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A Bigger Splash

A Bigger Splash
thriller , italien/frankreich 2015
original
a bigger splash
regie
luca guadagnino
drehbuch
david kajganich
cast
tilda swinton,
matthias schoenaerts,
ralph fiennes,
dakota johnson, u.a.
spielzeit
124 Minuten
kinostart
5. Mai 2016
homepage
http://www.a-bigger-splash.de/
bewertung

6 von 10 Augen
A Bigger Splash - Plakat

Ralph Fiennes & Tilda SwintonMarianne Lane (Tilda Swinton) füllt als Rockstar große Stadien. Doch nach einer Operation an den Stimmbändern muss sie ihre Karriere eine Zeitlang ruhen lassen. Die Ärzte verordnen ihr für einige Wochen ein absolutes Sing- und Sprechverbot und was läge in einer solchen Situation näher, als einfach mal richtig Urlaub zu machen? Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regisseur Paul De Smedt (Matthias Schoenaerts) entspannt Marianne also in einer Ferienvilla im Süden Italiens. Doch die Urlaubsidylle der beiden wird gestört, als überraschend ein alter Freund von Marianne vorbeischaut, der Musikproduzent Harry Hawkes (Ralph Fiennes). Zusammen mit seiner Tochter Penelope (Dakota Johnson) quartiert sich der lebenslustige Harry bei Marianne und Paul ein. Anfangs hält er die anderen drei noch mit seiner überschwänglichen Lebensart und allerlei Anekdoten aus seiner langen Karriere bei Laune, doch nach und nach treten immer mehr Spannungen zwischen den Vieren zutage. Längst verflogen geglaubte Leidenschaften und neue Eifersüchteleien machen den Urlaub für alle vier immer mehr zur Qual.

Vier Personen, die – nicht immer ganz freiwillig – zusammen Urlaub machen und für ein paar Wochen unter einem Dach wohnen und miteinander auskommen müssen – daraus lässt sich dramaturgisch so einiges machen, schließlich lässt diese Ausgangssituation doch eine Menge an Konfliktstoff zu. Zuletzt konnte man das unter anderem in „Im Sommer wohnt er unten“ sehen, noch größere Ähnlichkeiten weist „A Bigger Splash“ aber zu dem Klassiker „Der Swimmingpool“ mit Alain Delon und Romy Schneider auf, auf dem der Film auch basiert. Dakota Johnson & Matthias SchoenaertsDas Wort „Remake“ wird im Presseheft zwar vermieden und die Filmemacher sprechen lieber von einer „Hommage“ an den Film aus dem Jahr 1969. Letztendlich spielt das aber keine große Rolle; wichtiger ist, ob „A Bigger Splash“ als allein stehender Film überzeugen kann. Die Antwort: nur bedingt.

Fangen wir mal mit den Punkten an, mit denen der Film überzeugen kann: An erster Stelle ist dabei ganz klar Ralph Fiennes zu nennen. Der Schauspieler, der unter anderem für seine Rollen als neuer Chef von James Bond und als Erzfeind von Harry Potter berühmt ist, zeigt sich hier von einer Seite, die man bisher kaum kannte. Tatsächlich sorgt Fiennes fast im Alleingang dafür, dass „A Bigger Splash“ für den Großteil seiner Laufzeit doch recht kurzweilig ist. Wie er hier als Harry Hawkes kaum eine Sekunde still hält, die anderen Figuren und das Publikum ständig mit irgendeiner Geschichte unterhält (und manchmal auch nervt) und zum Rolling Stones-Song „Moon Is Up“ durch das Ferienhaus zappelt, das ist schon wirklich unterhaltsam und manchmal auch richtig komisch. Die zweite große Stärke des Films ist sein Setting. Zum Großteil gedreht auf der italienischen Mittelmeerinsel Pantelleria, vermittelt der Film mit seinen Bildern malerischer Landschaften und italienischer Dörfer ein authentisches Urlaubsgefühl.

Aber ein euphorisch aufspielender Ralph Fiennes und ein paar traumhafte Landschaften reichen halt noch nicht aus für einen wirklich guten Film. Dabei kann man den anderen Darstellern nicht vorwerfen, hier eine schlechte Leistung abzuliefern; es ist vielmehr das Drehbuch, das hier für ein paar Fragezeichen sorgt. War es zum Beispiel wirklich eine gute Idee, die Figur von Tilda Swinton de facto stumm zu machen und sie so der Möglichkeit zu berauben, sich im Dialog mit den anderen Figuren auseinander zu setzen (wenn man von Gesten und ein paar leise gekrächzten Sätzen absieht)? Tilda SwintonDer Charakterisierung ihrer Figur und der Ausarbeitung der Beziehungen im Film hätte es sicher gut getan, wenn man auf diese Entscheidung verzichtet hätte. Harry Hawkes ist die bei weitem am besten ausgearbeitete Figur im Film; am anderen Ende des Spektrums muss man seine Tochter Penelope verorten, die vom Drehbuch recht stiefmütterlich behandelt wird und nur aufgrund ihrer einzigen Funktion für die Handlung überhaupt im Film zu sein scheint.

Wie erwähnt macht „A Bigger Splash“ trotzdem eine ganze Weile Spaß. Dies gilt aber leider nur für die ersten zwei Drittel der Geschichte – danach verliert der Film einiges an Fahrt und weiß trotz einer dramatischen Wendung nicht mehr wirklich zu fesseln. Das Endergebnis ist dann trotz der stimmungsvollen Urlaubsbilder, eines gut aufgelegten Ralph Fiennes und eines mitreißenden Soundtracks etwas unbefriedigend.

Maximilian Schröter

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