seines Protagonisten. McDonagh ist
Polizist
in New Orleans und rettet in den Tagen nach Hurrikan
"Katrina"
in einem überfluteten Gefängnis einen Häftling vor
dem Ertrinken. Dabei verletzt er sich allerdings so schwer
den Rücken,
dass er permanent auf Schmerzmittel gesetzt wird. Ein Jahr
später
hat McDonagh nicht nur eine Vicodin- sondern dazu auch
noch eine
Kokain-Abhängigkeit entwickelt, hält sich immer noch für
den großartigen Cop, der er vor einem Jahr mal war, doch
verwendet
seine meiste Zeit und Energie darauf, sich auf alle
möglichen
Arten einen Nachschub an Drogen zu sichern. Als er mit der
Aufklärung
eines Fünffach-Mords an einer afrikanischen
Einwanderer-Sippe
beauftragt wird (ganz offenbar ein Racheakt aus dem
Drogendealer-Milieu),
stürzt er sich mit Eifer in die Ermittlungen, steht sich
dabei
dank der Konsequenzen seiner anderen Obsessionen aber
immer mehr
selbst im Weg. Und so setzt eine zusehends aberwitzige
Spirale der
Ereignisse ein, in der sich McDonaghs Ermittlungen, seine
Schwierigkeiten
mit seinen Vorgesetzten, seine Beziehung zu der
Edel-Prostituierten
Frankie (Eva Mendes) und seine zunehmend riskanteren
Drogen-Beschaffungsversuche
so sehr ineinander verstricken, dass ein Ausweg mehr als
unmöglich
erscheint.
Den
Wendungen der Krimihandlung genau zu folgen, fällt hier in
der Tat nicht ganz leicht, was aber eben auch daran liegt,
dass
sie für Herzog nur eine Folie ist, auf der er seinen
herrlich
kaputten Protagonisten zeichnet. Und was für ein kaputter
Typ
das ist, ein Spiegelbild seiner Stadt New Orleans, die von
Herzog
im Zeitalter nach "Katrina" von ihrem einstigen,
schwülstigen
Glamour komplett befreit wird und als ein schmutziges,
düsteres,
verkommenes Objekt des schleichenden Verfalls gezeigt
wird. Ganz
genau wie McDonagh, der die scheinbare moralische Instanz
seines
Berufs als Fassade aufrecht hält, sofern sie ihm noch als
Mittel
zum Zweck dient, tatsächlich jedoch ein fast schon
vollständig
verkommenes Wesen ist. Beispielhaft (und ziemlich
unvergesslich)
eine Szene, in der er des nachts ein junges Paar
beobachtet, als
sie aus einer Disco kommen, ihnen zu ihrem Auto folgt und
droht,
sie wegen der vergleichsweise winzigen Menge an Drogen,
die sie
bei sich haben, in den Knast zu stecken. Der junge Mann
bekommt
Angst, fleht McDonagh an, ob man die Sache nicht anders
lösen
könnte, und so bekommt der Cop nicht nur das, was er
ohnehin
die ganze Zeit wollte - die Drogen des Paares für den
Eigenverzehr
- sondern lässt sich dazu auch noch an Ort und Stelle von
der
Frau einen runterholen.
Diesem
kaputten Typen bei seinem völlig unkoordinierten (und umso
faszinierenderen) Balanceakt zwischen dem endgültigen
moralischen
Bankrott und einem letzten Rest Rechtschaffenheit
zuzusehen, ist
gerade auch deshalb so unterhaltsam, weil Herzog den Film
mit einer
Prise zynischem, fast schon galligem Humor untersetzt, der
jedoch
hoch effektiv ist und immer wieder für ungläubiges,
befreiendes
Auflachen sorgt. So ergibt dann auch das Ende des Films
einen gewissen
Sinn, das mit einer Anhäufung an so plötzlichen wie
unglaublichen
Wendungen aufwartet, dass man es nur noch als hochgradig
ironisch
verstehen kann. Es ist eindeutig mehr ein Scherz als ein
wirkliches
Ende, aber als Scherz ist es wirklich gut gelungen.
"Bad Lieutenant" sollte übrigens nicht als Remake
des gleichnamigen düsteren Meisterwerks von Abel Ferrara
aus
dem Jahre 1992 (damals mit Harvey Keitel in der
Hauptrolle) verstanden
werden, auch wenn beide Filme denselben Produzenten haben.
