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Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
animations-action , usa 2001
original
atlantis - the lost empire
regie
gary trousdale, kirk wise
drehbuch
tab murphy
cast
reiner schöne,
maria schrader,
stephan kampwirth,
berno von cramm, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
6. Dezember 2001
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Spitze Stiefel, breite Gürtel, schlechte Frisuren: Die 80er-Jahre sind wieder da. Auch bei den Disney-Studios. Da besinnt man sich zum 100. Geburtstag von Gründer Walt auf die Zeit, in der die meisten jetzigen Disney-Gucker noch gar nicht auf der Welt waren. So könnte man zumindest meinen, wenn man sich die Figuren im neuesten Spektakel "Atlantis" anguckt, auch wenn dieses eigentlich zu einer ganz anderen Zeit spielt. 

Im Jahre 1914 macht sich der junge Sprachenexperte Milo Thatch (im englischen Original brillant von Michael J. Fox gesprochen) auf, um die verlorene Stadt Atlantis zu finden - und natürlich zu retten. Dafür hat man sich extra die Mühe gemacht, eine ausgeklügelte Atlantis-Sprache erfinden zu lassen - von keinem geringeren als Marc Okrand, dem Erschaffer der Klingonen- und Vulkanier-Sprache. Gesponsert von einem reichen Mäzen geht es also ab in die Tiefe, mit einem U-Boot, das Jules Verne neidisch gemacht hätte: Mit der Ulysses - zu deutsch Odysseus. Und dort drunten gibt es dann natürlich vor allem eines: Eine bildschöne Prinzessin. Und die ist in Not, mit ihr ihr gesamtes Volk. Denn Atlantis, das ist vor allem ein starker Energiequell, um den sich viele raffgierige Bösewichte streiten. Also müssen Milo und seine Crew aus kuriosen und skurrilen Figuren schnellstens was tun, um die schöne Prinzessin und ihr Reich zu retten. 

Irgendwie ist der neue Streifen "Atlantis" gar nicht richtig Disney: Zum einen fehlen die manchmal nervenden Mitsing-Songs und die vielen sprechenden Tiere, zum anderen sind irgendwie zu viele Effekte mit reingerutscht. Statt die fabelhafte Geschichte vom dusseligen Entdecker in guter alter Kaminfeuer-Manier zu erzählen und sie durch packende Dialoge zu beleben, werden lieber Kämpfe mit Unterwasserungeheuern und gefährliche Verfolgungsjagden inszeniert. Es fehlen die kleinen Niedlichkeiten am Rande, die Disney-Filme sonst so schön machen: Nirgends tanzt eine beschwipste Krabbe, nirgends gibt es einen Seepferdchen-Kampf. 

Stattdessen hat man sich Mühe gegeben, aus dem Zeichentrickspektakel einen richtigen Action-Film zu machen. Im sonst für dieses Genre seltenen Cinemascope-Format wird die Story zum epischen Fantasy-Film, neu für die Disney-Studios. Kein wirklich schönes Geburtstagsgeschenk für Mausonkel Walt.

Larissa Vassilian

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