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24 Stunden Angst

24 Stunden Angst
thriller , usa 2002
original
trapped
regie
luis mandoki
drehbuch
greg iles
cast
kevin bacon,
charlize theron,
courtney love,
stuart townsend, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
27. März 2003
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Verfasser von Presseheften gehören auf den Hamburger Fischmarkt. Immer am Gröhlen, immer am Anpreisen, immer auf der Suche nach der Superlative. Im Falle von "24 Stunden Angst" röhrt man da etwas davon, "das Genre des Thrillers neu zu buchstabieren". Netter Versuch, Leute. Aber da vertraut man Aale-Dieter und Co. doch noch eher als Euch. Zumal auch beim besten Willen kaum zu ersehen ist, wie ein durchaus ansprechend inszenierter, aber in allen Belangen eher mittelprächtiger Thriller wie dieser irgendein Genre definieren soll. Wer neu buchstabieren will, darf kein Legastheniker sein.

"24 Stunden Angst" erzählt eine im Grunde schon tausendmal gesehene, gut abgehangene Geschichte, dies aber zumeist durchaus mit Verve und Stil. Die Konstellation: Joe Hickey (Kevin Bacon) hat zusammen mit Frau Cheryl (Courtney Love) und Cousin Marvin (Pruitt Taylor Vince) den perfekten Entführungsplan ausgearbeitet: 24 Stunden lang werden alle Familienmitglieder separat voneinander gefangen gehalten. Die Kidnapper telefonieren pünktlich jede halbe Stunde miteinander, ansonsten stirbt das Kind. Da die meisten Kidnapper bei der Geldübergabe geschnappt werden, besorgt ein Elternteil unter einem vom Partner bestätigten Vorwand das Geld und gibt es dann den Entführern. Dann wird das Kind freigelassen. Innerhalb von 24 Stunden, so erklärt Joe, sei alles vorbei - so oder so. Dies ist laut ihm das perfekte Kidnapping.

Zu dumm, dass er bei seinen neuesten Opfern einiges nicht bedacht hat. Zum einen hat das entführte Kind Abby (Dakota Fanning, Lichtblick der Kitschoper "I am Sam") Asthma und schwebt in Lebensgefahr, zum anderen gebärden sich auch die Eltern Will (Stuart Townshend, "Die Königin der Verdammten") und Karen (Charlize Theron, "Gottes Werk und Teufels Beitrag") wesentlich unkooperativer als erhofft. Gerade der von Cheryl bewachte Will ist nicht bereit, tatenloses Opfer zu bleiben. Derweil spielt Joe mit Karen ein sexuell aufgeladenes Katz-und-Maus-Spiel, und der simple, eigentlich gutmütige Marvin bewacht die kleine Abby. Richtig in Bewegung geraten die Dinge aber, als Karen entdeckt, dass diese Entführung nicht so willkürlich ist, wie sie scheint. Unter dem Deckmantel der "perfekten Entführung" scheint auch ein persönliches Motiv zu lauern.

Dass Luis Mandoki - eigentlich Spezialist für Kuschelstoffe wie "Message in a Bottle" - der eher mäßig interessanten Geschichte ein paar schöne, im Gedächtnis bleibende Momente abgewinnt, sei positiv angemerkt. Dazu gehört sicherlich die Szene, in der Karen Joe mit einem Skalpell zuleibe rückt, und die, in der Will Cheryl auf sehr unangenehme Weise erst zum Schweigen und dann zum Reden bringt. Und wenn Will auf dem Weg zum Showdown sein Verkehrsmittel kurzfristig ausschalten muss, um sich nicht am Telefon zu verraten, dann hat der Film seine kurzweiligste und unterhaltsamste Szene - allerdings auch den mit ungläubigem Lachen hingenommenen größten Verstoß gegen Logik und Realismusanspruch. 
Aber neben diesen teilweise sehr gelungenen Einzelepisoden entsteht nicht nur ein ums andere Mal Leerlauf, man bedient auch einige der ärgerlichsten Klischees überhaupt. Allen voran natürlich das kranke Kind. Drehbuchautoren meinen wohl, eine Extremsituation wie Entführung oder Belagerung (z.B. in "Panic Room") sei nicht dramatisch genug. Und schwuppdiwupp hat man mit an Diabetes oder Asthma erkrankten Kindern noch einen neuen dramatischen Kniff drin. Das hätte aber wirklich nicht sein müssen, Leute. Und wo wir grad dabei sind: Auch beim Showdown hätte ein Scheibchen weniger dick aufgetragen werden können. Dort kracht und zischt es dann überall und der vorher recht gelungene Spannungsaufbau verliert sich in plakativer Action und Hysterie.

Größter Schwachpunkt ist aber das eigentlich als geschickte Wendung eingeführte persönliche Motiv von Joe und seinen Mitstreitern. Anstatt das interessante Vorhaben "Die perfekte Entführung" gekonnt durchzuexerzieren, entwickelt sich ab der Hälfte des Films eine immer banaler werdende Rachegeschichte, so dass Kevin Bacon am Ende mal wieder als verrückter (und offensichtlich unkaputtbarer) Psychopath durch die Gegend stakst. 
Man kann "24 Stunden Angst" zwar nicht vorwerfen, dass er in seiner jetzigen Form nicht funktioniert - denn dies tut er ungeachtet aller Kritik - aber der Film verschenkt trotzdem eine Chance, sich von ähnlich gelagertem Material abzusetzen. Zumal sich da dann auch logische Fragen ergeben: Wenn es Hickey eigentlich um Rache geht, warum hat er dann diese Entführung schon viermal anderweitig durchgeführt?

"24 Stunden Angst" bleibt also bei der Quersumme aus Gelungenem und Verpatztem ein recht ansprechendes kleines B-Filmchen, das ein Videopremierenschicksal auch dank kompetenten Regie- und Darstellerleistungen nicht verdient hat und es knapp vermeidet. Reine Gebrauchsware, ließe sich hier also sagen. Und dies ist ja nicht zwangsläufig verdammungswürdig. Denn im Gegensatz zu manchen 100 Millionen Dollar Vehikeln ist das Bemühen hier deutlich zu sehen. Auch schon was.

Simon Staake

10

echt geil! einfach nur geil! ich hab übrigens garnicht gewusst dass courtney love so gut schauspielern kann! ;)

10

Eyyy der Film is voll cool
Voll der hamma find ich ;)
WeR den film gedreht hat,hat es suppi gemacht!

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