kleine Werbepause
Anzeige

Bad Company - die Welt ist in guten Händen

Bad Company - die Welt ist in guten Händen
action-komödie , usa 2001
original
bad company
regie
joel schumacher
drehbuch
jason richman, michael browning
cast
chris rock,
anthony hopkins,
kerry washington,
matthew marsh, u.a.
spielzeit
117 Minuten
kinostart
22. August 2002
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Filmische Darstellungen terroristischer Anschläge in New York wirkten nach dem 11. September mehr als pietätlos, so dass eine ganze Reihe Filme mit ähnlichem Thema erst einmal um Monate verschoben wurden. Das ging dem Schwarzenegger-Film "Collateral Damage" so, und auch Barry Sonnenfelds Slapstick-Komödie "Jede Menge Ärger" musste wegen eines Bombe-im-Flugzeug-Witzes länger als geplant auf die Veröffentlichung warten. 


Jake Hayes (Chris Rock) genießt die Vorzüge
des hochklassigen Agenten-Lebens.

Mit "Bad Company" kommt nun die dritte verschobene Großproduktion in unsere Kinos, die in den USA eigentlich schon im letzten September starten sollte. Und mehr als bei den beiden anderen Kandidaten gilt hier die Devise: Am besten wäre dieses Machwerk gleich von der Bildfläche verschwunden. Denn wenn sich Popcorn-Regisseur Joel Schumacher und Über-Popcorn-Produzent Jerry Bruckheimer erstmals zusammen tun, klingt das vielleicht nach spritziger Kino-Unterhaltung, das Endergebnis ist allerdings ein fader Versuch einer wenig durchdachten Actionkomödie, die sich so sehr in Stereotypen verliert, das die Luft bereits von Anfang an raus ist.

Schon die Grundidee ist ein haarsträubendes Sammelsurium an gut abgehängten und daher längst nicht 
mehr brauchbaren Story-Konzepten: Der Geheimagent Kevin Pope wird während eines Einsatzes, bei dem es darum geht, eine A-Bombe in Aktenkoffer-Form sicherzustellen, erschossen. Da seine Person entscheidend für die Mission war, scheint mindestens eine amerikanische Großstadt dem Untergang geweiht, doch zum Glück stellt sich heraus, dass Pope einen unbekannten Zwillingsbruder (ödes Konzept Nr. 1) hat, von dem er bei der Geburt getrennt wurde. Dieser Bruder ist Jake Hayes (Chris Rock), der sich in den Straßen New Yorks mit dem Schwarzmarkt-Verschachern von Sport-Tickets verdingt, und nun von dem stocksteifen CIA-Mann Oakes (Anthony Hopkins) rekrutiert wird. Dieses ungleiche Duo (ödes Konzept Nr. 2) muss sich jetzt 


Nein, zu dieser Geste wollen wir 
nicht wirklich etwas sagen ...

