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Adèle und das Geheimnis des Pharaos

Adèle und das Geheimnis des Pharaos
fantasy-abenteuer , frankreich 2009
original
les aventures extraordinaires d'adèle blanc-sec
regie
luc besson
drehbuch
luc besson
cast
mathieu almaric,
louise bourgoin,
gilles lelouche,
nicolas giraud, u.a.
spielzeit
107 Minuten
kinostart
30. September 2010
homepage
http://www.adele-und-das-geheimnis-des-pharaos.de
bewertung

6 von 10 Augen

 

Unruhe im feinen Paris des Jahres 1912: Aus einem Ei im Naturkunde-Museum schlüpft doch tatsächlich ein echter Pterodactylus und treibt fortan in der Stadt sein Unwesen. Verantwortlich für diesen Vorgang sind die mentalen Experimente des greisen Professor Esperandieu, der den prähistorischen Flugsaurier zum Leben erweckte. Da trifft es sich gut, dass die bekannte Reporterin Adèle Blanc-Sec (Louise Bourgoin) soeben von einem Abenteuer in Ägypten zurückkehrt, wo sie zwar einen Kampf mit ihrem alten Widersacher Dieuleveult (Mathieu Amalric) auszufechten hatte, dafür aber auch eine wertvolle Beute mit nach Hause bringen konnte, nämlich die Mumie von Patmosis, dem legendären Leibarzt Ramses II. Adèle ist der festen Überzeugung, dass nur dieses medizinisches Genie ihrer seit Langem im Wachkoma vor sich hin vegetierenden Schwester helfen kann. Zu diesem Zweck muss der Gute allerdings erstmal zum Leben erweckt werden, und das kann natürlich nur einer tun und das ist, genau: Professor Esperandieu. Dem droht allerdings aktuell gerade die Guillotine und die Zeit wird knapp für Adèle und ihren neuen Helfer, den jungen Biologen Andrej (Nicolas Giraud). Denn der mit der Ermittlung der merkwürdigen Vorkommnisse beauftragte Inspektor Caponi ist zwar weder besonders talentiert noch überhaupt motiviert, stolpert aber nichtsdestotrotz immer näher an die Schlüsselfiguren heran.

Vorsicht Etikettenschwindel: Der deutsche Filmtitel wie auch der Schnitt des hiesigen Trailers sollen dem unbedarften Publikum offensichtlich eine Art farbenprächtiges und actionreiches Abenteuer im Indiana Jones-Stil suggerieren. Und selbst das sich Kulturmagazin nennende ARD-Format "Titel, Thesen, Temperamente" ließ sich davon verführen und faselte in seinem kürzlich gesendeten Bericht etwas von "der französischen Antwort auf ‚Indiana Jones', deren Comicvorlage dort jedes Kind kennt". Beides ist kompletter Unfug, denn weder eignen sich die verschrobenen und äußerst verschachtelten Geschichten des Autors und Zeichners Jaques Tardi als unbeschwerte Jugendlektüre, noch besitzen sie irgendwelche Ähnlichkeiten mit den Erlebnissen des unverwüstlichen Abenteurers mit Hut und Peitsche. Gerade mal elf (auf deutsch bei Carlsen und der Edition Moderne verlegte) Alben in 35 Jahren hat Tardi von seiner einzigen Serienfigur produziert und lebt darin vor allem seine Vorliebe für die Dekors des frühen 20. Jahrhunderts aus, räumt aber auch freimütig ein, selbst mitunter nicht so genau zu wissen, wo denn seine immer unübersichtlicher werdende Geschichte letztendlich noch hinführen soll.
Für die Filmadaption hat sich der Tardi- und Adéle-Freund Luc Besson die Alben Nr. 1 und 3 der Reihe vorgenommen und daraus eine neue, aber doch recht nah an der Vorlage bleibende Geschichte gebastelt. Das einzige, was wirklich in den Bereich "komplette Neuschöpfung" fällt, ist dabei die eher kurze Ägypten-Episode und ausgerechnet die bildet nun also den Kern der bundesdeutschen Vermarktungsstrategie.
Aber wir wollen nicht ungerecht sein, denn einfach ist es sicher nicht, diesen doch sehr französischen und zudem ziemlich schrägen Stoff anderen Kulturen schmackhaft zu machen, und man darf sich allemal freuen, dass er es überhaupt auf unsere Leinwände geschafft hat. Ausschlaggebend dürfte dafür der Name Luc Besson gewesen sein, beschränkt sich doch der wohl aktuell bekannteste französische Filmemacher diesmal nicht nur auf die seit Jahren gepflegte Produzentenrolle im Hintergrund, sondern schwingt sich aus lauter Begeisterung über die Vorlage sogar endlich mal wieder höchstpersönlich auf den Regiestuhl.