Herzog
hat Ferraras Film nach eigener Aussage nie gesehen, und
abgesehen
von der Fokussierung auf einen kaputten, drogensüchtigen
Polizisten
haben die Filme auch wenig gemeinsam. Das Bemühen um eine
klare
Abgrenzung als eben Nicht-Remake hatte dann wohl auch den
etwas
unförmigen amerikanischen Originaltitel zur Folge. So oder
so ist Herzogs "Bad Lieutenant" ein eigenständiges
Werk und vor allem dank des endlich wieder hochgradig
charismatischen,
herrlich intensiv und überdreht aufspielenden Nicolas Cage
ein echtes, empfehlenswertes Filmerlebnis.
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Hört sich gut an, ich freu mich drauf. Allerdings frage ich mich, warum der Film nach diesen "Lobeshymnen" (oder habe ich einen Kritikpunkt übersehen?)"nur" 8 Punkte bekommt?
Ich fand den Film echt unterhaltsam.Vor allem Cage macht seinen Job als Cop/Junkie sehr gut!Ist wirklich fast besser als das Original mit Keitel!
06.03.2010 Wie kann es denn sein, dass der Film schon jetzt nicht mehr im Kino läuft?
Gute Frage, Bommel. Genau wie Invictus. Nach einer Woche abgesetzt. Nicht zu fassen.
Ein wahrlich interessanter Film, aber nicht aufgrund der Handlung, sondern durch die bemerkenswerten schauspielerischen Leistungen - hierbei auch jene neben den immer dann groß aufspielenden Cage, wenn es um die Verkörperung eines kaputten Menschen geht.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass der Verlauf des Films nur die Geschichte des Polizisten zeichnet ohne eine langsam verbrauchte Story über Drogen zu erzählen. So wird hier zum Glück nicht der warnende Zeigefinger gehoben, sodass sich der Zuschauer selber der Ironie bewusst werden muss.
Es gibt aber nur acht Augen, da dieses Werk nicht durchgängig auf gleichem Niveau läuft, sondern das ein oder andere Mal durch unnütze Szenen unnötig verlängert wird.
Film war im großen und ganzen einfach nichts besonderes. obwohl ich cage sehr mag und er viele gute rollen hatte, ist dies hier nix besonderes. und als krönung kommt dann noch xzibit als drogendealer .... ich bitte euch
eva mendes ist natürlich heiß wie immer - warum sie mit nicholas cage zusammen ist versteht man auch nicht so wirklich.
zur frage warum er abgesetzt wurde: schlechtes marketing + mittelmäßiger film + blöder filmname = keine besucher = absetzung
beste grüße pistolpete
super spanender Film !!
hatte irgendwie mehr erwartet, irgendwie unspannender Standard
Der Film entwickelt wie die meisten seiner Art (Romeo is bleeding, Goodfellas, Casino etc.) einen unglaublichen Sog der mit der Lauflänge und dem selbstherrlichen Auftreten des Protagonisten sukzessive zunimmt. Eindeutig neben "Wild at Heart" die beste Rolle die Nicholas Cage jemals spielen durfte. Mit dem surrealen Ende konnte ich allerdings rein gar nichts anfangen.
Nachtrag:
"...eindeutig neben "Wild at Heart" und "Kiss of Death". Himmel! Wie konnte ich nur die kongenial-beängstigend-bösartige Performance von Nicholas Cage in "Kiss of Death" vergessen, die mir heute noch den Angtschweiß auf die Stirn treibt? Irgendwie fielen mir vorhin nur noch Schundwerke wie "Ghostrider", "Next" und "World Trade Center" ein.
fantastischer film! aber leider, leider, leider komplett untergegangen(?) neben solchen scheißdreck wie kampf der titanen, wolfman, prince of persia, alice in 3D etc.
wozu gibt es den heimkinomarkt?! unbedingt nachholen, anschauen und im o-ton geniessen da die synchro jetzt nicht so der bringer geworden ist (viel sprachwitz, und wortlaut geht verloren..)
nicolas cage beste rolle seit jahrzehnten!!!
war leider sehr langweilig einfach schade.....
Ich fand den Film sehr gut. Ich empfand ihn als sehr düster, aber auch witzig. Durch die ironischen Elemente hat er für mich eine positiv Note. Hier steht der Film auch im Gegensatz zu seinem Namenspendant von Ferrara. Der Film zeigt auch das Herzog unabhängig vom Filmgenre sein Handwerk versteht. Vorallem die Stilmittel der Einstellungen haben mir gefallen.
Außerdem würde ich gerne wissen, woher der Rezensionsschreiber die Information hat, dass Herzog den Film "Bad Lieutanent" von Ferrara nicht kennt.
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