irgendwie zusammenraufen und in neun Tagen dafür sorgen, dass Hayes - ein Idealbeispiel für "street-wise" Stil, Sprache und Musikgeschmack - die hochklassigen Manierismen der High-Society-Kreise lernt, in denen sich sein Bruder rumtrieb. "Fish out ot water" sagt der Amerikaner zu diesem öden Konzept Nr. 3. Und abgesehen davon geht's dann halt auch noch darum, die Bombe zu finden und so mal wieder die Welt (oder zumindest New York) vor dem Untergang zu retten (ödes Konzept Nr. 4).
Wenn in die Grundhandlung schon so wenig Hirnschmalz investiert wird, kann man sich das Nachdenken beim Rest des Films konsequenterweise eigentlich gleich auch 
sparen, und so überzeugt "Bad Company" im fortlaufenden vor allem durch haarsträubende Logiklöcher und anderen Firlefanz - was bei einem temporeichen und unterhaltsamen Actionfilm ja noch zu einem gewissen Grade zu entschuldigen ist, bei einem Langweiler wie diesem ist die Aufregung über den gesamten Mumpitz aber das einzige, was noch (negatives) Interesse weckt. Wenn Jake z.B. zu Beginn seiner "Ausbildung" in einen mit Vokabelkärtchen geschmückten Raum gesperrt wird und man ihm ein entsprechendes Lexikon aufs Bett wirft, ist ja ganz klar, dass er damit innerhalb von wenigen Tagen perfekt Tschechisch lernen kann. Auch die wenigen, größtenteils unspektakulären Action-Sequenzen werden mit erhöhtem Unsinn eingeleitet: In seinem Apartment von einem Killer überrascht, gelingt es Jake zwar, seinen Angreifer kurzzeitig außer Gefecht zu setzen, doch anstatt zur Tür hinaus flüchtet er aus dem Fenster - auf einen schmalen Sims 30 Meter über den Straßen von New York. Wieso? Weil's im Drehbuch stand. Mehr Sinn hat diese Szene, wie viele andere, einfach nicht.
Nicht weniger dämlich sind diverse Beschattungsszenen durch die CIA-Leute, vor allem, wenn man bedenkt, dass in einer jüngeren Bruckheimer-Produktion - "Staatsfeind Nr. 1" - so eindrucksvoll moderne Beobachtungsmethoden vorgestellt wurden. Hier kehrt man zurück zu althergebrachten Fernrohren und Verfolgungsjagden, was heutzutage einfach nicht mehr sonderlich glaubwürdig wirkt. Und auch Joel Schumacher gehen bei seiner Vorliebe für visuell 


Ganz einfach im falschen Film:
Anthony Hopkins als CIA-Mann Oakes.

ansprechende Sets ein weiteres Mal die Pferde durch: ein hoch geheimes Treffen mit den Bombenhändlern wird auf einer idyllischen Insel mitten in der Moldau inszeniert - die man von halb Prag aus ohne Probleme beobachten kann.
Kurz und knapp: Es stimmt hinten und vorne nicht. "Bad Company" ist mal wieder ein Beispiel für ein konzeptuell so haarklein durchgeplantes Projekt nach (Pseudo-)Erfolgsformel F, dass jegliche Ambition auf Mehrwert von vornherein verloren geht. Das liegt auch am relativen Scheitern der "Ungleiches Paar"-Chemie zwischen Chris Rock, der vom Drehbuch einfach zu wenige gute Gags serviert bekommt und bei freier Improvisations-Hand wahrscheinlich wesentlich komischer gewesen wäre, und Anthony Hopkins, der in diesem Film schlichtweg nix zu 
suchen hat (weil das einfach kilometerweit unter seinem eigentlichen Niveau ist) und dementsprechend auch reichlich lustlos agiert.
Verdientermaßen ist "Bad Company" beim Start in den USA ziemlich gefloppt, und das liegt wohl nicht daran, dass die dortige Sensibilität immer noch nicht auf terroristische Filmthemen vorbereitet ist: Denn nur kurz zuvor startete sehr erfolgreich die Clancy-Verfilmung "The Sum of All Fears", in der immerhin ganz Baltimore per A-Bombe von der Landkarte getilgt wird. Nein, dieser Film hat einfach keinen Erfolg verdient, und wenn man sich nach zwei Stunden und einem enttäuschenden weil schwer lahmen Showdown aus dem Kinositz schält, ist die Erkenntnis sicher: "Bad Company"? Bad idea.

Frank-Michael Helmke

4

Laaaaangweilig, hab nach der Hälfte entnervt aufgegeben. Hätte mir bei der Besetzung viel mehr erwartet. Vielleicht ist der Film nach ein paar Bier unterhaltsamer. Wenn ich mal gar nix, aber auch rein gar nix zu tun hab, seh ich mir ihn mal in voller Länge an.

Vielleicht aber auch nicht.

4

Ich fand den Dr. Dre witz so geil!!! Ansonsten eher mittelprächtiger RTL II 20:15 Uhr film!
Was ich früher keinen Meter verstanden hab, ist:

Warum zur Hölle ist dieser Fim ab 16?

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
7 + 3 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.