Herausgekommen ist dabei ein ordentlicher Spaß mit einigen netten Ideen, der aber die schmale Grenze zwischen gelungener Komik und etwas zu überdrehter Albernheit doch gelegentlich überschreitet. Zudem sind die gern und reichlich eingesetzten Spezialeffekte von sehr wechselhafter Qualität, denn während z.B. der Pterodactylus bei seinen alleinigen Flug- und Bewegungsszenen sehr überzeugend wirkt, ist die später auf seinem Rücken sitzende Adèle doch sehr deutlich als simple Puppe zu erkennen. Auch die Animation der im Verlauf immer zahlreicher werdenden Mumien ist, sagen wir mal "gewöhnungsbedürftig", doch letztlich kann man auch das bei diesem überdrehten und nicht wirklich ernstzunehmenden Spaß noch akzeptieren. Allerdings schrumpft eben dieser Spaß im letzten Drittel dann doch ein wenig zusammen, wenn die Geschichte im Gegensatz dazu immer weiter ausufert - und dann ist da ja noch die Sache mit der oben erwähnten "Grenzüberschreitung".

Einen guten Griff und ebenso feines Gespür hat Besson aber ohne Frage bei der Besetzung bewiesen, mit einer Ausnahme allerdings. Denn während der aus dem letzten Bond-Film bekannte Matthieu Amalric unter seiner Gesichtsmaske als Dieuleveult nahezu unkenntlich und blass bleibt und so nur ein Quantum Aufmerksamkeit erhaschen kann, überzeugen die übrigen, sehr genau im Stil der Comics gehaltenen amüsanten Nebencharaktere wie der planlose Inspektor Caponi und der angeberische Großwildjäger Saint Hubert voll und ganz. Was auch für Louise Bourgoin in der Titelrolle gilt, obwohl ihre äußerst quirlige und abenteuerlustige Adèle nicht unbedingt ein Ebenbild der doch eher passiv agierenden Vorlage darstellt. Die Persönlichkeit der in ihrem Heimatland als Wetterfee, Moderatorin und Skandalnudel bereits zu einiger Berühmtheit gelangten Mademoiselle Bourgoin ist allerdings für ein derartiges Filmprojekt schlichtweg ergiebiger und daher bestens geeignet.
Und so raucht, flucht und schimpft sich diese Adèle Blanc-Sec also jetzt durch ihr erstes großes Kinoabenteuer, weiß dabei leidlich zu unterhalten und könnte somit tatsächlich in Serie gehen - auch wenn die finale Szene des Films da leider noch ein klitzekleines Hindernis andeutet.

Volker Robrahn

4

Außer ein paar wenigen Lachern, ist der Film über weiten Strecken einfach nur langweilig.

2

Der schlechteste Besson Film, den ich jemals gesehen habe.
Ganz komischer Fernsehfilm. Kino ist das nicht.

Das Fazit dieses kruden,

3

Das Fazit dieses kruden, unlustigen und ziemlich billig wirkenden Fantasyabenteuers könnte in etwa so ausfallen: Auch eine starke Hauptdarstellerin rettet diesen heillos dämlichen B-Film nicht vor der Bedeutungslosigkeit. Die vermeintlich beabsichtigte Absurdität und Skurillität einiger Szenen funktioniert nicht und die "Schauspieler" dilettieren vor sich hin( am Unangenehmsten fällt hier Mathieu Almaric auf). Leading Lady Louise Bourgoin tut einem wirklich aufrichtig leid, denn ihr Charme und Esprit ist der einsame Pluspunkt dieser Zelluloidschändung.

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